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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ant
hierauf die Universität Leipzig, wo
er, obschon als Theologe immatriku-
liert, hauptsächlich Philosophie stu-
dierte. Seine Vorliebe für das Thea-
ter führte ihn der Bühne zu. Er
begann seine Schauspieler-Laufbahn
1857 zu Tönning bei der Keßlerschen
Truppe, spielte zunächst in Rollen
jugendlicher Liebhaber, ging aber
später zu den Charakterrollen (Jago,
Mephisto, Franz Moor, Narziß u. a.)
über. Jn den Jahren 1862-69 war
er unter andern in Görlitz, Rostock,
Bremen, Regensburg, Mainz, Aachen,
Düsseldorf, Magdeburg und Bres-
lau als Schauspieler tätig, bis er
1869 in Breslau den aktiven Schau-
spielerstand aufgab und hinfort nur
noch als Dramaturg u. Regisseur am
dortigen Stadttheater wirkte. Da-
neben war A. seit einer Reihe von
Jahren schon belletristisch vielfach
tätig gewesen, hatte auch den leb-
haftesten Anteil an der Gründung
der Bühnengenossenschaft dramati-
scher Autoren genommen. Jn den
siebziger Jahren zog er sich gänzlich
vom Theater zurück u. ging zur Jour-
nalistik über. Seit 1886 war er selb-
ständiger Redakteur zuerst in Schweid-
nitz, danach in Striegau u. Hirschberg,
seit 1889 Chefredakteur der "Halle-
schen Zeitung" in Halle und wurde
von hier am 1. Aug. 1893 vom groß-
herzogl. sächsischen Staatsministe-
rium als Chefredakteur der amtlichen
"Weimarischen Zeitung" nach Wei-
mar berufen. Hier + er am 20. Febr.
1902.

S:

Blüten u. Blätter (Ge. u.
Nn.), 1861. - Die feindlichen Brüder
(R.), 1868. - Romane und Novellen;
IV, 1869. - Silhouetten u. Aquarel-
len a. d. Kulissenwelt, 1874. - Jm
Traum (Lsp.), 1875. - Schuld und
Sühne (Schsp.), 1876. - Frau Buch-
holz im Riesengebirge, 1890. - Für
die Coupe-Ecke (Nn. u. Hum.), 1891.

Anthus, Antonino,

Pseudon. für
Gustav Blumröder; s. d.!

*Anton, Helene,

bekannt auch
[Spaltenumbruch]

Anz
unter ihrem Mädchennamen Helene
Lang
u. unter dem Namen Lang-
Anton,
wurde am 17. Aug. 1859 zu
Lemberg in Galizien als die Tochter
eines Militäroberbeamten in öster-
reichischen Diensten geboren und ging
1878 nach großen Kämpfen mit ihrer
Familie zur Bühne, der sie aber trotz
vieler Erfolge nur vier Jahre an-
gehörte; denn 1882 verheiratete sie
sich mit Paul Anton, dem späte-
ren Chefredakteur der "Ostpreußischen
Zeitung", an dessen Seite sie seit
mehreren Jahren zu Königsberg in
den glücklichsten Verhältnissen lebt.
Jhr Gatte, geb. am 8. Mai 1857 zu
Borna bei Leipzig, hat sich ebenfalls
als dramatischer Schriftsteller be-
kannt gemacht; er verfaßte die Lust-
spiele "Ein musikalisches Verhältnis"
(1887); "Streber" (1888); "Die afri-
kanische Jnsel" (1889); "Schaum"
(1892). Von Helene Anton erschienen

S:

Vom Herzen zum Herzen (Ge.),
1881. - Frauenlist (Schw.), 1892. -
Gedankensünde (R.), 1896. - Das
Ende vom Liede (R.), 1906. - Mör-
dergewohnheit u. anderes, 1.-10. T.
1906.

Anzengruber, Johann

Nepo-
muk, geb. am 21. März 1810 als der
Sohn eines Bauern zu Weng, Pfarre
Hofkirchen an der Trattnach in Ober-
österreich, besuchte als Sängerknabe
das Lyzeum in Salzburg, absolvierte
dort die Gymnasialstudien und kam
Mitte der dreißiger Jahre nach Wien,
wo er als Jngrossist bei der Gefällen-
u. Domänenhofbuchhaltung eine be-
scheidene Stellung fand. Er verhei-
ratete sich am 13. Febr. 1838 und ein
Jahr später wurde ihm sein Sohn
Ludwig geboren (s. den Folgenden!);
doch starb der Vater schon am 8. No-
vember 1844. Er hinterließ eine
Menge lyrischer u. dramatischer Ar-
beiten, von denen bisher nur veröf-
fentlicht wurde

S:

Berthold Schwarz
(Tr.), 1891.

