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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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lehrer in einem Knabeninstitut zu Küs-
nacht, seit 1866 als Lehrer in Wiedikon
u. wurde 1877 an die Stadtschule in
Zürich berufen, wo er jetzt noch lebt,
nachdem er im Mai 1900 aus Gesund-
heitsrücksichten in den Ruhestand ge-
treten war. Jn den Jahren 1880-88
gab er unter dem Titel "Freundliche
Stimmen an Kinderherzen", illu-
strierte Jugendschriften, u. 1893 den
"Schweizerischen Jllustrierten Ju-
gendschatz" heraus.

S:

Schulleben
(Liederzyklus mit verbindender De-
klamation), 1890. - Sonnenblick
(desgl.), 1891. - Blumenleben (des-
gleichen), 1895. - Waldeszauber (des-
gleichen), 1897. - Heil dir, Helvetia!
(desgl.), 1900. - E musikalischi Kafi-
gesellschaft us em Afang vom alte
Jahrhundert, 1902. - Der Hochrhein
(Liederzyklus mit verbindender De-
klamation), 1901. - Robinson (D.,
Mus. von Dr. Attenhofer), 1905.

Gaedcke, Hugo August Johann
Volkmar,

wurde am 24. März 1835
zu Rostock geboren und von seinem
Vater, einem Juristen, mit strenger
Hand für die juristische Laufbahn
bestimmt. Er besuchte bis 1851 das
Gymnasium in Rostock und von 1852
bis 1854 das damals vielgerühmte
Francisceum in Zerbst, dessen Direk-
tor, Prof. Sintenis, den Schüler zu
poetischen Versuchen anregte. Dar-
auf studierte er von 1855-58 in Ro-
stock, Tübingen und Heidelberg die
Rechte und ließ sich dann 1859 in sei-
ner Vaterstadt als Kanzlei-Advokat
(Rechtsanwalt) nieder. Seit 1864
vermählt mit Jna Lübcke, Tochter
eines dortigen Rentiers, verlebte er
an ihrer Seite glückliche, durch Kunst
und Poesie, wie durch Reisen nach
Süd- und Westdeutschland, nach der
Schweiz, Jtalien und Dänemark ver-
schönte Jahre. Nach der Rückkehr
von einer Reise nach Kopenhagen
wurde er von einem Nervenleiden
befallen; man brachte ihn in die Heil-
anstalt zu Coswig bei Meißen, doch
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Gae
starb er daselbst schon am Tage nach
der Ankunft, 19. Juli 1875.

S:

Das
Bilderbuch eines armen Studenten,
1865. 2. A. 1868. - Drei Novellen,
1874 (Jnhalt: Wann das Heimweh
kommt. - Helene. - Wann ein Stern
vom Himmel fällt). - Scherz u. Hu-
mor (Ge.), 1871. - Jn Kampf und
Sieg (Ge.), 1871. - Heitere Studien
in Versen, 1871. - Ein Kranz auf das
Siegesdenkmal (Ge.), 1873. - Die
Gratulanten von A bis Z (Festkan-
tate), 1873. - Julklapp! (Eine Weih-
nachtsgabe), 1874. - Nur ein Kürbis-
kern! (Eine Festgabe), 1874. - Aus
Heinrich Heines Dichterwerkstatt
(Eine Studie), 1875.

*Gaedertz, Karl Theodor,

ein
Sohn des Kunstforschers Dr. jur.
Theodor G., ersten Oberbeamten am
Stadt- u. Landamt zu Lübeck, wurde
daselbst am 8. Januar 1855 geboren,
besuchte das dortige Gymnasium
Catharineum, studierte 1876-79 in
Leipzig u. Berlin anfangs die Rechte
und Cameralia, dann klassische und
moderne Philologie, durchforschte
darauf in Hamburg, Wolfenbüttel u.
a. O. Archive und Bibliotheken auf
niederdeutsche Handschriften u. trat,
nachdem er in Halle zum Dr. phil.
promoviert worden, am 1. Mai 1880
als Assistent bei der königl. Biblio-
thek in Berlin ein. Später rückte er
zum Kustos an derselben bzw. zum
Bibliothekar auf. Zu Ostern 1884
wurde G. als Lektor u. Bibliothekar
ins preußische Kultusministerium be-
rufen, und noch in demselben Jahre
erschien sein Werk "Geschichte des nie-
derdeutschen Schauspiels", wofür ihm
der Hamburger Senat eine Ehren-
gabe überreichte. Auch veranlaßte
diese Arbeit den deutschen Kaiser, G.
im April 1885 einen zweijährigen
Urlaub zu einer wissenschaftlichen
Reise zu bewilligen, die durch einen
Teil Deutschlands nach England,
Frankreich, Belgien und Holland,
Dänemark und Schweden führte und

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Gae
lehrer in einem Knabeninſtitut zu Küs-
nacht, ſeit 1866 als Lehrer in Wiedikon
u. wurde 1877 an die Stadtſchule in
Zürich berufen, wo er jetzt noch lebt,
nachdem er im Mai 1900 aus Geſund-
heitsrückſichten in den Ruheſtand ge-
treten war. Jn den Jahren 1880–88
gab er unter dem Titel „Freundliche
Stimmen an Kinderherzen“, illu-
ſtrierte Jugendſchriften, u. 1893 den
„Schweizeriſchen Jlluſtrierten Ju-
gendſchatz“ heraus.

