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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Aug
fanden, legten den Grund zu ihrem
späteren schriftstellerischen Schaffen.
Jm Jahre 1849 verheiratete sie sich
mit dem Assessor K. W. Ernst Augusti.
Das junge Paar nahm seinen Wohn-
sitz in Koblenz, woselbst der Gatte
eine Richterstelle am königl. Land-
gericht bekleidete. Leider sollte das
eheliche Glück nur kurz sein, denn be-
reits 1858 starb der geliebte Mann
nach langer traurig. Krankheit, seine
Gattin mit zwei Knaben zurücklas-
send. Jn dieser traurigen Zeit des
Verlassenseins griff Bertha A. zur
Feder und veröffentlichte zunächst im
Feuilleton der "Kölnischen Zeitung"
ihre "Erinnerungsblätter", denen
dann später größere novellistische Ar-
beiten nachfolgten. Sie + in Koblenz
am 12. Dezbr. 1886.

S:

Feldblumen.
Ein Novellenstrauß; III, 1872. - Licht
und Schatten (Nn.), 1876. - Lebens-
mosaik (N.), 1878. - Erinnerungs-
blätter aus dem Leben einer deutschen
Frau, 1887. - Elisabeth (E.), 1887.

Augusti, Brigitte,

Pseudon. für
Auguste Plehn; s. d.!

Augustin, Ferdinand Freiherr
von,

pseudon. Friedrich Aarau,
wurde am 22. Novbr. 1807 zu Wien
als der Sohn des nachmaligen Feld-
zeugmeisters und General-Artillerie-
Direktors Vincenz Freiherr von A.
geboren, erhielt seine Bildung in der
Wiener-Neustädter Militärakademie
und verließ dieselbe 1823, um im
Bombardierkorps den mathemati-
schen und Artilleriekursus zu hören.
Jm Jahre 1825 wurde er Leutnant
im 17. Grenzinfanterie-Regiment,
kam später zum Czaikisten bataillon
und wurde 1830 als Oberleutnant
einer Gesandtschaft an den Sultan
Abderrhaman in Marokko attachiert,
bei welcher Gelegenheit er den See-
dienst auf der Fregatte "Medea" ken-
nen lernte u. viele wertvolle Skizzen
von Gegenden aus Afrika mitbrachte.
Die Ergebnisse seiner Reise legte er
in interessanten Reisewerken nieder.
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Aug
Jm Jahre 1842 wurde er Major im
49. Jnfant.-Regimt., 1848 Oberst-
leutnant im 22. Regiment u. zugleich
Kommandeur desselben, 1849 Oberst,
1852 Generalmajor, dann Brigadier
beim serbisch-banatischen Armeekorps
und zuletzt Feldmarschalleutnant und
Festungskommandant in Zara. Er
+ zu Baden bei Wien am 20. Juni
1861.

S:

Emmerberg (Hist. R.); III,
1848. - Verschiedene topographische
und Reisewerke.

*Augustin, Marie Baronin von,


pseud. Marie von Thurnberg,
Tochter des verstorbenen k. k. öster-
reich. Oberstleutnants Regelsberg
v. Thurnberg,
wurde am 23. Dez.
1810 zu Werschetz im Banate geboren
u. in Wien erzogen, wo die geselligen
Abende in ihrem Elternhause viel zu
ihrer geistigen Entwicklung und Aus-
bildung beitrugen. Von ihrer Mut-
ter, einer geistvollen, feinfühlenden
Siebenbürger Sächsin, hatte sie den
Sinn für Poesie und Literatur ge-
erbt, u. schon mit 14 Jahren schrieb
sie Gedichte, mit 15 Jahren eine
Phantasie "Theodora", die das früh
entwickelte Denkvermögen der jungen
Dame offenbarte. Nach dem Tode
ihrer Mutter (1828) widmete sie sich
mit seltener Ausdauer der Ölmalerei.
Jn Begleitung ihres Vaters u. ihrer
Tante besuchte sie die Ateliers der
ersten Künstler und erhielt von ihnen
Winke für die Kunst; damals malte
sie besonders Porträts en miniature,
wendete sich aber später dem histori-
schen Fache zu u. kopierte durch meh-
rere Jahre die Gemälde vorzüglicher
Meister in der Esterhazischen Galerie.
Für verschiedene Kirchen und Klöster
malte sie Altarbilder und Madonnen
und für die Kirche zu Pyhra bei St.
Pölten 14 Kreuzwegstationen eigener
Komposition, worin alle Köpfe Por-
träts waren (1834). Jm Jahre 1835
verheiratete sie sich mit dem dama-
ligen Hauptmann Ferdinand Baron
von Augustin (s. d.), verließ nun Wien

