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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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und nun fand Adine G. auch die
nötige Muße, ihren schriftstellerischen
Neigungen folgen zu können. Doch
starb sie bereits am 10. August 1902.

S:

Morphium (3 Nn.), 1895. - Auf-
zeichnungen einer Diakonissin (R.),
1896. - Der dritte Bruder. Schlaf -
Tod - Wahnsinn (R.), 1898. - Des
Gesetzes Erfüllung (R.), 1899.

*Gemmel, Helene,

bekannt unter
ihrem Mädchennamen Helene Re-
kittke,
wurde am 8. Juni 1877 als
die zweite Tochter des Rittergutsbe-
sitzers R. in Penzken (Kreis Neiden-
burg, Ostpreußen) geboren und hat
dort den größten Teil ihrer Jugend
verlebt. Von frühester Kindheit an
äußerte sich ihr Talent, alles, was sie
fühlte, in Versen auszudrücken und
niederzuschreiben, und als sie acht
Jahre alt war, ließ sie "für einen
ganzen Taler" ihre erste kleine Ge-
schichte im Nachbarstädtchen drucken
und legte dann das Büchlein der Mut-
ter auf den Geburtstagstisch. Was
dann das Leben an Sonnenschein u.
Stürmen brachte, hat sie seit 1902 in
ihren Gedichtsammlungen zum Aus-
druck gebracht. Jm Jahre 1905 ver-
heiratete sie sich mit dem Amtsrichter
G. und lebt seitdem in Fiugatten bei
Ortelsburg in Ostpreußen.

S:

Das
Leben gab's (Ge.), 1902. - Aus ein-
samen Stunden (Ge.), 1904.

*Gemming, August,

* am 10. Sept.
1836 auf der Festung Rothenburg in
Bayern als der Sohn eines Haupt-
manns, besuchte in Nürnberg bis
1853 die Lateinschule u. die Gewerbe-
schule u. trat dann in die bayerische
Armee ein. Nach dem letzten Feld-
zuge (1871) ließ er sich wegen eines
körperlichen Leidens in den Ruhe-
stand versetzen und lebte er dann als
Vertreter mehrerer Versicherungs-
gesellschaften in München. Seit vie-
len Jahren war er Mitarbeiter der
"Münchener Fliegenden Blätter".

S:


Poetische Verbrechen (Ge.), 5. A.,
1884. - Scherz und Ernst in Poesie
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Gem
und Prosa, 1888. - Der Platzstabs-
Offizier (Hum.), 1889.

*Gemoll, Albert,

geboren am 17.
August 1847 in Arnswalde, studierte
Philologie, Geschichte und Germa-
nistik, wurde 1870 Dr. phil., absol-
vierte im Oktober 1871 und im März
1873 seine Staatsexamina und er-
langte nach Absolvierung seines Pro-
bejahrs Ostern 1873 seine definitive
Anstellung. Michaelis 1884 kam er
von Wohlau in Schlesien, wo er
Oberlehrer am Gymnasium gewesen,
als Direktor an das Progymnasium
in Striegau, das unter seiner Leitung
sich 1907 zu einem Realgymnasium
entwickelt hat. Außer einigen Samm-
lungen von Ansprachen und Schul-
reden veröffentlichte er

S:

Einlei-
tung in die homerischen Gedichte,
1881. - Die homerischen Hymnen
(Kritische u. erklärende Ausg.), 1886.
- Königin Luise (Vaterl. Dr.), 1892.
4. A. 1909.

*Gemuseus, Othmar,

geb. am
1. Febr. 1823 in Görlitz (Schlesien),
lebte von seinem 9. Lebensjahre an
ausschließlich in der evangel. Brüder-
gemeinde. Seine Erziehung genoß er
im Pädagogium zu Niesky und wid-
mete sich darauf im theologischen Se-
minar zu Gnadenfeld (Oberschlesien)
dem Studium der Theologie. Nach-
dem er mehrere Jahre in Herrnhut
Lehrer gewesen war, übernahm er
1854 die Redaktion der "Nachrichten
aus der Brüdergemeinde", die er bis
zum Jahre 1893 führte. Diese mo-
natlichen Veröffentlichungen bilden
eine der ersten Zeitschriften in deut-
scher Sprache, welche in fortlaufen-
der Folge seit der Mitte des 18. Jahr-
hunderts erschienen sind, zuerst hand-
schriftlich in großer Auflage für den
Kreis der Brüdergemeinde und ihre
Freunde, von 1818 ab durch den
Druck verbreitet. Neben geistlichen
Reden aus der Brüdergemeinde und
Mitteilungen über die Mission der-
selben enthalten die "Nachrichten" be-

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Gem
und nun fand Adine G. auch die
nötige Muße, ihren ſchriftſtelleriſchen
Neigungen folgen zu können. Doch
ſtarb ſie bereits am 10. Auguſt 1902.

