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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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und Berlin Theologie und Orienta-
lia. Nachdem er 1858 in Tübingen
die Würde eines Doktor der Philo-
sophie erworben, war er als Geist-
licher in mehreren Ämtern tätig, lebte
dann von 1865-69 in Gotha, wo er
für J. Perthes einen "Allgemeinen
Missionsatlas in 74 Blättern" (1871)
bearbeitete, und kam darauf 1869
als Pfarrer nach Mörz bei Belzig,
wo er noch jetzt im Amte steht. G.
unternahm wiederholt Studienreisen,
die ihn 1869 nach Holland, England,
den Vereinigten Staaten und 1890
bis 1891 nach Jndien führten. Er
ist Spezialist auf dem Gebiete des
Missionswesens, auch Mitheraus-
geber der "Allgemeinen Missions-
Zeitschrift von D. Warneck." Jn An-
erkennung dieses Wirkens verlieh
ihm die Universität Berlin die Würde
eines Dr. theol. Hier sind zu er-
wähnen seine novellistisch gehaltenen

S:

Dornen und Ähren vom Missions-
felde; XVIII, 1886-1908. - Vater
Christliebs Abendunterhaltungen aus
der Heidenmission; III, 1891-96. -
Das ewige Licht. Der Erz. 2. Teil
(Fortsetzung der gleichnamigen E. von
P. Rosegger), 1897.

*Gründler, Adele,

wurde am
2. April 1854 zu Elberfeld als die
Tochter des damaligen Postdirektors
Sachsse geboren u. wuchs in einem
überaus glücklichen Familienleben
auf. Jnfolge der Versetzungen ihres
Vaters kam sie 1862 nach Arnsberg,
1864 nach Danzig und 1865 nach
Berlin. Hier übernahm eine ältere
Schwester Adelens, eine geprüfte Leh-
rerin, deren Ausbildung durch häus-
lichen Privatunterricht bis 1868,
worauf dann noch ein Schuljahr ihre
wissenschaftliche Lehrzeit beendete.
Daneben empfing sie bis 1872 eine
gründliche Ausbildung in der Musik
in dem Jnstitute des Prof. Th. Kul-
lak u. schließlich durch diesen Meister
selber. Jm Jahre 1878 verheiratete
sich Adele mit dem damaligen Hilfs-
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Gru
prediger Ernst Gründler an der So-
phiengemeinde in Berlin, mit dem
sie 1880 auf die Landpfarre Lang-
helwigsdorf bei Bolkenhain in Schle-
sien und 1883 nach Annaburg in der
Provinz Sachsen übersiedelte, wo der
Gatte Militärpfarrer u. Schulinspek-
tor am Militärknabenerziehungsin-
stitut wurde. Nach zehnjähriger Wirk-
samkeit wurde er 1893 an das Leh-
rerseminar zu Cammin in Pommern
berufen, wo er seit 1894 als Direktor
wirkte, am 1. Januar 1898 als Se-
minardirektor nach Barby versetzt u.
1906 zum Regierungs- und Schulrat
in Merseburg ernannt.

S:

Haide-
blüten (Ge.), 1892. - Die Größte
unter ihnen (E.), 1897. Verschiedene
Volkserzählungen für den Verlag der
Niedersächsischen Gesellschaft in Ham-
burg.

*Grundmann, Franz,

geb. am
1. Oktbr. 1864 in Schumburg-Tann-
wald, einem Dorfe im böhmischen
Riesengebirge, besuchte die dortige
Volksschule, später zwei Bürgerschul-
klassen und erlernte dann die Glas-
schleiferei. Als Handwerksbursch
durchzog er 1884 und 1885 Österreich,
Deutschland und die Schweiz und
arbeitete dann von 1886 ab bis 1900
in verschiedenen Glasschleifereien des
Jsergebirges. Seit 1890 als Schrift-
steller tätig, versuchte er sich zunächst
in kleinen Erzählungen in hochdeut-
scher Sprache, dann in der Mundart
des Jser- und Riesengebirges. Um
größere Kreise für die nordböhmischen
Dialekte zu interessieren, begründete
G. 1899 das humoristische Volksblatt
"Rübezahl", das er seitdem redigiert.
Er lebt jetzt in Unter-Polaun (Böh-
men).

S:

Schier-Naz (Schsp., Über-
setzung a. d. Mdt. des Jsergebirges),
1900. - Edelwild (Dr.), 1902. -
Aus'm Gebirge (Humor. und Sat.),
1902 (Jnhalt: Schleifer-Seffs An-
ton'l). - Aus dem alten Testamente
(dem Schleiferfranz nacherz.), 3. A.
1909.

