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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Schwänke u. Lustspiele "Vergeßlich",
"Eine Muster-Ehe", "Zwei Lebens-
retter" u. a. aufzuweisen. Nachdem
G. moderne Sprachen und Literatur
studiert und währenddessen als Mit-
arbeiter an vielen Zeitschriften tätig
gewesen, trat er 1879 in die Redak-
tion des "Kleinen Journals" als
Leiter des Feuilletons, schied aber
1881 beim Verkauf des Blattes aus
der Redaktion u. arbeitete als unab-
hängiger Schriftsteller, bis er 1883
in die Redaktion der "National-Zei-
tung" in Berlin berufen ward. Gleich-
zeitig war er Berliner Feuilleton-
Korrespondent des "Pester Lloyd".
Nach Eröffnung des "Berliner Thea-
ters" (Herbst 1888) wurde G. Dra-
maturg an demselben und ging 1893
in gleicher Eigenschaft an das Hof-
theater in Stuttgart, an welchem er
bis 1908 tätig war. Mit dem Titel
"Hofrat" schied er aus dieser Stel-
lung und übernahm nun die Leitung
des "Jntimen Theaters" daselbst. Jm
Jahre 1891 war er zum Professor er-
nannt worden.

S:

Ein Bild aus dem
Leben (Volksst.), 1875. - Auf verbote-
nen Wegen (Lsp.), 1876. - Die Leute von
Hohenselchow (Volksst.), 1884. - Der
Kernpunkt (Lsp.), 1885. - Die Spiel-
kasse (Schw.), 1886. - Assuntas Schatz
(N.), 1895. - Verschiedene Übersetzun-
gen von Werken des Alphonse Dau-
det, des Kap. Marryat und des Jwan
Turgenjew.

Gerstner, Paul,

Pseud. für Ernst
Konrad Lutz; s. d.!

Gert, Gertrud,

Pseud. für Ger-
trud Kamke;
s. d.!

*Gertler, Joseph,

geb. am 10. Jan.
1852 zu Tünscht im Leitmeritzer Be-
zirk Böhmens, besuchte seit 1865 die
Realschule und die Lehrerbildungs-
anstalt zu Leitmeritz, wurde 1871
Lehrer in Aussig und 1874 Bürger-
schullehrer in Warnsdorf, wo er seit
1891 als Schulleiter tätig war. Wohl
infolge übermäßiger Anstrengung
versiel er zuletzt in geistige Umnach-
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Ger
tung, so daß er einer Pension in Prag
überwiesen werden mußte. Hier ist
er am 10. Mai 1903 an Gehirnpara-
lyse gestorben.

S:

Klatschrosen und
Pechnelken (Humor.), 1879. Neue
Ausg. u. d. T.: Humoristische Vor-
träge, 1896. - Schulhumor, 1888. -
Allerlei Schwank (Heitere En., Schw.,
M., Fabeln); III, 1897-99.

Gertner, August Julius Hein-
rich,

geb. am 28. Febr. 1827 zu Deutz
bei Köln, besuchte seit 1840 die Kadet-
tenanstalt zu Bensberg, an der sein
Vater als Feldwebel-Leutnant ein
Amt bekleidete, u. von 1846-49 das
Lehrerseminar in Berlin. Er war
danach Vorsteher einer höheren Mäd-
chenschule in Siegen (1855), lebte
später als Rentier in Düsseldorf und
(1881) auf einem gräflichen Gute bei
Schwelm.

S:

Mythen und Blüten
aus dem Siegerlande (Ge.), 1855.

*Gervais, Friedrich Wilhelm Ju-
lius Eduard,

wurde am 24. Juli
1808 in Elbing geboren, wo sein Vater
Bürgermeister war. Als dieser 1813
starb, siedelte die Mutter mit ihren
Kindern nach Königsberg über, wo
ein 22 Jahre älterer Bruder nun
Vaterstelle an Eduard vertrat. Die-
ser wurde von 1820-24 im königl.
Waisenhause erzogen, besuchte da-
nach das Collegium Fridericianum
und bezog 1828 die dortige Univer-
sität, um Philologie und Geschichte zu
studieren. Jm Jahre 1832 habili-
tierte er sich als Privatdozent da-
selbst und in den Jahren 1836-38
wurde ihm eine Staatsunterstützung
vom Ministerium Altenstein zu einer
wissenschaftlichen Reise durch Deutsch-
land, Belgien, Holland, West-Frank-
reich, Ober-Jtalien, die Schweiz und
West-Ungarn zuteil. Der Tod Al-
tensteins (1840) u. der Rücktritt sei-
ner Räte, der Gönner G.s, versperrte
ihm jede Aussicht auf eine Professur.
Eine Berufung als Adlatus Ludens
in Jena, vorerst ohne Gehalt, mußte
G. aus Mittellosigkeit ablehnen, so-

