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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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am 11. August d. J.

S:

Gedichte,
1873. - Übersetzung anakreontischer
Lieder (mit Radierungen von O. För-
sterling), 1873. - Tremsen (Ge. in
plattd. Mdt.; mit seinem Bruder
Karl), 1875.

*Eggers, Karl Friedrich Peter,


Bruder des Vorigen, wurde am 7.
Juni 1826 in Rostock geboren und
anfänglich durch Privatlehrer unter-
richtet. Jm 12. Jahre bezog er das
Gymnasium in Rostock, das er Ostern
1845 verließ, um dann auf den Uni-
versitäten zu Rostock, Leipzig, Berlin
u. abermals Rostock je ein Jahr lang
die Rechte zu studieren. Jm Jahre
1850 absolvierte er das Advokaten-
Examen u. widmete sich zunächst der
Advokatur-Praxis. Nachdem er dann
1852 auch die Staatsprüfungen zur
Verwaltung des Richteramtes be-
standen, promovierte er 1853 zu Ro-
stock auf Grund einer kriminalistischen
Abhandlung über Strafrechtstheo-
rien zum Dr. jur. utr., um sich an der
dortigen Universität zu habilitieren;
doch verweigerte ihm das mecklen-
burgische Ministerium die Erlaubnis
dazu und zwar auf Grund derselben
Abhandlung, welche ihm soeben die
höchste akademische Würde eingetra-
gen hatte. E. wurde nunmehr 1854
von seinen Mitbürgern als Senator
in den Rat seiner Vaterstadt gewählt,
wo ihm auch das Präsidium des Ge-
richts und eine Richterstelle im Kri-
minalgericht übertragen wurde. Jn-
folge eines Brustleidens begab er sich
im Herbst 1856 nach Venedig u. ver-
lebte dort, nachdem er 1857 sein Amt
aufgegeben, drei Winter. Jm Herbst
1859 ging er nach Wiesbaden u. 1861
nach Berlin. Eine mechanische Ver-
letzung der Brust erzeugte einen schwe-
ren Rückfall in sein fast beseitigtes
Brustleiden, und da ihm jedes an-
haltende Schreiben untersagt werden
mußte, beschäftigte er sich zur Er-
leichterung desselben viel mit der
Gabelsbergerschen Stenographie. Er
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Egg
ward Mitbegründer des 1862 gestif-
teten Stenographenvereins "Gabels-
berger", schrieb eine Reihe von Schrif-
ten über diese Dißiplin, begründete
1867 den "Schriftwart, Zeitschrift
für die deutsche Stenographie und
Schriftkunde", dessen drei erste Jahr-
gänge er redigierte, und trat ener-
gisch für die Einführung der Steno-
graphie in den Schulunterricht ein.
Durch seinen Bruder Friedrich ward
er in den Berliner literarischen Sonn-
tagsverein eingeführt, an dessen Ar-
beiten er sich lebhaft beteiligte. Nach
dem Tode seines Bruders gab er
dessen Nachlaß heraus, wozu auch eine
Biographie des berühmten Bild-
hauers "Christian Friedrich Rauch"
gehörte, von der das Material zum
ersten Bande vorhanden war. E. er-
weiterte dieselbe bis auf 5 Bde. (1873
bis 1990). An eigenen Arbeiten lieferte
er noch "Kunsthistorische Wandergn.
in und um Meran" (1879), "J. G.
Schadow und Chr. D. Rauch" (1882),
"Klaus Groth und die plattdeutsche
Dichtung" (1883), "Chr. D. Rauch
und Göthe" (1889) und gab den
"Briefwechsel zwischen Rauch und
Rietschel" (1890) heraus. Jm Jahre
1895 verlegte E. seinen Wohnsitz nach
Rostock; während eines Sommerauf-
enthalts im Ostseebade Warnemünde
starb er am 18. Juli 1900.

S:

Trem-
sen (d. i. Kornblumen). Gedichte in
plattdeutscher Mdt. von Friedrich u.
Karl Eggers, 1875.

Eggers, Johannes Martin Hein-
rich,

wurde am 23. Februar 1815 in
Husum geboren, besuchte in Altona,
wohin sein Vater als Gymnasialleh-
rer versetzt worden war, das Gym-
nasium und studierte in Kiel u. Ber-
lin Philosophie und Jurisprudenz.
Nachdem er 1847 in Jena promoviert,
blieb er, mit literarischen Studien
beschäftigt, im Hause seiner Eltern
bis zu deren Tode (1850), unternahm
1852 eine größere Reise durch Deutsch-
land und siedelte 1856 nach Hamburg

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Egg
am 11. Auguſt d. J.