S:

Morphium (3 Nn.), 1895. – Auf-
zeichnungen einer Diakoniſſin (R.),
1896. – Der dritte Bruder. Schlaf –
Tod – Wahnſinn (R.), 1898. – Des
Geſetzes Erfüllung (R.), 1899.

*Gemmel, Helene,

bekannt unter
ihrem Mädchennamen Helene Re-
kittke,
wurde am 8. Juni 1877 als
die zweite Tochter des Rittergutsbe-
ſitzers R. in Penzken (Kreis Neiden-
burg, Oſtpreußen) geboren und hat
dort den größten Teil ihrer Jugend
verlebt. Von früheſter Kindheit an
äußerte ſich ihr Talent, alles, was ſie
fühlte, in Verſen auszudrücken und
niederzuſchreiben, und als ſie acht
Jahre alt war, ließ ſie „für einen
ganzen Taler“ ihre erſte kleine Ge-
ſchichte im Nachbarſtädtchen drucken
und legte dann das Büchlein der Mut-
ter auf den Geburtstagstiſch. Was
dann das Leben an Sonnenſchein u.
Stürmen brachte, hat ſie ſeit 1902 in
ihren Gedichtſammlungen zum Aus-
druck gebracht. Jm Jahre 1905 ver-
heiratete ſie ſich mit dem Amtsrichter
G. und lebt ſeitdem in Fiugatten bei
Ortelsburg in Oſtpreußen.

S:

Das
Leben gab’s (Ge.), 1902. – Aus ein-
ſamen Stunden (Ge.), 1904.

*Gemming, Auguſt,

* am 10. Sept.
1836 auf der Feſtung Rothenburg in
Bayern als der Sohn eines Haupt-
manns, beſuchte in Nürnberg bis
1853 die Lateinſchule u. die Gewerbe-
ſchule u. trat dann in die bayeriſche
Armee ein. Nach dem letzten Feld-
zuge (1871) ließ er ſich wegen eines
körperlichen Leidens in den Ruhe-
ſtand verſetzen und lebte er dann als
Vertreter mehrerer Verſicherungs-
geſellſchaften in München. Seit vie-
len Jahren war er Mitarbeiter der
„Münchener Fliegenden Blätter“.

S:


Poetiſche Verbrechen (Ge.), 5. A.,
1884. – Scherz und Ernſt in Poeſie
[Spaltenumbruch]

Gem
und Proſa, 1888. – Der Platzſtabs-
Offizier (Hum.), 1889.

*Gemoll, Albert,

geboren am 17.
Auguſt 1847 in Arnswalde, ſtudierte
Philologie, Geſchichte und Germa-
niſtik, wurde 1870 Dr. phil., abſol-
vierte im Oktober 1871 und im März
1873 ſeine Staatsexamina und er-
langte nach Abſolvierung ſeines Pro-
bejahrs Oſtern 1873 ſeine definitive
Anſtellung. Michaelis 1884 kam er
von Wohlau in Schleſien, wo er
Oberlehrer am Gymnaſium geweſen,
als Direktor an das Progymnaſium
in Striegau, das unter ſeiner Leitung
ſich 1907 zu einem Realgymnaſium
entwickelt hat. Außer einigen Samm-
lungen von Anſprachen und Schul-
reden veröffentlichte er

S:

Einlei-
tung in die homeriſchen Gedichte,
1881. – Die homeriſchen Hymnen
(Kritiſche u. erklärende Ausg.), 1886.
– Königin Luiſe (Vaterl. Dr.), 1892.
4. A. 1909.

*Gemuſeus, Othmar,

geb. am
1. Febr. 1823 in Görlitz (Schleſien),
lebte von ſeinem 9. Lebensjahre an
ausſchließlich in der evangel. Brüder-
gemeinde. Seine Erziehung genoß er
im Pädagogium zu Niesky und wid-
mete ſich darauf im theologiſchen Se-
minar zu Gnadenfeld (Oberſchleſien)
dem Studium der Theologie. Nach-
dem er mehrere Jahre in Herrnhut
Lehrer geweſen war, übernahm er
1854 die Redaktion der „Nachrichten
aus der Brüdergemeinde“, die er bis
zum Jahre 1893 führte. Dieſe mo-
natlichen Veröffentlichungen bilden
eine der erſten Zeitſchriften in deut-
ſcher Sprache, welche in fortlaufen-
der Folge ſeit der Mitte des 18. Jahr-
hunderts erſchienen ſind, zuerſt hand-
ſchriftlich in großer Auflage für den
Kreis der Brüdergemeinde und ihre
Freunde, von 1818 ab durch den
Druck verbreitet. Neben geiſtlichen
Reden aus der Brüdergemeinde und
Mitteilungen über die Miſſion der-
ſelben enthalten die „Nachrichten“ be-

