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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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vellist. Sk.), 1892. 2. Ausg. u. d. T.:
Der alte Korpsstudent und andere
Geschichten, 1900. - Stürmische Zei-
ten (R.), 1896. - Deutsches Frauen-
leben. Dramatische Kulturbilder
(Frau Ursula. - Madame Breitkopf.
- Leier und Schwert), 1896. - Die
drei Kanoniere und andere Geschich-
ten, 1900. - Roswitha von Ganders-
heim (Dramat. Kulturbild), 1901. -
Tilsit 1907 (Histor. Bild in 1 Akt),
1907. - Deutsches Frauenleben (Dra-
mat. Kulturbilder), 1908.

*Groth, Franziska,

pseudon.
Klara Richard u. Fr. Branitz,
wurde am 15. Febr. 1863 zu Schwetz
in Westpreußen als die Tochter des
Justizrats Apel geboren und ver-
mählte sich 1887 mit dem Lehrer
Dr. Groth an der Viktoriaschule in
Danzig, mit dem sie zu Beginn des
Jahres 1891 nach Leipzig übersiedelte,
wohin ihr Gatte als Oberlehrer be-
rufen worden war.

S:

Frühlings-
blumen (Ge.), 1883. - Ahriman. Aus
dem Nachlaß eines Wahnsinnigen,
1891.

Groth, Klaus Johann,

wurde
am 24. April 1819 zu Heide, dem
Hauptorte in Norddithmarschen, ge-
boren, wo sein Vater, ein gelernter
Müller, einen Mehl- und Milchhan-
del in Verbindung mit etwas Land-
wirtschaft betrieb. Sein Großvater
lehrte ihn frühzeitig lesen und schrei-
ben. Zur Schule ging er, wie er sel-
ber erzählt, mit großer Lust u. Freude;
besondere Neigung zeigte er für Ma-
thematik. Mit 15 Jahren trat er als
Schreiber in die Dienste des dortigen
Kirchspielvogts. Während derselben
lernte er die deutschen Klassiker ken-
nen, die ihm eine ganz neue Welt er-
schlossen und selbst zu poetischen Ver-
suchen anregten. Als er aber älter
geworden, nahm er sich vor, "keinen
Vers zu machen, bis ihn innerer
Drang dazu triebe, und vorher alles
daran zu setzen, etwas Tüchtiges zu
lernen". Dies hielt er so genau, daß
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er bis zum 26. Jahre keine rhythmi-
sche Zeile schrieb. Sein Wunsch, zu
studieren, war nicht ausführbar, und
er mußte sich auf dem Seminar zu
Tondern (1838-41) mit der Bildung
eines Volksschullehrers begnügen. Er
wurde Mädchenlehrer in Heide, und
hier beschäftigte er sich in seinen
Mußestunden eifrig mit naturwissen-
schaftlichen, mathematischen u. philo-
sophischen Studien; auch erlernte er
mehrere Sprachen u. faßte hier schon
den Entschluß, für das verachtete
Plattdeutsch in Wort und Schrift zu
wirken. Jm Jahre 1847 nahm G.
seine Entlassung und ging nach Kiel,
um sich für das höhere Lehramt vor-
zubereiten; doch hatte übermäßige
Anstrengung seine Gesundheit der-
artig angegriffen, daß er zu ihrer
Wiederherstellung die Einsamkeit der
Jnsel Fehmarn aufsuchte. Hier, bei
seinem Freunde Leonhard Selle in
Landkirchen, studierte er noch eifriger
und schrieb den größten Teil seiner
plattdeutschen Gedichte, die ihn mit
Professor Müllenhoff in Verbindung
brachten, mit dessen Beihilfe er die
plattdeutsche Orthographie, wie sie
einzig möglich ist, durchbildete. Jm
August 1853 kehrte G. nach Kiel zu-
rück, wo er die Seebäder von Düstern-
brook mit günstigem Erfolge für seine
Gesundheit benutzte; dann begab er
sich mit einem Stipendium der däni-
schen Regierung, wie es auch Fr. Heb-
bel erhalten hatte, im April 1855
über Hamburg nach Pyrmont, wo er
eine vierwöchige Kur durchmachte, u.
dann nach Bonn, wo er längeren
Aufenthalt nahm. Er hatte Empfeh-
lungen an Otto Jahn, E. M. Arndt,
Dahlmann und Simrock und lernte
außer diesen noch eine Reihe Bonner
Gelehrte kennen. Am 27. Jan. 1856
wurde ihm von der philosophischen
Fakultät der Universität das Doktor-
diplom überreicht, nicht bloß in An-
erkennung seiner poetischen Leistun-
gen, sondern auch des wahrhaft wis-

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Gro
velliſt. Sk.), 1892. 2. Ausg. u. d. T.:
Der alte Korpsſtudent und andere
Geſchichten, 1900. – Stürmiſche Zei-
ten (R.), 1896. – Deutſches Frauen-
leben. Dramatiſche Kulturbilder
(Frau Urſula. – Madame Breitkopf.
– Leier und Schwert), 1896. – Die
drei Kanoniere und andere Geſchich-
ten, 1900. – Roswitha von Ganders-
heim (Dramat. Kulturbild), 1901. –
Tilſit 1907 (Hiſtor. Bild in 1 Akt),
1907. – Deutſches Frauenleben (Dra-
mat. Kulturbilder), 1908.