S:

Schulleben
(Liederzyklus mit verbindender De-
klamation), 1890. – Sonnenblick
(desgl.), 1891. – Blumenleben (des-
gleichen), 1895. – Waldeszauber (des-
gleichen), 1897. – Heil dir, Helvetia!
(desgl.), 1900. – E muſikaliſchi Kafi-
geſellſchaft us em Afang vom alte
Jahrhundert, 1902. – Der Hochrhein
(Liederzyklus mit verbindender De-
klamation), 1901. – Robinſon (D.,
Muſ. von Dr. Attenhofer), 1905.

Gaedcke, Hugo Auguſt Johann
Volkmar,

wurde am 24. März 1835
zu Roſtock geboren und von ſeinem
Vater, einem Juriſten, mit ſtrenger
Hand für die juriſtiſche Laufbahn
beſtimmt. Er beſuchte bis 1851 das
Gymnaſium in Roſtock und von 1852
bis 1854 das damals vielgerühmte
Francisceum in Zerbſt, deſſen Direk-
tor, Prof. Sintenis, den Schüler zu
poetiſchen Verſuchen anregte. Dar-
auf ſtudierte er von 1855–58 in Ro-
ſtock, Tübingen und Heidelberg die
Rechte und ließ ſich dann 1859 in ſei-
ner Vaterſtadt als Kanzlei-Advokat
(Rechtsanwalt) nieder. Seit 1864
vermählt mit Jna Lübcke, Tochter
eines dortigen Rentiers, verlebte er
an ihrer Seite glückliche, durch Kunſt
und Poeſie, wie durch Reiſen nach
Süd- und Weſtdeutſchland, nach der
Schweiz, Jtalien und Dänemark ver-
ſchönte Jahre. Nach der Rückkehr
von einer Reiſe nach Kopenhagen
wurde er von einem Nervenleiden
befallen; man brachte ihn in die Heil-
anſtalt zu Coswig bei Meißen, doch
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Gae
ſtarb er daſelbſt ſchon am Tage nach
der Ankunft, 19. Juli 1875.

S:

Das
Bilderbuch eines armen Studenten,
1865. 2. A. 1868. – Drei Novellen,
1874 (Jnhalt: Wann das Heimweh
kommt. – Helene. – Wann ein Stern
vom Himmel fällt). – Scherz u. Hu-
mor (Ge.), 1871. – Jn Kampf und
Sieg (Ge.), 1871. – Heitere Studien
in Verſen, 1871. – Ein Kranz auf das
Siegesdenkmal (Ge.), 1873. – Die
Gratulanten von A bis Z (Feſtkan-
tate), 1873. – Julklapp! (Eine Weih-
nachtsgabe), 1874. – Nur ein Kürbis-
kern! (Eine Feſtgabe), 1874. – Aus
Heinrich Heines Dichterwerkſtatt
(Eine Studie), 1875.

*Gaedertz, Karl Theodor,

ein
Sohn des Kunſtforſchers Dr. jur.
Theodor G., erſten Oberbeamten am
Stadt- u. Landamt zu Lübeck, wurde
daſelbſt am 8. Januar 1855 geboren,
beſuchte das dortige Gymnaſium
Catharineum, ſtudierte 1876–79 in
Leipzig u. Berlin anfangs die Rechte
und Cameralia, dann klaſſiſche und
moderne Philologie, durchforſchte
darauf in Hamburg, Wolfenbüttel u.
a. O. Archive und Bibliotheken auf
niederdeutſche Handſchriften u. trat,
nachdem er in Halle zum Dr. phil.
promoviert worden, am 1. Mai 1880
als Aſſiſtent bei der königl. Biblio-
thek in Berlin ein. Später rückte er
zum Kuſtos an derſelben bzw. zum
Bibliothekar auf. Zu Oſtern 1884
wurde G. als Lektor u. Bibliothekar
ins preußiſche Kultusminiſterium be-
rufen, und noch in demſelben Jahre
erſchien ſein Werk „Geſchichte des nie-
derdeutſchen Schauſpiels“, wofür ihm
der Hamburger Senat eine Ehren-
gabe überreichte. Auch veranlaßte
dieſe Arbeit den deutſchen Kaiſer, G.
im April 1885 einen zweijährigen
Urlaub zu einer wiſſenſchaftlichen
Reiſe zu bewilligen, die durch einen
Teil Deutſchlands nach England,
Frankreich, Belgien und Holland,
Dänemark und Schweden führte und

