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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gra
ein Sohn des Stadtarchivars und
Schriftstellers Heinrich G. geboren,
absolvierte das dortige Gymnasium
u. bezog 1888 die Prager Hochschule,
um sich dem Rechtsstudium zu wid-
men. Ein früher Tod raffte ihn be-
reits am 27. Juni 1890 dahin.

S:


Gedichte (hrsg. v. s. Vater), 1891.

*Graf, Anton,

* am 2. Mai 1817
in München, erhielt daselbst seine
Schul- u. Gymnasialbildung u. wid-
mete sich an der dortigen Universität
dem Studium der Rechte. Jm Jahre
1866 wurde er Landrichter zu Gre-
ding in Bayern u. später Oberamts-
richter daselbst. Nach seiner Pensio-
nierung siedelte er nach seiner Vater-
stadt München über.

S:

Heil dem
deutschen Reiche! (Ge.), 1874. - Die
Heiratslustigen (Schwank), 1875. -
Traum und Erkenntnis (Dr.), 1875.
- Ghaselenkranz, 1883.

*Graf, Franz,

pseud. Gottlieb
Biedermaier,
wurde am 2. Nov.
1840 in Aachen geboren u. kam 1848
mit seiner Familie nach Alzey in
Rheinhessen. Jn den Jahren 1855
bis 1861 studierte er auf den tech-
nischen Hochschulen in Darmstadt,
München u. Karlsruhe die Jngenieur-
wissenschaften u. war dann 20 Jahre
lang an verschiedenen Plätzen in sei-
nem Berufe als Eisenbahn- u. Tief-
bau-Jngenieur tätig, schrieb während
dieser Zeit auch im Auftrage der kgl.
Eisenbahndirektion Köln "Die Mosel
von Koblenz bis Trier. Ein Führer
für Eisenbahnreisende" (1881). Seit
dem Jahre 1881 hat er sich mit großer
Leidenschaft seiner alten Neigung zur
Malerei hingegeben und ist daneben
zugleich als Dichter, besonders hu-
morvoller Lieder, deren viele Ein-
gang in Kommersbücher gefunden
haben, und als Schriftsteller tätig.
Seinen Wohnsitz hat er seit 1872 in
Frankfurt a. M.

S:

Hundert Kneip-
lieder für Techniker, 1882. - Das
Weib, die Liebe und dergl. (Klänge
a. der Liederleier des alten Gottlieb
[Spaltenumbruch]

Gra
Biedermaier), 1900. - Rot-Weiß-
Blau (Eine schnurrige Malergesch.),
1902. - Kunterbunt fürs Brettl und
allerlei sonst noch dabei, 1902.

*Graf, Wilhelm,

geb. am 17. Sep-
tember 1872 in Weinsheim b. Worms,
entstammt einem in Oberhessen alt-
ansässigen, früher recht wohlhaben-
den Bauerngeschlechte, das jedoch
durch die Kriegswirren und verschie-
dene Schicksalsschläge sein stattliches
Besitztum einbüßte. Als der vor-
jüngste von sechs Geschwistern war er
nach Entlassung aus der Wormser
Volksschule durch die Vermögenslage
seiner Eltern gezwungen, Fabrik-
arbeiter zu werden. Nach zwei Jah-
ren wurde er Unterbeamter bei der
Post und 1899 Verwaltungsbeamter
in einer Wormser Fabrik. G. ist
Autodidakt im ureigensten Sinne des
Wortes, da er von keiner Seite An-
leitung in künstlerischer Hinsicht er-
halten hat, sondern seine Bildung
dem Selbststudium verdankt.

S:


Leben im Leben (Ge.), 1898. - "Nehmt
hin den Rosenkranz" (Ge.), 1906.

Graef, Emilie,

geb. Nedelko-
vits,
pseud. Paoli, wurde am 29.
Januar 1864 in Düsseldorf geboren
und entstammt einer alten Patrizier-
familie. Sie betrat ziemlich früh die
literarische Laufbahn und arbeitete
für bedeutende Blätter des Jn- und
Auslandes. Daneben wirkte sie als
eine der hervorragendsten Rezitato-
rinnen in Deutschland, Österreich und
Ungarn, bis sie sich 1902 mit dem
theologischen Schriftsteller und Pfar-
rer A. van Andel in Königsberg
bei Gießen verheiratete und ihre Vor-
tragsreisen aufgab. Schon nach drei
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delte nach Wiesbaden über u. reichte
nach Ablauf des Trauerjahrs dem
Hof-Porträtmaler Otto Graef die
Hand zu einem neuen Ehebunde.
An seiner Seite lebt sie seitdem
in Hannover.

S:

Liederkranz (Ge.),
1889. - Die Sklavin. Verlassen. Zu

*


[Spaltenumbruch]

Gra
ein Sohn des Stadtarchivars und
Schriftſtellers Heinrich G. geboren,
abſolvierte das dortige Gymnaſium
u. bezog 1888 die Prager Hochſchule,
um ſich dem Rechtsſtudium zu wid-
men. Ein früher Tod raffte ihn be-
reits am 27. Juni 1890 dahin.