*Anzengruber, Ludwig,

pseu-

*


[Spaltenumbruch]

Ant
hierauf die Univerſität Leipzig, wo
er, obſchon als Theologe immatriku-
liert, hauptſächlich Philoſophie ſtu-
dierte. Seine Vorliebe für das Thea-
ter führte ihn der Bühne zu. Er
begann ſeine Schauſpieler-Laufbahn
1857 zu Tönning bei der Keßlerſchen
Truppe, ſpielte zunächſt in Rollen
jugendlicher Liebhaber, ging aber
ſpäter zu den Charakterrollen (Jago,
Mephiſto, Franz Moor, Narziß u. a.)
über. Jn den Jahren 1862–69 war
er unter andern in Görlitz, Roſtock,
Bremen, Regensburg, Mainz, Aachen,
Düſſeldorf, Magdeburg und Bres-
lau als Schauſpieler tätig, bis er
1869 in Breslau den aktiven Schau-
ſpielerſtand aufgab und hinfort nur
noch als Dramaturg u. Regiſſeur am
dortigen Stadttheater wirkte. Da-
neben war A. ſeit einer Reihe von
Jahren ſchon belletriſtiſch vielfach
tätig geweſen, hatte auch den leb-
hafteſten Anteil an der Gründung
der Bühnengenoſſenſchaft dramati-
ſcher Autoren genommen. Jn den
ſiebziger Jahren zog er ſich gänzlich
vom Theater zurück u. ging zur Jour-
naliſtik über. Seit 1886 war er ſelb-
ſtändiger Redakteur zuerſt in Schweid-
nitz, danach in Striegau u. Hirſchberg,
ſeit 1889 Chefredakteur der „Halle-
ſchen Zeitung“ in Halle und wurde
von hier am 1. Aug. 1893 vom groß-
herzogl. ſächſiſchen Staatsminiſte-
rium als Chefredakteur der amtlichen
„Weimariſchen Zeitung“ nach Wei-
mar berufen. Hier † er am 20. Febr.
1902.

S:

Blüten u. Blätter (Ge. u.
Nn.), 1861. – Die feindlichen Brüder
(R.), 1868. – Romane und Novellen;
IV, 1869. – Silhouetten u. Aquarel-
len a. d. Kuliſſenwelt, 1874. – Jm
Traum (Lſp.), 1875. – Schuld und
Sühne (Schſp.), 1876. – Frau Buch-
holz im Rieſengebirge, 1890. – Für
die Coupé-Ecke (Nn. u. Hum.), 1891.

Anthus, Antonino,

Pſeudon. für
Guſtav Blumröder; ſ. d.!

*Anton, Helene,

bekannt auch
[Spaltenumbruch]

Anz
unter ihrem Mädchennamen Helene
Lang
u. unter dem Namen Lang-
Anton,
wurde am 17. Aug. 1859 zu
Lemberg in Galizien als die Tochter
eines Militäroberbeamten in öſter-
reichiſchen Dienſten geboren und ging
1878 nach großen Kämpfen mit ihrer
Familie zur Bühne, der ſie aber trotz
vieler Erfolge nur vier Jahre an-
gehörte; denn 1882 verheiratete ſie
ſich mit Paul Anton, dem ſpäte-
ren Chefredakteur der „Oſtpreußiſchen
Zeitung“, an deſſen Seite ſie ſeit
mehreren Jahren zu Königsberg in
den glücklichſten Verhältniſſen lebt.
Jhr Gatte, geb. am 8. Mai 1857 zu
Borna bei Leipzig, hat ſich ebenfalls
als dramatiſcher Schriftſteller be-
kannt gemacht; er verfaßte die Luſt-
ſpiele „Ein muſikaliſches Verhältnis“
(1887); „Streber“ (1888); „Die afri-
kaniſche Jnſel“ (1889); „Schaum“
(1892). Von Helene Anton erſchienen

S:

Vom Herzen zum Herzen (Ge.),
1881. – Frauenliſt (Schw.), 1892. –
Gedankenſünde (R.), 1896. – Das
Ende vom Liede (R.), 1906. – Mör-
dergewohnheit u. anderes, 1.–10. T.
1906.

Anzengruber, Johann

Nepo-
muk, geb. am 21. März 1810 als der
Sohn eines Bauern zu Weng, Pfarre
Hofkirchen an der Trattnach in Ober-
öſterreich, beſuchte als Sängerknabe
das Lyzeum in Salzburg, abſolvierte
dort die Gymnaſialſtudien und kam
Mitte der dreißiger Jahre nach Wien,
wo er als Jngroſſiſt bei der Gefällen-
u. Domänenhofbuchhaltung eine be-
ſcheidene Stellung fand. Er verhei-
ratete ſich am 13. Febr. 1838 und ein
Jahr ſpäter wurde ihm ſein Sohn
Ludwig geboren (ſ. den Folgenden!);
doch ſtarb der Vater ſchon am 8. No-
vember 1844. Er hinterließ eine
Menge lyriſcher u. dramatiſcher Ar-
beiten, von denen bisher nur veröf-
fentlicht wurde

S:

Berthold Schwarz
(Tr.), 1891.