S:

Gedichte,
1873. – Überſetzung anakreontiſcher
Lieder (mit Radierungen von O. För-
ſterling), 1873. – Tremſen (Ge. in
plattd. Mdt.; mit ſeinem Bruder
Karl), 1875.

*Eggers, Karl Friedrich Peter,


Bruder des Vorigen, wurde am 7.
Juni 1826 in Roſtock geboren und
anfänglich durch Privatlehrer unter-
richtet. Jm 12. Jahre bezog er das
Gymnaſium in Roſtock, das er Oſtern
1845 verließ, um dann auf den Uni-
verſitäten zu Roſtock, Leipzig, Berlin
u. abermals Roſtock je ein Jahr lang
die Rechte zu ſtudieren. Jm Jahre
1850 abſolvierte er das Advokaten-
Examen u. widmete ſich zunächſt der
Advokatur-Praxis. Nachdem er dann
1852 auch die Staatsprüfungen zur
Verwaltung des Richteramtes be-
ſtanden, promovierte er 1853 zu Ro-
ſtock auf Grund einer kriminaliſtiſchen
Abhandlung über Strafrechtstheo-
rien zum Dr. jur. utr., um ſich an der
dortigen Univerſität zu habilitieren;
doch verweigerte ihm das mecklen-
burgiſche Miniſterium die Erlaubnis
dazu und zwar auf Grund derſelben
Abhandlung, welche ihm ſoeben die
höchſte akademiſche Würde eingetra-
gen hatte. E. wurde nunmehr 1854
von ſeinen Mitbürgern als Senator
in den Rat ſeiner Vaterſtadt gewählt,
wo ihm auch das Präſidium des Ge-
richts und eine Richterſtelle im Kri-
minalgericht übertragen wurde. Jn-
folge eines Bruſtleidens begab er ſich
im Herbſt 1856 nach Venedig u. ver-
lebte dort, nachdem er 1857 ſein Amt
aufgegeben, drei Winter. Jm Herbſt
1859 ging er nach Wiesbaden u. 1861
nach Berlin. Eine mechaniſche Ver-
letzung der Bruſt erzeugte einen ſchwe-
ren Rückfall in ſein faſt beſeitigtes
Bruſtleiden, und da ihm jedes an-
haltende Schreiben unterſagt werden
mußte, beſchäftigte er ſich zur Er-
leichterung desſelben viel mit der
Gabelsbergerſchen Stenographie. Er
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Egg
ward Mitbegründer des 1862 geſtif-
teten Stenographenvereins „Gabels-
berger“, ſchrieb eine Reihe von Schrif-
ten über dieſe Diſziplin, begründete
1867 den „Schriftwart, Zeitſchrift
für die deutſche Stenographie und
Schriftkunde“, deſſen drei erſte Jahr-
gänge er redigierte, und trat ener-
giſch für die Einführung der Steno-
graphie in den Schulunterricht ein.
Durch ſeinen Bruder Friedrich ward
er in den Berliner literariſchen Sonn-
tagsverein eingeführt, an deſſen Ar-
beiten er ſich lebhaft beteiligte. Nach
dem Tode ſeines Bruders gab er
deſſen Nachlaß heraus, wozu auch eine
Biographie des berühmten Bild-
hauers „Chriſtian Friedrich Rauch“
gehörte, von der das Material zum
erſten Bande vorhanden war. E. er-
weiterte dieſelbe bis auf 5 Bde. (1873
bis 1990). An eigenen Arbeiten lieferte
er noch „Kunſthiſtoriſche Wandergn.
in und um Meran“ (1879), „J. G.
Schadow und Chr. D. Rauch“ (1882),
„Klaus Groth und die plattdeutſche
Dichtung“ (1883), „Chr. D. Rauch
und Göthe“ (1889) und gab den
„Briefwechſel zwiſchen Rauch und
Rietſchel“ (1890) heraus. Jm Jahre
1895 verlegte E. ſeinen Wohnſitz nach
Roſtock; während eines Sommerauf-
enthalts im Oſtſeebade Warnemünde
ſtarb er am 18. Juli 1900.

S:

Trem-
ſen (d. i. Kornblumen). Gedichte in
plattdeutſcher Mdt. von Friedrich u.
Karl Eggers, 1875.

