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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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nach Besuch der Realschule gleichfalls
dem kaufmännischen Berufe widmen,
fühlte sich indessen mehr zur Kunst --
Musik und Dichtung -- hingezogen,
so daß er, um seinem ideellen Stre-
ben näher zu kommen, sich dem Lehr-
stande zuwandte und das Seminar
bezog. Aber noch während seiner
Studienzeit wurde ihm die Redaktion
eines Provinzblattes in Bilin ange-
boten, so daß er den Lehrberuf auf-
gab und nun gänzlich in die journa-
listische Laufbahn überging. Jnfolge
Kränklichkeit 1894 nach Wien zurück-
gekehrt, war er hier als Redakteur für
Theater, Kunst und Sozialpolitik an
der "Reichspost", seit 1899 am "Va-
terland" tätig und kam 1900 als Re-
dakteur u. Sekretär zum "Deutschen
Volksblatt", dem er drei Jahre diente.
Dann widmete er sich ausschließlich
der Komposition mehrerer musikali-
scher Bühnenwerke, die am Jantsch-
theater und in der Volksoper mit Er-
folg zur Aufführung kamen (z. B.
"Die aufgehende Sonne", 1905 -
"Der Eklektiker", 1906), schrieb auch
eine "Allgemeine Jnstrumentations-
lehre" (1907). Jm Oktbr. 1907 folgte
F. einem Rufe nach Südtirol, um als
Hauptredakteur bei den "Bozener
Nachrichten" einzutreten.

S:

Bunte
Novellen, 1898. - Jm Frühschein
(Ge.), 1900. - Enzian und Edelweiß
(Berggeschn.), 1901.

*Frommann, Hermann,

geb. am
7. Febr. 1837 zu Jena als der Sohn
eines Buchhändlers, besuchte das
Gymnasium in Weimar, studierte in
Jena, Bonn und Berlin Philologie,
absolvierte in Berlin 1860 das Ober-
lehrerexamen, wurde 1862 Gymna-
siallehrer in Preuß. Minden, 1870 in
Büdingen und trat 1888 wegen eines
Ohrenleidens in den Ruhestand. Er
kehrte danach in seine Vaterstadt
Jena zurück und ist dort am 2. Jan.
1890 gestorben. Außer "Drei Vor-
lesungen über Arthur Schopenhauer"
(1872), "Harmlose Studien. Gesam-
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Fro
melte Aufsätze literarhistorischen, phi-
losophischen und pädagogischen Jn-
halts" (1874) und einigen kleineren
Arbeiten veröffentlichte er

S:

Die
Fahrt nach Schwarzburg (Reiseidyll),
1874.

Frommel, Emil Wilhelm,

wurde
am 5. Januar 1828 in Karlsruhe in
Baden geboren. Sein Vater, Maler
und Kupferstecher von Beruf, war
seit 1830 Galeriedirektor daselbst, u.
vorwiegend künstlerische Jnteressen
gaben dem Elternhause F.s den gei-
stigen Charakter. Nachdem F. 1846
das Gymnasium seiner Vaterstadt
absolviert hatte, galt es die Wahl
eines Berufes; obwohl Herz und Ge-
schmack ihn zwischen den schönen Kün-
sten und dem Studium der Medizin
hatten schwanken lassen, folgte er
doch dem Wunsche der Eltern und
studierte in Halle, Erlangen u. Hei-
delberg Theologie. Von heiterem,
leichtblütigem Naturell, den freiheit-
lichen Jdeen jener Jahre zugetan,
empfänglich für künstlerische An-
regungen jeder Art, fiel es dem Jüng-
linge schwer, sich einen festen theo-
logischen und religiösen Standpunkt
zu erringen. Einen Studienfreund,
Karl Behm, und die Heidelberger
Dozenten Ullmann u. Umbreit nennt
er selbst seine geistigen Führer in die-
sen Jahren. Nachdem F. 1850 sein
Examen abgelegt hatte, empfing er
die Ordination und wurde als Vikar
dem Pfarrer in Alt-Lußheim bei
Schwetzingen überwiesen. Das Jahr
1852 führte ihn mit seinem Bruder
auf einer Ferienreise von fast einem
Jahre über die Alpen; dann weilte er
vorübergehend als Vikar bei dem be-
kannten Konvertiten Al. Henhöfer in
Spöck und kehrte 1853 an der Seite
seiner jungen Gattin Amalie, gebo-
renen Baehr, als Pfarrer nach Alt-
Lußheim zurück. Allein schon nach
Jahresfrist wurde er nach Karlsruhe
versetzt, wo er 1854-59 als Stadt-
vikar mit dem Titel Diakonus, 1859

