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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ell
hrsg.; XII, 1844-46. - Analekten der
mittel- u. neugriechischen Literatur;
V, 1855-62.

*Ellissen, Hans,

pseud. Viktor
Welten,
Sohn des Vorigen, wurde
am 1. Jan. 1845 in Göttingen gebo-
ren, besuchte das Gymnasium daselbst
u. widmete sich von 1860-63 in Han-
nover dem Buchhandel. Nachdem er
in Lüneburg, Halle und Zerbst kon-
ditioniert hatte, kehrte er nach Göt-
tingen zurück, wo er 1870 neben sei-
ner Stellung als Gehilfe der Diete-
richschen Buchhandlung ein eigenes
Verlagsgeschäft begründete, das er
1873 nach Leipzig verlegte. Nach Auf-
gabe der 1876-79 innegehabten Ren-
teschen Buchhandlung in Göttingen,
hielt er sich kurze Zeit in Quakenbrück
auf und begab sich dann wieder nach
Leipzig, wo er in verschiedener Rich-
tung tätig war und 1883 wieder eine
Sortimentshandlung eröffnete. Seit
dem Jahre 1866 schriftstellerisch tätig,
hat er sich mit besonderer Vorliebe,
gestützt auf eine umfassende Bücher-
kunde, den Aufträgen zum Ordnen
größerer Bibliotheken unterzogen.
So katalogisierte er schon 1864 die
Bibliothek des Physiologen Rudolf
Wagner in Göttingen, später die des
Germanisten Zarncke in Leipzig und
die Einbecker Stadtbibliothek u. war
nach dieser Richtung hin 1874 im
Redaktionsbureau der Firma Duncker
u. Humblot und 1875-76 bei Otto
Spamer in Leipzig tätig. Einen
wahren Bienenfleiß bekundet seine
anonym erschienene Schrift "Die Be-
rühmtheiten der Welt, nach Stand
und Beruf geordnet" (1882), in wel-
chem Buche 4486 kurze Biographien
enthalten sind. E. starb in Leipzig
am 26. Mai 1901.

S:

Der Schönsten
(Ge.), 1869. - Kriegsstimmungen
eines Daheimgebliebenen (Ge.), 1870.
- Talisman gegen das Unglück, 1870.
- Nirwana (V. eines Gefesselten),
1876. - Gedenkbüchlein für Welt und
Leben (Worte der Lebensweisheit),
[Spaltenumbruch]

Ell
1888. - Das neue Lied vom Doktor
Eisenbart, 1883. 4. A. 1892.

*Ellissen, Otto Adolf,

Bruder
des Vorigen, wurde am 9. Dezember
1859 in Göttingen geboren, besuchte
die Gymnasien in Göttingen, Frank-
furt a. M. und Aurich und studierte
seit Ostern 1878 in Göttingen und
Berlin Geschichte, Geographie, Na-
tionalökonomie und Sprachen. Jm
August 1881 wurde er in Göttingen
zum Dr. phil. promoviert. Vom No-
vember 1882 bis August 1884 lebte
er in Caen (Normandie) als Gouver-
neur des Prinzen Charles Handjeri,
absolvierte nach seiner Rückkehr in
Göttingen sein Oberlehrerexamen u.
1885-86 auch sein Probejahr, war
dann von Ostern 1886 bis Michaelis
1888 an der von Hartungschen Mili-
tär-Vorbereitungsanstalt in Kassel
tätig und wurde darauf Oberlehrer
am Realprogymnasium in Einbeck
(Hannover). Jm Jahre 1905 wurde
er zum Professor ernannt. -- Außer
mehreren Übersetzungen aus dem Neu-
griechischen des A. R. Rangabe ver-
öffentlichte er

S:

Aus frohen und
trüben Stunden (Ge.), 1891.

Ellmenreich, Albert,

Musiker,
Schauspieler u. Bühnendichter, Sohn
des Künstlerpaares Johann Baptist
u. Friederike E., wurde am 10. Febr.
1816 zu Karlsruhe geboren, verlor
seinen Vater bald nach der Geburt
u. kam mit seiner Mutter 1817 nach
Hamburg, 1820 nach Mannheim und
1821 nach Frankfurt a. M., wo er
auch nach beendigten Gymnasialstu-
dien 1833 in den Theaterchor eintrat.
1834 nahm er ein Engagement in
Altenburg an, ging bald nach Nürn-
berg, 1834 nach Würzburg, 1835 zu
Jmmermann nach Düsseldorf u. 1836
nach Schwerin, wo er als Mitglied
des Hoftheaters bis 1860 blieb. Nach-
dem er dann bis 1861 die Direktion
des Theaters in Rostock geführt, be-
gann er ein Wanderleben, indem er
nie länger als ein Jahr an einer

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Ell
hrsg.; XII, 1844–46. – Analekten der
mittel- u. neugriechiſchen Literatur;
V, 1855–62.

