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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gos
Gosseck, Hermann,

Pseudon. für
Herma Goes; s. d.!

Goßmann, Johann Bartholo-
mäus,

wurde am 28. Septbr. 1811
zu Frammersbach in Unterfranken
geboren, erhielt seinen ersten Unter-
richt in der Dorfschule, wurde dann
von einem Landpfarrer für eine Stu-
dienanstalt vorbereitet und besuchte
von 1824 ab das Gymnasium in
Würzburg, wo er sich, da alle Unter-
stützungen vom elterlichen Hause fehl-
ten, kümmerlich durchschlagen mußte.
Seit 1829 studierte er daselbst an-
fangs Theologie, später Philosophie,
bestand 1832 die Prüfung für das
Gymnasiallehramt und wurde am
Gymnasium in Würzburg angestellt.
Jm Jahre 1842 wurde er zum Stu-
dienlehrer in Landau ernannt und
1848 in gleicher Eigenschaft nach
München versetzt, wo er am 18. Aug.
1854 an der Cholera +.

S:

Prob-
akkorde; II, 1830-31. - König Max I.
(G.), 1836. - Kurfürst Maximilian I.,
der Glaubensheld (Ep.), 1838. - Drei
Tage in Kissingen (Ge.), 1838. - Der
Sieg des Kreuzes (Ep.), 1841. - Max
Emanuel (Ep.), 1840. - Drei Wit-
telsbacher (Ep. Dn.), 1853.

Goßmann, Friederike,

siehe Frie-
derike
Gräfin Prokesch-Osten!

Gothe, Ludwig,

* am 10. Juni
1835 zu Potsdam, siedelte später mit
seinen Eltern nach Berlin über und
erlernte hier das Buchdruckerhand-
werk. Als Schriftsetzer veröffentlichte
er in Zeitungen verschiedene kleinere
Skizzen, welche die Aufmerksamkeit
der Dichterin Fanny Lewald erregten,
die ihn liebevoll unterstützte und auf
den rechten Weg führte. Jn den letz-
ten Lebensjahren quälte ihn ein un-
heilbares Leiden, dem er nach länge-
rem Siechtum am 25. März 1881 im
Barackenlazarett zu Moabit erlag.

S:

Berlins romantische Vergangen-
heit (Re.); III, 1850 (Jnhalt: Swan-
tewitha. - Der Fischhändler von
Kölln. - Der Türmer von St.
[Spaltenumbruch]

Goe
Marien). - Die schwarzen Brüder
(Hist. E.); IV, 1858. - Am Red River,
oder: Sklavenleben in Nordamerika
(E.); II, 1862-63. - Die Maron-Ne-
ger (E.), 1864. - Der geheimnisvolle
Turm, oder: Das Opfer der Ehre
(E.), 1865. - Die Kinder der Toten
(E.), 1867.

Goethe, Wolfgang, Maximi-
lian von,

Enkel des großen Dichters
und Sohn Augusts von Goethe (+ am
27. Okt. 1830 in Rom) und der in der
Goethe-Literatur bekannten Ottilie
von Goethe, geb. von Pogwitsch (+
26. Okt. 1872), wurde am 18. Sept.
1820 geboren, erhielt eine sehr sorg-
fältige Erziehung unter den Augen
seines Großvaters, dessen Lieblings-
enkel er war, und besuchte nach dessen
Tode kurze Zeit Schulpforta, von
Ostern 1836 ab das Gymnasium in
Weimar, das er im Septbr. 1839 ab-
solvierte. Von 1839-45 studierte G.
Jurisprudenz u. Philologie in Bonn,
Jena, Heidelberg und Berlin und er-
warb sich in Heidelberg mit der
Schrift De fragmento Vegoiae die
juristische Doktorwürde. Jetzt folg-
ten fünf Jahre schweren Leidens.
Eine Nervenkrankheit, deren Anfänge
bis in die Gymnasialzeit zurückreich-
ten, verursachte dem Kranken die un-
erträglichsten Schmerzen, so daß er
an die Wahl eines Berufes nicht den-
ken konnte. Die drei ersten Winter
verlebte G. in Rom, die beiden letzten
in Wien, wohin seine Mutter ihren
Wohnsitz verlegte, zwischendurch ge-
brauchte er bei Prießnitz in Freiwal-
dau eine Wasserkur. 1851 kehrte er
nach Weimar zurück, wo er vom Groß-
herzog Karl Friedrich zum Kammer-
herrn ernannt wurde. Durch dessen
Vermittelung trat er dann im Früh-
jahr 1852 in den preußischen diplo-
matischen Dienst ein und ging als
Gesandtschaftsattache nach Rom. Seit
1854 Legationssekretär, kam er als
solcher 1856 zur Gesandtschaft in
Dresden, schied aber 1860 als Lega-

*

[Spaltenumbruch]
Goſ
Goſſeck, Hermann,

Pſeudon. für
Herma Goës; ſ. d.!