Eggers, Johannes Martin Hein-
rich,

wurde am 23. Februar 1815 in
Huſum geboren, beſuchte in Altona,
wohin ſein Vater als Gymnaſialleh-
rer verſetzt worden war, das Gym-
naſium und ſtudierte in Kiel u. Ber-
lin Philoſophie und Jurisprudenz.
Nachdem er 1847 in Jena promoviert,
blieb er, mit literariſchen Studien
beſchäftigt, im Hauſe ſeiner Eltern
bis zu deren Tode (1850), unternahm
1852 eine größere Reiſe durch Deutſch-
land und ſiedelte 1856 nach Hamburg

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[111/0115] Egg Egg am 11. Auguſt d. J. S: Gedichte, 1873. – Überſetzung anakreontiſcher Lieder (mit Radierungen von O. För- ſterling), 1873. – Tremſen (Ge. in plattd. Mdt.; mit ſeinem Bruder Karl), 1875. *Eggers, Karl Friedrich Peter, Bruder des Vorigen, wurde am 7. Juni 1826 in Roſtock geboren und anfänglich durch Privatlehrer unter- richtet. Jm 12. Jahre bezog er das Gymnaſium in Roſtock, das er Oſtern 1845 verließ, um dann auf den Uni- verſitäten zu Roſtock, Leipzig, Berlin u. abermals Roſtock je ein Jahr lang die Rechte zu ſtudieren. Jm Jahre 1850 abſolvierte er das Advokaten- Examen u. widmete ſich zunächſt der Advokatur-Praxis. Nachdem er dann 1852 auch die Staatsprüfungen zur Verwaltung des Richteramtes be- ſtanden, promovierte er 1853 zu Ro- ſtock auf Grund einer kriminaliſtiſchen Abhandlung über Strafrechtstheo- rien zum Dr. jur. utr., um ſich an der dortigen Univerſität zu habilitieren; doch verweigerte ihm das mecklen- burgiſche Miniſterium die Erlaubnis dazu und zwar auf Grund derſelben Abhandlung, welche ihm ſoeben die höchſte akademiſche Würde eingetra- gen hatte. E. wurde nunmehr 1854 von ſeinen Mitbürgern als Senator in den Rat ſeiner Vaterſtadt gewählt, wo ihm auch das Präſidium des Ge- richts und eine Richterſtelle im Kri- minalgericht übertragen wurde. Jn- folge eines Bruſtleidens begab er ſich im Herbſt 1856 nach Venedig u. ver- lebte dort, nachdem er 1857 ſein Amt aufgegeben, drei Winter. Jm Herbſt 1859 ging er nach Wiesbaden u. 1861 nach Berlin. Eine mechaniſche Ver- letzung der Bruſt erzeugte einen ſchwe- ren Rückfall in ſein faſt beſeitigtes Bruſtleiden, und da ihm jedes an- haltende Schreiben unterſagt werden mußte, beſchäftigte er ſich zur Er- leichterung desſelben viel mit der Gabelsbergerſchen Stenographie. Er ward Mitbegründer des 1862 geſtif- teten Stenographenvereins „Gabels- berger“, ſchrieb eine Reihe von Schrif- ten über dieſe Diſziplin, begründete 1867 den „Schriftwart, Zeitſchrift für die deutſche Stenographie und Schriftkunde“, deſſen drei erſte Jahr- gänge er redigierte, und trat ener- giſch für die Einführung der Steno- graphie in den Schulunterricht ein. Durch ſeinen Bruder Friedrich ward er in den Berliner literariſchen Sonn- tagsverein eingeführt, an deſſen Ar- beiten er ſich lebhaft beteiligte. Nach dem Tode ſeines Bruders gab er deſſen Nachlaß heraus, wozu auch eine Biographie des berühmten Bild- hauers „Chriſtian Friedrich Rauch“ gehörte, von der das Material zum erſten Bande vorhanden war. E. er- weiterte dieſelbe bis auf 5 Bde. (1873 bis 1990). An eigenen Arbeiten lieferte er noch „Kunſthiſtoriſche Wandergn. in und um Meran“ (1879), „J. G. Schadow und Chr. D. Rauch“ (1882), „Klaus Groth und die plattdeutſche Dichtung“ (1883), „Chr. D. Rauch und Göthe“ (1889) und gab den „Briefwechſel zwiſchen Rauch und Rietſchel“ (1890) heraus. Jm Jahre 1895 verlegte E. ſeinen Wohnſitz nach Roſtock; während eines Sommerauf- enthalts im Oſtſeebade Warnemünde ſtarb er am 18. Juli 1900. S: Trem- ſen (d. i. Kornblumen). Gedichte in plattdeutſcher Mdt. von Friedrich u. Karl Eggers, 1875. Eggers, Johannes Martin Hein- rich, wurde am 23. Februar 1815 in Huſum geboren, beſuchte in Altona, wohin ſein Vater als Gymnaſialleh- rer verſetzt worden war, das Gym- naſium und ſtudierte in Kiel u. Ber- lin Philoſophie und Jurisprudenz. Nachdem er 1847 in Jena promoviert, blieb er, mit literariſchen Studien beſchäftigt, im Hauſe ſeiner Eltern bis zu deren Tode (1850), unternahm 1852 eine größere Reiſe durch Deutſch- land und ſiedelte 1856 nach Hamburg *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 111. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/115>, abgerufen am 22.02.2019.