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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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senschaftlichen Verdienstes um einen
Zweig unserer Sprache. Nachdem er
im Herbst 1856 mit Professor Böcking
eine Reise in die Schweiz unternom-
men, kehrte er nach Bonn zurück und
ging im Frühling 1857 über Leipzig,
Dresden, Weimar u. Hamburg nach
Kiel, wo er sich 1858 mit Doris Finke,
der Tochter eines wohlhabenden Bre-
mer Kaufmanns, vermählte und an
der Universität sich als Privatdozent
für deutsche Literatur und Sprache
habilitierte. Jm Jahre 1863 machte
G. eine Reise durch England und
Frankreich; 1866 wurde er zum Pro-
fessor ernannt, und da sein Schwie-
gervater durch den Krieg von 1870
sein Vermögen verloren hatte, so er-
höhte 1872 der preußische Kultus-
minister sein Gehalt um das Doppelte;
auch überreichten ihm Freunde seiner
Dichtungen in demselben Jahre aus
Anlaß seines 25 jährigen Dichterjubi-
läums ein namhaftes Ehrengeschenk.
Jn den Jahren 1883 und 1895-96
weilte G. in Jtalien und 1888 in der
Schweiz. Jm Jahre 1890 erhielt er
vom Könige von Preußen die große
goldene Medaille für Kunst und Wis-
senschaft, auch wurde ihm in dem-
selben Jahre der große Schiller-Preis
zuerkannt. Sein 80. Geburtstag
brachte ihm außer zahllosen Ehrungen
auch seine Ernennung zum Ehrenbür-
ger der Städte Kiel u. Heide. Wenige
Wochen darauf starb er am 1. Juni
1899.

S:

Quickborn (Volksleben in
plattdeutsch. G. dithmarscher Mund-
art), 1852. 31. A. 1910. 2. Teil, 1870.
- Hundert Blätter. Paralipomena
zum Quickborn (Hochdeutsche Ge.),
1854. - Vertelln (Plattd. En.); II,
1856-60. (Jnh.: I. Twischen Marsch
un Geest. - Ut de Marsch. - Detelf. -
II. Trina.) - Voer de Goern (Kin-
derreime), 1858. - Rotgeter Meister
Lamp un sin Dochter (G.), 1862. -
Fif nie Leder ton Singen un Beden
voer Sleswig-Holstein, 1864. - Lie-
der aus und für Schleswig-Holstein,
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gesammelt und hrsg., 1864. - Ut min
Jungsparadies (En.), 1876. - Lebens-
erinnerungen; hrsg. v. Eugen Wolff,
1890. - Gesammelte Werke; IV, 1892
[Jnhalt: I. Quickborn. 1. Teil. - II.
Quickborn. 2. Teil: (Voer de Goern.
- Fif nie Leder. - De Heisterkrog. -
Rotgeter Meister Lamp). - III. De-
telf, oder: Wat en holsteenschen Jung
drömt, dacht un belevt hett voer, in
un na den Krieg 1848. - De Water-
börs. - Witen Slachters. - Trina. -
Um de Heid. - IV. Ut min Jungs-
paradies (3 En.: Min Jungspara-
dies. - Von den Lüttenheid. - De
Hoeder Moel). - Büsum. - Sophie
Dethlefs un ick. - Sandburs Dochder.
- Hundert Blätter. - Nachgelassene
Gedichte]. 5. T. 1909.

*Grothe (auch: Grothe-Har-
kanyi),
Hugo,

geb. am 15. August
1869 in Magdeburg, verlebte die Ju-
gendjahre in Ungarn und Österreich,
unterzog sich der Maturitätsprüfung
am Thomas-Gymnasium in Leipzig,
worauf er in Leipzig, Berlin und
München Literatur- und Kunstge-
schichte studierte, und begab sich 1890
nach Wien, wo er Mitredakteur ver-
schiedener Zeitschriften ("Moderne
Dichtung", "Der Zeitgenosse") wur-
de. Seit 1882 lebte er in Berlin, und
von hier aus unternahm er 1894 seine
großen Reisen, die ihn zunächst in die
Mittelmeerländer Algerien, Tunesien
und Tripolitanien und später nach
der Balkanhalbinsel, Kleinasien, Me-
sopotamien u. Persien führten. Eine
Reihe von Schriften über die Kultur-
geschichte u. Völkerkunde des Orients
waren die Früchte dieser Reisen, z. B.
"Wanderungen durch Algerien und
Tunesien" (1895) - "Tripolitanien
und der Karawanenhandel nach dem
Sudan" (1898) - "Tripolitanien und
seine Zukunft als Wirtschaftsgebiet"
(1898) - "Tripolitanien. Landschafts-
bilder und Völkerkunde" (1899) -
"Auf türkischer Erde" (2. A. 1903) -
"Meine Studienreise durch Vorder-

