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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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besonders das dramatische Gebiet, u.
fanden seine Arbeiten auch ihren Weg
über die Bühne. Jn den Jahren 1836
bis 1838 führten ihn weite Reisen
nach Montenegro, Algier, wo er viel
mit dem späteren Marschall Pelissier
verkehrte, durch Frankreich und die
Schweiz. Jm Juli d. J. 1841 über-
nahm er mit dem Schauspieler Forst
gemeinsam die Leitung des Theaters
in Pest, trat aber schon 1843 infolge
von Differenzen mit Forst und unter
Einbuße eines großen Teils seines
Vermögens von der Direktion zurück
und wandte sich wieder nach Wien,
wo er 1845 die "Wiener Zeitschrift
für Kunst, Theater, Literatur und
Mode" erwarb, die er bis zum Febr.
1847 redigierte, um dann seiner zwei-
ten Gattin, der Sängerin Wirnser
vom Theater an der Wien, nach
Amsterdam zu folgen, wohin sie einen
Ruf erhalten hatte. Aber noch in
demselben Jahre kehrte das Ehepaar
nach Wien zurück. Die Ereignisse des
Jahres 1848 führten F. in das demo-
kratische Lager, zur Gründung des
"Wiener (demokratischen) Bürger-
blatts" und schließlich zur offenen
Beteiligung an der Revolution, nach
deren Niederwerfung er nach Leipzig
flüchtete, wo er mit andern Flüchti-
gen die Zeitschrift "Die Wiener Bo-
ten" herausgab, bis Österreich auf
Grund der Wiener Bundesakte die
Auslieferung der österreich. Flücht-
linge verlangte. Fr. blieb, da er die
Ankunft seiner Frau und seines Kin-
des erwartete, in Leipzig zurück, wurde
hier ein Jahr gefangen gehalten und
begab sich dann über Holland nach
London, wo er zu Anfang d. J. 1850
eintraf und in der Folge sein Brot
durch Porträtmalerei erwarb. Erst
nach acht schweren Jahren (1858)
wurde er begnadigt, nachdem er kurz
vorher Frau und Kind infolge der
Entbehrungen verloren hatte; verein-
samt, körperlich u. seelisch gebrochen,
mit materieller Not kämpfend, dem
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Fra
Jrrsinn nahe, beschloß F., seinen Lei-
den ein Ende zu machen, u. so stürzte
er sich am 8. Januar 1860 in London
aus dem Fenster.

S:

Gedichte, 1828.
- König Edwards Söhne (Tr. n. De-
lavigne f. d. Bühne bearb.), 1835. -
Belisar (Lyr. Tr. nach Cammarano
bearb.), 1836. - Die Gesandtschafts-
reise nach China (Schauspiel nach
v. d. Velde), 1836. - Dramat. Zeit-
bilder, 1836 (Jnhalt: Der Empor-
kömmling, oder: Bürger und Aristo-
krat. - Die Patrizier), 2. A. 1846. -
Taschenbuch dramatischer Origina-
lien), hrsg.; VI, 1837-42 [darin von
Fr.: Autorsqualen (Lsp.) - Der Bräu-
tigam auf Haiti (Lsp.) - Der Gas-
cogner in Paris (Lsp.) - Der Herr
im Hause (Lsp.) - Die Silvesternacht
(Dr.) - Der Telegraph (Lsp.) - Wor-
cester, oder: Geist und Narrheit (Lsp.)]
- Missionsharfe (Ge.), 1845. - Mit-
teilungen aus den Papieren eines
Wiener Arztes (En.), 1846.

Frank, Hans,

Pseud. für Eufe-
mie Keller;
s. d.!

*Frank, Jakob,

geb. am 24. Febr.
1866 in Dautenheim b. Alzey (Hessen),
Lehrer (1894) in Gadernheim an der
Bergstraße, seit 1895 in Lampertheim
bei Mannheim.

S:

Rosen mit Dor-
nen (Ge.), 1890. - Gefundene Lieder
(Ge.), 1909.

*Frank, Karl,

geb. am 2. Novbr.
1879 in Furtwangen (Baden) als der
Sohn eines Eisenbahnbeamten, kam
schon im ersten Lebensjahre nach Kon-
stanz am Bodensee, wo er die Real-
schule absolvierte, um dann in den
Dienst der badischen Finanzverwal-
tung zu treten. Verschiedene Ver-
setzungen führten ihn in alle Teile des
badischen Landes. Jn Wertheim trat
er zum erstenmal als Dichter in die
Öffentlichkeit, und da er Anerkennung
fand, ist er auf diesem Wege mutig
weiter gewandelt. Von Schopfheim,
wo F. als Finanzkassierer tätig war,
wurde er 1904 als Finanzbuchhalter
nach Thiengen und 1908 nach Buchen