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Grü
und Berlin Theologie und Orienta-
lia. Nachdem er 1858 in Tübingen
die Würde eines Doktor der Philo-
ſophie erworben, war er als Geiſt-
licher in mehreren Ämtern tätig, lebte
dann von 1865–69 in Gotha, wo er
für J. Perthes einen „Allgemeinen
Miſſionsatlas in 74 Blättern“ (1871)
bearbeitete, und kam darauf 1869
als Pfarrer nach Mörz bei Belzig,
wo er noch jetzt im Amte ſteht. G.
unternahm wiederholt Studienreiſen,
die ihn 1869 nach Holland, England,
den Vereinigten Staaten und 1890
bis 1891 nach Jndien führten. Er
iſt Spezialiſt auf dem Gebiete des
Miſſionsweſens, auch Mitheraus-
geber der „Allgemeinen Miſſions-
Zeitſchrift von D. Warneck.“ Jn An-
erkennung dieſes Wirkens verlieh
ihm die Univerſität Berlin die Würde
eines Dr. theol. Hier ſind zu er-
wähnen ſeine novelliſtiſch gehaltenen

S:

Dornen und Ähren vom Miſſions-
felde; XVIII, 1886–1908. – Vater
Chriſtliebs Abendunterhaltungen aus
der Heidenmiſſion; III, 1891–96. –
Das ewige Licht. Der Erz. 2. Teil
(Fortſetzung der gleichnamigen E. von
P. Roſegger), 1897.

*Gründler, Adele,

wurde am
2. April 1854 zu Elberfeld als die
Tochter des damaligen Poſtdirektors
Sachſſe geboren u. wuchs in einem
überaus glücklichen Familienleben
auf. Jnfolge der Verſetzungen ihres
Vaters kam ſie 1862 nach Arnsberg,
1864 nach Danzig und 1865 nach
Berlin. Hier übernahm eine ältere
Schweſter Adelens, eine geprüfte Leh-
rerin, deren Ausbildung durch häus-
lichen Privatunterricht bis 1868,
worauf dann noch ein Schuljahr ihre
wiſſenſchaftliche Lehrzeit beendete.
Daneben empfing ſie bis 1872 eine
gründliche Ausbildung in der Muſik
in dem Jnſtitute des Prof. Th. Kul-
lak u. ſchließlich durch dieſen Meiſter
ſelber. Jm Jahre 1878 verheiratete
ſich Adele mit dem damaligen Hilfs-
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Gru
prediger Ernſt Gründler an der So-
phiengemeinde in Berlin, mit dem
ſie 1880 auf die Landpfarre Lang-
helwigsdorf bei Bolkenhain in Schle-
ſien und 1883 nach Annaburg in der
Provinz Sachſen überſiedelte, wo der
Gatte Militärpfarrer u. Schulinſpek-
tor am Militärknabenerziehungsin-
ſtitut wurde. Nach zehnjähriger Wirk-
ſamkeit wurde er 1893 an das Leh-
rerſeminar zu Cammin in Pommern
berufen, wo er ſeit 1894 als Direktor
wirkte, am 1. Januar 1898 als Se-
minardirektor nach Barby verſetzt u.
1906 zum Regierungs- und Schulrat
in Merſeburg ernannt.

S:

Haide-
blüten (Ge.), 1892. – Die Größte
unter ihnen (E.), 1897. Verſchiedene
Volkserzählungen für den Verlag der
Niederſächſiſchen Geſellſchaft in Ham-
burg.

*Grundmann, Franz,

geb. am
1. Oktbr. 1864 in Schumburg-Tann-
wald, einem Dorfe im böhmiſchen
Rieſengebirge, beſuchte die dortige
Volksſchule, ſpäter zwei Bürgerſchul-
klaſſen und erlernte dann die Glas-
ſchleiferei. Als Handwerksburſch
durchzog er 1884 und 1885 Öſterreich,
Deutſchland und die Schweiz und
arbeitete dann von 1886 ab bis 1900
in verſchiedenen Glasſchleifereien des
Jſergebirges. Seit 1890 als Schrift-
ſteller tätig, verſuchte er ſich zunächſt
in kleinen Erzählungen in hochdeut-
ſcher Sprache, dann in der Mundart
des Jſer- und Rieſengebirges. Um
größere Kreiſe für die nordböhmiſchen
Dialekte zu intereſſieren, begründete
G. 1899 das humoriſtiſche Volksblatt
„Rübezahl“, das er ſeitdem redigiert.
Er lebt jetzt in Unter-Polaun (Böh-
men).

S:

Schier-Naz (Schſp., Über-
ſetzung a. d. Mdt. des Jſergebirges),
1900. – Edelwild (Dr.), 1902. –
Aus’m Gebirge (Humor. und Sat.),
1902 (Jnhalt: Schleifer-Seffs An-
ton’l). – Aus dem alten Teſtamente
(dem Schleiferfranz nacherz.), 3. A.
1909.

