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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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einem Rufe als Jntendanzrat an das
großherzogl. Hoftheater in Weimar.

S:

Nach dem Tode (Charakterbild),
1890. - Jm Eichenschatten (Dr.),
1891. - Goldener (Weihnachtsspiel,
Mus. von Fritz Becker), 1891.

*Gelpke, Ernst Frdr.,

* am 8. April
1807 zu Breitenfeld bei Leipzig als
der Sohn eines Pastors, der später
nach Wermsdorf bei Hubertusburg
versetzt ward, besuchte die Fürsten-
schule zu Grimma und studierte in
Leipzig und Berlin Theologie. Nach-
dem er sich als Privatdozent in Bonn
habilitiert und hier seine "Evangel-
sche Dogmatik" veröffentlicht hatte,
wurde er 1834 als Professor der sy-
stematischen Theologie an die neu
gegründete Universität Bern berufen,
an der er 1847 zum ordentlichen Pro-
fessor der Kirchengeschichte ernannt
wurde. Seit 1840 bekleidete er auch
die Lehrstelle für deutsche Sprache u.
Literatur an den obersten Klassen der
damaligen bürgerlichen Mädchen-
schule. Er starb in Bern am 1. Sep-
tember 1871.

S:

Christliche Sagen-
geschichte der Schweiz, 1862. - Drei
Erzählungen a. der Kirchengeschichte,
1868. - Napoleon (Dramat. Epos);
I. Der Brand von Moskau. II. Die
Völkerschlacht bei Leipzig, 1854. -
Emma (G.; im Berner Taschenbuch),
1869.

Geltch, Johann Friedrich,

geb. am
18. Febr. 1815 zu Mühlbach in Sie-
benbürgen, besuchte das Gymnasium
in Hermannstadt und studierte 1836
bis 1838 in Berlin Theologie. Nach
seiner Heimkehr wurde er Rektor der
Grammatikalschule in Broos u. 1848
Pfarrer in Rumes. Jn den politi-
schen Kämpfen der sächsischen Nation
in Siebenbürgen (1840-50) diente
er derselben besonders als politischer
Dichter; 1848 ging er mit drei Freun-
den in Sachen seines Volksstammes
nach Deutschland, wo er für denselben
in den größten Städten (Breslau,
Berlin, Leipzig, Halle, Frankfurt am
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Gem
Main und Wien) zu wirken suchte.
Als literarische Frucht dieser Reise
gab er heraus "Deutschländisches
Adressen-Album an das Siebenbür-
ger Deutschtum" (1848). Er starb
am 7. Septbr. 1851.

S:

Lyrische Ge-
dichte (Jm Zusammenhange mit einer
Abteilung epigrammatischer u. apho-
ristischer Streiflichter), 1841. - Thuis-
kon (2 Parabeln), 1844. - Das Lied
von der Öffentlichkeit (Parodie auf
Schillers Lied von der Glocke), 1845.
- Das Lied von den Magyaromanen
(Parodie auf Schillers Lied von der
Glocke. Von Dr. W. Julius Faust
[pseud.]), 1849. - Liederbuch der sieben-
bürgischen Deutschen (Eigenes und
Fremdes); II, 1847-51.

*Gemberg, Adine Adja Carlow-
na,

geb. von Baker, wurde am 28.
April 1860 zu St. Petersburg in
Rußland geboren. Jhre Mutter war
eine Prinzessin Wera Genvachoff aus
Charkow. Jhr Vater, der Sohn
eines Deutschen und einer Englände-
rin, war als Sprachlehrer in der
kaiserlichen Familie nach Rußland
gekommen, hier zum Staatsrat er-
nannt und später in den Adelstand
erhoben worden. Nach dem frühen
Tode der Mutter siedelte Adine mit
dem Vater nach Karlsruhe über und
erhielt hier ihre Erziehung und Aus-
bildung. Letztere dehnte sich sogar
auf die zum Diakonissenberufe er-
forderlichen Kenntnisse und Fertig-
keiten u. ihre praktische Anwendung
in einem Hospital aus. Jhre später
(1894) veröffentlichte Schrift "Die
evangelische Diakonie. Ein Beitrag
zur Lösung der Frauenfrage" hat
dann zu der irrtümlichen Annahme
geführt, als sei die Verfasserin wirk-
lich Diakonissin gewesen. Jndessen
noch ehe sie das Alter erreicht hatte,
das die Diakonie zum Eintritt vor-
schreibt, verheiratete sie sich mit einem
deutschen Offizier G., der 1888 als
Major in den Ruhestand trat. Seit-
dem lebten die Gatten in Wittenberg,

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Gel
einem Rufe als Jntendanzrat an das
großherzogl. Hoftheater in Weimar.