*Groth, Franziska,

pſeudon.
Klara Richard u. Fr. Branitz,
wurde am 15. Febr. 1863 zu Schwetz
in Weſtpreußen als die Tochter des
Juſtizrats Apel geboren und ver-
mählte ſich 1887 mit dem Lehrer
Dr. Groth an der Viktoriaſchule in
Danzig, mit dem ſie zu Beginn des
Jahres 1891 nach Leipzig überſiedelte,
wohin ihr Gatte als Oberlehrer be-
rufen worden war.

S:

Frühlings-
blumen (Ge.), 1883. – Ahriman. Aus
dem Nachlaß eines Wahnſinnigen,
1891.

Groth, Klaus Johann,

wurde
am 24. April 1819 zu Heide, dem
Hauptorte in Norddithmarſchen, ge-
boren, wo ſein Vater, ein gelernter
Müller, einen Mehl- und Milchhan-
del in Verbindung mit etwas Land-
wirtſchaft betrieb. Sein Großvater
lehrte ihn frühzeitig leſen und ſchrei-
ben. Zur Schule ging er, wie er ſel-
ber erzählt, mit großer Luſt u. Freude;
beſondere Neigung zeigte er für Ma-
thematik. Mit 15 Jahren trat er als
Schreiber in die Dienſte des dortigen
Kirchſpielvogts. Während derſelben
lernte er die deutſchen Klaſſiker ken-
nen, die ihm eine ganz neue Welt er-
ſchloſſen und ſelbſt zu poetiſchen Ver-
ſuchen anregten. Als er aber älter
geworden, nahm er ſich vor, „keinen
Vers zu machen, bis ihn innerer
Drang dazu triebe, und vorher alles
daran zu ſetzen, etwas Tüchtiges zu
lernen“. Dies hielt er ſo genau, daß
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er bis zum 26. Jahre keine rhythmi-
ſche Zeile ſchrieb. Sein Wunſch, zu
ſtudieren, war nicht ausführbar, und
er mußte ſich auf dem Seminar zu
Tondern (1838–41) mit der Bildung
eines Volksſchullehrers begnügen. Er
wurde Mädchenlehrer in Heide, und
hier beſchäftigte er ſich in ſeinen
Mußeſtunden eifrig mit naturwiſſen-
ſchaftlichen, mathematiſchen u. philo-
ſophiſchen Studien; auch erlernte er
mehrere Sprachen u. faßte hier ſchon
den Entſchluß, für das verachtete
Plattdeutſch in Wort und Schrift zu
wirken. Jm Jahre 1847 nahm G.
ſeine Entlaſſung und ging nach Kiel,
um ſich für das höhere Lehramt vor-
zubereiten; doch hatte übermäßige
Anſtrengung ſeine Geſundheit der-
artig angegriffen, daß er zu ihrer
Wiederherſtellung die Einſamkeit der
Jnſel Fehmarn aufſuchte. Hier, bei
ſeinem Freunde Leonhard Selle in
Landkirchen, ſtudierte er noch eifriger
und ſchrieb den größten Teil ſeiner
plattdeutſchen Gedichte, die ihn mit
Profeſſor Müllenhoff in Verbindung
brachten, mit deſſen Beihilfe er die
plattdeutſche Orthographie, wie ſie
einzig möglich iſt, durchbildete. Jm
Auguſt 1853 kehrte G. nach Kiel zu-
rück, wo er die Seebäder von Düſtern-
brook mit günſtigem Erfolge für ſeine
Geſundheit benutzte; dann begab er
ſich mit einem Stipendium der däni-
ſchen Regierung, wie es auch Fr. Heb-
bel erhalten hatte, im April 1855
über Hamburg nach Pyrmont, wo er
eine vierwöchige Kur durchmachte, u.
dann nach Bonn, wo er längeren
Aufenthalt nahm. Er hatte Empfeh-
lungen an Otto Jahn, E. M. Arndt,
Dahlmann und Simrock und lernte
außer dieſen noch eine Reihe Bonner
Gelehrte kennen. Am 27. Jan. 1856
wurde ihm von der philoſophiſchen
Fakultät der Univerſität das Doktor-
diplom überreicht, nicht bloß in An-
erkennung ſeiner poetiſchen Leiſtun-
gen, ſondern auch des wahrhaft wiſ-

