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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gru
Engagement b. Direktor Borsdorff in
Pyrmont an, spielte mit dieser Truppe
auch in Detmold, Osnabrück, Mün-
ster, Bielefeld, Dortmund und seit
1875 in Lübeck, wo er auch seiner
Militärpflicht genügte. Jm Jahre
1876 hielt er sich in Paris auf, um
das Wesen der französischen Schau-
spielkunst kennen zu lernen, wirkte
1877 als Regisseur und Schauspieler
in Bremen, seit 1881 am Stadtthea-
ter in Leipzig, wurde im Herbst 1884
Mitglied der Dresdener Hofbühne
und 1886 der Meininger Hofbühne.
Jm Jahre 1887 für ein längeres
Gastspiel am königl. Schauspielhaus
in Berlin engagiert, übernahm er
nach Otto Devrients Abgang (Dezbr.
1890) die Regie des Schauspielhauses
in Berlin mit dem Titel eines Ober-
regisseurs. Jn dieser Stellung blieb
G. bis zum 1. Oktbr. 1906, erhielt
aber schon am 1. Januar 1906 Ur-
laub, den er zu mancherlei Gastspielen
benutzte. Zum 1. April 1909 berief
ihn unter Verleihung des Charakters
als Geh. Hofrat der Herzog von Mei-
ningen zum obersten Leiter der Mei-
ninger Hofbühne.

S:

Christian Gün-
ther (Schsp.), 1882. - Strandgut
(Schsp.), 1885. - Hans im Glück
(Schsp.), 1886. - Jn Kaisers Schutz
(Festsp.), 1887. - Jm Bann der Bühne
(Ge. eines Schauspielers), 1901. - Jm
Theaterland (Hum. Sk.), 1908.

*Gruber, Karl,

geb. am 11. Mai
1878 in Falkenberg (Lothringen),
studierte in Straßburg Rechts- und
Staatswissenschaften u. steht seit 1906
als Notar im elsässischen Staats-
dienst. Er hat seinen Wohnsitz in
Andlau.

S:

Zeitgenössische Dichtung
des Elsasses, 1906. - Ein Wasgau-
herbst (Wanderbuch), 1909.

Gruber, Ludwig,

Pseudon. für
Ludwig Anzengruber; s. d.!

Grumbach, L. von,

Pseudon. für
Olga Cubäus; s. d.!

*Grün, Albert,

geb. am 31. Mai
1822 zu Lüdenscheid in Westfalen als
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Grü
der Sohn eines wenig bemittelten
Volksschullehrers, besuchte die dor-
tige Volks- und Rektoratsschule, seit
1836 die Untersekunda des Gymna-
siums in Barmen, trat aus der Ober-
sekunda wieder aus, um als Berg-
aspirant in den Kohlengruben des
Dortmunder Oberbergamtsbezirks
für das höhere Bergfach sich vorzu-
bereiten, und besuchte dann die Bo-
chumer Bergschule. Neue gesetzliche
Bestimmungen nötigten ihn auf das
Gymnasium zurück, damit er sich die
Reife für Prima erwerbe. Danach
trat er wieder als Bergeleve in Essen
ein. Jndessen veranlaßten ihn man-
cherlei Mißverhältnisse zu den Berg-
behörden bald, diesen Lebensberuf
ganz aufzugeben. Nachdem er eine
Zeitlang bei der Versicherungsgesell-
schaft Colonia in Köln gearbeitet, er-
möglichte es ihm ein wohlhabender
Freund, die Reifeprüfung an einem
Gymnasium zu erlangen und dann
in Bonn Philologie zu studieren.
Hier schrieb er seinen "Offenen Brief"
an die Bonner Studenten gegen das
Unwesen der Korps. Jm Jahre 1846
ging er, einer Anklage wegen Maje-
stätsbeleidigung ausweichend, nach
Brüssel, wo er im Cercle artistique
et litteraire
Vorlesungen über das
moderne Drama hielt. Die Revolu-
tion rief ihn wieder nach Deutschland
zurück, wo er sich sofort in die poli-
tische Bewegung hineinstürzte. Jn
Berlin ward er im Frühjahr 1848
Vorsitzender des Königsstädtischen
Maschinenbauervereins, mußte aber
nach Eintritt des Belagerungszu-
standes die Hauptstadt verlassen. Jn
Köthen schrieb er dann seine Bro-
schüre "Das Vorparlament", leitete
danach mit Arnold Ruge u. a. die Leip-
ziger Bewegung, ging im Mai 1849
als Bevollmächtigter der provisori-
schen Regierung von Sachsen nach
Frankfurt a. M. u. mit der äußersten
Linken des dort aufgelösten Parla-
ments in die Pfalz, wo er als Zivil-

