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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gro
- Das Schwert des Rebellen und die
Rose vom Geyersberg (R.), 1878. -
Die Nihilisten (R.), 1881. - Unter
dem geflügelten Löwen (R.), 1881. -
Das Glück und seine Launen (R.),
1882. - Theolog und Komödiant
(Hum.-kom. R.), o. J. - Sagen und
Märchen für jung und alt, 1891. -
Berlin bei Nacht (Volksrom.), 1893.

*Grotowsky, Paul,

wurde am
26. Juli 1863 zu Fabrik Köpsen bei
Weißenfels geboren, wo sein Vater
Fabrikdirektor der Werschen-Weißen-
felser Braunkohlen-Aktiengesellschaft
war, besuchte die Dorfschule in We-
bau, dann das Progymnasium in
Weißenfels u. 1878-83 das herzogl.
Franziszeum in Zerbst. Seine Ab-
sicht, die juristische Laufbahn einzu-
schlagen, gab er auf Wunsch seines
Vaters auf, der ihn dem Bankfache
zuführen wollte. Nachdem er in einem
Bankhause zu Halle 1883-88 tätig
gewesen war, inzwischen auch seiner
Militärpflicht genügt hatte, trat er
Ende 1888 in den Staatsdienst, wurde
zunächst der Reichsbankhauptstelle in
Frankfurt a. Main als Hilfsarbeiter
überwiesen, 1891 als Bankassistent
nach Leipzig versetzt und hier 1896
zum Bankbuchhalter bei der Reichs-
bank ernannt. Jm Jahre 1903 trat
er aus Gesundheitsrücksichten in den
Ruhestand und übernahm bald dar-
auf die Herausgabe der "Deutschen
Reichsbankblätter".

S:

Der große
Kaiser im deutschen Lied (Anthol.),
1893. - Der toten Mutter (Lr.), 1893.
- Der eiserne Kanzler im deutschen
Lied (Anthol.), 1894. - Gedichte, 1894.

*Grottewitz, Kurt,

hieß eigent-
lich Pfütze, nannte sich aber im
Leben nur G. nach seinem Geburts-
orte. Er erblickte das Licht der Welt
am 22. Februar 1866 in dem klei-
nen Dorfe Grottewitz bei Grimma in
Sachsen als der Sohn eines Groß-
grundbesitzers und verlebte daselbst
seine Kindheit. Sein Jnteresse für
die ländlichen Verhältnisse und seine
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Gro
Beobachtung und Kenntnis derselben
spiegelt sich in seinem Roman "Eine
Siegernatur" wider. Jn den Jahren
1880-86 besuchte G. die Fürstenschule
zu Grimma, u. das Leben der Schü-
ler daselbst schildert er uns in seinem
Roman "Jugendstürme". Von 1886
bis 1890 studierte er in Berlin, Leip-
zig und München neuere Sprachen
und Literatur, beschäftigte sich aber
nebenbei viel mit Naturwissenschaf-
ten und Volkswirtschaft, unternahm
in seinen Studienjahren auch größere
Reisen nach Jtalien, der Schweiz,
Frankreich und Belgien. Nach Er-
langung der Doktorwürde wandte
sich G. der Schriftstellerei zu u. ver-
legte seinen Wohnsitz dauernd nach
Berlin oder den Vororten der Haupt-
stadt. Zuletzt wohnte er in Müggel-
heim. Er ertrank am 16. Juli 1905
beim Baden im Langen See b. Grünau
(in der Nähe Berlins), indem er beim
Untertauchen in die auf dem See-
boden wuchernden Schlingpflanzen
geriet, aus deren Umwicklung er sich
nicht zu retten vermochte. Während
des Jahres 1891 gehörte er der Re-
daktion des "Magazin für Literatur"
an.

S:

Sonnenaufgang (Literar. Es-
say, mit A. Lauenstein), 1890. - Neues
Leben (R.), 1891. - Modernisierung
der zehn Gebote (Literar. Essay),
1892. - Die Zukunft der deutschen
Literatur (Enquete), 1892. - Eine
Siegernatur (Moderner R.), 1892. -
Jugendstürme (R.), 1894. - Sonntage
eines großstädtischen Arbeiters in der
Natur, 1906.

*Grotthuß, Elisabeth Baronin
von,

wurde am 29. Oktbr. (10. Nov.
n. St.) 1820 zu Durben in Kurland
geboren und in Petersburg, wo ihr
Vater in russischen Diensten stand,
erzogen. Schon im Kindesalter stellte
sich bei ihr ein Augenleiden ein, wes-
halb ihre Eltern sie zuerst nach Ber-
lin, dann nach Dresden brachten, um
sie von den geschicktesten deutschen
Augenärzten behandeln zu lassen.