*Anzengruber, Ludwig,

pſeu-

*
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[68/0072] Ant Anz hierauf die Univerſität Leipzig, wo er, obſchon als Theologe immatriku- liert, hauptſächlich Philoſophie ſtu- dierte. Seine Vorliebe für das Thea- ter führte ihn der Bühne zu. Er begann ſeine Schauſpieler-Laufbahn 1857 zu Tönning bei der Keßlerſchen Truppe, ſpielte zunächſt in Rollen jugendlicher Liebhaber, ging aber ſpäter zu den Charakterrollen (Jago, Mephiſto, Franz Moor, Narziß u. a.) über. Jn den Jahren 1862–69 war er unter andern in Görlitz, Roſtock, Bremen, Regensburg, Mainz, Aachen, Düſſeldorf, Magdeburg und Bres- lau als Schauſpieler tätig, bis er 1869 in Breslau den aktiven Schau- ſpielerſtand aufgab und hinfort nur noch als Dramaturg u. Regiſſeur am dortigen Stadttheater wirkte. Da- neben war A. ſeit einer Reihe von Jahren ſchon belletriſtiſch vielfach tätig geweſen, hatte auch den leb- hafteſten Anteil an der Gründung der Bühnengenoſſenſchaft dramati- ſcher Autoren genommen. Jn den ſiebziger Jahren zog er ſich gänzlich vom Theater zurück u. ging zur Jour- naliſtik über. Seit 1886 war er ſelb- ſtändiger Redakteur zuerſt in Schweid- nitz, danach in Striegau u. Hirſchberg, ſeit 1889 Chefredakteur der „Halle- ſchen Zeitung“ in Halle und wurde von hier am 1. Aug. 1893 vom groß- herzogl. ſächſiſchen Staatsminiſte- rium als Chefredakteur der amtlichen „Weimariſchen Zeitung“ nach Wei- mar berufen. Hier † er am 20. Febr. 1902. S: Blüten u. Blätter (Ge. u. Nn.), 1861. – Die feindlichen Brüder (R.), 1868. – Romane und Novellen; IV, 1869. – Silhouetten u. Aquarel- len a. d. Kuliſſenwelt, 1874. – Jm Traum (Lſp.), 1875. – Schuld und Sühne (Schſp.), 1876. – Frau Buch- holz im Rieſengebirge, 1890. – Für die Coupé-Ecke (Nn. u. Hum.), 1891. Anthus, Antonino, Pſeudon. für Guſtav Blumröder; ſ. d.! *Anton, Helene, bekannt auch unter ihrem Mädchennamen Helene Lang u. unter dem Namen Lang- Anton, wurde am 17. Aug. 1859 zu Lemberg in Galizien als die Tochter eines Militäroberbeamten in öſter- reichiſchen Dienſten geboren und ging 1878 nach großen Kämpfen mit ihrer Familie zur Bühne, der ſie aber trotz vieler Erfolge nur vier Jahre an- gehörte; denn 1882 verheiratete ſie ſich mit Paul Anton, dem ſpäte- ren Chefredakteur der „Oſtpreußiſchen Zeitung“, an deſſen Seite ſie ſeit mehreren Jahren zu Königsberg in den glücklichſten Verhältniſſen lebt. Jhr Gatte, geb. am 8. Mai 1857 zu Borna bei Leipzig, hat ſich ebenfalls als dramatiſcher Schriftſteller be- kannt gemacht; er verfaßte die Luſt- ſpiele „Ein muſikaliſches Verhältnis“ (1887); „Streber“ (1888); „Die afri- kaniſche Jnſel“ (1889); „Schaum“ (1892). Von Helene Anton erſchienen S: Vom Herzen zum Herzen (Ge.), 1881. – Frauenliſt (Schw.), 1892. – Gedankenſünde (R.), 1896. – Das Ende vom Liede (R.), 1906. – Mör- dergewohnheit u. anderes, 1.–10. T. 1906. Anzengruber, Johann Nepo- muk, geb. am 21. März 1810 als der Sohn eines Bauern zu Weng, Pfarre Hofkirchen an der Trattnach in Ober- öſterreich, beſuchte als Sängerknabe das Lyzeum in Salzburg, abſolvierte dort die Gymnaſialſtudien und kam Mitte der dreißiger Jahre nach Wien, wo er als Jngroſſiſt bei der Gefällen- u. Domänenhofbuchhaltung eine be- ſcheidene Stellung fand. Er verhei- ratete ſich am 13. Febr. 1838 und ein Jahr ſpäter wurde ihm ſein Sohn Ludwig geboren (ſ. den Folgenden!); doch ſtarb der Vater ſchon am 8. No- vember 1844. Er hinterließ eine Menge lyriſcher u. dramatiſcher Ar- beiten, von denen bisher nur veröf- fentlicht wurde S: Berthold Schwarz (Tr.), 1891. *Anzengruber, Ludwig, pſeu- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 68. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/72>, abgerufen am 21.03.2019.