S:

Nach dem Tode (Charakterbild),
1890. – Jm Eichenſchatten (Dr.),
1891. – Goldener (Weihnachtsſpiel,
Muſ. von Fritz Becker), 1891.

*Gelpke, Ernſt Frdr.,

* am 8. April
1807 zu Breitenfeld bei Leipzig als
der Sohn eines Paſtors, der ſpäter
nach Wermsdorf bei Hubertusburg
verſetzt ward, beſuchte die Fürſten-
ſchule zu Grimma und ſtudierte in
Leipzig und Berlin Theologie. Nach-
dem er ſich als Privatdozent in Bonn
habilitiert und hier ſeine „Evangel-
ſche Dogmatik“ veröffentlicht hatte,
wurde er 1834 als Profeſſor der ſy-
ſtematiſchen Theologie an die neu
gegründete Univerſität Bern berufen,
an der er 1847 zum ordentlichen Pro-
feſſor der Kirchengeſchichte ernannt
wurde. Seit 1840 bekleidete er auch
die Lehrſtelle für deutſche Sprache u.
Literatur an den oberſten Klaſſen der
damaligen bürgerlichen Mädchen-
ſchule. Er ſtarb in Bern am 1. Sep-
tember 1871.

S:

Chriſtliche Sagen-
geſchichte der Schweiz, 1862. – Drei
Erzählungen a. der Kirchengeſchichte,
1868. – Napoleon (Dramat. Epos);
I. Der Brand von Moskau. II. Die
Völkerſchlacht bei Leipzig, 1854. –
Emma (G.; im Berner Taſchenbuch),
1869.

Geltch, Johann Friedrich,

geb. am
18. Febr. 1815 zu Mühlbach in Sie-
benbürgen, beſuchte das Gymnaſium
in Hermannſtadt und ſtudierte 1836
bis 1838 in Berlin Theologie. Nach
ſeiner Heimkehr wurde er Rektor der
Grammatikalſchule in Broos u. 1848
Pfarrer in Rumes. Jn den politi-
ſchen Kämpfen der ſächſiſchen Nation
in Siebenbürgen (1840–50) diente
er derſelben beſonders als politiſcher
Dichter; 1848 ging er mit drei Freun-
den in Sachen ſeines Volksſtammes
nach Deutſchland, wo er für denſelben
in den größten Städten (Breslau,
Berlin, Leipzig, Halle, Frankfurt am
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Gem
Main und Wien) zu wirken ſuchte.
Als literariſche Frucht dieſer Reiſe
gab er heraus „Deutſchländiſches
Adreſſen-Album an das Siebenbür-
ger Deutſchtum“ (1848). Er ſtarb
am 7. Septbr. 1851.

S:

Lyriſche Ge-
dichte (Jm Zuſammenhange mit einer
Abteilung epigrammatiſcher u. apho-
riſtiſcher Streiflichter), 1841. – Thuis-
kon (2 Parabeln), 1844. – Das Lied
von der Öffentlichkeit (Parodie auf
Schillers Lied von der Glocke), 1845.
– Das Lied von den Magyaromanen
(Parodie auf Schillers Lied von der
Glocke. Von Dr. W. Julius Fauſt
[pſeud.]), 1849. – Liederbuch der ſieben-
bürgiſchen Deutſchen (Eigenes und
Fremdes); II, 1847–51.

*Gemberg, Adine Adja Carlow-
na,

geb. von Baker, wurde am 28.
April 1860 zu St. Petersburg in
Rußland geboren. Jhre Mutter war
eine Prinzeſſin Wera Gēvachoff aus
Charkow. Jhr Vater, der Sohn
eines Deutſchen und einer Englände-
rin, war als Sprachlehrer in der
kaiſerlichen Familie nach Rußland
gekommen, hier zum Staatsrat er-
nannt und ſpäter in den Adelſtand
erhoben worden. Nach dem frühen
Tode der Mutter ſiedelte Adine mit
dem Vater nach Karlsruhe über und
erhielt hier ihre Erziehung und Aus-
bildung. Letztere dehnte ſich ſogar
auf die zum Diakoniſſenberufe er-
forderlichen Kenntniſſe und Fertig-
keiten u. ihre praktiſche Anwendung
in einem Hoſpital aus. Jhre ſpäter
(1894) veröffentlichte Schrift „Die
evangeliſche Diakonie. Ein Beitrag
zur Löſung der Frauenfrage“ hat
dann zu der irrtümlichen Annahme
geführt, als ſei die Verfaſſerin wirk-
lich Diakoniſſin geweſen. Jndeſſen
noch ehe ſie das Alter erreicht hatte,
das die Diakonie zum Eintritt vor-
ſchreibt, verheiratete ſie ſich mit einem
deutſchen Offizier G., der 1888 als
Major in den Ruheſtand trat. Seit-
dem lebten die Gatten in Wittenberg,

