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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Eil
Jena (23 Lr., gedichtet u. vertont),
1908. - Heimatbüchlein für unsere
Kleinen (Neue Kinderlieder), 1908.

Eilers, Ernst,

wurde am 10. Aug.
1865 in Hamburg als der Sohn streb-
samer und darum in einem gewissen
Wohlstande lebender Bürgersleute
geboren. Er hatte das Unglück, 1871
von der durch die gefangenen Fran-
zosen eingeschleppten Blatternkrank-
heit ergriffen zu werden und infolge
derselben sein Augenlicht zu verlieren,
so daß er seine Erziehung und Aus-
bildung zu einem gewerblichen Be-
rufe in der Hamburger Blindenan-
stalt erhielt, obwohl letztere nicht auf
der Höhe der Zeit stand. Was ihm
dort an innerer, geistiger Bildung
versagt blieb, das ersetzten ihm nach
seiner Konfirmation der stete Verkehr
mit seiner warmherzigen, für alles
Schöne empfänglichen Mutter, die
durch Vorlesen aus guten Büchern
den geistigen Hunger ihres Sohnes
zu befriedigen suchte, ferner der Ver-
kehr in einem großen Freundeskreise
und mannigfache Reisen, so daß er
sich zu einem freien, willensstarken
und frohen Manne entwickelte. Der
ist er auch geblieben, und nachdem er
sich in Altrahlstedt bei Hamburg ein
glückliches Familienheim gegründet,
hat er sich der Schriftstellerei zuge-
wandt.

S:

Standesehre (Dr.), 1903.
- Nächstenliebe (Schsp.), 1904. - Mar-
tin Lorenzen und sein Enkelkind (R.
a. d. Hamburger Kleinbürgerleben),
1906. - Haus Ellerbrook (Hamburg.
R.), 1909. - Peter Nissen (Schsp.),
1909. - Gretens Jung (R.), 1912.

*Eimer, Manfred,

geboren am 29.
Oktober 1871 in Würzburg, wo sein
Vater Universitätsprofessor war, kam
mit letzterem 1875 nach Tübingen,
wo er in Universitätskreisen auf-
wuchs. Er besuchte seit dem Herbst
1879 das Gymnasium daselbst, war
aber in seiner Jugend so schwer von
Krankheiten heimgesucht, daß der Un-
terricht fast drei Jahre ausgesetzt
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Ein
werden mußte. Jn Cannstatt, wo er
seit 1890 das Lyzeum besuchte, setzte
er seine Vorstudien fort, bestand 1891
in Schwäbisch Hall die Abiturienten-
prüfung u. begann nun in München
das Studium der Medizin. Jn Tü-
bingen, wohin er im Herbst 1892
übersiedelte, wandte er sich der Ge-
schichte, germanischen und englischen
Philologie zu, setzte seit Ostern 1894
dieses Studium in Straßburg fort,
wurde hier 1898 zum Dr. phil. pro-
moviert und legte im Dezember d. J.
die Oberlehrerprüfung in seinen Fä-
chern ab. Jm Januar 1899 begann
er sein Probejahr an der Oberreal-
schule in Straßburg, wurde im März
1900 Hilfslehrer, arbeitete vom Sep-
tember 1900 bis April 1902 als wis-
senschaftliche Hilfskraft an der Uni-
versitäts-Bibliothek in Tübingen u.
ging dann als wissenschaftlicher Hilfs-
lehrer an das Lyzeum in Straß-
burg zurück. Nach wenigen Jahren
wurde er hier Oberlehrer an der
Oberrealschule.

S:

Gedichte, 1897. -
Herzog Ulrich (Trag.), 1901.

Einsiedel, Johannes,

Pseud. für
Alexander Schöppner; s. d.!

Einsiedel, Klaus,

Pseud. für Jo-
seph Britzelmayr;
s. d.!

Einsiedler, der Rothenbur-
ger,

Pseud. für Friedrich Beyer;
s. d.!

*Einstmann, Lucy,

geb. am 7.
Juni 1871 in Sittensen an der Oste,
einem Dorfe in der hannöverschen
Heide, als Tochter eines Kaufmanns,
erhielt ihren ersten Unterricht bei dem
Prediger des Orts mit dessen Söh-
nen und ihrem ältesten Bruder und
hat aus jener Zeit eine große Vor-
liebe für das Latein behalten, der sie
dann auch noch in späteren Jahren
gern folgte. Schon früh machte sich
bei ihr Neigung und Talent zum
Zeichnen und Malen bemerkbar, und
ihr innigster Wunsch als Kind war,
Malerin werden zu dürfen. Leider
blieb ihr die Erfüllung desselben ver-

*


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Eil
Jena (23 Lr., gedichtet u. vertont),
1908. – Heimatbüchlein für unſere
Kleinen (Neue Kinderlieder), 1908.