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Ger
Schwänke u. Luſtſpiele „Vergeßlich“,
„Eine Muſter-Ehe“, „Zwei Lebens-
retter“ u. a. aufzuweiſen. Nachdem
G. moderne Sprachen und Literatur
ſtudiert und währenddeſſen als Mit-
arbeiter an vielen Zeitſchriften tätig
geweſen, trat er 1879 in die Redak-
tion des „Kleinen Journals“ als
Leiter des Feuilletons, ſchied aber
1881 beim Verkauf des Blattes aus
der Redaktion u. arbeitete als unab-
hängiger Schriftſteller, bis er 1883
in die Redaktion der „National-Zei-
tung“ in Berlin berufen ward. Gleich-
zeitig war er Berliner Feuilleton-
Korreſpondent des „Peſter Lloyd“.
Nach Eröffnung des „Berliner Thea-
ters“ (Herbſt 1888) wurde G. Dra-
maturg an demſelben und ging 1893
in gleicher Eigenſchaft an das Hof-
theater in Stuttgart, an welchem er
bis 1908 tätig war. Mit dem Titel
„Hofrat“ ſchied er aus dieſer Stel-
lung und übernahm nun die Leitung
des „Jntimen Theaters“ daſelbſt. Jm
Jahre 1891 war er zum Profeſſor er-
nannt worden.

S:

Ein Bild aus dem
Leben (Volksſt.), 1875. – Auf verbote-
nen Wegen (Lſp.), 1876. – Die Leute von
Hohenſelchow (Volksſt.), 1884. – Der
Kernpunkt (Lſp.), 1885. – Die Spiel-
kaſſe (Schw.), 1886. – Aſſuntas Schatz
(N.), 1895. – Verſchiedene Überſetzun-
gen von Werken des Alphonſe Dau-
det, des Kap. Marryat und des Jwan
Turgenjew.

Gerſtner, Paul,

Pſeud. für Ernſt
Konrad Lutz; ſ. d.!

Gert, Gertrud,

Pſeud. für Ger-
trud Kamke;
ſ. d.!

*Gertler, Joſeph,

geb. am 10. Jan.
1852 zu Tünſcht im Leitmeritzer Be-
zirk Böhmens, beſuchte ſeit 1865 die
Realſchule und die Lehrerbildungs-
anſtalt zu Leitmeritz, wurde 1871
Lehrer in Auſſig und 1874 Bürger-
ſchullehrer in Warnsdorf, wo er ſeit
1891 als Schulleiter tätig war. Wohl
infolge übermäßiger Anſtrengung
verſiel er zuletzt in geiſtige Umnach-
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Ger
tung, ſo daß er einer Penſion in Prag
überwieſen werden mußte. Hier iſt
er am 10. Mai 1903 an Gehirnpara-
lyſe geſtorben.

S:

Klatſchroſen und
Pechnelken (Humor.), 1879. Neue
Ausg. u. d. T.: Humoriſtiſche Vor-
träge, 1896. – Schulhumor, 1888. –
Allerlei Schwank (Heitere En., Schw.,
M., Fabeln); III, 1897–99.

Gertner, Auguſt Julius Hein-
rich,

geb. am 28. Febr. 1827 zu Deutz
bei Köln, beſuchte ſeit 1840 die Kadet-
tenanſtalt zu Bensberg, an der ſein
Vater als Feldwebel-Leutnant ein
Amt bekleidete, u. von 1846–49 das
Lehrerſeminar in Berlin. Er war
danach Vorſteher einer höheren Mäd-
chenſchule in Siegen (1855), lebte
ſpäter als Rentier in Düſſeldorf und
(1881) auf einem gräflichen Gute bei
Schwelm.

S:

Mythen und Blüten
aus dem Siegerlande (Ge.), 1855.

*Gervais, Friedrich Wilhelm Ju-
lius Eduard,

wurde am 24. Juli
1808 in Elbing geboren, wo ſein Vater
Bürgermeiſter war. Als dieſer 1813
ſtarb, ſiedelte die Mutter mit ihren
Kindern nach Königsberg über, wo
ein 22 Jahre älterer Bruder nun
Vaterſtelle an Eduard vertrat. Die-
ſer wurde von 1820–24 im königl.
Waiſenhauſe erzogen, beſuchte da-
nach das Collegium Fridericianum
und bezog 1828 die dortige Univer-
ſität, um Philologie und Geſchichte zu
ſtudieren. Jm Jahre 1832 habili-
tierte er ſich als Privatdozent da-
ſelbſt und in den Jahren 1836–38
wurde ihm eine Staatsunterſtützung
vom Miniſterium Altenſtein zu einer
wiſſenſchaftlichen Reiſe durch Deutſch-
land, Belgien, Holland, Weſt-Frank-
reich, Ober-Jtalien, die Schweiz und
Weſt-Ungarn zuteil. Der Tod Al-
tenſteins (1840) u. der Rücktritt ſei-
ner Räte, der Gönner G.s, verſperrte
ihm jede Ausſicht auf eine Profeſſur.
Eine Berufung als Adlatus Ludens
in Jena, vorerſt ohne Gehalt, mußte
G. aus Mittelloſigkeit ablehnen, ſo-

