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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Doc
sell Espenlaub (Japan. Dorfgesch.),
1900.

Doctorandus, Juris,

Pseud. für
Albert Zipper; s. d.!

Doczi, Ludwig Freiherr von,

ur-
sprünglich Dux geheißen, wurde am
30. Novbr. 1845 zu Oedenburg in
Ungarn geboren, absolvierte das dor-
tige Gymnasium und studierte in Bu-
dapest und Wien die Rechte. Hier be-
gann er seine journalistische Tätig-
keit, indem er für die "Presse" als
Gerichtsreporter tätig war, dann
deren Pester Korrespondent wurde.
Als Graf Andrassy die Leitung der
auswärtigen Angelegenheiten über-
nahm, trat D. 1872 im Ministerium
des Äußern und des königl. Hauses
in Verwendung, wurde bald zum
Sektions- und Hofrat ernannt und
erhielt später den ungarischen Adel.
1893 trat er zur katholischen Kirche
über, wurde 1895 Chef der Preß-
leitung des Auswärtigen Amtes, 1896
Sektionschef im Ministerium des
Äußern und 1900 vom Kaiser in den
Freiherrnstand erhoben. Jm Jahre
1902 trat er in den Ruhestand und
nahm dann seinen Wohnsitz in Buda-
pest. D. schreibt meist ungarisch, lie-
ferte jedoch auch selbst deutsche Be-
arbeitungen seiner Werke. Auch über-
setzte er die Gedichte von Goethe und
Schiller und andere deutsche Dich-
tungen ins Ungarische.

S:

Der Kuß
(Lsp.), 1878. - Letzte Liebe (Schsp.),
1887. - Carmela Spadoro (N.), 1890.
- Maria Szechy (Schsp.), 1891.

Dodd,

Pseud. für Mizi Stein;
s. d.!

*Doehler, Gottfried,

geboren am
25. Mai 1863 auf dem Rittergute
Kleingera bei Elsterberg im Vogt-
lande, erhielt seinen ersten Unterricht
durch einen Hauslehrer und kam nach
dem frühen Tode des Vaters mit der
Mutter nach Greiz, wo er 1882 das
Gymnasium absolvierte. Er studierte
dann auf den Universitäten Heidel-
berg, Leipzig und München Germani-
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Doh
stik, vergleichende Sprachwissenschaft
und Literaturgeschichte, erwarb sich
1887 die Würde eines Dr. phil. und
lebte seitdem mit kürzeren Unterbre-
chungen als Schriftsteller in Berlin.
Vom April 1894-1898 gab er die von
ihm begründete Monatsschrift für
Landsleute in der Heimat u. Fremde
"Unser Vogtland" heraus. Jm J.
1897 verlegte er seinen Wohnsitz nach
Greiz im Vogtlande, 1903 nach Wil-
mersdorf b. Berlin u. lebt jetzt (1909)
in Plauen i. V.

S:

Vugtlänner Liedle
(Mundartl. Ge.), 1884. - Lyrische
Dichtungen von Fritz Hoelder
(pseud.), 1889. 2. A. u. d. T.: Hei-
delberger Tagebuch und andere Ge-
dichte von G. Doehler, 1893. - Die
Pflicht (Soz. Dr.), 1890. - Jm Zu-
kunftsstaat (Lsp.), 1892. - Der vogt-
ländische Dichter L. Riedel und seine
Werke (Studie), 1893. - Gedichte,
1897. - Bismarck- und Kaiserlieder,
1899. - Von Heimat zu Heimat (Fest-
gedichte), 1903. - Meiner Mutter
(Ge.), 1903.

Dohm, Ernst,

* zu Breslau am
24. Mai 1819, studierte in Halle Theo-
logie und Philosophie und gehörte
hier zu den Lieblingsschülern A. Tho-
lucks, der auch späterhin dem in so
ganz andere Sphären geratenen D.
stets treue Freundschaft bewahrte.
Dieser bekleidete darauf eine Haus-
lehrerstelle in der Nähe von Berlin.
Später siedelte er nach Berlin über,
wo ihn sein Talent und Liebe zur Un-
abhängigkeit allmählich von der Theo-
logie ab- und der Literatur zuführte.
Als Mitglied der berühmt geworde-
nen lustigen Berliner Vereinigung
"Das Rütli" gewann er Fühlung mit
den führenden literarischen Geistern
der Hauptstadt und trat auch schon
Rudolf Löwenstein und dem Zeichner
Wilhelm Scholz, seinen späteren Kol-
legen am "Kladderadatsch" nahe. Er
war längere Zeit als Mitarbeiter
am "Magazin für die Literatur des
Auslandes", am "Gesellschafter" von

*


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Doc
ſell Espenlaub (Japan. Dorfgeſch.),
1900.

Doctorandus, Juris,

Pſeud. für
Albert Zipper; ſ. d.!