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[461/0465] Gro Gro velliſt. Sk.), 1892. 2. Ausg. u. d. T.: Der alte Korpsſtudent und andere Geſchichten, 1900. – Stürmiſche Zei- ten (R.), 1896. – Deutſches Frauen- leben. Dramatiſche Kulturbilder (Frau Urſula. – Madame Breitkopf. – Leier und Schwert), 1896. – Die drei Kanoniere und andere Geſchich- ten, 1900. – Roswitha von Ganders- heim (Dramat. Kulturbild), 1901. – Tilſit 1907 (Hiſtor. Bild in 1 Akt), 1907. – Deutſches Frauenleben (Dra- mat. Kulturbilder), 1908. *Groth, Franziska, pſeudon. Klara Richard u. Fr. Branitz, wurde am 15. Febr. 1863 zu Schwetz in Weſtpreußen als die Tochter des Juſtizrats Apel geboren und ver- mählte ſich 1887 mit dem Lehrer Dr. Groth an der Viktoriaſchule in Danzig, mit dem ſie zu Beginn des Jahres 1891 nach Leipzig überſiedelte, wohin ihr Gatte als Oberlehrer be- rufen worden war. S: Frühlings- blumen (Ge.), 1883. – Ahriman. Aus dem Nachlaß eines Wahnſinnigen, 1891. Groth, Klaus Johann, wurde am 24. April 1819 zu Heide, dem Hauptorte in Norddithmarſchen, ge- boren, wo ſein Vater, ein gelernter Müller, einen Mehl- und Milchhan- del in Verbindung mit etwas Land- wirtſchaft betrieb. Sein Großvater lehrte ihn frühzeitig leſen und ſchrei- ben. Zur Schule ging er, wie er ſel- ber erzählt, mit großer Luſt u. Freude; beſondere Neigung zeigte er für Ma- thematik. Mit 15 Jahren trat er als Schreiber in die Dienſte des dortigen Kirchſpielvogts. Während derſelben lernte er die deutſchen Klaſſiker ken- nen, die ihm eine ganz neue Welt er- ſchloſſen und ſelbſt zu poetiſchen Ver- ſuchen anregten. Als er aber älter geworden, nahm er ſich vor, „keinen Vers zu machen, bis ihn innerer Drang dazu triebe, und vorher alles daran zu ſetzen, etwas Tüchtiges zu lernen“. Dies hielt er ſo genau, daß er bis zum 26. Jahre keine rhythmi- ſche Zeile ſchrieb. Sein Wunſch, zu ſtudieren, war nicht ausführbar, und er mußte ſich auf dem Seminar zu Tondern (1838–41) mit der Bildung eines Volksſchullehrers begnügen. Er wurde Mädchenlehrer in Heide, und hier beſchäftigte er ſich in ſeinen Mußeſtunden eifrig mit naturwiſſen- ſchaftlichen, mathematiſchen u. philo- ſophiſchen Studien; auch erlernte er mehrere Sprachen u. faßte hier ſchon den Entſchluß, für das verachtete Plattdeutſch in Wort und Schrift zu wirken. Jm Jahre 1847 nahm G. ſeine Entlaſſung und ging nach Kiel, um ſich für das höhere Lehramt vor- zubereiten; doch hatte übermäßige Anſtrengung ſeine Geſundheit der- artig angegriffen, daß er zu ihrer Wiederherſtellung die Einſamkeit der Jnſel Fehmarn aufſuchte. Hier, bei ſeinem Freunde Leonhard Selle in Landkirchen, ſtudierte er noch eifriger und ſchrieb den größten Teil ſeiner plattdeutſchen Gedichte, die ihn mit Profeſſor Müllenhoff in Verbindung brachten, mit deſſen Beihilfe er die plattdeutſche Orthographie, wie ſie einzig möglich iſt, durchbildete. Jm Auguſt 1853 kehrte G. nach Kiel zu- rück, wo er die Seebäder von Düſtern- brook mit günſtigem Erfolge für ſeine Geſundheit benutzte; dann begab er ſich mit einem Stipendium der däni- ſchen Regierung, wie es auch Fr. Heb- bel erhalten hatte, im April 1855 über Hamburg nach Pyrmont, wo er eine vierwöchige Kur durchmachte, u. dann nach Bonn, wo er längeren Aufenthalt nahm. Er hatte Empfeh- lungen an Otto Jahn, E. M. Arndt, Dahlmann und Simrock und lernte außer dieſen noch eine Reihe Bonner Gelehrte kennen. Am 27. Jan. 1856 wurde ihm von der philoſophiſchen Fakultät der Univerſität das Doktor- diplom überreicht, nicht bloß in An- erkennung ſeiner poetiſchen Leiſtun- gen, ſondern auch des wahrhaft wiſ- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 461. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/465>, abgerufen am 23.03.2019.