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Fra
beſonders das dramatiſche Gebiet, u.
fanden ſeine Arbeiten auch ihren Weg
über die Bühne. Jn den Jahren 1836
bis 1838 führten ihn weite Reiſen
nach Montenegro, Algier, wo er viel
mit dem ſpäteren Marſchall Peliſſier
verkehrte, durch Frankreich und die
Schweiz. Jm Juli d. J. 1841 über-
nahm er mit dem Schauſpieler Forſt
gemeinſam die Leitung des Theaters
in Peſt, trat aber ſchon 1843 infolge
von Differenzen mit Forſt und unter
Einbuße eines großen Teils ſeines
Vermögens von der Direktion zurück
und wandte ſich wieder nach Wien,
wo er 1845 die „Wiener Zeitſchrift
für Kunſt, Theater, Literatur und
Mode“ erwarb, die er bis zum Febr.
1847 redigierte, um dann ſeiner zwei-
ten Gattin, der Sängerin Wirnſer
vom Theater an der Wien, nach
Amſterdam zu folgen, wohin ſie einen
Ruf erhalten hatte. Aber noch in
demſelben Jahre kehrte das Ehepaar
nach Wien zurück. Die Ereigniſſe des
Jahres 1848 führten F. in das demo-
kratiſche Lager, zur Gründung des
„Wiener (demokratiſchen) Bürger-
blatts“ und ſchließlich zur offenen
Beteiligung an der Revolution, nach
deren Niederwerfung er nach Leipzig
flüchtete, wo er mit andern Flüchti-
gen die Zeitſchrift „Die Wiener Bo-
ten“ herausgab, bis Öſterreich auf
Grund der Wiener Bundesakte die
Auslieferung der öſterreich. Flücht-
linge verlangte. Fr. blieb, da er die
Ankunft ſeiner Frau und ſeines Kin-
des erwartete, in Leipzig zurück, wurde
hier ein Jahr gefangen gehalten und
begab ſich dann über Holland nach
London, wo er zu Anfang d. J. 1850
eintraf und in der Folge ſein Brot
durch Porträtmalerei erwarb. Erſt
nach acht ſchweren Jahren (1858)
wurde er begnadigt, nachdem er kurz
vorher Frau und Kind infolge der
Entbehrungen verloren hatte; verein-
ſamt, körperlich u. ſeeliſch gebrochen,
mit materieller Not kämpfend, dem
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Fra
Jrrſinn nahe, beſchloß F., ſeinen Lei-
den ein Ende zu machen, u. ſo ſtürzte
er ſich am 8. Januar 1860 in London
aus dem Fenſter.

S:

Gedichte, 1828.
– König Edwards Söhne (Tr. n. De-
lavigne f. d. Bühne bearb.), 1835. –
Beliſar (Lyr. Tr. nach Cammarano
bearb.), 1836. – Die Geſandtſchafts-
reiſe nach China (Schauſpiel nach
v. d. Velde), 1836. – Dramat. Zeit-
bilder, 1836 (Jnhalt: Der Empor-
kömmling, oder: Bürger und Ariſto-
krat. – Die Patrizier), 2. A. 1846. –
Taſchenbuch dramatiſcher Origina-
lien), hrsg.; VI, 1837–42 [darin von
Fr.: Autorsqualen (Lſp.) – Der Bräu-
tigam auf Haiti (Lſp.) – Der Gas-
cogner in Paris (Lſp.) – Der Herr
im Hauſe (Lſp.) – Die Silveſternacht
(Dr.) – Der Telegraph (Lſp.) – Wor-
ceſter, oder: Geiſt und Narrheit (Lſp.)]
– Miſſionsharfe (Ge.), 1845. – Mit-
teilungen aus den Papieren eines
Wiener Arztes (En.), 1846.

Frank, Hans,

Pſeud. für Eufé-
mie Keller;
ſ. d.!

*Frank, Jakob,

geb. am 24. Febr.
1866 in Dautenheim b. Alzey (Heſſen),
Lehrer (1894) in Gadernheim an der
Bergſtraße, ſeit 1895 in Lampertheim
bei Mannheim.

S:

Roſen mit Dor-
nen (Ge.), 1890. – Gefundene Lieder
(Ge.), 1909.

*Frank, Karl,

geb. am 2. Novbr.
1879 in Furtwangen (Baden) als der
Sohn eines Eiſenbahnbeamten, kam
ſchon im erſten Lebensjahre nach Kon-
ſtanz am Bodenſee, wo er die Real-
ſchule abſolvierte, um dann in den
Dienſt der badiſchen Finanzverwal-
tung zu treten. Verſchiedene Ver-
ſetzungen führten ihn in alle Teile des
badiſchen Landes. Jn Wertheim trat
er zum erſtenmal als Dichter in die
Öffentlichkeit, und da er Anerkennung
fand, iſt er auf dieſem Wege mutig
weiter gewandelt. Von Schopfheim,
wo F. als Finanzkaſſierer tätig war,
wurde er 1904 als Finanzbuchhalter
nach Thiengen und 1908 nach Buchen

