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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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den letzten Lebensjahren stellte sich
ein Hals- und Herzleiden ein, und
am 19. Oktbr. 1891 ist sie in Enzers-
dorf bei Wien gestorben. Jhre Toch-
ter Angelika hatte sie mit hingebend-
ster Treue gepflegt.

S:

Ein Diplomat
(R.), 1853. - Waldblumen (En. für
Kinder), 1862. - Was die Mutter er-
zählt (Geschn. für Kinder), 1863. -
Novellen; II, 1873.

*Friedreich, Friedrich,

geb. am
29. Febr. 1828 zu Würzburg als der
Sohn des Universitäts-Professors
(auch Dichters) Joh. Bapt. F., be-
suchte die Lateinschule zu Straubing,
das Gymnasium zu Ansbach, 1846
die polytechnische Schule zu Nürn-
berg, dann die zu München und nach
deren Absolvierung (1849) noch zwei
Jahre lang die Jngenieurschule und
die Akademie der Künste u. Wissen-
schaften in der bayerischen Haupt-
stadt. Während seiner Studienzeit
hatte er mehrfache Reisen in Süd-
deutschland gemacht, sich auf einer
derselben (1847) auch der gegen Sar-
dinien kämpfenden Tiroler Landwehr
als Freiwilliger angeschlossen u. eini-
gen Gefechten beigewohnt. Bereits
1848 war er in den Staatsdienst ge-
treten; 1850 wurde er von der poly-
technischen Behörde als Jngenieur-
praktikant zum Bau der Ludwigs-
Wasserbahn nach Schweinfurt beor-
dert und 1854 nach Würzburg versetzt,
wo ihm die selbständige Ausführung
einer Bahnstrecke übertragen wurde.
Später nahm er eine Privatstelle bei
der Gesellschaft zum Bau der baye-
rischen Ostbahnen an und ging 1857
als zweiter Baubeamter nach Markt-
fest in Unterfranken, wo er 5 Jahre
blieb. Jm Jahre 1862 wurde er zur
Baubehörde nach Würzburg versetzt,
u. im Herbst 1866 zum Stadtbaurat
in Fürth ernannt. Sechs Jahre spä-
ter entschloß er sich, wieder in den
Staatsdienst zu treten. Er erhielt
Anstellung als Bauamtsassessor in
Nürnberg und kam 1886 als königl.
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Bauamtmann nach Würzburg, wo er
am 26. März 1895 starb. Jn den
80er Jahren nahm F. auf Grund ein-
gehender Studien Nachgrabungen im
Klostergärtchen der Neumünsterkirche
vor u. fand hierbei einen Sarkophag,
der vielen Anhaltspunkten nach die
Gebeine Walthers von der Vogel-
weide enthielt. An den deshalb ge-
führten Zeitungskämpfen war Fr.
hervorragend beteiligt.

S:

Myrten-
blüten (Lr., gedichtet u. komponiert),
1856. - Malvina (Der Rose Leben,
Lieben und Tod, Ge.), 1863. - Poe-
tische Pinakothek, 1869. - Aus lichten
Höhen (Ge.), 1891. - Drei Bräute
(Lyr. G., zum Melodrama verarbeitet
von Joseph Haug), 1888.

Friedrich, Emil,

Pseud. für Emil
Klein;
s. d.!

*Friedrich, Emmy,

pseud. Emmy
von Rhoden,
wurde 1832 in Mag-
deburg als die Tochter des Bankiers
Kühne geboren, erhielt daselbst eine
sehr sorgfältige Erziehung und ver-
heiratete sich 1854 mit dem bekannten
Schriftsteller Friedrich Friedrich,
damaligem Redakteur der "Jllustrier-
ten Zeitung" in Leipzig. Jn einem
glücklichen Familienleben widmete sie
sich ganz den Pflichten der Gattin u.
Mutter, da ihr zwei Kinder, ein Sohn
und eine Tochter, beschieden waren.
Von Jugend auf von einem großen
Jnteresse für Poesie und Literatur
erfüllt, nahm sie in der innigsten
Weise teil an dem geistigen Wirken
ihres Mannes und schrieb selbst meh-
rere kleinere Erzählungen, die im
"Familienbuche des Österreichischen
Lloyd" u. in der Berliner "Viktoria"
Aufnahme fanden. Jm Jahre 1867
siedelte sie mit ihrem Gatten nach
Berlin, 1872 nach Eisenach über und
kehrte mit ihm 1876 nach Leipzig zu-
rück. Hier, wo sie in Freundeskreisen
so mannigfache Anregung fand, wo
die Sorge für die bereits herange-
wachsenen Kinder sie nicht mehr so
sehr in Anspruch nahm, schrieb sie zu-

*


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Fri
den letzten Lebensjahren ſtellte ſich
ein Hals- und Herzleiden ein, und
am 19. Oktbr. 1891 iſt ſie in Enzers-
dorf bei Wien geſtorben. Jhre Toch-
ter Angelika hatte ſie mit hingebend-
ſter Treue gepflegt.