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Gro
ſenſchaftlichen Verdienſtes um einen
Zweig unſerer Sprache. Nachdem er
im Herbſt 1856 mit Profeſſor Böcking
eine Reiſe in die Schweiz unternom-
men, kehrte er nach Bonn zurück und
ging im Frühling 1857 über Leipzig,
Dresden, Weimar u. Hamburg nach
Kiel, wo er ſich 1858 mit Doris Finke,
der Tochter eines wohlhabenden Bre-
mer Kaufmanns, vermählte und an
der Univerſität ſich als Privatdozent
für deutſche Literatur und Sprache
habilitierte. Jm Jahre 1863 machte
G. eine Reiſe durch England und
Frankreich; 1866 wurde er zum Pro-
feſſor ernannt, und da ſein Schwie-
gervater durch den Krieg von 1870
ſein Vermögen verloren hatte, ſo er-
höhte 1872 der preußiſche Kultus-
miniſter ſein Gehalt um das Doppelte;
auch überreichten ihm Freunde ſeiner
Dichtungen in demſelben Jahre aus
Anlaß ſeines 25 jährigen Dichterjubi-
läums ein namhaftes Ehrengeſchenk.
Jn den Jahren 1883 und 1895–96
weilte G. in Jtalien und 1888 in der
Schweiz. Jm Jahre 1890 erhielt er
vom Könige von Preußen die große
goldene Medaille für Kunſt und Wiſ-
ſenſchaft, auch wurde ihm in dem-
ſelben Jahre der große Schiller-Preis
zuerkannt. Sein 80. Geburtstag
brachte ihm außer zahlloſen Ehrungen
auch ſeine Ernennung zum Ehrenbür-
ger der Städte Kiel u. Heide. Wenige
Wochen darauf ſtarb er am 1. Juni
1899.

S:

Quickborn (Volksleben in
plattdeutſch. G. dithmarſcher Mund-
art), 1852. 31. A. 1910. 2. Teil, 1870.
– Hundert Blätter. Paralipomena
zum Quickborn (Hochdeutſche Ge.),
1854. – Vertelln (Plattd. En.); II,
1856–60. (Jnh.: I. Twiſchen Marſch
un Geeſt. – Ut de Marſch. – Detelf. –
II. Trina.) – Voer de Goern (Kin-
derreime), 1858. – Rotgeter Meiſter
Lamp un ſin Dochter (G.), 1862. –
Fif nie Leder ton Singen un Beden
voer Sleswig-Holſtein, 1864. – Lie-
der aus und für Schleswig-Holſtein,
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Gro
geſammelt und hrsg., 1864. – Ut min
Jungsparadies (En.), 1876. – Lebens-
erinnerungen; hrsg. v. Eugen Wolff,
1890. – Geſammelte Werke; IV, 1892
[Jnhalt: I. Quickborn. 1. Teil. – II.
Quickborn. 2. Teil: (Voer de Goern.
– Fif nie Leder. – De Heiſterkrog. –
Rotgeter Meiſter Lamp). – III. De-
telf, oder: Wat en holſteenſchen Jung
drömt, dacht un belevt hett voer, in
un na den Krieg 1848. – De Water-
börs. – Witen Slachters. – Trina. –
Um de Heid. – IV. Ut min Jungs-
paradies (3 En.: Min Jungspara-
dies. – Von den Lüttenheid. – De
Hoeder Moel). – Büſum. – Sophie
Dethlefs un ick. – Sandburs Dochder.
– Hundert Blätter. – Nachgelaſſene
Gedichte]. 5. T. 1909.

*Grothe (auch: Grothe-Har-
kányi),
Hugo,

geb. am 15. Auguſt
1869 in Magdeburg, verlebte die Ju-
gendjahre in Ungarn und Öſterreich,
unterzog ſich der Maturitätsprüfung
am Thomas-Gymnaſium in Leipzig,
worauf er in Leipzig, Berlin und
München Literatur- und Kunſtge-
ſchichte ſtudierte, und begab ſich 1890
nach Wien, wo er Mitredakteur ver-
ſchiedener Zeitſchriften („Moderne
Dichtung“, „Der Zeitgenoſſe“) wur-
de. Seit 1882 lebte er in Berlin, und
von hier aus unternahm er 1894 ſeine
großen Reiſen, die ihn zunächſt in die
Mittelmeerländer Algerien, Tuneſien
und Tripolitanien und ſpäter nach
der Balkanhalbinſel, Kleinaſien, Me-
ſopotamien u. Perſien führten. Eine
Reihe von Schriften über die Kultur-
geſchichte u. Völkerkunde des Orients
waren die Früchte dieſer Reiſen, z. B.
„Wanderungen durch Algerien und
Tuneſien“ (1895) – „Tripolitanien
und der Karawanenhandel nach dem
Sudan“ (1898) – „Tripolitanien und
ſeine Zukunft als Wirtſchaftsgebiet“
(1898) – „Tripolitanien. Landſchafts-
bilder und Völkerkunde“ (1899) –
„Auf türkiſcher Erde“ (2. A. 1903) –
„Meine Studienreiſe durch Vorder-