*


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Aug
fanden, legten den Grund zu ihrem
ſpäteren ſchriftſtelleriſchen Schaffen.
Jm Jahre 1849 verheiratete ſie ſich
mit dem Aſſeſſor K. W. Ernſt Auguſti.
Das junge Paar nahm ſeinen Wohn-
ſitz in Koblenz, woſelbſt der Gatte
eine Richterſtelle am königl. Land-
gericht bekleidete. Leider ſollte das
eheliche Glück nur kurz ſein, denn be-
reits 1858 ſtarb der geliebte Mann
nach langer traurig. Krankheit, ſeine
Gattin mit zwei Knaben zurücklaſ-
ſend. Jn dieſer traurigen Zeit des
Verlaſſenſeins griff Bertha A. zur
Feder und veröffentlichte zunächſt im
Feuilleton der „Kölniſchen Zeitung“
ihre „Erinnerungsblätter“, denen
dann ſpäter größere novelliſtiſche Ar-
beiten nachfolgten. Sie † in Koblenz
am 12. Dezbr. 1886.

S:

Feldblumen.
Ein Novellenſtrauß; III, 1872. – Licht
und Schatten (Nn.), 1876. – Lebens-
moſaik (N.), 1878. – Erinnerungs-
blätter aus dem Leben einer deutſchen
Frau, 1887. – Eliſabeth (E.), 1887.

Auguſti, Brigitte,

Pſeudon. für
Auguſte Plehn; ſ. d.!

Auguſtin, Ferdinand Freiherr
von,

pſeudon. Friedrich Aarau,
wurde am 22. Novbr. 1807 zu Wien
als der Sohn des nachmaligen Feld-
zeugmeiſters und General-Artillerie-
Direktors Vincenz Freiherr von A.
geboren, erhielt ſeine Bildung in der
Wiener-Neuſtädter Militärakademie
und verließ dieſelbe 1823, um im
Bombardierkorps den mathemati-
ſchen und Artilleriekurſus zu hören.
Jm Jahre 1825 wurde er Leutnant
im 17. Grenzinfanterie-Regiment,
kam ſpäter zum Czaikiſten bataillon
und wurde 1830 als Oberleutnant
einer Geſandtſchaft an den Sultan
Abderrhaman in Marokko attachiert,
bei welcher Gelegenheit er den See-
dienſt auf der Fregatte „Medea“ ken-
nen lernte u. viele wertvolle Skizzen
von Gegenden aus Afrika mitbrachte.
Die Ergebniſſe ſeiner Reiſe legte er
in intereſſanten Reiſewerken nieder.
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Aug
Jm Jahre 1842 wurde er Major im
49. Jnfant.-Regimt., 1848 Oberſt-
leutnant im 22. Regiment u. zugleich
Kommandeur desſelben, 1849 Oberſt,
1852 Generalmajor, dann Brigadier
beim ſerbiſch-banatiſchen Armeekorps
und zuletzt Feldmarſchalleutnant und
Feſtungskommandant in Zara. Er
† zu Baden bei Wien am 20. Juni
1861.

S:

Emmerberg (Hiſt. R.); III,
1848. – Verſchiedene topographiſche
und Reiſewerke.

*Auguſtin, Marie Baronin von,


pſeud. Marie von Thurnberg,
Tochter des verſtorbenen k. k. öſter-
reich. Oberſtleutnants Regelsberg
v. Thurnberg,
wurde am 23. Dez.
1810 zu Werſchetz im Banate geboren
u. in Wien erzogen, wo die geſelligen
Abende in ihrem Elternhauſe viel zu
ihrer geiſtigen Entwicklung und Aus-
bildung beitrugen. Von ihrer Mut-
ter, einer geiſtvollen, feinfühlenden
Siebenbürger Sächſin, hatte ſie den
Sinn für Poeſie und Literatur ge-
erbt, u. ſchon mit 14 Jahren ſchrieb
ſie Gedichte, mit 15 Jahren eine
Phantaſie „Theodora“, die das früh
entwickelte Denkvermögen der jungen
Dame offenbarte. Nach dem Tode
ihrer Mutter (1828) widmete ſie ſich
mit ſeltener Ausdauer der Ölmalerei.
Jn Begleitung ihres Vaters u. ihrer
Tante beſuchte ſie die Ateliers der
erſten Künſtler und erhielt von ihnen
Winke für die Kunſt; damals malte
ſie beſonders Porträts en miniature,
wendete ſich aber ſpäter dem hiſtori-
ſchen Fache zu u. kopierte durch meh-
rere Jahre die Gemälde vorzüglicher
Meiſter in der Eſterhaziſchen Galerie.
Für verſchiedene Kirchen und Klöſter
malte ſie Altarbilder und Madonnen
und für die Kirche zu Pyhra bei St.
Pölten 14 Kreuzwegſtationen eigener
Kompoſition, worin alle Köpfe Por-
träts waren (1834). Jm Jahre 1835
verheiratete ſie ſich mit dem dama-
ligen Hauptmann Ferdinand Baron
von Auguſtin (ſ. d.), verließ nun Wien