Goßmann, Johann Bartholo-
mäus,

wurde am 28. Septbr. 1811
zu Frammersbach in Unterfranken
geboren, erhielt ſeinen erſten Unter-
richt in der Dorfſchule, wurde dann
von einem Landpfarrer für eine Stu-
dienanſtalt vorbereitet und beſuchte
von 1824 ab das Gymnaſium in
Würzburg, wo er ſich, da alle Unter-
ſtützungen vom elterlichen Hauſe fehl-
ten, kümmerlich durchſchlagen mußte.
Seit 1829 ſtudierte er daſelbſt an-
fangs Theologie, ſpäter Philoſophie,
beſtand 1832 die Prüfung für das
Gymnaſiallehramt und wurde am
Gymnaſium in Würzburg angeſtellt.
Jm Jahre 1842 wurde er zum Stu-
dienlehrer in Landau ernannt und
1848 in gleicher Eigenſchaft nach
München verſetzt, wo er am 18. Aug.
1854 an der Cholera †.

S:

Prob-
akkorde; II, 1830–31. – König Max I.
(G.), 1836. – Kurfürſt Maximilian I.,
der Glaubensheld (Ep.), 1838. – Drei
Tage in Kiſſingen (Ge.), 1838. – Der
Sieg des Kreuzes (Ep.), 1841. – Max
Emanuel (Ep.), 1840. – Drei Wit-
telsbacher (Ep. Dn.), 1853.

Goßmann, Friederike,

ſiehe Frie-
derike
Gräfin Prokeſch-Oſten!

Gothe, Ludwig,

* am 10. Juni
1835 zu Potsdam, ſiedelte ſpäter mit
ſeinen Eltern nach Berlin über und
erlernte hier das Buchdruckerhand-
werk. Als Schriftſetzer veröffentlichte
er in Zeitungen verſchiedene kleinere
Skizzen, welche die Aufmerkſamkeit
der Dichterin Fanny Lewald erregten,
die ihn liebevoll unterſtützte und auf
den rechten Weg führte. Jn den letz-
ten Lebensjahren quälte ihn ein un-
heilbares Leiden, dem er nach länge-
rem Siechtum am 25. März 1881 im
Barackenlazarett zu Moabit erlag.

S:

Berlins romantiſche Vergangen-
heit (Re.); III, 1850 (Jnhalt: Swan-
tewitha. – Der Fiſchhändler von
Kölln. – Der Türmer von St.
[Spaltenumbruch]

Goe
Marien). – Die ſchwarzen Brüder
(Hiſt. E.); IV, 1858. – Am Red River,
oder: Sklavenleben in Nordamerika
(E.); II, 1862–63. – Die Maron-Ne-
ger (E.), 1864. – Der geheimnisvolle
Turm, oder: Das Opfer der Ehre
(E.), 1865. – Die Kinder der Toten
(E.), 1867.

Goethe, Wolfgang, Maximi-
lian von,

Enkel des großen Dichters
und Sohn Auguſts von Goethe († am
27. Okt. 1830 in Rom) und der in der
Goethe-Literatur bekannten Ottilie
von Goethe, geb. von Pogwitſch (†
26. Okt. 1872), wurde am 18. Sept.
1820 geboren, erhielt eine ſehr ſorg-
fältige Erziehung unter den Augen
ſeines Großvaters, deſſen Lieblings-
enkel er war, und beſuchte nach deſſen
Tode kurze Zeit Schulpforta, von
Oſtern 1836 ab das Gymnaſium in
Weimar, das er im Septbr. 1839 ab-
ſolvierte. Von 1839–45 ſtudierte G.
Jurisprudenz u. Philologie in Bonn,
Jena, Heidelberg und Berlin und er-
warb ſich in Heidelberg mit der
Schrift De fragmento Vegoiae die
juriſtiſche Doktorwürde. Jetzt folg-
ten fünf Jahre ſchweren Leidens.
Eine Nervenkrankheit, deren Anfänge
bis in die Gymnaſialzeit zurückreich-
ten, verurſachte dem Kranken die un-
erträglichſten Schmerzen, ſo daß er
an die Wahl eines Berufes nicht den-
ken konnte. Die drei erſten Winter
verlebte G. in Rom, die beiden letzten
in Wien, wohin ſeine Mutter ihren
Wohnſitz verlegte, zwiſchendurch ge-
brauchte er bei Prießnitz in Freiwal-
dau eine Waſſerkur. 1851 kehrte er
nach Weimar zurück, wo er vom Groß-
herzog Karl Friedrich zum Kammer-
herrn ernannt wurde. Durch deſſen
Vermittelung trat er dann im Früh-
jahr 1852 in den preußiſchen diplo-
matiſchen Dienſt ein und ging als
Geſandtſchaftsattaché nach Rom. Seit
1854 Legationsſekretär, kam er als
ſolcher 1856 zur Geſandtſchaft in
Dresden, ſchied aber 1860 als Lega-

