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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gri
Grimmold, Wolfgang,

Pseudon.
für Ludwig Müller; s. d.!

*Grisebach, Eduard Rudolf Au-
tor,

Sohn des (1879 +) berühmten
Botanikers u. Universitätsprofessors
Aug. Heinr. Rud. G. zu Göttingen,
wurde daselbst am 9. Oktober 1845
geboren, studierte von 1864-68 in
Leipzig, Berlin und Göttingen die
Rechte, erlangte in letztgenannter
Stadt den Grad eines Dr. jur. und
trat dann beim Kammergericht in
Berlin als Referendar ein, machte
als solcher auch den Krieg gegen
Frankreich im Feldauditoriat mit.
Als Assessor im November 1872 der
kaiserl. deutschen Gesandtschaft in
Rom, 1873 der in Konstantinopel zu-
geteilt, wurde er 1875 Verweser des
deutschen Konsulats in Smyrna, ar-
beitete seit dem Sommer 1876 im
Auswärtigen Amte des deutschen
Reiches zu Berlin, wurde 1878 Vize-
konsul in Jassy, 1880 Konsul in Bu-
karest und als solcher 1881 nach Pe-
tersburg, Ende 1883 nach Mailand
und 1886 nach Port au Prince ver-
setzt. 1889 trat er in den Ruhestand
und lebte er seitdem in Berlin, zuletzt
Charlottenburg, wo am 22. März
1906 ein Herzschlag seinem Leben ein
Ziel setzte. Er war als Bücherfreund
im Besitze einer großen Bibliothek,
die den Anstoß gab zu seiner beach-
tenswerten Schrift "Weltliteratur-
Katalog eines Bibliophilen mit lite-
rar. und bibliograph. Anmerkungen"
(1897).

S:

Der neue Tanhäuser (D.),
1869. 24. A. 1909. - Tanhäuser in
Rom (D.), 1875. 9. A. 1904. - Die
treulose Witwe (Eine orientalische
Novelle und ihre Wanderung durch
die Weltliteratur), 1873. - Die deut-
sche Literatur seit 1770; 1876. - Kin-
ku-ki-kuan (Alte und neue Novellen
der chinesischen Tausend und einen
Nacht), 1880. - Chinesische Novellen,
deutsch, 1884 (Jnhalt: Die seltsame
Geliebte. - Das Juwelenkästchen). -
Das Goethesche Zeitalter der deut-
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Gri
schen Dichtung, 1891. - Katalog der
Bücher eines deutschen Bibliophilen,
1894. - Gab heraus: G. A. Bürgers
Werke, 1872. - Wilhelm Waiblingers
Gedichte aus Jtalien; II, 1881-95.
- Heinrich v. Kleists sämtliche Werke;
II, 1884. - Edita u. Jnedita Scho-
penhaueriana, 1888. - Arthur Scho-
penhausers sämtliche Werke; VI, 1891.
- Arthur Schopenhauers handschrift-
licher Nachlaß; IV, 1891-93. - Scho-
penhauers Briefe, 1895. - Gesam-
melte Aufsätze über Schopenhauer
von Hans Herrig, 1894. - Schopen-
hauer (Neue Beiträge zur Geschichte
seines Lebens), 1905. - Des Knaben
Wunderhorn. - Altdeutsche Lieder
(Hundertjahrs-Jubelausg.), 1906.

*Gritzner, Adolf Maximilian
Ferdinand,

pseud. Max Fernand,
wurde am 29. Juli 1843 in Sorau
(Lausitz) als der Sohn des Rechts-
anwalts, Notars und Rittergutsbe-
sitzers von Nißmenau u. Wutschdorf,
Adolf G., geboren, trat nach Absol-
vierung des Sorauer Gymnasiums
im März 1862 als Avantageur in das
6. Pommersche Jnfanterieregiment
Nr. 49 ein, machte als Leutnant den
Feldzug in Böhmen (1866) mit und
wurde am 3. Juli durch eine Granate
schwer verwundet, so daß ihm noch
an demselben Abende in Sadowa das
Bein amputiert werden mußte. Er
genas unter der Pflege seiner herbei-
geeilten Mutter, doch erst im Juni
1867, nachdem Professor Langenbeck
noch eine zweite Operation vollzogen,
konnte er von seinem künstlichen Bein
Gebrauch machen. Seit dem Januar
1867 pensioniert, bat er im Novbr.
d. J. um seine Reaktivierung, die ihm
auch gewährt wurde. Nachdem er bis
zum März 1869 den Posten eines
Bezirksadjutanten des Landwehr-
bataillons in Sorau bekleidet, trat
er zur Staatstelegraphie über und
wollte eben nach abgelegtem Examen
die höhere Telegraphenkarriere be-
ginnen, als der Krieg 1870 ausbrach.

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Gri
Grimmold, Wolfgang,

Pſeudon.
für Ludwig Müller; ſ. d.!