S:

Ein Diplomat
(R.), 1853. – Waldblumen (En. für
Kinder), 1862. – Was die Mutter er-
zählt (Geſchn. für Kinder), 1863. –
Novellen; II, 1873.

*Friedreich, Friedrich,

geb. am
29. Febr. 1828 zu Würzburg als der
Sohn des Univerſitäts-Profeſſors
(auch Dichters) Joh. Bapt. F., be-
ſuchte die Lateinſchule zu Straubing,
das Gymnaſium zu Ansbach, 1846
die polytechniſche Schule zu Nürn-
berg, dann die zu München und nach
deren Abſolvierung (1849) noch zwei
Jahre lang die Jngenieurſchule und
die Akademie der Künſte u. Wiſſen-
ſchaften in der bayeriſchen Haupt-
ſtadt. Während ſeiner Studienzeit
hatte er mehrfache Reiſen in Süd-
deutſchland gemacht, ſich auf einer
derſelben (1847) auch der gegen Sar-
dinien kämpfenden Tiroler Landwehr
als Freiwilliger angeſchloſſen u. eini-
gen Gefechten beigewohnt. Bereits
1848 war er in den Staatsdienſt ge-
treten; 1850 wurde er von der poly-
techniſchen Behörde als Jngenieur-
praktikant zum Bau der Ludwigs-
Waſſerbahn nach Schweinfurt beor-
dert und 1854 nach Würzburg verſetzt,
wo ihm die ſelbſtändige Ausführung
einer Bahnſtrecke übertragen wurde.
Später nahm er eine Privatſtelle bei
der Geſellſchaft zum Bau der baye-
riſchen Oſtbahnen an und ging 1857
als zweiter Baubeamter nach Markt-
feſt in Unterfranken, wo er 5 Jahre
blieb. Jm Jahre 1862 wurde er zur
Baubehörde nach Würzburg verſetzt,
u. im Herbſt 1866 zum Stadtbaurat
in Fürth ernannt. Sechs Jahre ſpä-
ter entſchloß er ſich, wieder in den
Staatsdienſt zu treten. Er erhielt
Anſtellung als Bauamtsaſſeſſor in
Nürnberg und kam 1886 als königl.
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Fri
Bauamtmann nach Würzburg, wo er
am 26. März 1895 ſtarb. Jn den
80er Jahren nahm F. auf Grund ein-
gehender Studien Nachgrabungen im
Kloſtergärtchen der Neumünſterkirche
vor u. fand hierbei einen Sarkophag,
der vielen Anhaltspunkten nach die
Gebeine Walthers von der Vogel-
weide enthielt. An den deshalb ge-
führten Zeitungskämpfen war Fr.
hervorragend beteiligt.

S:

Myrten-
blüten (Lr., gedichtet u. komponiert),
1856. – Malvina (Der Roſe Leben,
Lieben und Tod, Ge.), 1863. – Poe-
tiſche Pinakothek, 1869. – Aus lichten
Höhen (Ge.), 1891. – Drei Bräute
(Lyr. G., zum Melodrama verarbeitet
von Joſeph Haug), 1888.

Friedrich, Emil,

Pſeud. für Emil
Klein;
ſ. d.!

*Friedrich, Emmy,

pſeud. Emmy
von Rhoden,
wurde 1832 in Mag-
deburg als die Tochter des Bankiers
Kühne geboren, erhielt daſelbſt eine
ſehr ſorgfältige Erziehung und ver-
heiratete ſich 1854 mit dem bekannten
Schriftſteller Friedrich Friedrich,
damaligem Redakteur der „Jlluſtrier-
ten Zeitung“ in Leipzig. Jn einem
glücklichen Familienleben widmete ſie
ſich ganz den Pflichten der Gattin u.
Mutter, da ihr zwei Kinder, ein Sohn
und eine Tochter, beſchieden waren.
Von Jugend auf von einem großen
Jntereſſe für Poeſie und Literatur
erfüllt, nahm ſie in der innigſten
Weiſe teil an dem geiſtigen Wirken
ihres Mannes und ſchrieb ſelbſt meh-
rere kleinere Erzählungen, die im
„Familienbuche des Öſterreichiſchen
Lloyd“ u. in der Berliner „Viktoria“
Aufnahme fanden. Jm Jahre 1867
ſiedelte ſie mit ihrem Gatten nach
Berlin, 1872 nach Eiſenach über und
kehrte mit ihm 1876 nach Leipzig zu-
rück. Hier, wo ſie in Freundeskreiſen
ſo mannigfache Anregung fand, wo
die Sorge für die bereits herange-
wachſenen Kinder ſie nicht mehr ſo
ſehr in Anſpruch nahm, ſchrieb ſie zu-