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[471/0475] Grü Gru und Berlin Theologie und Orienta- lia. Nachdem er 1858 in Tübingen die Würde eines Doktor der Philo- ſophie erworben, war er als Geiſt- licher in mehreren Ämtern tätig, lebte dann von 1865–69 in Gotha, wo er für J. Perthes einen „Allgemeinen Miſſionsatlas in 74 Blättern“ (1871) bearbeitete, und kam darauf 1869 als Pfarrer nach Mörz bei Belzig, wo er noch jetzt im Amte ſteht. G. unternahm wiederholt Studienreiſen, die ihn 1869 nach Holland, England, den Vereinigten Staaten und 1890 bis 1891 nach Jndien führten. Er iſt Spezialiſt auf dem Gebiete des Miſſionsweſens, auch Mitheraus- geber der „Allgemeinen Miſſions- Zeitſchrift von D. Warneck.“ Jn An- erkennung dieſes Wirkens verlieh ihm die Univerſität Berlin die Würde eines Dr. theol. Hier ſind zu er- wähnen ſeine novelliſtiſch gehaltenen S: Dornen und Ähren vom Miſſions- felde; XVIII, 1886–1908. – Vater Chriſtliebs Abendunterhaltungen aus der Heidenmiſſion; III, 1891–96. – Das ewige Licht. Der Erz. 2. Teil (Fortſetzung der gleichnamigen E. von P. Roſegger), 1897. *Gründler, Adele, wurde am 2. April 1854 zu Elberfeld als die Tochter des damaligen Poſtdirektors Sachſſe geboren u. wuchs in einem überaus glücklichen Familienleben auf. Jnfolge der Verſetzungen ihres Vaters kam ſie 1862 nach Arnsberg, 1864 nach Danzig und 1865 nach Berlin. Hier übernahm eine ältere Schweſter Adelens, eine geprüfte Leh- rerin, deren Ausbildung durch häus- lichen Privatunterricht bis 1868, worauf dann noch ein Schuljahr ihre wiſſenſchaftliche Lehrzeit beendete. Daneben empfing ſie bis 1872 eine gründliche Ausbildung in der Muſik in dem Jnſtitute des Prof. Th. Kul- lak u. ſchließlich durch dieſen Meiſter ſelber. Jm Jahre 1878 verheiratete ſich Adele mit dem damaligen Hilfs- prediger Ernſt Gründler an der So- phiengemeinde in Berlin, mit dem ſie 1880 auf die Landpfarre Lang- helwigsdorf bei Bolkenhain in Schle- ſien und 1883 nach Annaburg in der Provinz Sachſen überſiedelte, wo der Gatte Militärpfarrer u. Schulinſpek- tor am Militärknabenerziehungsin- ſtitut wurde. Nach zehnjähriger Wirk- ſamkeit wurde er 1893 an das Leh- rerſeminar zu Cammin in Pommern berufen, wo er ſeit 1894 als Direktor wirkte, am 1. Januar 1898 als Se- minardirektor nach Barby verſetzt u. 1906 zum Regierungs- und Schulrat in Merſeburg ernannt. S: Haide- blüten (Ge.), 1892. – Die Größte unter ihnen (E.), 1897. Verſchiedene Volkserzählungen für den Verlag der Niederſächſiſchen Geſellſchaft in Ham- burg. *Grundmann, Franz, geb. am 1. Oktbr. 1864 in Schumburg-Tann- wald, einem Dorfe im böhmiſchen Rieſengebirge, beſuchte die dortige Volksſchule, ſpäter zwei Bürgerſchul- klaſſen und erlernte dann die Glas- ſchleiferei. Als Handwerksburſch durchzog er 1884 und 1885 Öſterreich, Deutſchland und die Schweiz und arbeitete dann von 1886 ab bis 1900 in verſchiedenen Glasſchleifereien des Jſergebirges. Seit 1890 als Schrift- ſteller tätig, verſuchte er ſich zunächſt in kleinen Erzählungen in hochdeut- ſcher Sprache, dann in der Mundart des Jſer- und Rieſengebirges. Um größere Kreiſe für die nordböhmiſchen Dialekte zu intereſſieren, begründete G. 1899 das humoriſtiſche Volksblatt „Rübezahl“, das er ſeitdem redigiert. Er lebt jetzt in Unter-Polaun (Böh- men). S: Schier-Naz (Schſp., Über- ſetzung a. d. Mdt. des Jſergebirges), 1900. – Edelwild (Dr.), 1902. – Aus’m Gebirge (Humor. und Sat.), 1902 (Jnhalt: Schleifer-Seffs An- ton’l). – Aus dem alten Teſtamente (dem Schleiferfranz nacherz.), 3. A. 1909. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 471. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/475>, abgerufen am 17.02.2019.