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[411/0415] Goſ Goe Goſſeck, Hermann, Pſeudon. für Herma Goës; ſ. d.! Goßmann, Johann Bartholo- mäus, wurde am 28. Septbr. 1811 zu Frammersbach in Unterfranken geboren, erhielt ſeinen erſten Unter- richt in der Dorfſchule, wurde dann von einem Landpfarrer für eine Stu- dienanſtalt vorbereitet und beſuchte von 1824 ab das Gymnaſium in Würzburg, wo er ſich, da alle Unter- ſtützungen vom elterlichen Hauſe fehl- ten, kümmerlich durchſchlagen mußte. Seit 1829 ſtudierte er daſelbſt an- fangs Theologie, ſpäter Philoſophie, beſtand 1832 die Prüfung für das Gymnaſiallehramt und wurde am Gymnaſium in Würzburg angeſtellt. Jm Jahre 1842 wurde er zum Stu- dienlehrer in Landau ernannt und 1848 in gleicher Eigenſchaft nach München verſetzt, wo er am 18. Aug. 1854 an der Cholera †. S: Prob- akkorde; II, 1830–31. – König Max I. (G.), 1836. – Kurfürſt Maximilian I., der Glaubensheld (Ep.), 1838. – Drei Tage in Kiſſingen (Ge.), 1838. – Der Sieg des Kreuzes (Ep.), 1841. – Max Emanuel (Ep.), 1840. – Drei Wit- telsbacher (Ep. Dn.), 1853. Goßmann, Friederike, ſiehe Frie- derike Gräfin Prokeſch-Oſten! Gothe, Ludwig, * am 10. Juni 1835 zu Potsdam, ſiedelte ſpäter mit ſeinen Eltern nach Berlin über und erlernte hier das Buchdruckerhand- werk. Als Schriftſetzer veröffentlichte er in Zeitungen verſchiedene kleinere Skizzen, welche die Aufmerkſamkeit der Dichterin Fanny Lewald erregten, die ihn liebevoll unterſtützte und auf den rechten Weg führte. Jn den letz- ten Lebensjahren quälte ihn ein un- heilbares Leiden, dem er nach länge- rem Siechtum am 25. März 1881 im Barackenlazarett zu Moabit erlag. S: Berlins romantiſche Vergangen- heit (Re.); III, 1850 (Jnhalt: Swan- tewitha. – Der Fiſchhändler von Kölln. – Der Türmer von St. Marien). – Die ſchwarzen Brüder (Hiſt. E.); IV, 1858. – Am Red River, oder: Sklavenleben in Nordamerika (E.); II, 1862–63. – Die Maron-Ne- ger (E.), 1864. – Der geheimnisvolle Turm, oder: Das Opfer der Ehre (E.), 1865. – Die Kinder der Toten (E.), 1867. Goethe, Wolfgang, Maximi- lian von, Enkel des großen Dichters und Sohn Auguſts von Goethe († am 27. Okt. 1830 in Rom) und der in der Goethe-Literatur bekannten Ottilie von Goethe, geb. von Pogwitſch († 26. Okt. 1872), wurde am 18. Sept. 1820 geboren, erhielt eine ſehr ſorg- fältige Erziehung unter den Augen ſeines Großvaters, deſſen Lieblings- enkel er war, und beſuchte nach deſſen Tode kurze Zeit Schulpforta, von Oſtern 1836 ab das Gymnaſium in Weimar, das er im Septbr. 1839 ab- ſolvierte. Von 1839–45 ſtudierte G. Jurisprudenz u. Philologie in Bonn, Jena, Heidelberg und Berlin und er- warb ſich in Heidelberg mit der Schrift De fragmento Vegoiae die juriſtiſche Doktorwürde. Jetzt folg- ten fünf Jahre ſchweren Leidens. Eine Nervenkrankheit, deren Anfänge bis in die Gymnaſialzeit zurückreich- ten, verurſachte dem Kranken die un- erträglichſten Schmerzen, ſo daß er an die Wahl eines Berufes nicht den- ken konnte. Die drei erſten Winter verlebte G. in Rom, die beiden letzten in Wien, wohin ſeine Mutter ihren Wohnſitz verlegte, zwiſchendurch ge- brauchte er bei Prießnitz in Freiwal- dau eine Waſſerkur. 1851 kehrte er nach Weimar zurück, wo er vom Groß- herzog Karl Friedrich zum Kammer- herrn ernannt wurde. Durch deſſen Vermittelung trat er dann im Früh- jahr 1852 in den preußiſchen diplo- matiſchen Dienſt ein und ging als Geſandtſchaftsattaché nach Rom. Seit 1854 Legationsſekretär, kam er als ſolcher 1856 zur Geſandtſchaft in Dresden, ſchied aber 1860 als Lega- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 411. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/415>, abgerufen am 22.02.2019.