*Griſebach, Eduard Rudolf Au-
tor,

Sohn des (1879 †) berühmten
Botanikers u. Univerſitätsprofeſſors
Aug. Heinr. Rud. G. zu Göttingen,
wurde daſelbſt am 9. Oktober 1845
geboren, ſtudierte von 1864–68 in
Leipzig, Berlin und Göttingen die
Rechte, erlangte in letztgenannter
Stadt den Grad eines Dr. jur. und
trat dann beim Kammergericht in
Berlin als Referendar ein, machte
als ſolcher auch den Krieg gegen
Frankreich im Feldauditoriat mit.
Als Aſſeſſor im November 1872 der
kaiſerl. deutſchen Geſandtſchaft in
Rom, 1873 der in Konſtantinopel zu-
geteilt, wurde er 1875 Verweſer des
deutſchen Konſulats in Smyrna, ar-
beitete ſeit dem Sommer 1876 im
Auswärtigen Amte des deutſchen
Reiches zu Berlin, wurde 1878 Vize-
konſul in Jaſſy, 1880 Konſul in Bu-
kareſt und als ſolcher 1881 nach Pe-
tersburg, Ende 1883 nach Mailand
und 1886 nach Port au Prince ver-
ſetzt. 1889 trat er in den Ruheſtand
und lebte er ſeitdem in Berlin, zuletzt
Charlottenburg, wo am 22. März
1906 ein Herzſchlag ſeinem Leben ein
Ziel ſetzte. Er war als Bücherfreund
im Beſitze einer großen Bibliothek,
die den Anſtoß gab zu ſeiner beach-
tenswerten Schrift „Weltliteratur-
Katalog eines Bibliophilen mit lite-
rar. und bibliograph. Anmerkungen“
(1897).

S:

Der neue Tanhäuſer (D.),
1869. 24. A. 1909. – Tanhäuſer in
Rom (D.), 1875. 9. A. 1904. – Die
treuloſe Witwe (Eine orientaliſche
Novelle und ihre Wanderung durch
die Weltliteratur), 1873. – Die deut-
ſche Literatur ſeit 1770; 1876. – Kin-
ku-ki-kuan (Alte und neue Novellen
der chineſiſchen Tauſend und einen
Nacht), 1880. – Chineſiſche Novellen,
deutſch, 1884 (Jnhalt: Die ſeltſame
Geliebte. – Das Juwelenkäſtchen). –
Das Goetheſche Zeitalter der deut-
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Gri
ſchen Dichtung, 1891. – Katalog der
Bücher eines deutſchen Bibliophilen,
1894. – Gab heraus: G. A. Bürgers
Werke, 1872. – Wilhelm Waiblingers
Gedichte aus Jtalien; II, 1881–95.
– Heinrich v. Kleiſts ſämtliche Werke;
II, 1884. – Edita u. Jnedita Scho-
penhaueriana, 1888. – Arthur Scho-
penhauſers ſämtliche Werke; VI, 1891.
– Arthur Schopenhauers handſchrift-
licher Nachlaß; IV, 1891–93. – Scho-
penhauers Briefe, 1895. – Geſam-
melte Aufſätze über Schopenhauer
von Hans Herrig, 1894. – Schopen-
hauer (Neue Beiträge zur Geſchichte
ſeines Lebens), 1905. – Des Knaben
Wunderhorn. – Altdeutſche Lieder
(Hundertjahrs-Jubelausg.), 1906.

*Gritzner, Adolf Maximilian
Ferdinand,

pſeud. Max Fernand,
wurde am 29. Juli 1843 in Sorau
(Lauſitz) als der Sohn des Rechts-
anwalts, Notars und Rittergutsbe-
ſitzers von Nißmenau u. Wutſchdorf,
Adolf G., geboren, trat nach Abſol-
vierung des Sorauer Gymnaſiums
im März 1862 als Avantageur in das
6. Pommerſche Jnfanterieregiment
Nr. 49 ein, machte als Leutnant den
Feldzug in Böhmen (1866) mit und
wurde am 3. Juli durch eine Granate
ſchwer verwundet, ſo daß ihm noch
an demſelben Abende in Sadowa das
Bein amputiert werden mußte. Er
genas unter der Pflege ſeiner herbei-
geeilten Mutter, doch erſt im Juni
1867, nachdem Profeſſor Langenbeck
noch eine zweite Operation vollzogen,
konnte er von ſeinem künſtlichen Bein
Gebrauch machen. Seit dem Januar
1867 penſioniert, bat er im Novbr.
d. J. um ſeine Reaktivierung, die ihm
auch gewährt wurde. Nachdem er bis
zum März 1869 den Poſten eines
Bezirksadjutanten des Landwehr-
bataillons in Sorau bekleidet, trat
er zur Staatstelegraphie über und
wollte eben nach abgelegtem Examen
die höhere Telegraphenkarriere be-
ginnen, als der Krieg 1870 ausbrach.