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[343/0347] Gel Gem einem Rufe als Jntendanzrat an das großherzogl. Hoftheater in Weimar. S: Nach dem Tode (Charakterbild), 1890. – Jm Eichenſchatten (Dr.), 1891. – Goldener (Weihnachtsſpiel, Muſ. von Fritz Becker), 1891. *Gelpke, Ernſt Frdr., * am 8. April 1807 zu Breitenfeld bei Leipzig als der Sohn eines Paſtors, der ſpäter nach Wermsdorf bei Hubertusburg verſetzt ward, beſuchte die Fürſten- ſchule zu Grimma und ſtudierte in Leipzig und Berlin Theologie. Nach- dem er ſich als Privatdozent in Bonn habilitiert und hier ſeine „Evangel- ſche Dogmatik“ veröffentlicht hatte, wurde er 1834 als Profeſſor der ſy- ſtematiſchen Theologie an die neu gegründete Univerſität Bern berufen, an der er 1847 zum ordentlichen Pro- feſſor der Kirchengeſchichte ernannt wurde. Seit 1840 bekleidete er auch die Lehrſtelle für deutſche Sprache u. Literatur an den oberſten Klaſſen der damaligen bürgerlichen Mädchen- ſchule. Er ſtarb in Bern am 1. Sep- tember 1871. S: Chriſtliche Sagen- geſchichte der Schweiz, 1862. – Drei Erzählungen a. der Kirchengeſchichte, 1868. – Napoleon (Dramat. Epos); I. Der Brand von Moskau. II. Die Völkerſchlacht bei Leipzig, 1854. – Emma (G.; im Berner Taſchenbuch), 1869. Geltch, Johann Friedrich, geb. am 18. Febr. 1815 zu Mühlbach in Sie- benbürgen, beſuchte das Gymnaſium in Hermannſtadt und ſtudierte 1836 bis 1838 in Berlin Theologie. Nach ſeiner Heimkehr wurde er Rektor der Grammatikalſchule in Broos u. 1848 Pfarrer in Rumes. Jn den politi- ſchen Kämpfen der ſächſiſchen Nation in Siebenbürgen (1840–50) diente er derſelben beſonders als politiſcher Dichter; 1848 ging er mit drei Freun- den in Sachen ſeines Volksſtammes nach Deutſchland, wo er für denſelben in den größten Städten (Breslau, Berlin, Leipzig, Halle, Frankfurt am Main und Wien) zu wirken ſuchte. Als literariſche Frucht dieſer Reiſe gab er heraus „Deutſchländiſches Adreſſen-Album an das Siebenbür- ger Deutſchtum“ (1848). Er ſtarb am 7. Septbr. 1851. S: Lyriſche Ge- dichte (Jm Zuſammenhange mit einer Abteilung epigrammatiſcher u. apho- riſtiſcher Streiflichter), 1841. – Thuis- kon (2 Parabeln), 1844. – Das Lied von der Öffentlichkeit (Parodie auf Schillers Lied von der Glocke), 1845. – Das Lied von den Magyaromanen (Parodie auf Schillers Lied von der Glocke. Von Dr. W. Julius Fauſt [pſeud.]), 1849. – Liederbuch der ſieben- bürgiſchen Deutſchen (Eigenes und Fremdes); II, 1847–51. *Gemberg, Adine Adja Carlow- na, geb. von Baker, wurde am 28. April 1860 zu St. Petersburg in Rußland geboren. Jhre Mutter war eine Prinzeſſin Wera Gēvachoff aus Charkow. Jhr Vater, der Sohn eines Deutſchen und einer Englände- rin, war als Sprachlehrer in der kaiſerlichen Familie nach Rußland gekommen, hier zum Staatsrat er- nannt und ſpäter in den Adelſtand erhoben worden. Nach dem frühen Tode der Mutter ſiedelte Adine mit dem Vater nach Karlsruhe über und erhielt hier ihre Erziehung und Aus- bildung. Letztere dehnte ſich ſogar auf die zum Diakoniſſenberufe er- forderlichen Kenntniſſe und Fertig- keiten u. ihre praktiſche Anwendung in einem Hoſpital aus. Jhre ſpäter (1894) veröffentlichte Schrift „Die evangeliſche Diakonie. Ein Beitrag zur Löſung der Frauenfrage“ hat dann zu der irrtümlichen Annahme geführt, als ſei die Verfaſſerin wirk- lich Diakoniſſin geweſen. Jndeſſen noch ehe ſie das Alter erreicht hatte, das die Diakonie zum Eintritt vor- ſchreibt, verheiratete ſie ſich mit einem deutſchen Offizier G., der 1888 als Major in den Ruheſtand trat. Seit- dem lebten die Gatten in Wittenberg, *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 343. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/347>, abgerufen am 22.02.2019.