Eilers, Ernſt,

wurde am 10. Aug.
1865 in Hamburg als der Sohn ſtreb-
ſamer und darum in einem gewiſſen
Wohlſtande lebender Bürgersleute
geboren. Er hatte das Unglück, 1871
von der durch die gefangenen Fran-
zoſen eingeſchleppten Blatternkrank-
heit ergriffen zu werden und infolge
derſelben ſein Augenlicht zu verlieren,
ſo daß er ſeine Erziehung und Aus-
bildung zu einem gewerblichen Be-
rufe in der Hamburger Blindenan-
ſtalt erhielt, obwohl letztere nicht auf
der Höhe der Zeit ſtand. Was ihm
dort an innerer, geiſtiger Bildung
verſagt blieb, das erſetzten ihm nach
ſeiner Konfirmation der ſtete Verkehr
mit ſeiner warmherzigen, für alles
Schöne empfänglichen Mutter, die
durch Vorleſen aus guten Büchern
den geiſtigen Hunger ihres Sohnes
zu befriedigen ſuchte, ferner der Ver-
kehr in einem großen Freundeskreiſe
und mannigfache Reiſen, ſo daß er
ſich zu einem freien, willensſtarken
und frohen Manne entwickelte. Der
iſt er auch geblieben, und nachdem er
ſich in Altrahlſtedt bei Hamburg ein
glückliches Familienheim gegründet,
hat er ſich der Schriftſtellerei zuge-
wandt.

S:

Standesehre (Dr.), 1903.
– Nächſtenliebe (Schſp.), 1904. – Mar-
tin Lorenzen und ſein Enkelkind (R.
a. d. Hamburger Kleinbürgerleben),
1906. – Haus Ellerbrook (Hamburg.
R.), 1909. – Peter Niſſen (Schſp.),
1909. – Gretens Jung (R.), 1912.

*Eimer, Manfred,

geboren am 29.
Oktober 1871 in Würzburg, wo ſein
Vater Univerſitätsprofeſſor war, kam
mit letzterem 1875 nach Tübingen,
wo er in Univerſitätskreiſen auf-
wuchs. Er beſuchte ſeit dem Herbſt
1879 das Gymnaſium daſelbſt, war
aber in ſeiner Jugend ſo ſchwer von
Krankheiten heimgeſucht, daß der Un-
terricht faſt drei Jahre ausgeſetzt
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Ein
werden mußte. Jn Cannſtatt, wo er
ſeit 1890 das Lyzeum beſuchte, ſetzte
er ſeine Vorſtudien fort, beſtand 1891
in Schwäbiſch Hall die Abiturienten-
prüfung u. begann nun in München
das Studium der Medizin. Jn Tü-
bingen, wohin er im Herbſt 1892
überſiedelte, wandte er ſich der Ge-
ſchichte, germaniſchen und engliſchen
Philologie zu, ſetzte ſeit Oſtern 1894
dieſes Studium in Straßburg fort,
wurde hier 1898 zum Dr. phil. pro-
moviert und legte im Dezember d. J.
die Oberlehrerprüfung in ſeinen Fä-
chern ab. Jm Januar 1899 begann
er ſein Probejahr an der Oberreal-
ſchule in Straßburg, wurde im März
1900 Hilfslehrer, arbeitete vom Sep-
tember 1900 bis April 1902 als wiſ-
ſenſchaftliche Hilfskraft an der Uni-
verſitäts-Bibliothek in Tübingen u.
ging dann als wiſſenſchaftlicher Hilfs-
lehrer an das Lyzeum in Straß-
burg zurück. Nach wenigen Jahren
wurde er hier Oberlehrer an der
Oberrealſchule.

S:

Gedichte, 1897. –
Herzog Ulrich (Trag.), 1901.

Einſiedel, Johannes,

Pſeud. für
Alexander Schöppner; ſ. d.!

Einſiedel, Klaus,

Pſeud. für Jo-
ſeph Britzelmayr;
ſ. d.!

Einſiedler, der Rothenbur-
ger,

Pſeud. für Friedrich Beyer;
ſ. d.!

*Einſtmann, Lucy,

geb. am 7.
Juni 1871 in Sittenſen an der Oſte,
einem Dorfe in der hannöverſchen
Heide, als Tochter eines Kaufmanns,
erhielt ihren erſten Unterricht bei dem
Prediger des Orts mit deſſen Söh-
nen und ihrem älteſten Bruder und
hat aus jener Zeit eine große Vor-
liebe für das Latein behalten, der ſie
dann auch noch in ſpäteren Jahren
gern folgte. Schon früh machte ſich
bei ihr Neigung und Talent zum
Zeichnen und Malen bemerkbar, und
ihr innigſter Wunſch als Kind war,
Malerin werden zu dürfen. Leider
blieb ihr die Erfüllung desſelben ver-

