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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Für
vollen Mannes ließ sich auch im spä-
tern Leben F.'s nicht verwischen.
Dieser absolvierte dann bis zum
Frühjahr 1851 das Studium der
Theologie. Nachdem er darauf an-
derthalb Jahre im Mecklenburgischen
als Hauslehrer tätig gewesen, nahm
er nochmals das theologische Stu-
dium in Tübingen unter Beck auf,
wirkte dann wieder als Hauslehrer
in zwei sehr angenehmen Stellungen,
später als Lehrer an den Realschulen
zu Hanau und Elberfeld, wurde im
Frühjahr 1859 Pfarrer in Kronen-
berg bei Elberfeld und kam von hier
aus 1868 als erster Prediger an die
Brüderkirche nach Kassel. Jn der
letzten Zeit seines Lebens wurde er
von einem schweren Nervenleiden
heimgesucht, weshalb er das Haus
Rockenau bei Eberbach in Baden zu
seiner Heilung aufsuchte. Dort ist er
am 17. März 1902 gestorben.

S:


Hawaii-Nei (Ep. G. -- ein Bild aus
der Jnselwelt des Stillen Ozeans),
1867. - Zur Erinnerung an die Lu-
thertage des Jahres 1883 (Ge.), 3. A.,
1884. - Christliche Feststunden im
Gewande der Dichtung (Dn.), 1884.

Fürst, Livius,

Sohn des 1873 ver-
storbenen berühmten Orientalisten
Julius F., wurde am 27. Mai 1840
zu Leipzig geboren, studierte Medizin
u. ließ sich dann als praktischer Arzt
in seiner Vaterstadt nieder. Er war
gleichzeitig Dirigent der pädiatri-
schen Poliklinik und seit Ostern 1871
Dozent an der Universität, wurde
auch später zum Sanitätsrat ernannt.
Jm Juli 1893 ließ er sich als Kinder-
arzt in Berlin nieder.

S:

Drei Mär-
chendichtungen, 1878 [Jnhalt: Dorn-
röschen (1865). - Die sieben Raben
(nach Moritz Schwinds gleichnami-
gem Bilde; 1863). - Melusine].

*Fürste, Ernst,

geb. am 16. Nov.
1831 zu Magdeburg als der Sohn
eines Professors, der dem Knaben
früh entrissen wurde, erhielt seine
wissenschaftliche Bildung in den
[Spaltenumbruch]

Für
Franckeschen Stiftungen zu Halle,
mußte aber häuslicher Verhältnisse
wegen, seinen Wunsch, Theologie zu
studieren, aufgeben und bildete sich
seit 1849 auf dem Seminar zu Mag-
deburg zum Volksschullehrer aus.
Seit 1852 hat er an verschiedenen
Orten der Provinz Sachsen amtiert,
in Neustadt-Magdeburg, Barleben,
Burgstele und in Diesdorf bei Mag-
deburg, von wo er 1883 nach Tar-
thun bei Egeln versetzt ward. Am
1. April 1894 trat er in den Ruhestand
und siedelte nach Quedlinburg über.

S:

Gedichte, 1857. - Preußens Sieg
und Krieg (Ge.), 1866. - Der Tag
von Königgrätz (G.), 1886. - All-
deutschlands Sieg (Ge.), 1870. - Über
den Rhein wieder heim (Ge.), 1870.
- Kaiser Wilhelm (Ge.), 1873. - Geist-
liche Dichtungen, 1880. - Lutherge-
dichte, 1883. - Ausgewählte Gedichte,
1887. - Gedichte zum Gedächtnis der
Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III.,
1888.

*Fürstenheim, Hans Georg,

psd.
Hans Forsten, wurde am 26. Mai
1870 zu Chemnitz (Sachsen) geboren,
besuchte die Annenschule in Dresden
und studierte an der Universität Ber-
lin Philosophie, Kunst- und Musik-
geschichte. Eine Studienreise führte
ihn 1892 nach Jtalien, von wo aus
er "Kritische Reisebriefe" namentlich
über die Klöster und Klosterbiblio-
theken für verschiedene Zeitungen
schrieb. 1894 wurde er Mitarbeiter
am "Berliner Lokalanzeiger", 1896
Lokalredakteur und zweiter Kritiker
beim "Kleinen Journal" und unter-
nahm für diese Blätter große Reisen
ins Ausland, nach Rom, 1898 nach
Konstantinopel, von wo aus er die
Palästinareise des deutschen Kaisers
als Berichterstatter für etwa 30 deut-
sche Zeitungen mitmachte, 1899 nach
Anatolien, Kleinasien, Yemen u. das
Ostjordanland. Nach Berlin zurück-
gekehrt, redigierte er die von ihm be-
gründete Zeitschrift "Heer u. Flotte"