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[344/0348] Gem Gem und nun fand Adine G. auch die nötige Muße, ihren ſchriftſtelleriſchen Neigungen folgen zu können. Doch ſtarb ſie bereits am 10. Auguſt 1902. S: Morphium (3 Nn.), 1895. – Auf- zeichnungen einer Diakoniſſin (R.), 1896. – Der dritte Bruder. Schlaf – Tod – Wahnſinn (R.), 1898. – Des Geſetzes Erfüllung (R.), 1899. *Gemmel, Helene, bekannt unter ihrem Mädchennamen Helene Re- kittke, wurde am 8. Juni 1877 als die zweite Tochter des Rittergutsbe- ſitzers R. in Penzken (Kreis Neiden- burg, Oſtpreußen) geboren und hat dort den größten Teil ihrer Jugend verlebt. Von früheſter Kindheit an äußerte ſich ihr Talent, alles, was ſie fühlte, in Verſen auszudrücken und niederzuſchreiben, und als ſie acht Jahre alt war, ließ ſie „für einen ganzen Taler“ ihre erſte kleine Ge- ſchichte im Nachbarſtädtchen drucken und legte dann das Büchlein der Mut- ter auf den Geburtstagstiſch. Was dann das Leben an Sonnenſchein u. Stürmen brachte, hat ſie ſeit 1902 in ihren Gedichtſammlungen zum Aus- druck gebracht. Jm Jahre 1905 ver- heiratete ſie ſich mit dem Amtsrichter G. und lebt ſeitdem in Fiugatten bei Ortelsburg in Oſtpreußen. S: Das Leben gab’s (Ge.), 1902. – Aus ein- ſamen Stunden (Ge.), 1904. *Gemming, Auguſt, * am 10. Sept. 1836 auf der Feſtung Rothenburg in Bayern als der Sohn eines Haupt- manns, beſuchte in Nürnberg bis 1853 die Lateinſchule u. die Gewerbe- ſchule u. trat dann in die bayeriſche Armee ein. Nach dem letzten Feld- zuge (1871) ließ er ſich wegen eines körperlichen Leidens in den Ruhe- ſtand verſetzen und lebte er dann als Vertreter mehrerer Verſicherungs- geſellſchaften in München. Seit vie- len Jahren war er Mitarbeiter der „Münchener Fliegenden Blätter“. S: Poetiſche Verbrechen (Ge.), 5. A., 1884. – Scherz und Ernſt in Poeſie und Proſa, 1888. – Der Platzſtabs- Offizier (Hum.), 1889. *Gemoll, Albert, geboren am 17. Auguſt 1847 in Arnswalde, ſtudierte Philologie, Geſchichte und Germa- niſtik, wurde 1870 Dr. phil., abſol- vierte im Oktober 1871 und im März 1873 ſeine Staatsexamina und er- langte nach Abſolvierung ſeines Pro- bejahrs Oſtern 1873 ſeine definitive Anſtellung. Michaelis 1884 kam er von Wohlau in Schleſien, wo er Oberlehrer am Gymnaſium geweſen, als Direktor an das Progymnaſium in Striegau, das unter ſeiner Leitung ſich 1907 zu einem Realgymnaſium entwickelt hat. Außer einigen Samm- lungen von Anſprachen und Schul- reden veröffentlichte er S: Einlei- tung in die homeriſchen Gedichte, 1881. – Die homeriſchen Hymnen (Kritiſche u. erklärende Ausg.), 1886. – Königin Luiſe (Vaterl. Dr.), 1892. 4. A. 1909. *Gemuſeus, Othmar, geb. am 1. Febr. 1823 in Görlitz (Schleſien), lebte von ſeinem 9. Lebensjahre an ausſchließlich in der evangel. Brüder- gemeinde. Seine Erziehung genoß er im Pädagogium zu Niesky und wid- mete ſich darauf im theologiſchen Se- minar zu Gnadenfeld (Oberſchleſien) dem Studium der Theologie. Nach- dem er mehrere Jahre in Herrnhut Lehrer geweſen war, übernahm er 1854 die Redaktion der „Nachrichten aus der Brüdergemeinde“, die er bis zum Jahre 1893 führte. Dieſe mo- natlichen Veröffentlichungen bilden eine der erſten Zeitſchriften in deut- ſcher Sprache, welche in fortlaufen- der Folge ſeit der Mitte des 18. Jahr- hunderts erſchienen ſind, zuerſt hand- ſchriftlich in großer Auflage für den Kreis der Brüdergemeinde und ihre Freunde, von 1818 ab durch den Druck verbreitet. Neben geiſtlichen Reden aus der Brüdergemeinde und Mitteilungen über die Miſſion der- ſelben enthalten die „Nachrichten“ be- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 344. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/348>, abgerufen am 23.02.2019.