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[91/0095] Aug Aug fanden, legten den Grund zu ihrem ſpäteren ſchriftſtelleriſchen Schaffen. Jm Jahre 1849 verheiratete ſie ſich mit dem Aſſeſſor K. W. Ernſt Auguſti. Das junge Paar nahm ſeinen Wohn- ſitz in Koblenz, woſelbſt der Gatte eine Richterſtelle am königl. Land- gericht bekleidete. Leider ſollte das eheliche Glück nur kurz ſein, denn be- reits 1858 ſtarb der geliebte Mann nach langer traurig. Krankheit, ſeine Gattin mit zwei Knaben zurücklaſ- ſend. Jn dieſer traurigen Zeit des Verlaſſenſeins griff Bertha A. zur Feder und veröffentlichte zunächſt im Feuilleton der „Kölniſchen Zeitung“ ihre „Erinnerungsblätter“, denen dann ſpäter größere novelliſtiſche Ar- beiten nachfolgten. Sie † in Koblenz am 12. Dezbr. 1886. S: Feldblumen. Ein Novellenſtrauß; III, 1872. – Licht und Schatten (Nn.), 1876. – Lebens- moſaik (N.), 1878. – Erinnerungs- blätter aus dem Leben einer deutſchen Frau, 1887. – Eliſabeth (E.), 1887. Auguſti, Brigitte, Pſeudon. für Auguſte Plehn; ſ. d.! Auguſtin, Ferdinand Freiherr von, pſeudon. Friedrich Aarau, wurde am 22. Novbr. 1807 zu Wien als der Sohn des nachmaligen Feld- zeugmeiſters und General-Artillerie- Direktors Vincenz Freiherr von A. geboren, erhielt ſeine Bildung in der Wiener-Neuſtädter Militärakademie und verließ dieſelbe 1823, um im Bombardierkorps den mathemati- ſchen und Artilleriekurſus zu hören. Jm Jahre 1825 wurde er Leutnant im 17. Grenzinfanterie-Regiment, kam ſpäter zum Czaikiſten bataillon und wurde 1830 als Oberleutnant einer Geſandtſchaft an den Sultan Abderrhaman in Marokko attachiert, bei welcher Gelegenheit er den See- dienſt auf der Fregatte „Medea“ ken- nen lernte u. viele wertvolle Skizzen von Gegenden aus Afrika mitbrachte. Die Ergebniſſe ſeiner Reiſe legte er in intereſſanten Reiſewerken nieder. Jm Jahre 1842 wurde er Major im 49. Jnfant.-Regimt., 1848 Oberſt- leutnant im 22. Regiment u. zugleich Kommandeur desſelben, 1849 Oberſt, 1852 Generalmajor, dann Brigadier beim ſerbiſch-banatiſchen Armeekorps und zuletzt Feldmarſchalleutnant und Feſtungskommandant in Zara. Er † zu Baden bei Wien am 20. Juni 1861. S: Emmerberg (Hiſt. R.); III, 1848. – Verſchiedene topographiſche und Reiſewerke. *Auguſtin, Marie Baronin von, pſeud. Marie von Thurnberg, Tochter des verſtorbenen k. k. öſter- reich. Oberſtleutnants Regelsberg v. Thurnberg, wurde am 23. Dez. 1810 zu Werſchetz im Banate geboren u. in Wien erzogen, wo die geſelligen Abende in ihrem Elternhauſe viel zu ihrer geiſtigen Entwicklung und Aus- bildung beitrugen. Von ihrer Mut- ter, einer geiſtvollen, feinfühlenden Siebenbürger Sächſin, hatte ſie den Sinn für Poeſie und Literatur ge- erbt, u. ſchon mit 14 Jahren ſchrieb ſie Gedichte, mit 15 Jahren eine Phantaſie „Theodora“, die das früh entwickelte Denkvermögen der jungen Dame offenbarte. Nach dem Tode ihrer Mutter (1828) widmete ſie ſich mit ſeltener Ausdauer der Ölmalerei. Jn Begleitung ihres Vaters u. ihrer Tante beſuchte ſie die Ateliers der erſten Künſtler und erhielt von ihnen Winke für die Kunſt; damals malte ſie beſonders Porträts en miniature, wendete ſich aber ſpäter dem hiſtori- ſchen Fache zu u. kopierte durch meh- rere Jahre die Gemälde vorzüglicher Meiſter in der Eſterhaziſchen Galerie. Für verſchiedene Kirchen und Klöſter malte ſie Altarbilder und Madonnen und für die Kirche zu Pyhra bei St. Pölten 14 Kreuzwegſtationen eigener Kompoſition, worin alle Köpfe Por- träts waren (1834). Jm Jahre 1835 verheiratete ſie ſich mit dem dama- ligen Hauptmann Ferdinand Baron von Auguſtin (ſ. d.), verließ nun Wien *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 91. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/95>, abgerufen am 25.03.2019.