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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gla
1892. - Karriere (Dr.), 1898. - Eine
Kraftprobe (Lsp.), 1903. - Eigene
Ziele (R.), 1903.

Glaß, Richard,

wurde am 13.
Juli 1809 zu Leipzig geboren und
studierte daselbst nach Absolvierung
eines praktischen Kursus Kameralia
und andere Wissenschaften und war
dann als Kommissar bei der Entfes-
selung des Grund und Bodens von
den darauf haftenden Feudallasten
tätig. Jm Jahre 1848 wurde er als
Stellvertreter zur Nationalversamm-
lung in Frankfurt gewählt und trat
im folgenden Jahre in den sachsen-
altenburgischen Staatsdienst. Als
Ökonomierat wurde er Mitglied der
Katasterkommission u. Konsulent für
landwirtschaftliche Angelegenheiten
und Ablösungssachen im Finanzmini-
sterium und 1866 vortragender Rat
im Ministerium der Finanzen u. des
Jnnern. Als solcher + er zu Alten-
burg am 13. Jan. 1883.

S:

Warwick
(Dr.), 1868. - Nach Süden! Emp-
findsame Reise, 1875. - Skizzen und
Studien aus Haus und Hof, aus
Wald u. Feld, 1878. - Gedichte, 1881.

*Glaß, Luise,

das einzige Kind
des Vorigen, wurde am 4. Febr. 1857
in Altenburg geboren u. erhielt da-
selbst ihre Bildung. Häufiger Aufent-
halt in dem nahen Leipzig, wo sie
Theater, Konzerte u. den Umgang be-
deutender Menschen genießen konnte,
war von großem Einfluß auf ihre
geistige Entwicklung und mitbestim-
mend für ihre literarische Tätigkeit,
die sie schon frühzeitig übte. Sie
lebte nach dem Tode ihres Vaters
noch eine Zeitlang in Altenburg, zog
dann 1888 nach Berlin, wo sie drei
Jahre lang in der Verlagsbuchhand-
lung von Alexander Duncker tätig
war, siedelte 1891 nach Kahla in Thü-
ringen über und verlegte 1899 ihren
Wohnsitz wieder nach Altenburg.

S:

O lieb, so lang du lieben kannst!
(2 En.), 1882. - Laßt euch erzählen!
(M.), 1887. - Unser Doktor (R.); III,
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Gla
1895. - Tönendes Erz und klingende
Schelle (R.); III, 1897. - Jn die Welt
(E. a. d. 7jährigen Kriege), 1897. -
Familie Gesterding (E. f. junge Mäd-
chen), 1897. - Jm Mund der Leute
(E.), 1898. - Der goldene Engel und
kleine Geschichten, 1899. - Das Mon-
tagskränzchen (E.), 10. Aufl. 1908. -
Gustel Wildfang (E.), 1900. - Annele
(E. für junge Mädchen), 1902. - Jm
Krähennest (E.), 2. A. 1905. - Stumme
Musikanten (R.), 1905. - Der Schat-
ten von Altramsdorf (R.), 1907. -
Der vergessene Garten (R.), 1907. -
Schwarmliesels Wunschglocke (E.),
1908. - Das goldene Märchenbuch
(mit Elise Hofmann und Josephine
Siebe), 1909. - Der Hungerborn (R.),
1910.

Glaßbrenner, Adolf,

Pseudon.
Ad. Brennglas, wurde am 27.
März 1810 in Berlin geboren. Seine
Eltern waren kleine Bürgersleute,
Jnhaber einer Schmuckfederfabrik,
und konnten den Wunsch ihres Soh-
nes, Theologie zu studieren, wegen
ihrer beschränkten Verhältnisse nicht
erfüllen. Er mußte sich dem Kauf-
mannsstande widmen; doch setzte er
in den ihm freilich karg zugemessenen
Mußestunden seine Studien fort und
schuf in ihnen seine ersten poetischen
Versuche. 20 Jahre alt, sagte er dem
Gott Merkur Valet und trat wohl-
gemut in den Dienst der Belletristik.
Seine launigen Einfälle u. Verse und
seine muntere, kecke Schreibart ge-
fielen dem Publikum und verschafften
ihm viele Freunde. Jm Jahre 1832
übernahm er die Redaktion des Sonn-
tagsblattes "Berliner Don Quichote"
und fing gleichzeitig an, unter dem
Namen Brennglas jene Reihe kleiner
Schriftchen erscheinen zu lassen, die
unter dem Titel "Berlin, wie es ist
und -- trinkt" von so ungeheurer Be-
deutung wurden, daß in Deutschland
beinahe keine größere Stadt ohne
deren Nachahmung blieb. Man zählte
gegen zweihundert derselben. Jm

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Gla
1892. – Karriere (Dr.), 1898. – Eine
Kraftprobe (Lſp.), 1903. – Eigene
Ziele (R.), 1903.