Doczi, Ludwig Freiherr von,

ur-
ſprünglich Dux geheißen, wurde am
30. Novbr. 1845 zu Oedenburg in
Ungarn geboren, abſolvierte das dor-
tige Gymnaſium und ſtudierte in Bu-
dapeſt und Wien die Rechte. Hier be-
gann er ſeine journaliſtiſche Tätig-
keit, indem er für die „Preſſe“ als
Gerichtsreporter tätig war, dann
deren Peſter Korreſpondent wurde.
Als Graf Andraſſy die Leitung der
auswärtigen Angelegenheiten über-
nahm, trat D. 1872 im Miniſterium
des Äußern und des königl. Hauſes
in Verwendung, wurde bald zum
Sektions- und Hofrat ernannt und
erhielt ſpäter den ungariſchen Adel.
1893 trat er zur katholiſchen Kirche
über, wurde 1895 Chef der Preß-
leitung des Auswärtigen Amtes, 1896
Sektionschef im Miniſterium des
Äußern und 1900 vom Kaiſer in den
Freiherrnſtand erhoben. Jm Jahre
1902 trat er in den Ruheſtand und
nahm dann ſeinen Wohnſitz in Buda-
peſt. D. ſchreibt meiſt ungariſch, lie-
ferte jedoch auch ſelbſt deutſche Be-
arbeitungen ſeiner Werke. Auch über-
ſetzte er die Gedichte von Goethe und
Schiller und andere deutſche Dich-
tungen ins Ungariſche.

S:

Der Kuß
(Lſp.), 1878. – Letzte Liebe (Schſp.),
1887. – Carmela Spadoro (N.), 1890.
– Maria Széchy (Schſp.), 1891.

Dodd,

Pſeud. für Mizi Stein;
ſ. d.!

*Doehler, Gottfried,

geboren am
25. Mai 1863 auf dem Rittergute
Kleingera bei Elſterberg im Vogt-
lande, erhielt ſeinen erſten Unterricht
durch einen Hauslehrer und kam nach
dem frühen Tode des Vaters mit der
Mutter nach Greiz, wo er 1882 das
Gymnaſium abſolvierte. Er ſtudierte
dann auf den Univerſitäten Heidel-
berg, Leipzig und München Germani-
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Doh
ſtik, vergleichende Sprachwiſſenſchaft
und Literaturgeſchichte, erwarb ſich
1887 die Würde eines Dr. phil. und
lebte ſeitdem mit kürzeren Unterbre-
chungen als Schriftſteller in Berlin.
Vom April 1894–1898 gab er die von
ihm begründete Monatsſchrift für
Landsleute in der Heimat u. Fremde
„Unſer Vogtland“ heraus. Jm J.
1897 verlegte er ſeinen Wohnſitz nach
Greiz im Vogtlande, 1903 nach Wil-
mersdorf b. Berlin u. lebt jetzt (1909)
in Plauen i. V.

S:

Vugtlänner Liedle
(Mundartl. Ge.), 1884. – Lyriſche
Dichtungen von Fritz Hoelder
(pſeud.), 1889. 2. A. u. d. T.: Hei-
delberger Tagebuch und andere Ge-
dichte von G. Doehler, 1893. – Die
Pflicht (Soz. Dr.), 1890. – Jm Zu-
kunftsſtaat (Lſp.), 1892. – Der vogt-
ländiſche Dichter L. Riedel und ſeine
Werke (Studie), 1893. – Gedichte,
1897. – Bismarck- und Kaiſerlieder,
1899. – Von Heimat zu Heimat (Feſt-
gedichte), 1903. – Meiner Mutter
(Ge.), 1903.

Dohm, Ernſt,

* zu Breslau am
24. Mai 1819, ſtudierte in Halle Theo-
logie und Philoſophie und gehörte
hier zu den Lieblingsſchülern A. Tho-
lucks, der auch ſpäterhin dem in ſo
ganz andere Sphären geratenen D.
ſtets treue Freundſchaft bewahrte.
Dieſer bekleidete darauf eine Haus-
lehrerſtelle in der Nähe von Berlin.
Später ſiedelte er nach Berlin über,
wo ihn ſein Talent und Liebe zur Un-
abhängigkeit allmählich von der Theo-
logie ab- und der Literatur zuführte.
Als Mitglied der berühmt geworde-
nen luſtigen Berliner Vereinigung
„Das Rütli“ gewann er Fühlung mit
den führenden literariſchen Geiſtern
der Hauptſtadt und trat auch ſchon
Rudolf Löwenſtein und dem Zeichner
Wilhelm Scholz, ſeinen ſpäteren Kol-
legen am „Kladderadatſch“ nahe. Er
war längere Zeit als Mitarbeiter
am „Magazin für die Literatur des
Auslandes“, am „Geſellſchafter“ von

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 40. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/44>, abgerufen am 22.02.2019.