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Gru
Engagement b. Direktor Borsdorff in
Pyrmont an, ſpielte mit dieſer Truppe
auch in Detmold, Osnabrück, Mün-
ſter, Bielefeld, Dortmund und ſeit
1875 in Lübeck, wo er auch ſeiner
Militärpflicht genügte. Jm Jahre
1876 hielt er ſich in Paris auf, um
das Weſen der franzöſiſchen Schau-
ſpielkunſt kennen zu lernen, wirkte
1877 als Regiſſeur und Schauſpieler
in Bremen, ſeit 1881 am Stadtthea-
ter in Leipzig, wurde im Herbſt 1884
Mitglied der Dresdener Hofbühne
und 1886 der Meininger Hofbühne.
Jm Jahre 1887 für ein längeres
Gaſtſpiel am königl. Schauſpielhaus
in Berlin engagiert, übernahm er
nach Otto Devrients Abgang (Dezbr.
1890) die Regie des Schauſpielhauſes
in Berlin mit dem Titel eines Ober-
regiſſeurs. Jn dieſer Stellung blieb
G. bis zum 1. Oktbr. 1906, erhielt
aber ſchon am 1. Januar 1906 Ur-
laub, den er zu mancherlei Gaſtſpielen
benutzte. Zum 1. April 1909 berief
ihn unter Verleihung des Charakters
als Geh. Hofrat der Herzog von Mei-
ningen zum oberſten Leiter der Mei-
ninger Hofbühne.

S:

Chriſtian Gün-
ther (Schſp.), 1882. – Strandgut
(Schſp.), 1885. – Hans im Glück
(Schſp.), 1886. – Jn Kaiſers Schutz
(Feſtſp.), 1887. – Jm Bann der Bühne
(Ge. eines Schauſpielers), 1901. – Jm
Theaterland (Hum. Sk.), 1908.

*Gruber, Karl,

geb. am 11. Mai
1878 in Falkenberg (Lothringen),
ſtudierte in Straßburg Rechts- und
Staatswiſſenſchaften u. ſteht ſeit 1906
als Notar im elſäſſiſchen Staats-
dienſt. Er hat ſeinen Wohnſitz in
Andlau.

S:

Zeitgenöſſiſche Dichtung
des Elſaſſes, 1906. – Ein Wasgau-
herbſt (Wanderbuch), 1909.

Gruber, Ludwig,

Pſeudon. für
Ludwig Anzengruber; ſ. d.!

Grumbach, L. von,

Pſeudon. für
Olga Cubäus; ſ. d.!

*Grün, Albert,

geb. am 31. Mai
1822 zu Lüdenſcheid in Weſtfalen als
[Spaltenumbruch]

Grü
der Sohn eines wenig bemittelten
Volksſchullehrers, beſuchte die dor-
tige Volks- und Rektoratsſchule, ſeit
1836 die Unterſekunda des Gymna-
ſiums in Barmen, trat aus der Ober-
ſekunda wieder aus, um als Berg-
aſpirant in den Kohlengruben des
Dortmunder Oberbergamtsbezirks
für das höhere Bergfach ſich vorzu-
bereiten, und beſuchte dann die Bo-
chumer Bergſchule. Neue geſetzliche
Beſtimmungen nötigten ihn auf das
Gymnaſium zurück, damit er ſich die
Reife für Prima erwerbe. Danach
trat er wieder als Bergeleve in Eſſen
ein. Jndeſſen veranlaßten ihn man-
cherlei Mißverhältniſſe zu den Berg-
behörden bald, dieſen Lebensberuf
ganz aufzugeben. Nachdem er eine
Zeitlang bei der Verſicherungsgeſell-
ſchaft Colonia in Köln gearbeitet, er-
möglichte es ihm ein wohlhabender
Freund, die Reifeprüfung an einem
Gymnaſium zu erlangen und dann
in Bonn Philologie zu ſtudieren.
Hier ſchrieb er ſeinen „Offenen Brief“
an die Bonner Studenten gegen das
Unweſen der Korps. Jm Jahre 1846
ging er, einer Anklage wegen Maje-
ſtätsbeleidigung ausweichend, nach
Brüſſel, wo er im Cercle artistique
et littéraire
Vorleſungen über das
moderne Drama hielt. Die Revolu-
tion rief ihn wieder nach Deutſchland
zurück, wo er ſich ſofort in die poli-
tiſche Bewegung hineinſtürzte. Jn
Berlin ward er im Frühjahr 1848
Vorſitzender des Königsſtädtiſchen
Maſchinenbauervereins, mußte aber
nach Eintritt des Belagerungszu-
ſtandes die Hauptſtadt verlaſſen. Jn
Köthen ſchrieb er dann ſeine Bro-
ſchüre „Das Vorparlament“, leitete
danach mit Arnold Ruge u. a. die Leip-
ziger Bewegung, ging im Mai 1849
als Bevollmächtigter der proviſori-
ſchen Regierung von Sachſen nach
Frankfurt a. M. u. mit der äußerſten
Linken des dort aufgelöſten Parla-
ments in die Pfalz, wo er als Zivil-