Glaß, Richard,

wurde am 13.
Juli 1809 zu Leipzig geboren und
ſtudierte daſelbſt nach Abſolvierung
eines praktiſchen Kurſus Kameralia
und andere Wiſſenſchaften und war
dann als Kommiſſar bei der Entfeſ-
ſelung des Grund und Bodens von
den darauf haftenden Feudallaſten
tätig. Jm Jahre 1848 wurde er als
Stellvertreter zur Nationalverſamm-
lung in Frankfurt gewählt und trat
im folgenden Jahre in den ſachſen-
altenburgiſchen Staatsdienſt. Als
Ökonomierat wurde er Mitglied der
Kataſterkommiſſion u. Konſulent für
landwirtſchaftliche Angelegenheiten
und Ablöſungsſachen im Finanzmini-
ſterium und 1866 vortragender Rat
im Miniſterium der Finanzen u. des
Jnnern. Als ſolcher † er zu Alten-
burg am 13. Jan. 1883.

S:

Warwick
(Dr.), 1868. – Nach Süden! Emp-
findſame Reiſe, 1875. – Skizzen und
Studien aus Haus und Hof, aus
Wald u. Feld, 1878. – Gedichte, 1881.

*Glaß, Luiſe,

das einzige Kind
des Vorigen, wurde am 4. Febr. 1857
in Altenburg geboren u. erhielt da-
ſelbſt ihre Bildung. Häufiger Aufent-
halt in dem nahen Leipzig, wo ſie
Theater, Konzerte u. den Umgang be-
deutender Menſchen genießen konnte,
war von großem Einfluß auf ihre
geiſtige Entwicklung und mitbeſtim-
mend für ihre literariſche Tätigkeit,
die ſie ſchon frühzeitig übte. Sie
lebte nach dem Tode ihres Vaters
noch eine Zeitlang in Altenburg, zog
dann 1888 nach Berlin, wo ſie drei
Jahre lang in der Verlagsbuchhand-
lung von Alexander Duncker tätig
war, ſiedelte 1891 nach Kahla in Thü-
ringen über und verlegte 1899 ihren
Wohnſitz wieder nach Altenburg.

S:

O lieb, ſo lang du lieben kannſt!
(2 En.), 1882. – Laßt euch erzählen!
(M.), 1887. – Unſer Doktor (R.); III,
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Gla
1895. – Tönendes Erz und klingende
Schelle (R.); III, 1897. – Jn die Welt
(E. a. d. 7jährigen Kriege), 1897. –
Familie Geſterding (E. f. junge Mäd-
chen), 1897. – Jm Mund der Leute
(E.), 1898. – Der goldene Engel und
kleine Geſchichten, 1899. – Das Mon-
tagskränzchen (E.), 10. Aufl. 1908. –
Guſtel Wildfang (E.), 1900. – Annele
(E. für junge Mädchen), 1902. – Jm
Krähenneſt (E.), 2. A. 1905. – Stumme
Muſikanten (R.), 1905. – Der Schat-
ten von Altramsdorf (R.), 1907. –
Der vergeſſene Garten (R.), 1907. –
Schwarmlieſels Wunſchglocke (E.),
1908. – Das goldene Märchenbuch
(mit Eliſe Hofmann und Joſephine
Siebe), 1909. – Der Hungerborn (R.),
1910.

Glaßbrenner, Adolf,

Pſeudon.
Ad. Brennglas, wurde am 27.
März 1810 in Berlin geboren. Seine
Eltern waren kleine Bürgersleute,
Jnhaber einer Schmuckfederfabrik,
und konnten den Wunſch ihres Soh-
nes, Theologie zu ſtudieren, wegen
ihrer beſchränkten Verhältniſſe nicht
erfüllen. Er mußte ſich dem Kauf-
mannsſtande widmen; doch ſetzte er
in den ihm freilich karg zugemeſſenen
Mußeſtunden ſeine Studien fort und
ſchuf in ihnen ſeine erſten poetiſchen
Verſuche. 20 Jahre alt, ſagte er dem
Gott Merkur Valet und trat wohl-
gemut in den Dienſt der Belletriſtik.
Seine launigen Einfälle u. Verſe und
ſeine muntere, kecke Schreibart ge-
fielen dem Publikum und verſchafften
ihm viele Freunde. Jm Jahre 1832
übernahm er die Redaktion des Sonn-
tagsblattes „Berliner Don Quichote“
und fing gleichzeitig an, unter dem
Namen Brennglas jene Reihe kleiner
Schriftchen erſcheinen zu laſſen, die
unter dem Titel „Berlin, wie es iſt
und — trinkt“ von ſo ungeheurer Be-
deutung wurden, daß in Deutſchland
beinahe keine größere Stadt ohne
deren Nachahmung blieb. Man zählte
gegen zweihundert derſelben. Jm