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Fro
nach Beſuch der Realſchule gleichfalls
dem kaufmänniſchen Berufe widmen,
fühlte ſich indeſſen mehr zur Kunſt —
Muſik und Dichtung — hingezogen,
ſo daß er, um ſeinem ideellen Stre-
ben näher zu kommen, ſich dem Lehr-
ſtande zuwandte und das Seminar
bezog. Aber noch während ſeiner
Studienzeit wurde ihm die Redaktion
eines Provinzblattes in Bilin ange-
boten, ſo daß er den Lehrberuf auf-
gab und nun gänzlich in die journa-
liſtiſche Laufbahn überging. Jnfolge
Kränklichkeit 1894 nach Wien zurück-
gekehrt, war er hier als Redakteur für
Theater, Kunſt und Sozialpolitik an
der „Reichspoſt“, ſeit 1899 am „Va-
terland“ tätig und kam 1900 als Re-
dakteur u. Sekretär zum „Deutſchen
Volksblatt“, dem er drei Jahre diente.
Dann widmete er ſich ausſchließlich
der Kompoſition mehrerer muſikali-
ſcher Bühnenwerke, die am Jantſch-
theater und in der Volksoper mit Er-
folg zur Aufführung kamen (z. B.
„Die aufgehende Sonne“, 1905 –
„Der Eklektiker“, 1906), ſchrieb auch
eine „Allgemeine Jnſtrumentations-
lehre“ (1907). Jm Oktbr. 1907 folgte
F. einem Rufe nach Südtirol, um als
Hauptredakteur bei den „Bozener
Nachrichten“ einzutreten.

S:

Bunte
Novellen, 1898. – Jm Frühſchein
(Ge.), 1900. – Enzian und Edelweiß
(Berggeſchn.), 1901.

*Frommann, Hermann,

geb. am
7. Febr. 1837 zu Jena als der Sohn
eines Buchhändlers, beſuchte das
Gymnaſium in Weimar, ſtudierte in
Jena, Bonn und Berlin Philologie,
abſolvierte in Berlin 1860 das Ober-
lehrerexamen, wurde 1862 Gymna-
ſiallehrer in Preuß. Minden, 1870 in
Büdingen und trat 1888 wegen eines
Ohrenleidens in den Ruheſtand. Er
kehrte danach in ſeine Vaterſtadt
Jena zurück und iſt dort am 2. Jan.
1890 geſtorben. Außer „Drei Vor-
leſungen über Arthur Schopenhauer“
(1872), „Harmloſe Studien. Geſam-
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Fro
melte Aufſätze literarhiſtoriſchen, phi-
loſophiſchen und pädagogiſchen Jn-
halts“ (1874) und einigen kleineren
Arbeiten veröffentlichte er

S:

Die
Fahrt nach Schwarzburg (Reiſeidyll),
1874.

Frommel, Emil Wilhelm,

wurde
am 5. Januar 1828 in Karlsruhe in
Baden geboren. Sein Vater, Maler
und Kupferſtecher von Beruf, war
ſeit 1830 Galeriedirektor daſelbſt, u.
vorwiegend künſtleriſche Jntereſſen
gaben dem Elternhauſe F.s den gei-
ſtigen Charakter. Nachdem F. 1846
das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt
abſolviert hatte, galt es die Wahl
eines Berufes; obwohl Herz und Ge-
ſchmack ihn zwiſchen den ſchönen Kün-
ſten und dem Studium der Medizin
hatten ſchwanken laſſen, folgte er
doch dem Wunſche der Eltern und
ſtudierte in Halle, Erlangen u. Hei-
delberg Theologie. Von heiterem,
leichtblütigem Naturell, den freiheit-
lichen Jdeen jener Jahre zugetan,
empfänglich für künſtleriſche An-
regungen jeder Art, fiel es dem Jüng-
linge ſchwer, ſich einen feſten theo-
logiſchen und religiöſen Standpunkt
zu erringen. Einen Studienfreund,
Karl Behm, und die Heidelberger
Dozenten Ullmann u. Umbreit nennt
er ſelbſt ſeine geiſtigen Führer in die-
ſen Jahren. Nachdem F. 1850 ſein
Examen abgelegt hatte, empfing er
die Ordination und wurde als Vikar
dem Pfarrer in Alt-Lußheim bei
Schwetzingen überwieſen. Das Jahr
1852 führte ihn mit ſeinem Bruder
auf einer Ferienreiſe von faſt einem
Jahre über die Alpen; dann weilte er
vorübergehend als Vikar bei dem be-
kannten Konvertiten Al. Henhöfer in
Spöck und kehrte 1853 an der Seite
ſeiner jungen Gattin Amalie, gebo-
renen Baehr, als Pfarrer nach Alt-
Lußheim zurück. Allein ſchon nach
Jahresfriſt wurde er nach Karlsruhe
verſetzt, wo er 1854–59 als Stadt-
vikar mit dem Titel Diakonus, 1859