*Elliſſen, Hans,

pſeud. Viktor
Welten,
Sohn des Vorigen, wurde
am 1. Jan. 1845 in Göttingen gebo-
ren, beſuchte das Gymnaſium daſelbſt
u. widmete ſich von 1860–63 in Han-
nover dem Buchhandel. Nachdem er
in Lüneburg, Halle und Zerbſt kon-
ditioniert hatte, kehrte er nach Göt-
tingen zurück, wo er 1870 neben ſei-
ner Stellung als Gehilfe der Diete-
richſchen Buchhandlung ein eigenes
Verlagsgeſchäft begründete, das er
1873 nach Leipzig verlegte. Nach Auf-
gabe der 1876–79 innegehabten Ren-
teſchen Buchhandlung in Göttingen,
hielt er ſich kurze Zeit in Quakenbrück
auf und begab ſich dann wieder nach
Leipzig, wo er in verſchiedener Rich-
tung tätig war und 1883 wieder eine
Sortimentshandlung eröffnete. Seit
dem Jahre 1866 ſchriftſtelleriſch tätig,
hat er ſich mit beſonderer Vorliebe,
geſtützt auf eine umfaſſende Bücher-
kunde, den Aufträgen zum Ordnen
größerer Bibliotheken unterzogen.
So katalogiſierte er ſchon 1864 die
Bibliothek des Phyſiologen Rudolf
Wagner in Göttingen, ſpäter die des
Germaniſten Zarncke in Leipzig und
die Einbecker Stadtbibliothek u. war
nach dieſer Richtung hin 1874 im
Redaktionsbureau der Firma Duncker
u. Humblot und 1875–76 bei Otto
Spamer in Leipzig tätig. Einen
wahren Bienenfleiß bekundet ſeine
anonym erſchienene Schrift „Die Be-
rühmtheiten der Welt, nach Stand
und Beruf geordnet“ (1882), in wel-
chem Buche 4486 kurze Biographien
enthalten ſind. E. ſtarb in Leipzig
am 26. Mai 1901.

S:

Der Schönſten
(Ge.), 1869. – Kriegsſtimmungen
eines Daheimgebliebenen (Ge.), 1870.
– Talisman gegen das Unglück, 1870.
– Nirwana (V. eines Gefeſſelten),
1876. – Gedenkbüchlein für Welt und
Leben (Worte der Lebensweisheit),
[Spaltenumbruch]

Ell
1888. – Das neue Lied vom Doktor
Eiſenbart, 1883. 4. A. 1892.

*Elliſſen, Otto Adolf,

Bruder
des Vorigen, wurde am 9. Dezember
1859 in Göttingen geboren, beſuchte
die Gymnaſien in Göttingen, Frank-
furt a. M. und Aurich und ſtudierte
ſeit Oſtern 1878 in Göttingen und
Berlin Geſchichte, Geographie, Na-
tionalökonomie und Sprachen. Jm
Auguſt 1881 wurde er in Göttingen
zum Dr. phil. promoviert. Vom No-
vember 1882 bis Auguſt 1884 lebte
er in Caen (Normandie) als Gouver-
neur des Prinzen Charles Handjeri,
abſolvierte nach ſeiner Rückkehr in
Göttingen ſein Oberlehrerexamen u.
1885–86 auch ſein Probejahr, war
dann von Oſtern 1886 bis Michaelis
1888 an der von Hartungſchen Mili-
tär-Vorbereitungsanſtalt in Kaſſel
tätig und wurde darauf Oberlehrer
am Realprogymnaſium in Einbeck
(Hannover). Jm Jahre 1905 wurde
er zum Profeſſor ernannt. — Außer
mehreren Überſetzungen aus dem Neu-
griechiſchen des A. R. Rangabé ver-
öffentlichte er

S:

Aus frohen und
trüben Stunden (Ge.), 1891.

Ellmenreich, Albert,

Muſiker,
Schauſpieler u. Bühnendichter, Sohn
des Künſtlerpaares Johann Baptiſt
u. Friederike E., wurde am 10. Febr.
1816 zu Karlsruhe geboren, verlor
ſeinen Vater bald nach der Geburt
u. kam mit ſeiner Mutter 1817 nach
Hamburg, 1820 nach Mannheim und
1821 nach Frankfurt a. M., wo er
auch nach beendigten Gymnaſialſtu-
dien 1833 in den Theaterchor eintrat.
1834 nahm er ein Engagement in
Altenburg an, ging bald nach Nürn-
berg, 1834 nach Würzburg, 1835 zu
Jmmermann nach Düſſeldorf u. 1836
nach Schwerin, wo er als Mitglied
des Hoftheaters bis 1860 blieb. Nach-
dem er dann bis 1861 die Direktion
des Theaters in Roſtock geführt, be-
gann er ein Wanderleben, indem er
nie länger als ein Jahr an einer