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[379/0383] Gla Gla 1892. – Karriere (Dr.), 1898. – Eine Kraftprobe (Lſp.), 1903. – Eigene Ziele (R.), 1903. Glaß, Richard, wurde am 13. Juli 1809 zu Leipzig geboren und ſtudierte daſelbſt nach Abſolvierung eines praktiſchen Kurſus Kameralia und andere Wiſſenſchaften und war dann als Kommiſſar bei der Entfeſ- ſelung des Grund und Bodens von den darauf haftenden Feudallaſten tätig. Jm Jahre 1848 wurde er als Stellvertreter zur Nationalverſamm- lung in Frankfurt gewählt und trat im folgenden Jahre in den ſachſen- altenburgiſchen Staatsdienſt. Als Ökonomierat wurde er Mitglied der Kataſterkommiſſion u. Konſulent für landwirtſchaftliche Angelegenheiten und Ablöſungsſachen im Finanzmini- ſterium und 1866 vortragender Rat im Miniſterium der Finanzen u. des Jnnern. Als ſolcher † er zu Alten- burg am 13. Jan. 1883. S: Warwick (Dr.), 1868. – Nach Süden! Emp- findſame Reiſe, 1875. – Skizzen und Studien aus Haus und Hof, aus Wald u. Feld, 1878. – Gedichte, 1881. *Glaß, Luiſe, das einzige Kind des Vorigen, wurde am 4. Febr. 1857 in Altenburg geboren u. erhielt da- ſelbſt ihre Bildung. Häufiger Aufent- halt in dem nahen Leipzig, wo ſie Theater, Konzerte u. den Umgang be- deutender Menſchen genießen konnte, war von großem Einfluß auf ihre geiſtige Entwicklung und mitbeſtim- mend für ihre literariſche Tätigkeit, die ſie ſchon frühzeitig übte. Sie lebte nach dem Tode ihres Vaters noch eine Zeitlang in Altenburg, zog dann 1888 nach Berlin, wo ſie drei Jahre lang in der Verlagsbuchhand- lung von Alexander Duncker tätig war, ſiedelte 1891 nach Kahla in Thü- ringen über und verlegte 1899 ihren Wohnſitz wieder nach Altenburg. S: O lieb, ſo lang du lieben kannſt! (2 En.), 1882. – Laßt euch erzählen! (M.), 1887. – Unſer Doktor (R.); III, 1895. – Tönendes Erz und klingende Schelle (R.); III, 1897. – Jn die Welt (E. a. d. 7jährigen Kriege), 1897. – Familie Geſterding (E. f. junge Mäd- chen), 1897. – Jm Mund der Leute (E.), 1898. – Der goldene Engel und kleine Geſchichten, 1899. – Das Mon- tagskränzchen (E.), 10. Aufl. 1908. – Guſtel Wildfang (E.), 1900. – Annele (E. für junge Mädchen), 1902. – Jm Krähenneſt (E.), 2. A. 1905. – Stumme Muſikanten (R.), 1905. – Der Schat- ten von Altramsdorf (R.), 1907. – Der vergeſſene Garten (R.), 1907. – Schwarmlieſels Wunſchglocke (E.), 1908. – Das goldene Märchenbuch (mit Eliſe Hofmann und Joſephine Siebe), 1909. – Der Hungerborn (R.), 1910. Glaßbrenner, Adolf, Pſeudon. Ad. Brennglas, wurde am 27. März 1810 in Berlin geboren. Seine Eltern waren kleine Bürgersleute, Jnhaber einer Schmuckfederfabrik, und konnten den Wunſch ihres Soh- nes, Theologie zu ſtudieren, wegen ihrer beſchränkten Verhältniſſe nicht erfüllen. Er mußte ſich dem Kauf- mannsſtande widmen; doch ſetzte er in den ihm freilich karg zugemeſſenen Mußeſtunden ſeine Studien fort und ſchuf in ihnen ſeine erſten poetiſchen Verſuche. 20 Jahre alt, ſagte er dem Gott Merkur Valet und trat wohl- gemut in den Dienſt der Belletriſtik. Seine launigen Einfälle u. Verſe und ſeine muntere, kecke Schreibart ge- fielen dem Publikum und verſchafften ihm viele Freunde. Jm Jahre 1832 übernahm er die Redaktion des Sonn- tagsblattes „Berliner Don Quichote“ und fing gleichzeitig an, unter dem Namen Brennglas jene Reihe kleiner Schriftchen erſcheinen zu laſſen, die unter dem Titel „Berlin, wie es iſt und — trinkt“ von ſo ungeheurer Be- deutung wurden, daß in Deutſchland beinahe keine größere Stadt ohne deren Nachahmung blieb. Man zählte gegen zweihundert derſelben. Jm *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 379. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/383>, abgerufen am 20.02.2019.