*


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Für
vollen Mannes ließ ſich auch im ſpä-
tern Leben F.’s nicht verwiſchen.
Dieſer abſolvierte dann bis zum
Frühjahr 1851 das Studium der
Theologie. Nachdem er darauf an-
derthalb Jahre im Mecklenburgiſchen
als Hauslehrer tätig geweſen, nahm
er nochmals das theologiſche Stu-
dium in Tübingen unter Beck auf,
wirkte dann wieder als Hauslehrer
in zwei ſehr angenehmen Stellungen,
ſpäter als Lehrer an den Realſchulen
zu Hanau und Elberfeld, wurde im
Frühjahr 1859 Pfarrer in Kronen-
berg bei Elberfeld und kam von hier
aus 1868 als erſter Prediger an die
Brüderkirche nach Kaſſel. Jn der
letzten Zeit ſeines Lebens wurde er
von einem ſchweren Nervenleiden
heimgeſucht, weshalb er das Haus
Rockenau bei Eberbach in Baden zu
ſeiner Heilung aufſuchte. Dort iſt er
am 17. März 1902 geſtorben.

S:


Hawaii-Nei (Ep. G. — ein Bild aus
der Jnſelwelt des Stillen Ozeans),
1867. – Zur Erinnerung an die Lu-
thertage des Jahres 1883 (Ge.), 3. A.,
1884. – Chriſtliche Feſtſtunden im
Gewande der Dichtung (Dn.), 1884.

Fürſt, Livius,

Sohn des 1873 ver-
ſtorbenen berühmten Orientaliſten
Julius F., wurde am 27. Mai 1840
zu Leipzig geboren, ſtudierte Medizin
u. ließ ſich dann als praktiſcher Arzt
in ſeiner Vaterſtadt nieder. Er war
gleichzeitig Dirigent der pädiatri-
ſchen Poliklinik und ſeit Oſtern 1871
Dozent an der Univerſität, wurde
auch ſpäter zum Sanitätsrat ernannt.
Jm Juli 1893 ließ er ſich als Kinder-
arzt in Berlin nieder.

S:

Drei Mär-
chendichtungen, 1878 [Jnhalt: Dorn-
röschen (1865). – Die ſieben Raben
(nach Moritz Schwinds gleichnami-
gem Bilde; 1863). – Meluſine].

*Fürſte, Ernſt,

geb. am 16. Nov.
1831 zu Magdeburg als der Sohn
eines Profeſſors, der dem Knaben
früh entriſſen wurde, erhielt ſeine
wiſſenſchaftliche Bildung in den
[Spaltenumbruch]

Für
Franckeſchen Stiftungen zu Halle,
mußte aber häuslicher Verhältniſſe
wegen, ſeinen Wunſch, Theologie zu
ſtudieren, aufgeben und bildete ſich
ſeit 1849 auf dem Seminar zu Mag-
deburg zum Volksſchullehrer aus.
Seit 1852 hat er an verſchiedenen
Orten der Provinz Sachſen amtiert,
in Neuſtadt-Magdeburg, Barleben,
Burgſtele und in Diesdorf bei Mag-
deburg, von wo er 1883 nach Tar-
thun bei Egeln verſetzt ward. Am
1. April 1894 trat er in den Ruheſtand
und ſiedelte nach Quedlinburg über.

S:

Gedichte, 1857. – Preußens Sieg
und Krieg (Ge.), 1866. – Der Tag
von Königgrätz (G.), 1886. – All-
deutſchlands Sieg (Ge.), 1870. – Über
den Rhein wieder heim (Ge.), 1870.
– Kaiſer Wilhelm (Ge.), 1873. – Geiſt-
liche Dichtungen, 1880. – Lutherge-
dichte, 1883. – Ausgewählte Gedichte,
1887. – Gedichte zum Gedächtnis der
Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich III.,
1888.

*Fürſtenheim, Hans Georg,

pſd.
Hans Forſten, wurde am 26. Mai
1870 zu Chemnitz (Sachſen) geboren,
beſuchte die Annenſchule in Dresden
und ſtudierte an der Univerſität Ber-
lin Philoſophie, Kunſt- und Muſik-
geſchichte. Eine Studienreiſe führte
ihn 1892 nach Jtalien, von wo aus
er „Kritiſche Reiſebriefe“ namentlich
über die Klöſter und Kloſterbiblio-
theken für verſchiedene Zeitungen
ſchrieb. 1894 wurde er Mitarbeiter
am „Berliner Lokalanzeiger“, 1896
Lokalredakteur und zweiter Kritiker
beim „Kleinen Journal“ und unter-
nahm für dieſe Blätter große Reiſen
ins Ausland, nach Rom, 1898 nach
Konſtantinopel, von wo aus er die
Paläſtinareiſe des deutſchen Kaiſers
als Berichterſtatter für etwa 30 deut-
ſche Zeitungen mitmachte, 1899 nach
Anatolien, Kleinaſien, Yemen u. das
Oſtjordanland. Nach Berlin zurück-
gekehrt, redigierte er die von ihm be-
gründete Zeitſchrift „Heer u. Flotte“