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[363/0367] Ger Ger Schwänke u. Luſtſpiele „Vergeßlich“, „Eine Muſter-Ehe“, „Zwei Lebens- retter“ u. a. aufzuweiſen. Nachdem G. moderne Sprachen und Literatur ſtudiert und währenddeſſen als Mit- arbeiter an vielen Zeitſchriften tätig geweſen, trat er 1879 in die Redak- tion des „Kleinen Journals“ als Leiter des Feuilletons, ſchied aber 1881 beim Verkauf des Blattes aus der Redaktion u. arbeitete als unab- hängiger Schriftſteller, bis er 1883 in die Redaktion der „National-Zei- tung“ in Berlin berufen ward. Gleich- zeitig war er Berliner Feuilleton- Korreſpondent des „Peſter Lloyd“. Nach Eröffnung des „Berliner Thea- ters“ (Herbſt 1888) wurde G. Dra- maturg an demſelben und ging 1893 in gleicher Eigenſchaft an das Hof- theater in Stuttgart, an welchem er bis 1908 tätig war. Mit dem Titel „Hofrat“ ſchied er aus dieſer Stel- lung und übernahm nun die Leitung des „Jntimen Theaters“ daſelbſt. Jm Jahre 1891 war er zum Profeſſor er- nannt worden. S: Ein Bild aus dem Leben (Volksſt.), 1875. – Auf verbote- nen Wegen (Lſp.), 1876. – Die Leute von Hohenſelchow (Volksſt.), 1884. – Der Kernpunkt (Lſp.), 1885. – Die Spiel- kaſſe (Schw.), 1886. – Aſſuntas Schatz (N.), 1895. – Verſchiedene Überſetzun- gen von Werken des Alphonſe Dau- det, des Kap. Marryat und des Jwan Turgenjew. Gerſtner, Paul, Pſeud. für Ernſt Konrad Lutz; ſ. d.! Gert, Gertrud, Pſeud. für Ger- trud Kamke; ſ. d.! *Gertler, Joſeph, geb. am 10. Jan. 1852 zu Tünſcht im Leitmeritzer Be- zirk Böhmens, beſuchte ſeit 1865 die Realſchule und die Lehrerbildungs- anſtalt zu Leitmeritz, wurde 1871 Lehrer in Auſſig und 1874 Bürger- ſchullehrer in Warnsdorf, wo er ſeit 1891 als Schulleiter tätig war. Wohl infolge übermäßiger Anſtrengung verſiel er zuletzt in geiſtige Umnach- tung, ſo daß er einer Penſion in Prag überwieſen werden mußte. Hier iſt er am 10. Mai 1903 an Gehirnpara- lyſe geſtorben. S: Klatſchroſen und Pechnelken (Humor.), 1879. Neue Ausg. u. d. T.: Humoriſtiſche Vor- träge, 1896. – Schulhumor, 1888. – Allerlei Schwank (Heitere En., Schw., M., Fabeln); III, 1897–99. Gertner, Auguſt Julius Hein- rich, geb. am 28. Febr. 1827 zu Deutz bei Köln, beſuchte ſeit 1840 die Kadet- tenanſtalt zu Bensberg, an der ſein Vater als Feldwebel-Leutnant ein Amt bekleidete, u. von 1846–49 das Lehrerſeminar in Berlin. Er war danach Vorſteher einer höheren Mäd- chenſchule in Siegen (1855), lebte ſpäter als Rentier in Düſſeldorf und (1881) auf einem gräflichen Gute bei Schwelm. S: Mythen und Blüten aus dem Siegerlande (Ge.), 1855. *Gervais, Friedrich Wilhelm Ju- lius Eduard, wurde am 24. Juli 1808 in Elbing geboren, wo ſein Vater Bürgermeiſter war. Als dieſer 1813 ſtarb, ſiedelte die Mutter mit ihren Kindern nach Königsberg über, wo ein 22 Jahre älterer Bruder nun Vaterſtelle an Eduard vertrat. Die- ſer wurde von 1820–24 im königl. Waiſenhauſe erzogen, beſuchte da- nach das Collegium Fridericianum und bezog 1828 die dortige Univer- ſität, um Philologie und Geſchichte zu ſtudieren. Jm Jahre 1832 habili- tierte er ſich als Privatdozent da- ſelbſt und in den Jahren 1836–38 wurde ihm eine Staatsunterſtützung vom Miniſterium Altenſtein zu einer wiſſenſchaftlichen Reiſe durch Deutſch- land, Belgien, Holland, Weſt-Frank- reich, Ober-Jtalien, die Schweiz und Weſt-Ungarn zuteil. Der Tod Al- tenſteins (1840) u. der Rücktritt ſei- ner Räte, der Gönner G.s, verſperrte ihm jede Ausſicht auf eine Profeſſur. Eine Berufung als Adlatus Ludens in Jena, vorerſt ohne Gehalt, mußte G. aus Mittelloſigkeit ablehnen, ſo- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 363. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/367>, abgerufen am 20.02.2019.