*
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[311/0315] Gae Gae lehrer in einem Knabeninſtitut zu Küs- nacht, ſeit 1866 als Lehrer in Wiedikon u. wurde 1877 an die Stadtſchule in Zürich berufen, wo er jetzt noch lebt, nachdem er im Mai 1900 aus Geſund- heitsrückſichten in den Ruheſtand ge- treten war. Jn den Jahren 1880–88 gab er unter dem Titel „Freundliche Stimmen an Kinderherzen“, illu- ſtrierte Jugendſchriften, u. 1893 den „Schweizeriſchen Jlluſtrierten Ju- gendſchatz“ heraus. S: Schulleben (Liederzyklus mit verbindender De- klamation), 1890. – Sonnenblick (desgl.), 1891. – Blumenleben (des- gleichen), 1895. – Waldeszauber (des- gleichen), 1897. – Heil dir, Helvetia! (desgl.), 1900. – E muſikaliſchi Kafi- geſellſchaft us em Afang vom alte Jahrhundert, 1902. – Der Hochrhein (Liederzyklus mit verbindender De- klamation), 1901. – Robinſon (D., Muſ. von Dr. Attenhofer), 1905. Gaedcke, Hugo Auguſt Johann Volkmar, wurde am 24. März 1835 zu Roſtock geboren und von ſeinem Vater, einem Juriſten, mit ſtrenger Hand für die juriſtiſche Laufbahn beſtimmt. Er beſuchte bis 1851 das Gymnaſium in Roſtock und von 1852 bis 1854 das damals vielgerühmte Francisceum in Zerbſt, deſſen Direk- tor, Prof. Sintenis, den Schüler zu poetiſchen Verſuchen anregte. Dar- auf ſtudierte er von 1855–58 in Ro- ſtock, Tübingen und Heidelberg die Rechte und ließ ſich dann 1859 in ſei- ner Vaterſtadt als Kanzlei-Advokat (Rechtsanwalt) nieder. Seit 1864 vermählt mit Jna Lübcke, Tochter eines dortigen Rentiers, verlebte er an ihrer Seite glückliche, durch Kunſt und Poeſie, wie durch Reiſen nach Süd- und Weſtdeutſchland, nach der Schweiz, Jtalien und Dänemark ver- ſchönte Jahre. Nach der Rückkehr von einer Reiſe nach Kopenhagen wurde er von einem Nervenleiden befallen; man brachte ihn in die Heil- anſtalt zu Coswig bei Meißen, doch ſtarb er daſelbſt ſchon am Tage nach der Ankunft, 19. Juli 1875. S: Das Bilderbuch eines armen Studenten, 1865. 2. A. 1868. – Drei Novellen, 1874 (Jnhalt: Wann das Heimweh kommt. – Helene. – Wann ein Stern vom Himmel fällt). – Scherz u. Hu- mor (Ge.), 1871. – Jn Kampf und Sieg (Ge.), 1871. – Heitere Studien in Verſen, 1871. – Ein Kranz auf das Siegesdenkmal (Ge.), 1873. – Die Gratulanten von A bis Z (Feſtkan- tate), 1873. – Julklapp! (Eine Weih- nachtsgabe), 1874. – Nur ein Kürbis- kern! (Eine Feſtgabe), 1874. – Aus Heinrich Heines Dichterwerkſtatt (Eine Studie), 1875. *Gaedertz, Karl Theodor, ein Sohn des Kunſtforſchers Dr. jur. Theodor G., erſten Oberbeamten am Stadt- u. Landamt zu Lübeck, wurde daſelbſt am 8. Januar 1855 geboren, beſuchte das dortige Gymnaſium Catharineum, ſtudierte 1876–79 in Leipzig u. Berlin anfangs die Rechte und Cameralia, dann klaſſiſche und moderne Philologie, durchforſchte darauf in Hamburg, Wolfenbüttel u. a. O. Archive und Bibliotheken auf niederdeutſche Handſchriften u. trat, nachdem er in Halle zum Dr. phil. promoviert worden, am 1. Mai 1880 als Aſſiſtent bei der königl. Biblio- thek in Berlin ein. Später rückte er zum Kuſtos an derſelben bzw. zum Bibliothekar auf. Zu Oſtern 1884 wurde G. als Lektor u. Bibliothekar ins preußiſche Kultusminiſterium be- rufen, und noch in demſelben Jahre erſchien ſein Werk „Geſchichte des nie- derdeutſchen Schauſpiels“, wofür ihm der Hamburger Senat eine Ehren- gabe überreichte. Auch veranlaßte dieſe Arbeit den deutſchen Kaiſer, G. im April 1885 einen zweijährigen Urlaub zu einer wiſſenſchaftlichen Reiſe zu bewilligen, die durch einen Teil Deutſchlands nach England, Frankreich, Belgien und Holland, Dänemark und Schweden führte und *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 311. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/315>, abgerufen am 16.02.2019.