S:


Gedichte (hrsg. v. ſ. Vater), 1891.

*Graf, Anton,

* am 2. Mai 1817
in München, erhielt daſelbſt ſeine
Schul- u. Gymnaſialbildung u. wid-
mete ſich an der dortigen Univerſität
dem Studium der Rechte. Jm Jahre
1866 wurde er Landrichter zu Gre-
ding in Bayern u. ſpäter Oberamts-
richter daſelbſt. Nach ſeiner Penſio-
nierung ſiedelte er nach ſeiner Vater-
ſtadt München über.

S:

Heil dem
deutſchen Reiche! (Ge.), 1874. – Die
Heiratsluſtigen (Schwank), 1875. –
Traum und Erkenntnis (Dr.), 1875.
– Ghaſelenkranz, 1883.

*Graf, Franz,

pſeud. Gottlieb
Biedermaier,
wurde am 2. Nov.
1840 in Aachen geboren u. kam 1848
mit ſeiner Familie nach Alzey in
Rheinheſſen. Jn den Jahren 1855
bis 1861 ſtudierte er auf den tech-
niſchen Hochſchulen in Darmſtadt,
München u. Karlsruhe die Jngenieur-
wiſſenſchaften u. war dann 20 Jahre
lang an verſchiedenen Plätzen in ſei-
nem Berufe als Eiſenbahn- u. Tief-
bau-Jngenieur tätig, ſchrieb während
dieſer Zeit auch im Auftrage der kgl.
Eiſenbahndirektion Köln „Die Moſel
von Koblenz bis Trier. Ein Führer
für Eiſenbahnreiſende“ (1881). Seit
dem Jahre 1881 hat er ſich mit großer
Leidenſchaft ſeiner alten Neigung zur
Malerei hingegeben und iſt daneben
zugleich als Dichter, beſonders hu-
morvoller Lieder, deren viele Ein-
gang in Kommersbücher gefunden
haben, und als Schriftſteller tätig.
Seinen Wohnſitz hat er ſeit 1872 in
Frankfurt a. M.

S:

Hundert Kneip-
lieder für Techniker, 1882. – Das
Weib, die Liebe und dergl. (Klänge
a. der Liederleier des alten Gottlieb
[Spaltenumbruch]

Gra
Biedermaier), 1900. – Rot-Weiß-
Blau (Eine ſchnurrige Malergeſch.),
1902. – Kunterbunt fürs Brettl und
allerlei ſonſt noch dabei, 1902.

*Graf, Wilhelm,

geb. am 17. Sep-
tember 1872 in Weinsheim b. Worms,
entſtammt einem in Oberheſſen alt-
anſäſſigen, früher recht wohlhaben-
den Bauerngeſchlechte, das jedoch
durch die Kriegswirren und verſchie-
dene Schickſalsſchläge ſein ſtattliches
Beſitztum einbüßte. Als der vor-
jüngſte von ſechs Geſchwiſtern war er
nach Entlaſſung aus der Wormſer
Volksſchule durch die Vermögenslage
ſeiner Eltern gezwungen, Fabrik-
arbeiter zu werden. Nach zwei Jah-
ren wurde er Unterbeamter bei der
Poſt und 1899 Verwaltungsbeamter
in einer Wormſer Fabrik. G. iſt
Autodidakt im ureigenſten Sinne des
Wortes, da er von keiner Seite An-
leitung in künſtleriſcher Hinſicht er-
halten hat, ſondern ſeine Bildung
dem Selbſtſtudium verdankt.

S:


Leben im Leben (Ge.), 1898. – „Nehmt
hin den Roſenkranz“ (Ge.), 1906.

Graef, Emilie,

geb. Nedelko-
vits,
pſeud. Paoli, wurde am 29.
Januar 1864 in Düſſeldorf geboren
und entſtammt einer alten Patrizier-
familie. Sie betrat ziemlich früh die
literariſche Laufbahn und arbeitete
für bedeutende Blätter des Jn- und
Auslandes. Daneben wirkte ſie als
eine der hervorragendſten Rezitato-
rinnen in Deutſchland, Öſterreich und
Ungarn, bis ſie ſich 1902 mit dem
theologiſchen Schriftſteller und Pfar-
rer A. van Andel in Königsberg
bei Gießen verheiratete und ihre Vor-
tragsreiſen aufgab. Schon nach drei
Jahren ſtarb der Gatte. Emilie ſie-
delte nach Wiesbaden über u. reichte
nach Ablauf des Trauerjahrs dem
Hof-Porträtmaler Otto Graef die
Hand zu einem neuen Ehebunde.
An ſeiner Seite lebt ſie ſeitdem
in Hannover.