*
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[468/0472] Gru Grü Engagement b. Direktor Borsdorff in Pyrmont an, ſpielte mit dieſer Truppe auch in Detmold, Osnabrück, Mün- ſter, Bielefeld, Dortmund und ſeit 1875 in Lübeck, wo er auch ſeiner Militärpflicht genügte. Jm Jahre 1876 hielt er ſich in Paris auf, um das Weſen der franzöſiſchen Schau- ſpielkunſt kennen zu lernen, wirkte 1877 als Regiſſeur und Schauſpieler in Bremen, ſeit 1881 am Stadtthea- ter in Leipzig, wurde im Herbſt 1884 Mitglied der Dresdener Hofbühne und 1886 der Meininger Hofbühne. Jm Jahre 1887 für ein längeres Gaſtſpiel am königl. Schauſpielhaus in Berlin engagiert, übernahm er nach Otto Devrients Abgang (Dezbr. 1890) die Regie des Schauſpielhauſes in Berlin mit dem Titel eines Ober- regiſſeurs. Jn dieſer Stellung blieb G. bis zum 1. Oktbr. 1906, erhielt aber ſchon am 1. Januar 1906 Ur- laub, den er zu mancherlei Gaſtſpielen benutzte. Zum 1. April 1909 berief ihn unter Verleihung des Charakters als Geh. Hofrat der Herzog von Mei- ningen zum oberſten Leiter der Mei- ninger Hofbühne. S: Chriſtian Gün- ther (Schſp.), 1882. – Strandgut (Schſp.), 1885. – Hans im Glück (Schſp.), 1886. – Jn Kaiſers Schutz (Feſtſp.), 1887. – Jm Bann der Bühne (Ge. eines Schauſpielers), 1901. – Jm Theaterland (Hum. Sk.), 1908. *Gruber, Karl, geb. am 11. Mai 1878 in Falkenberg (Lothringen), ſtudierte in Straßburg Rechts- und Staatswiſſenſchaften u. ſteht ſeit 1906 als Notar im elſäſſiſchen Staats- dienſt. Er hat ſeinen Wohnſitz in Andlau. S: Zeitgenöſſiſche Dichtung des Elſaſſes, 1906. – Ein Wasgau- herbſt (Wanderbuch), 1909. Gruber, Ludwig, Pſeudon. für Ludwig Anzengruber; ſ. d.! Grumbach, L. von, Pſeudon. für Olga Cubäus; ſ. d.! *Grün, Albert, geb. am 31. Mai 1822 zu Lüdenſcheid in Weſtfalen als der Sohn eines wenig bemittelten Volksſchullehrers, beſuchte die dor- tige Volks- und Rektoratsſchule, ſeit 1836 die Unterſekunda des Gymna- ſiums in Barmen, trat aus der Ober- ſekunda wieder aus, um als Berg- aſpirant in den Kohlengruben des Dortmunder Oberbergamtsbezirks für das höhere Bergfach ſich vorzu- bereiten, und beſuchte dann die Bo- chumer Bergſchule. Neue geſetzliche Beſtimmungen nötigten ihn auf das Gymnaſium zurück, damit er ſich die Reife für Prima erwerbe. Danach trat er wieder als Bergeleve in Eſſen ein. Jndeſſen veranlaßten ihn man- cherlei Mißverhältniſſe zu den Berg- behörden bald, dieſen Lebensberuf ganz aufzugeben. Nachdem er eine Zeitlang bei der Verſicherungsgeſell- ſchaft Colonia in Köln gearbeitet, er- möglichte es ihm ein wohlhabender Freund, die Reifeprüfung an einem Gymnaſium zu erlangen und dann in Bonn Philologie zu ſtudieren. Hier ſchrieb er ſeinen „Offenen Brief“ an die Bonner Studenten gegen das Unweſen der Korps. Jm Jahre 1846 ging er, einer Anklage wegen Maje- ſtätsbeleidigung ausweichend, nach Brüſſel, wo er im Cercle artistique et littéraire Vorleſungen über das moderne Drama hielt. Die Revolu- tion rief ihn wieder nach Deutſchland zurück, wo er ſich ſofort in die poli- tiſche Bewegung hineinſtürzte. Jn Berlin ward er im Frühjahr 1848 Vorſitzender des Königsſtädtiſchen Maſchinenbauervereins, mußte aber nach Eintritt des Belagerungszu- ſtandes die Hauptſtadt verlaſſen. Jn Köthen ſchrieb er dann ſeine Bro- ſchüre „Das Vorparlament“, leitete danach mit Arnold Ruge u. a. die Leip- ziger Bewegung, ging im Mai 1849 als Bevollmächtigter der proviſori- ſchen Regierung von Sachſen nach Frankfurt a. M. u. mit der äußerſten Linken des dort aufgelöſten Parla- ments in die Pfalz, wo er als Zivil- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 468. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/472>, abgerufen am 23.02.2019.