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[462/0466] Gro Gro ſenſchaftlichen Verdienſtes um einen Zweig unſerer Sprache. Nachdem er im Herbſt 1856 mit Profeſſor Böcking eine Reiſe in die Schweiz unternom- men, kehrte er nach Bonn zurück und ging im Frühling 1857 über Leipzig, Dresden, Weimar u. Hamburg nach Kiel, wo er ſich 1858 mit Doris Finke, der Tochter eines wohlhabenden Bre- mer Kaufmanns, vermählte und an der Univerſität ſich als Privatdozent für deutſche Literatur und Sprache habilitierte. Jm Jahre 1863 machte G. eine Reiſe durch England und Frankreich; 1866 wurde er zum Pro- feſſor ernannt, und da ſein Schwie- gervater durch den Krieg von 1870 ſein Vermögen verloren hatte, ſo er- höhte 1872 der preußiſche Kultus- miniſter ſein Gehalt um das Doppelte; auch überreichten ihm Freunde ſeiner Dichtungen in demſelben Jahre aus Anlaß ſeines 25 jährigen Dichterjubi- läums ein namhaftes Ehrengeſchenk. Jn den Jahren 1883 und 1895–96 weilte G. in Jtalien und 1888 in der Schweiz. Jm Jahre 1890 erhielt er vom Könige von Preußen die große goldene Medaille für Kunſt und Wiſ- ſenſchaft, auch wurde ihm in dem- ſelben Jahre der große Schiller-Preis zuerkannt. Sein 80. Geburtstag brachte ihm außer zahlloſen Ehrungen auch ſeine Ernennung zum Ehrenbür- ger der Städte Kiel u. Heide. Wenige Wochen darauf ſtarb er am 1. Juni 1899. S: Quickborn (Volksleben in plattdeutſch. G. dithmarſcher Mund- art), 1852. 31. A. 1910. 2. Teil, 1870. – Hundert Blätter. Paralipomena zum Quickborn (Hochdeutſche Ge.), 1854. – Vertelln (Plattd. En.); II, 1856–60. (Jnh.: I. Twiſchen Marſch un Geeſt. – Ut de Marſch. – Detelf. – II. Trina.) – Voer de Goern (Kin- derreime), 1858. – Rotgeter Meiſter Lamp un ſin Dochter (G.), 1862. – Fif nie Leder ton Singen un Beden voer Sleswig-Holſtein, 1864. – Lie- der aus und für Schleswig-Holſtein, geſammelt und hrsg., 1864. – Ut min Jungsparadies (En.), 1876. – Lebens- erinnerungen; hrsg. v. Eugen Wolff, 1890. – Geſammelte Werke; IV, 1892 [Jnhalt: I. Quickborn. 1. Teil. – II. Quickborn. 2. Teil: (Voer de Goern. – Fif nie Leder. – De Heiſterkrog. – Rotgeter Meiſter Lamp). – III. De- telf, oder: Wat en holſteenſchen Jung drömt, dacht un belevt hett voer, in un na den Krieg 1848. – De Water- börs. – Witen Slachters. – Trina. – Um de Heid. – IV. Ut min Jungs- paradies (3 En.: Min Jungspara- dies. – Von den Lüttenheid. – De Hoeder Moel). – Büſum. – Sophie Dethlefs un ick. – Sandburs Dochder. – Hundert Blätter. – Nachgelaſſene Gedichte]. 5. T. 1909. *Grothe (auch: Grothe-Har- kányi), Hugo, geb. am 15. Auguſt 1869 in Magdeburg, verlebte die Ju- gendjahre in Ungarn und Öſterreich, unterzog ſich der Maturitätsprüfung am Thomas-Gymnaſium in Leipzig, worauf er in Leipzig, Berlin und München Literatur- und Kunſtge- ſchichte ſtudierte, und begab ſich 1890 nach Wien, wo er Mitredakteur ver- ſchiedener Zeitſchriften („Moderne Dichtung“, „Der Zeitgenoſſe“) wur- de. Seit 1882 lebte er in Berlin, und von hier aus unternahm er 1894 ſeine großen Reiſen, die ihn zunächſt in die Mittelmeerländer Algerien, Tuneſien und Tripolitanien und ſpäter nach der Balkanhalbinſel, Kleinaſien, Me- ſopotamien u. Perſien führten. Eine Reihe von Schriften über die Kultur- geſchichte u. Völkerkunde des Orients waren die Früchte dieſer Reiſen, z. B. „Wanderungen durch Algerien und Tuneſien“ (1895) – „Tripolitanien und der Karawanenhandel nach dem Sudan“ (1898) – „Tripolitanien und ſeine Zukunft als Wirtſchaftsgebiet“ (1898) – „Tripolitanien. Landſchafts- bilder und Völkerkunde“ (1899) – „Auf türkiſcher Erde“ (2. A. 1903) – „Meine Studienreiſe durch Vorder- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 462. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/466>, abgerufen am 23.02.2019.