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[447/0451] Gri Gri Grimmold, Wolfgang, Pſeudon. für Ludwig Müller; ſ. d.! *Griſebach, Eduard Rudolf Au- tor, Sohn des (1879 †) berühmten Botanikers u. Univerſitätsprofeſſors Aug. Heinr. Rud. G. zu Göttingen, wurde daſelbſt am 9. Oktober 1845 geboren, ſtudierte von 1864–68 in Leipzig, Berlin und Göttingen die Rechte, erlangte in letztgenannter Stadt den Grad eines Dr. jur. und trat dann beim Kammergericht in Berlin als Referendar ein, machte als ſolcher auch den Krieg gegen Frankreich im Feldauditoriat mit. Als Aſſeſſor im November 1872 der kaiſerl. deutſchen Geſandtſchaft in Rom, 1873 der in Konſtantinopel zu- geteilt, wurde er 1875 Verweſer des deutſchen Konſulats in Smyrna, ar- beitete ſeit dem Sommer 1876 im Auswärtigen Amte des deutſchen Reiches zu Berlin, wurde 1878 Vize- konſul in Jaſſy, 1880 Konſul in Bu- kareſt und als ſolcher 1881 nach Pe- tersburg, Ende 1883 nach Mailand und 1886 nach Port au Prince ver- ſetzt. 1889 trat er in den Ruheſtand und lebte er ſeitdem in Berlin, zuletzt Charlottenburg, wo am 22. März 1906 ein Herzſchlag ſeinem Leben ein Ziel ſetzte. Er war als Bücherfreund im Beſitze einer großen Bibliothek, die den Anſtoß gab zu ſeiner beach- tenswerten Schrift „Weltliteratur- Katalog eines Bibliophilen mit lite- rar. und bibliograph. Anmerkungen“ (1897). S: Der neue Tanhäuſer (D.), 1869. 24. A. 1909. – Tanhäuſer in Rom (D.), 1875. 9. A. 1904. – Die treuloſe Witwe (Eine orientaliſche Novelle und ihre Wanderung durch die Weltliteratur), 1873. – Die deut- ſche Literatur ſeit 1770; 1876. – Kin- ku-ki-kuan (Alte und neue Novellen der chineſiſchen Tauſend und einen Nacht), 1880. – Chineſiſche Novellen, deutſch, 1884 (Jnhalt: Die ſeltſame Geliebte. – Das Juwelenkäſtchen). – Das Goetheſche Zeitalter der deut- ſchen Dichtung, 1891. – Katalog der Bücher eines deutſchen Bibliophilen, 1894. – Gab heraus: G. A. Bürgers Werke, 1872. – Wilhelm Waiblingers Gedichte aus Jtalien; II, 1881–95. – Heinrich v. Kleiſts ſämtliche Werke; II, 1884. – Edita u. Jnedita Scho- penhaueriana, 1888. – Arthur Scho- penhauſers ſämtliche Werke; VI, 1891. – Arthur Schopenhauers handſchrift- licher Nachlaß; IV, 1891–93. – Scho- penhauers Briefe, 1895. – Geſam- melte Aufſätze über Schopenhauer von Hans Herrig, 1894. – Schopen- hauer (Neue Beiträge zur Geſchichte ſeines Lebens), 1905. – Des Knaben Wunderhorn. – Altdeutſche Lieder (Hundertjahrs-Jubelausg.), 1906. *Gritzner, Adolf Maximilian Ferdinand, pſeud. Max Fernand, wurde am 29. Juli 1843 in Sorau (Lauſitz) als der Sohn des Rechts- anwalts, Notars und Rittergutsbe- ſitzers von Nißmenau u. Wutſchdorf, Adolf G., geboren, trat nach Abſol- vierung des Sorauer Gymnaſiums im März 1862 als Avantageur in das 6. Pommerſche Jnfanterieregiment Nr. 49 ein, machte als Leutnant den Feldzug in Böhmen (1866) mit und wurde am 3. Juli durch eine Granate ſchwer verwundet, ſo daß ihm noch an demſelben Abende in Sadowa das Bein amputiert werden mußte. Er genas unter der Pflege ſeiner herbei- geeilten Mutter, doch erſt im Juni 1867, nachdem Profeſſor Langenbeck noch eine zweite Operation vollzogen, konnte er von ſeinem künſtlichen Bein Gebrauch machen. Seit dem Januar 1867 penſioniert, bat er im Novbr. d. J. um ſeine Reaktivierung, die ihm auch gewährt wurde. Nachdem er bis zum März 1869 den Poſten eines Bezirksadjutanten des Landwehr- bataillons in Sorau bekleidet, trat er zur Staatstelegraphie über und wollte eben nach abgelegtem Examen die höhere Telegraphenkarriere be- ginnen, als der Krieg 1870 ausbrach. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 447. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/451>, abgerufen am 23.03.2019.