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Gro
– Das Schwert des Rebellen und die
Roſe vom Geyersberg (R.), 1878. –
Die Nihiliſten (R.), 1881. – Unter
dem geflügelten Löwen (R.), 1881. –
Das Glück und ſeine Launen (R.),
1882. – Theolog und Komödiant
(Hum.-kom. R.), o. J. – Sagen und
Märchen für jung und alt, 1891. –
Berlin bei Nacht (Volksrom.), 1893.

*Grotowsky, Paul,

wurde am
26. Juli 1863 zu Fabrik Köpſen bei
Weißenfels geboren, wo ſein Vater
Fabrikdirektor der Werſchen-Weißen-
felſer Braunkohlen-Aktiengeſellſchaft
war, beſuchte die Dorfſchule in We-
bau, dann das Progymnaſium in
Weißenfels u. 1878–83 das herzogl.
Franziszeum in Zerbſt. Seine Ab-
ſicht, die juriſtiſche Laufbahn einzu-
ſchlagen, gab er auf Wunſch ſeines
Vaters auf, der ihn dem Bankfache
zuführen wollte. Nachdem er in einem
Bankhauſe zu Halle 1883–88 tätig
geweſen war, inzwiſchen auch ſeiner
Militärpflicht genügt hatte, trat er
Ende 1888 in den Staatsdienſt, wurde
zunächſt der Reichsbankhauptſtelle in
Frankfurt a. Main als Hilfsarbeiter
überwieſen, 1891 als Bankaſſiſtent
nach Leipzig verſetzt und hier 1896
zum Bankbuchhalter bei der Reichs-
bank ernannt. Jm Jahre 1903 trat
er aus Geſundheitsrückſichten in den
Ruheſtand und übernahm bald dar-
auf die Herausgabe der „Deutſchen
Reichsbankblätter“.

S:

Der große
Kaiſer im deutſchen Lied (Anthol.),
1893. – Der toten Mutter (Lr.), 1893.
– Der eiſerne Kanzler im deutſchen
Lied (Anthol.), 1894. – Gedichte, 1894.

*Grottewitz, Kurt,

hieß eigent-
lich Pfütze, nannte ſich aber im
Leben nur G. nach ſeinem Geburts-
orte. Er erblickte das Licht der Welt
am 22. Februar 1866 in dem klei-
nen Dorfe Grottewitz bei Grimma in
Sachſen als der Sohn eines Groß-
grundbeſitzers und verlebte daſelbſt
ſeine Kindheit. Sein Jntereſſe für
die ländlichen Verhältniſſe und ſeine
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Gro
Beobachtung und Kenntnis derſelben
ſpiegelt ſich in ſeinem Roman „Eine
Siegernatur“ wider. Jn den Jahren
1880–86 beſuchte G. die Fürſtenſchule
zu Grimma, u. das Leben der Schü-
ler daſelbſt ſchildert er uns in ſeinem
Roman „Jugendſtürme“. Von 1886
bis 1890 ſtudierte er in Berlin, Leip-
zig und München neuere Sprachen
und Literatur, beſchäftigte ſich aber
nebenbei viel mit Naturwiſſenſchaf-
ten und Volkswirtſchaft, unternahm
in ſeinen Studienjahren auch größere
Reiſen nach Jtalien, der Schweiz,
Frankreich und Belgien. Nach Er-
langung der Doktorwürde wandte
ſich G. der Schriftſtellerei zu u. ver-
legte ſeinen Wohnſitz dauernd nach
Berlin oder den Vororten der Haupt-
ſtadt. Zuletzt wohnte er in Müggel-
heim. Er ertrank am 16. Juli 1905
beim Baden im Langen See b. Grünau
(in der Nähe Berlins), indem er beim
Untertauchen in die auf dem See-
boden wuchernden Schlingpflanzen
geriet, aus deren Umwicklung er ſich
nicht zu retten vermochte. Während
des Jahres 1891 gehörte er der Re-
daktion des „Magazin für Literatur“
an.

S:

Sonnenaufgang (Literar. Eſ-
ſay, mit A. Lauenſtein), 1890. – Neues
Leben (R.), 1891. – Moderniſierung
der zehn Gebote (Literar. Eſſay),
1892. – Die Zukunft der deutſchen
Literatur (Enquete), 1892. – Eine
Siegernatur (Moderner R.), 1892. –
Jugendſtürme (R.), 1894. – Sonntage
eines großſtädtiſchen Arbeiters in der
Natur, 1906.

*Grotthuß, Eliſabeth Baronin
von,

wurde am 29. Oktbr. (10. Nov.
n. St.) 1820 zu Durben in Kurland
geboren und in Petersburg, wo ihr
Vater in ruſſiſchen Dienſten ſtand,
erzogen. Schon im Kindesalter ſtellte
ſich bei ihr ein Augenleiden ein, wes-
halb ihre Eltern ſie zuerſt nach Ber-
lin, dann nach Dresden brachten, um
ſie von den geſchickteſten deutſchen
Augenärzten behandeln zu laſſen.