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[296/0300] Fro Fro nach Beſuch der Realſchule gleichfalls dem kaufmänniſchen Berufe widmen, fühlte ſich indeſſen mehr zur Kunſt — Muſik und Dichtung — hingezogen, ſo daß er, um ſeinem ideellen Stre- ben näher zu kommen, ſich dem Lehr- ſtande zuwandte und das Seminar bezog. Aber noch während ſeiner Studienzeit wurde ihm die Redaktion eines Provinzblattes in Bilin ange- boten, ſo daß er den Lehrberuf auf- gab und nun gänzlich in die journa- liſtiſche Laufbahn überging. Jnfolge Kränklichkeit 1894 nach Wien zurück- gekehrt, war er hier als Redakteur für Theater, Kunſt und Sozialpolitik an der „Reichspoſt“, ſeit 1899 am „Va- terland“ tätig und kam 1900 als Re- dakteur u. Sekretär zum „Deutſchen Volksblatt“, dem er drei Jahre diente. Dann widmete er ſich ausſchließlich der Kompoſition mehrerer muſikali- ſcher Bühnenwerke, die am Jantſch- theater und in der Volksoper mit Er- folg zur Aufführung kamen (z. B. „Die aufgehende Sonne“, 1905 – „Der Eklektiker“, 1906), ſchrieb auch eine „Allgemeine Jnſtrumentations- lehre“ (1907). Jm Oktbr. 1907 folgte F. einem Rufe nach Südtirol, um als Hauptredakteur bei den „Bozener Nachrichten“ einzutreten. S: Bunte Novellen, 1898. – Jm Frühſchein (Ge.), 1900. – Enzian und Edelweiß (Berggeſchn.), 1901. *Frommann, Hermann, geb. am 7. Febr. 1837 zu Jena als der Sohn eines Buchhändlers, beſuchte das Gymnaſium in Weimar, ſtudierte in Jena, Bonn und Berlin Philologie, abſolvierte in Berlin 1860 das Ober- lehrerexamen, wurde 1862 Gymna- ſiallehrer in Preuß. Minden, 1870 in Büdingen und trat 1888 wegen eines Ohrenleidens in den Ruheſtand. Er kehrte danach in ſeine Vaterſtadt Jena zurück und iſt dort am 2. Jan. 1890 geſtorben. Außer „Drei Vor- leſungen über Arthur Schopenhauer“ (1872), „Harmloſe Studien. Geſam- melte Aufſätze literarhiſtoriſchen, phi- loſophiſchen und pädagogiſchen Jn- halts“ (1874) und einigen kleineren Arbeiten veröffentlichte er S: Die Fahrt nach Schwarzburg (Reiſeidyll), 1874. Frommel, Emil Wilhelm, wurde am 5. Januar 1828 in Karlsruhe in Baden geboren. Sein Vater, Maler und Kupferſtecher von Beruf, war ſeit 1830 Galeriedirektor daſelbſt, u. vorwiegend künſtleriſche Jntereſſen gaben dem Elternhauſe F.s den gei- ſtigen Charakter. Nachdem F. 1846 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt abſolviert hatte, galt es die Wahl eines Berufes; obwohl Herz und Ge- ſchmack ihn zwiſchen den ſchönen Kün- ſten und dem Studium der Medizin hatten ſchwanken laſſen, folgte er doch dem Wunſche der Eltern und ſtudierte in Halle, Erlangen u. Hei- delberg Theologie. Von heiterem, leichtblütigem Naturell, den freiheit- lichen Jdeen jener Jahre zugetan, empfänglich für künſtleriſche An- regungen jeder Art, fiel es dem Jüng- linge ſchwer, ſich einen feſten theo- logiſchen und religiöſen Standpunkt zu erringen. Einen Studienfreund, Karl Behm, und die Heidelberger Dozenten Ullmann u. Umbreit nennt er ſelbſt ſeine geiſtigen Führer in die- ſen Jahren. Nachdem F. 1850 ſein Examen abgelegt hatte, empfing er die Ordination und wurde als Vikar dem Pfarrer in Alt-Lußheim bei Schwetzingen überwieſen. Das Jahr 1852 führte ihn mit ſeinem Bruder auf einer Ferienreiſe von faſt einem Jahre über die Alpen; dann weilte er vorübergehend als Vikar bei dem be- kannten Konvertiten Al. Henhöfer in Spöck und kehrte 1853 an der Seite ſeiner jungen Gattin Amalie, gebo- renen Baehr, als Pfarrer nach Alt- Lußheim zurück. Allein ſchon nach Jahresfriſt wurde er nach Karlsruhe verſetzt, wo er 1854–59 als Stadt- vikar mit dem Titel Diakonus, 1859 *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 296. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/300>, abgerufen am 22.02.2019.