*
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[123/0127] Eil Ein Jena (23 Lr., gedichtet u. vertont), 1908. – Heimatbüchlein für unſere Kleinen (Neue Kinderlieder), 1908. Eilers, Ernſt, wurde am 10. Aug. 1865 in Hamburg als der Sohn ſtreb- ſamer und darum in einem gewiſſen Wohlſtande lebender Bürgersleute geboren. Er hatte das Unglück, 1871 von der durch die gefangenen Fran- zoſen eingeſchleppten Blatternkrank- heit ergriffen zu werden und infolge derſelben ſein Augenlicht zu verlieren, ſo daß er ſeine Erziehung und Aus- bildung zu einem gewerblichen Be- rufe in der Hamburger Blindenan- ſtalt erhielt, obwohl letztere nicht auf der Höhe der Zeit ſtand. Was ihm dort an innerer, geiſtiger Bildung verſagt blieb, das erſetzten ihm nach ſeiner Konfirmation der ſtete Verkehr mit ſeiner warmherzigen, für alles Schöne empfänglichen Mutter, die durch Vorleſen aus guten Büchern den geiſtigen Hunger ihres Sohnes zu befriedigen ſuchte, ferner der Ver- kehr in einem großen Freundeskreiſe und mannigfache Reiſen, ſo daß er ſich zu einem freien, willensſtarken und frohen Manne entwickelte. Der iſt er auch geblieben, und nachdem er ſich in Altrahlſtedt bei Hamburg ein glückliches Familienheim gegründet, hat er ſich der Schriftſtellerei zuge- wandt. S: Standesehre (Dr.), 1903. – Nächſtenliebe (Schſp.), 1904. – Mar- tin Lorenzen und ſein Enkelkind (R. a. d. Hamburger Kleinbürgerleben), 1906. – Haus Ellerbrook (Hamburg. R.), 1909. – Peter Niſſen (Schſp.), 1909. – Gretens Jung (R.), 1912. *Eimer, Manfred, geboren am 29. Oktober 1871 in Würzburg, wo ſein Vater Univerſitätsprofeſſor war, kam mit letzterem 1875 nach Tübingen, wo er in Univerſitätskreiſen auf- wuchs. Er beſuchte ſeit dem Herbſt 1879 das Gymnaſium daſelbſt, war aber in ſeiner Jugend ſo ſchwer von Krankheiten heimgeſucht, daß der Un- terricht faſt drei Jahre ausgeſetzt werden mußte. Jn Cannſtatt, wo er ſeit 1890 das Lyzeum beſuchte, ſetzte er ſeine Vorſtudien fort, beſtand 1891 in Schwäbiſch Hall die Abiturienten- prüfung u. begann nun in München das Studium der Medizin. Jn Tü- bingen, wohin er im Herbſt 1892 überſiedelte, wandte er ſich der Ge- ſchichte, germaniſchen und engliſchen Philologie zu, ſetzte ſeit Oſtern 1894 dieſes Studium in Straßburg fort, wurde hier 1898 zum Dr. phil. pro- moviert und legte im Dezember d. J. die Oberlehrerprüfung in ſeinen Fä- chern ab. Jm Januar 1899 begann er ſein Probejahr an der Oberreal- ſchule in Straßburg, wurde im März 1900 Hilfslehrer, arbeitete vom Sep- tember 1900 bis April 1902 als wiſ- ſenſchaftliche Hilfskraft an der Uni- verſitäts-Bibliothek in Tübingen u. ging dann als wiſſenſchaftlicher Hilfs- lehrer an das Lyzeum in Straß- burg zurück. Nach wenigen Jahren wurde er hier Oberlehrer an der Oberrealſchule. S: Gedichte, 1897. – Herzog Ulrich (Trag.), 1901. Einſiedel, Johannes, Pſeud. für Alexander Schöppner; ſ. d.! Einſiedel, Klaus, Pſeud. für Jo- ſeph Britzelmayr; ſ. d.! Einſiedler, der Rothenbur- ger, Pſeud. für Friedrich Beyer; ſ. d.! *Einſtmann, Lucy, geb. am 7. Juni 1871 in Sittenſen an der Oſte, einem Dorfe in der hannöverſchen Heide, als Tochter eines Kaufmanns, erhielt ihren erſten Unterricht bei dem Prediger des Orts mit deſſen Söh- nen und ihrem älteſten Bruder und hat aus jener Zeit eine große Vor- liebe für das Latein behalten, der ſie dann auch noch in ſpäteren Jahren gern folgte. Schon früh machte ſich bei ihr Neigung und Talent zum Zeichnen und Malen bemerkbar, und ihr innigſter Wunſch als Kind war, Malerin werden zu dürfen. Leider blieb ihr die Erfüllung desſelben ver- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 123. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/127>, abgerufen am 19.03.2019.