*
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[464/0468] Gro Gro – Das Schwert des Rebellen und die Roſe vom Geyersberg (R.), 1878. – Die Nihiliſten (R.), 1881. – Unter dem geflügelten Löwen (R.), 1881. – Das Glück und ſeine Launen (R.), 1882. – Theolog und Komödiant (Hum.-kom. R.), o. J. – Sagen und Märchen für jung und alt, 1891. – Berlin bei Nacht (Volksrom.), 1893. *Grotowsky, Paul, wurde am 26. Juli 1863 zu Fabrik Köpſen bei Weißenfels geboren, wo ſein Vater Fabrikdirektor der Werſchen-Weißen- felſer Braunkohlen-Aktiengeſellſchaft war, beſuchte die Dorfſchule in We- bau, dann das Progymnaſium in Weißenfels u. 1878–83 das herzogl. Franziszeum in Zerbſt. Seine Ab- ſicht, die juriſtiſche Laufbahn einzu- ſchlagen, gab er auf Wunſch ſeines Vaters auf, der ihn dem Bankfache zuführen wollte. Nachdem er in einem Bankhauſe zu Halle 1883–88 tätig geweſen war, inzwiſchen auch ſeiner Militärpflicht genügt hatte, trat er Ende 1888 in den Staatsdienſt, wurde zunächſt der Reichsbankhauptſtelle in Frankfurt a. Main als Hilfsarbeiter überwieſen, 1891 als Bankaſſiſtent nach Leipzig verſetzt und hier 1896 zum Bankbuchhalter bei der Reichs- bank ernannt. Jm Jahre 1903 trat er aus Geſundheitsrückſichten in den Ruheſtand und übernahm bald dar- auf die Herausgabe der „Deutſchen Reichsbankblätter“. S: Der große Kaiſer im deutſchen Lied (Anthol.), 1893. – Der toten Mutter (Lr.), 1893. – Der eiſerne Kanzler im deutſchen Lied (Anthol.), 1894. – Gedichte, 1894. *Grottewitz, Kurt, hieß eigent- lich Pfütze, nannte ſich aber im Leben nur G. nach ſeinem Geburts- orte. Er erblickte das Licht der Welt am 22. Februar 1866 in dem klei- nen Dorfe Grottewitz bei Grimma in Sachſen als der Sohn eines Groß- grundbeſitzers und verlebte daſelbſt ſeine Kindheit. Sein Jntereſſe für die ländlichen Verhältniſſe und ſeine Beobachtung und Kenntnis derſelben ſpiegelt ſich in ſeinem Roman „Eine Siegernatur“ wider. Jn den Jahren 1880–86 beſuchte G. die Fürſtenſchule zu Grimma, u. das Leben der Schü- ler daſelbſt ſchildert er uns in ſeinem Roman „Jugendſtürme“. Von 1886 bis 1890 ſtudierte er in Berlin, Leip- zig und München neuere Sprachen und Literatur, beſchäftigte ſich aber nebenbei viel mit Naturwiſſenſchaf- ten und Volkswirtſchaft, unternahm in ſeinen Studienjahren auch größere Reiſen nach Jtalien, der Schweiz, Frankreich und Belgien. Nach Er- langung der Doktorwürde wandte ſich G. der Schriftſtellerei zu u. ver- legte ſeinen Wohnſitz dauernd nach Berlin oder den Vororten der Haupt- ſtadt. Zuletzt wohnte er in Müggel- heim. Er ertrank am 16. Juli 1905 beim Baden im Langen See b. Grünau (in der Nähe Berlins), indem er beim Untertauchen in die auf dem See- boden wuchernden Schlingpflanzen geriet, aus deren Umwicklung er ſich nicht zu retten vermochte. Während des Jahres 1891 gehörte er der Re- daktion des „Magazin für Literatur“ an. S: Sonnenaufgang (Literar. Eſ- ſay, mit A. Lauenſtein), 1890. – Neues Leben (R.), 1891. – Moderniſierung der zehn Gebote (Literar. Eſſay), 1892. – Die Zukunft der deutſchen Literatur (Enquete), 1892. – Eine Siegernatur (Moderner R.), 1892. – Jugendſtürme (R.), 1894. – Sonntage eines großſtädtiſchen Arbeiters in der Natur, 1906. *Grotthuß, Eliſabeth Baronin von, wurde am 29. Oktbr. (10. Nov. n. St.) 1820 zu Durben in Kurland geboren und in Petersburg, wo ihr Vater in ruſſiſchen Dienſten ſtand, erzogen. Schon im Kindesalter ſtellte ſich bei ihr ein Augenleiden ein, wes- halb ihre Eltern ſie zuerſt nach Ber- lin, dann nach Dresden brachten, um ſie von den geſchickteſten deutſchen Augenärzten behandeln zu laſſen. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 464. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/468>, abgerufen am 17.02.2019.