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[308/0312] Für Für vollen Mannes ließ ſich auch im ſpä- tern Leben F.’s nicht verwiſchen. Dieſer abſolvierte dann bis zum Frühjahr 1851 das Studium der Theologie. Nachdem er darauf an- derthalb Jahre im Mecklenburgiſchen als Hauslehrer tätig geweſen, nahm er nochmals das theologiſche Stu- dium in Tübingen unter Beck auf, wirkte dann wieder als Hauslehrer in zwei ſehr angenehmen Stellungen, ſpäter als Lehrer an den Realſchulen zu Hanau und Elberfeld, wurde im Frühjahr 1859 Pfarrer in Kronen- berg bei Elberfeld und kam von hier aus 1868 als erſter Prediger an die Brüderkirche nach Kaſſel. Jn der letzten Zeit ſeines Lebens wurde er von einem ſchweren Nervenleiden heimgeſucht, weshalb er das Haus Rockenau bei Eberbach in Baden zu ſeiner Heilung aufſuchte. Dort iſt er am 17. März 1902 geſtorben. S: Hawaii-Nei (Ep. G. — ein Bild aus der Jnſelwelt des Stillen Ozeans), 1867. – Zur Erinnerung an die Lu- thertage des Jahres 1883 (Ge.), 3. A., 1884. – Chriſtliche Feſtſtunden im Gewande der Dichtung (Dn.), 1884. Fürſt, Livius, Sohn des 1873 ver- ſtorbenen berühmten Orientaliſten Julius F., wurde am 27. Mai 1840 zu Leipzig geboren, ſtudierte Medizin u. ließ ſich dann als praktiſcher Arzt in ſeiner Vaterſtadt nieder. Er war gleichzeitig Dirigent der pädiatri- ſchen Poliklinik und ſeit Oſtern 1871 Dozent an der Univerſität, wurde auch ſpäter zum Sanitätsrat ernannt. Jm Juli 1893 ließ er ſich als Kinder- arzt in Berlin nieder. S: Drei Mär- chendichtungen, 1878 [Jnhalt: Dorn- röschen (1865). – Die ſieben Raben (nach Moritz Schwinds gleichnami- gem Bilde; 1863). – Meluſine]. *Fürſte, Ernſt, geb. am 16. Nov. 1831 zu Magdeburg als der Sohn eines Profeſſors, der dem Knaben früh entriſſen wurde, erhielt ſeine wiſſenſchaftliche Bildung in den Franckeſchen Stiftungen zu Halle, mußte aber häuslicher Verhältniſſe wegen, ſeinen Wunſch, Theologie zu ſtudieren, aufgeben und bildete ſich ſeit 1849 auf dem Seminar zu Mag- deburg zum Volksſchullehrer aus. Seit 1852 hat er an verſchiedenen Orten der Provinz Sachſen amtiert, in Neuſtadt-Magdeburg, Barleben, Burgſtele und in Diesdorf bei Mag- deburg, von wo er 1883 nach Tar- thun bei Egeln verſetzt ward. Am 1. April 1894 trat er in den Ruheſtand und ſiedelte nach Quedlinburg über. S: Gedichte, 1857. – Preußens Sieg und Krieg (Ge.), 1866. – Der Tag von Königgrätz (G.), 1886. – All- deutſchlands Sieg (Ge.), 1870. – Über den Rhein wieder heim (Ge.), 1870. – Kaiſer Wilhelm (Ge.), 1873. – Geiſt- liche Dichtungen, 1880. – Lutherge- dichte, 1883. – Ausgewählte Gedichte, 1887. – Gedichte zum Gedächtnis der Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich III., 1888. *Fürſtenheim, Hans Georg, pſd. Hans Forſten, wurde am 26. Mai 1870 zu Chemnitz (Sachſen) geboren, beſuchte die Annenſchule in Dresden und ſtudierte an der Univerſität Ber- lin Philoſophie, Kunſt- und Muſik- geſchichte. Eine Studienreiſe führte ihn 1892 nach Jtalien, von wo aus er „Kritiſche Reiſebriefe“ namentlich über die Klöſter und Kloſterbiblio- theken für verſchiedene Zeitungen ſchrieb. 1894 wurde er Mitarbeiter am „Berliner Lokalanzeiger“, 1896 Lokalredakteur und zweiter Kritiker beim „Kleinen Journal“ und unter- nahm für dieſe Blätter große Reiſen ins Ausland, nach Rom, 1898 nach Konſtantinopel, von wo aus er die Paläſtinareiſe des deutſchen Kaiſers als Berichterſtatter für etwa 30 deut- ſche Zeitungen mitmachte, 1899 nach Anatolien, Kleinaſien, Yemen u. das Oſtjordanland. Nach Berlin zurück- gekehrt, redigierte er die von ihm be- gründete Zeitſchrift „Heer u. Flotte“ *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 308. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/312>, abgerufen am 22.02.2019.