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[248/0252] Fra Fra beſonders das dramatiſche Gebiet, u. fanden ſeine Arbeiten auch ihren Weg über die Bühne. Jn den Jahren 1836 bis 1838 führten ihn weite Reiſen nach Montenegro, Algier, wo er viel mit dem ſpäteren Marſchall Peliſſier verkehrte, durch Frankreich und die Schweiz. Jm Juli d. J. 1841 über- nahm er mit dem Schauſpieler Forſt gemeinſam die Leitung des Theaters in Peſt, trat aber ſchon 1843 infolge von Differenzen mit Forſt und unter Einbuße eines großen Teils ſeines Vermögens von der Direktion zurück und wandte ſich wieder nach Wien, wo er 1845 die „Wiener Zeitſchrift für Kunſt, Theater, Literatur und Mode“ erwarb, die er bis zum Febr. 1847 redigierte, um dann ſeiner zwei- ten Gattin, der Sängerin Wirnſer vom Theater an der Wien, nach Amſterdam zu folgen, wohin ſie einen Ruf erhalten hatte. Aber noch in demſelben Jahre kehrte das Ehepaar nach Wien zurück. Die Ereigniſſe des Jahres 1848 führten F. in das demo- kratiſche Lager, zur Gründung des „Wiener (demokratiſchen) Bürger- blatts“ und ſchließlich zur offenen Beteiligung an der Revolution, nach deren Niederwerfung er nach Leipzig flüchtete, wo er mit andern Flüchti- gen die Zeitſchrift „Die Wiener Bo- ten“ herausgab, bis Öſterreich auf Grund der Wiener Bundesakte die Auslieferung der öſterreich. Flücht- linge verlangte. Fr. blieb, da er die Ankunft ſeiner Frau und ſeines Kin- des erwartete, in Leipzig zurück, wurde hier ein Jahr gefangen gehalten und begab ſich dann über Holland nach London, wo er zu Anfang d. J. 1850 eintraf und in der Folge ſein Brot durch Porträtmalerei erwarb. Erſt nach acht ſchweren Jahren (1858) wurde er begnadigt, nachdem er kurz vorher Frau und Kind infolge der Entbehrungen verloren hatte; verein- ſamt, körperlich u. ſeeliſch gebrochen, mit materieller Not kämpfend, dem Jrrſinn nahe, beſchloß F., ſeinen Lei- den ein Ende zu machen, u. ſo ſtürzte er ſich am 8. Januar 1860 in London aus dem Fenſter. S: Gedichte, 1828. – König Edwards Söhne (Tr. n. De- lavigne f. d. Bühne bearb.), 1835. – Beliſar (Lyr. Tr. nach Cammarano bearb.), 1836. – Die Geſandtſchafts- reiſe nach China (Schauſpiel nach v. d. Velde), 1836. – Dramat. Zeit- bilder, 1836 (Jnhalt: Der Empor- kömmling, oder: Bürger und Ariſto- krat. – Die Patrizier), 2. A. 1846. – Taſchenbuch dramatiſcher Origina- lien), hrsg.; VI, 1837–42 [darin von Fr.: Autorsqualen (Lſp.) – Der Bräu- tigam auf Haiti (Lſp.) – Der Gas- cogner in Paris (Lſp.) – Der Herr im Hauſe (Lſp.) – Die Silveſternacht (Dr.) – Der Telegraph (Lſp.) – Wor- ceſter, oder: Geiſt und Narrheit (Lſp.)] – Miſſionsharfe (Ge.), 1845. – Mit- teilungen aus den Papieren eines Wiener Arztes (En.), 1846. Frank, Hans, Pſeud. für Eufé- mie Keller; ſ. d.! *Frank, Jakob, geb. am 24. Febr. 1866 in Dautenheim b. Alzey (Heſſen), Lehrer (1894) in Gadernheim an der Bergſtraße, ſeit 1895 in Lampertheim bei Mannheim. S: Roſen mit Dor- nen (Ge.), 1890. – Gefundene Lieder (Ge.), 1909. *Frank, Karl, geb. am 2. Novbr. 1879 in Furtwangen (Baden) als der Sohn eines Eiſenbahnbeamten, kam ſchon im erſten Lebensjahre nach Kon- ſtanz am Bodenſee, wo er die Real- ſchule abſolvierte, um dann in den Dienſt der badiſchen Finanzverwal- tung zu treten. Verſchiedene Ver- ſetzungen führten ihn in alle Teile des badiſchen Landes. Jn Wertheim trat er zum erſtenmal als Dichter in die Öffentlichkeit, und da er Anerkennung fand, iſt er auf dieſem Wege mutig weiter gewandelt. Von Schopfheim, wo F. als Finanzkaſſierer tätig war, wurde er 1904 als Finanzbuchhalter nach Thiengen und 1908 nach Buchen *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 248. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/252>, abgerufen am 17.02.2019.