S:

Liederkranz (Ge.),
1889. – Die Sklavin. Verlaſſen. Zu

*
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[424/0428] Gra Gra ein Sohn des Stadtarchivars und Schriftſtellers Heinrich G. geboren, abſolvierte das dortige Gymnaſium u. bezog 1888 die Prager Hochſchule, um ſich dem Rechtsſtudium zu wid- men. Ein früher Tod raffte ihn be- reits am 27. Juni 1890 dahin. S: Gedichte (hrsg. v. ſ. Vater), 1891. *Graf, Anton, * am 2. Mai 1817 in München, erhielt daſelbſt ſeine Schul- u. Gymnaſialbildung u. wid- mete ſich an der dortigen Univerſität dem Studium der Rechte. Jm Jahre 1866 wurde er Landrichter zu Gre- ding in Bayern u. ſpäter Oberamts- richter daſelbſt. Nach ſeiner Penſio- nierung ſiedelte er nach ſeiner Vater- ſtadt München über. S: Heil dem deutſchen Reiche! (Ge.), 1874. – Die Heiratsluſtigen (Schwank), 1875. – Traum und Erkenntnis (Dr.), 1875. – Ghaſelenkranz, 1883. *Graf, Franz, pſeud. Gottlieb Biedermaier, wurde am 2. Nov. 1840 in Aachen geboren u. kam 1848 mit ſeiner Familie nach Alzey in Rheinheſſen. Jn den Jahren 1855 bis 1861 ſtudierte er auf den tech- niſchen Hochſchulen in Darmſtadt, München u. Karlsruhe die Jngenieur- wiſſenſchaften u. war dann 20 Jahre lang an verſchiedenen Plätzen in ſei- nem Berufe als Eiſenbahn- u. Tief- bau-Jngenieur tätig, ſchrieb während dieſer Zeit auch im Auftrage der kgl. Eiſenbahndirektion Köln „Die Moſel von Koblenz bis Trier. Ein Führer für Eiſenbahnreiſende“ (1881). Seit dem Jahre 1881 hat er ſich mit großer Leidenſchaft ſeiner alten Neigung zur Malerei hingegeben und iſt daneben zugleich als Dichter, beſonders hu- morvoller Lieder, deren viele Ein- gang in Kommersbücher gefunden haben, und als Schriftſteller tätig. Seinen Wohnſitz hat er ſeit 1872 in Frankfurt a. M. S: Hundert Kneip- lieder für Techniker, 1882. – Das Weib, die Liebe und dergl. (Klänge a. der Liederleier des alten Gottlieb Biedermaier), 1900. – Rot-Weiß- Blau (Eine ſchnurrige Malergeſch.), 1902. – Kunterbunt fürs Brettl und allerlei ſonſt noch dabei, 1902. *Graf, Wilhelm, geb. am 17. Sep- tember 1872 in Weinsheim b. Worms, entſtammt einem in Oberheſſen alt- anſäſſigen, früher recht wohlhaben- den Bauerngeſchlechte, das jedoch durch die Kriegswirren und verſchie- dene Schickſalsſchläge ſein ſtattliches Beſitztum einbüßte. Als der vor- jüngſte von ſechs Geſchwiſtern war er nach Entlaſſung aus der Wormſer Volksſchule durch die Vermögenslage ſeiner Eltern gezwungen, Fabrik- arbeiter zu werden. Nach zwei Jah- ren wurde er Unterbeamter bei der Poſt und 1899 Verwaltungsbeamter in einer Wormſer Fabrik. G. iſt Autodidakt im ureigenſten Sinne des Wortes, da er von keiner Seite An- leitung in künſtleriſcher Hinſicht er- halten hat, ſondern ſeine Bildung dem Selbſtſtudium verdankt. S: Leben im Leben (Ge.), 1898. – „Nehmt hin den Roſenkranz“ (Ge.), 1906. Graef, Emilie, geb. Nedelko- vits, pſeud. Paoli, wurde am 29. Januar 1864 in Düſſeldorf geboren und entſtammt einer alten Patrizier- familie. Sie betrat ziemlich früh die literariſche Laufbahn und arbeitete für bedeutende Blätter des Jn- und Auslandes. Daneben wirkte ſie als eine der hervorragendſten Rezitato- rinnen in Deutſchland, Öſterreich und Ungarn, bis ſie ſich 1902 mit dem theologiſchen Schriftſteller und Pfar- rer A. van Andel in Königsberg bei Gießen verheiratete und ihre Vor- tragsreiſen aufgab. Schon nach drei Jahren ſtarb der Gatte. Emilie ſie- delte nach Wiesbaden über u. reichte nach Ablauf des Trauerjahrs dem Hof-Porträtmaler Otto Graef die Hand zu einem neuen Ehebunde. An ſeiner Seite lebt ſie ſeitdem in Hannover. S: Liederkranz (Ge.), 1889. – Die Sklavin. Verlaſſen. Zu *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 424. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/428>, abgerufen am 23.03.2019.