*
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[284/0288] Fri Fri den letzten Lebensjahren ſtellte ſich ein Hals- und Herzleiden ein, und am 19. Oktbr. 1891 iſt ſie in Enzers- dorf bei Wien geſtorben. Jhre Toch- ter Angelika hatte ſie mit hingebend- ſter Treue gepflegt. S: Ein Diplomat (R.), 1853. – Waldblumen (En. für Kinder), 1862. – Was die Mutter er- zählt (Geſchn. für Kinder), 1863. – Novellen; II, 1873. *Friedreich, Friedrich, geb. am 29. Febr. 1828 zu Würzburg als der Sohn des Univerſitäts-Profeſſors (auch Dichters) Joh. Bapt. F., be- ſuchte die Lateinſchule zu Straubing, das Gymnaſium zu Ansbach, 1846 die polytechniſche Schule zu Nürn- berg, dann die zu München und nach deren Abſolvierung (1849) noch zwei Jahre lang die Jngenieurſchule und die Akademie der Künſte u. Wiſſen- ſchaften in der bayeriſchen Haupt- ſtadt. Während ſeiner Studienzeit hatte er mehrfache Reiſen in Süd- deutſchland gemacht, ſich auf einer derſelben (1847) auch der gegen Sar- dinien kämpfenden Tiroler Landwehr als Freiwilliger angeſchloſſen u. eini- gen Gefechten beigewohnt. Bereits 1848 war er in den Staatsdienſt ge- treten; 1850 wurde er von der poly- techniſchen Behörde als Jngenieur- praktikant zum Bau der Ludwigs- Waſſerbahn nach Schweinfurt beor- dert und 1854 nach Würzburg verſetzt, wo ihm die ſelbſtändige Ausführung einer Bahnſtrecke übertragen wurde. Später nahm er eine Privatſtelle bei der Geſellſchaft zum Bau der baye- riſchen Oſtbahnen an und ging 1857 als zweiter Baubeamter nach Markt- feſt in Unterfranken, wo er 5 Jahre blieb. Jm Jahre 1862 wurde er zur Baubehörde nach Würzburg verſetzt, u. im Herbſt 1866 zum Stadtbaurat in Fürth ernannt. Sechs Jahre ſpä- ter entſchloß er ſich, wieder in den Staatsdienſt zu treten. Er erhielt Anſtellung als Bauamtsaſſeſſor in Nürnberg und kam 1886 als königl. Bauamtmann nach Würzburg, wo er am 26. März 1895 ſtarb. Jn den 80er Jahren nahm F. auf Grund ein- gehender Studien Nachgrabungen im Kloſtergärtchen der Neumünſterkirche vor u. fand hierbei einen Sarkophag, der vielen Anhaltspunkten nach die Gebeine Walthers von der Vogel- weide enthielt. An den deshalb ge- führten Zeitungskämpfen war Fr. hervorragend beteiligt. S: Myrten- blüten (Lr., gedichtet u. komponiert), 1856. – Malvina (Der Roſe Leben, Lieben und Tod, Ge.), 1863. – Poe- tiſche Pinakothek, 1869. – Aus lichten Höhen (Ge.), 1891. – Drei Bräute (Lyr. G., zum Melodrama verarbeitet von Joſeph Haug), 1888. Friedrich, Emil, Pſeud. für Emil Klein; ſ. d.! *Friedrich, Emmy, pſeud. Emmy von Rhoden, wurde 1832 in Mag- deburg als die Tochter des Bankiers Kühne geboren, erhielt daſelbſt eine ſehr ſorgfältige Erziehung und ver- heiratete ſich 1854 mit dem bekannten Schriftſteller Friedrich Friedrich, damaligem Redakteur der „Jlluſtrier- ten Zeitung“ in Leipzig. Jn einem glücklichen Familienleben widmete ſie ſich ganz den Pflichten der Gattin u. Mutter, da ihr zwei Kinder, ein Sohn und eine Tochter, beſchieden waren. Von Jugend auf von einem großen Jntereſſe für Poeſie und Literatur erfüllt, nahm ſie in der innigſten Weiſe teil an dem geiſtigen Wirken ihres Mannes und ſchrieb ſelbſt meh- rere kleinere Erzählungen, die im „Familienbuche des Öſterreichiſchen Lloyd“ u. in der Berliner „Viktoria“ Aufnahme fanden. Jm Jahre 1867 ſiedelte ſie mit ihrem Gatten nach Berlin, 1872 nach Eiſenach über und kehrte mit ihm 1876 nach Leipzig zu- rück. Hier, wo ſie in Freundeskreiſen ſo mannigfache Anregung fand, wo die Sorge für die bereits herange- wachſenen Kinder ſie nicht mehr ſo ſehr in Anſpruch nahm, ſchrieb ſie zu- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 284. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/288>, abgerufen am 16.02.2019.