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[134/0138] Ell Ell hrsg.; XII, 1844–46. – Analekten der mittel- u. neugriechiſchen Literatur; V, 1855–62. *Elliſſen, Hans, pſeud. Viktor Welten, Sohn des Vorigen, wurde am 1. Jan. 1845 in Göttingen gebo- ren, beſuchte das Gymnaſium daſelbſt u. widmete ſich von 1860–63 in Han- nover dem Buchhandel. Nachdem er in Lüneburg, Halle und Zerbſt kon- ditioniert hatte, kehrte er nach Göt- tingen zurück, wo er 1870 neben ſei- ner Stellung als Gehilfe der Diete- richſchen Buchhandlung ein eigenes Verlagsgeſchäft begründete, das er 1873 nach Leipzig verlegte. Nach Auf- gabe der 1876–79 innegehabten Ren- teſchen Buchhandlung in Göttingen, hielt er ſich kurze Zeit in Quakenbrück auf und begab ſich dann wieder nach Leipzig, wo er in verſchiedener Rich- tung tätig war und 1883 wieder eine Sortimentshandlung eröffnete. Seit dem Jahre 1866 ſchriftſtelleriſch tätig, hat er ſich mit beſonderer Vorliebe, geſtützt auf eine umfaſſende Bücher- kunde, den Aufträgen zum Ordnen größerer Bibliotheken unterzogen. So katalogiſierte er ſchon 1864 die Bibliothek des Phyſiologen Rudolf Wagner in Göttingen, ſpäter die des Germaniſten Zarncke in Leipzig und die Einbecker Stadtbibliothek u. war nach dieſer Richtung hin 1874 im Redaktionsbureau der Firma Duncker u. Humblot und 1875–76 bei Otto Spamer in Leipzig tätig. Einen wahren Bienenfleiß bekundet ſeine anonym erſchienene Schrift „Die Be- rühmtheiten der Welt, nach Stand und Beruf geordnet“ (1882), in wel- chem Buche 4486 kurze Biographien enthalten ſind. E. ſtarb in Leipzig am 26. Mai 1901. S: Der Schönſten (Ge.), 1869. – Kriegsſtimmungen eines Daheimgebliebenen (Ge.), 1870. – Talisman gegen das Unglück, 1870. – Nirwana (V. eines Gefeſſelten), 1876. – Gedenkbüchlein für Welt und Leben (Worte der Lebensweisheit), 1888. – Das neue Lied vom Doktor Eiſenbart, 1883. 4. A. 1892. *Elliſſen, Otto Adolf, Bruder des Vorigen, wurde am 9. Dezember 1859 in Göttingen geboren, beſuchte die Gymnaſien in Göttingen, Frank- furt a. M. und Aurich und ſtudierte ſeit Oſtern 1878 in Göttingen und Berlin Geſchichte, Geographie, Na- tionalökonomie und Sprachen. Jm Auguſt 1881 wurde er in Göttingen zum Dr. phil. promoviert. Vom No- vember 1882 bis Auguſt 1884 lebte er in Caen (Normandie) als Gouver- neur des Prinzen Charles Handjeri, abſolvierte nach ſeiner Rückkehr in Göttingen ſein Oberlehrerexamen u. 1885–86 auch ſein Probejahr, war dann von Oſtern 1886 bis Michaelis 1888 an der von Hartungſchen Mili- tär-Vorbereitungsanſtalt in Kaſſel tätig und wurde darauf Oberlehrer am Realprogymnaſium in Einbeck (Hannover). Jm Jahre 1905 wurde er zum Profeſſor ernannt. — Außer mehreren Überſetzungen aus dem Neu- griechiſchen des A. R. Rangabé ver- öffentlichte er S: Aus frohen und trüben Stunden (Ge.), 1891. Ellmenreich, Albert, Muſiker, Schauſpieler u. Bühnendichter, Sohn des Künſtlerpaares Johann Baptiſt u. Friederike E., wurde am 10. Febr. 1816 zu Karlsruhe geboren, verlor ſeinen Vater bald nach der Geburt u. kam mit ſeiner Mutter 1817 nach Hamburg, 1820 nach Mannheim und 1821 nach Frankfurt a. M., wo er auch nach beendigten Gymnaſialſtu- dien 1833 in den Theaterchor eintrat. 1834 nahm er ein Engagement in Altenburg an, ging bald nach Nürn- berg, 1834 nach Würzburg, 1835 zu Jmmermann nach Düſſeldorf u. 1836 nach Schwerin, wo er als Mitglied des Hoftheaters bis 1860 blieb. Nach- dem er dann bis 1861 die Direktion des Theaters in Roſtock geführt, be- gann er ein Wanderleben, indem er nie länger als ein Jahr an einer *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 134. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/138>, abgerufen am 20.02.2019.