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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Dom
Drängen ihrer Freunde nach, mit
ihren schriftstellerischen Abeiten an
die Öffentlichkeit zu treten. Sie lebte,
solange ihr Vater im Amte war,
immer in Koblenz. Jm Kriegsjahr
1870-71 empfing sie für Pflichttreue
im Kriege die eiserne Medaille, später
ein Gnadengehalt aus der Schatulle
Kaiser Wilhelms I. und war seit
1889 Stiftsdame im königlichen Wil-
helmstift zu Charlottenburg. Sie +
am 3. Novbr. 1905.

S:

Zwei No-
vollen aus rheinischem Mädchenleben,
1872. - Frauenart (Nn.), 1875 (Jn-
halt: Was ist das Schönste auf Er-
den, 1878. - Aus Thüringen, 1878).
- Lorelei (R.), 1876. - Errungen (R.),
1885. - Vor der Auferstehung. Aus
alten Familienpapieren (R.), 1894.

*Dommes, Bernhard,

wurde am
21. Juli 1864 in Harzburg (Braun-
schweig) geboren, wo sein Vater her-
zogl. Oberkommissar war, dem das
Weltbad Harzburg sein Entstehen u.
seine heutige Größe verdankt. Nach
Absolvierung der Schule wurde Bern-
hard Landwirt auf dem Rittergute
eines Onkels, diente nach harter Lehr-
zeit in Greifswald als Einjährig-
Freiwilliger und hörte gleichzeitig
Vorlesungen an der dortigen Uni-
versität. Dann kehrte er zu weiterer
Tätigkeit in seinem landwirtschaft-
lichen Berufe nach Schlesien zurück.
Da traf ihn ein schweres Geschick:
Der Alkoholteufel packte ihn, warf
ihn aus seiner Laufbahn heraus, trieb
ihn von Ort zu Ort und drückte ihn
zum geringsten Arbeiter herab, ob-
wohl er seine ganze Willenskraft ein-
setzte, sich von diesem Teufel freizu-
machen. Mehrere Jahre führte er in
Bremen und Umgegend in den ver-
schiedensten geringern Berufen ein
klägliches Dasein; nicht besser ging
es ihm in Berlin, wo er schließlich
von der Wassersucht auf ein ärmliches
Lager geworfen wurde. Während
seiner Krankheit gelangte er durch
Erbschaft in den Besitz einigen Ver-
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Don
mögens, so daß sich seine äußere Lage
besserte; gleichwohl sank er wieder
unter das Joch des Alkohols, u. der
Rat vieler Ärzte, kein Heilmittel, keine
Trinkerheilanstalt vermochte ihn von
diesem Joche freizumachen, bis sich
endlich ein edler Menschenfreund, der
Prof. Dr. Servus in Charlottenburg,
der langjährige Leiter der Blaukreuz-
vereine, seiner annahm, ihn durch die
Macht der Religion von seinem Lei-
den befreite und zu einem glücklichen
Menschen machte. Nach langen Jah-
ren gründete D. 1907 in Schloß Lank-
witz bei Berlin ein großes Pensionat,
in welchem unglückliche Trinker Auf-
nahme und Rettung finden sollen.

S:


Aus tiefer Not. Ein Lebensschicksal
(R.), 1905. - Wer trägt die Schuld?
(R.), 1907.

*Donath, Adolf,

geb. am 9. Dez.
1876 zu Kremsier in Mähren als der
Sohn eines Kaufmanns, besuchte das
deutsche Gymnasium daselbst u. ver-
öffentlichte schon in dieser Zeit in
schöngeistigen Zeitschriften Gedichte
und Erzählungen. Jn Wien, wo er
sich dem Studium der Jurisprudenz
und Philosophie widmete, gewann
D. seinen Lebensunterhalt durch Er-
teilung von Privatunterricht und
schriftstellerische und journalistische
Arbeiten, die ihn mit Wiener und
Berliner Blättern in enge Beziehun-
gen brachten. Von 1900-04 war er
ständiger Mitarbeiter der "Neuen
freien Presse". Seit 1905 lebt er in
Berlin, wo er für die angesehensten
Zeitschriften arbeitet.

S:

Tage und
Nächte (Ge., mit einem Geleitbrief
von Georg Brandes), 1898. - Juden-
lieder (Ein Zyklus a. d. ersten Samm-
lung mit Kompositionen v. Bela Ne-
mes, in mehrere Sprachen übersetzt),
1899. - Mensch und Liebe (Neue Ge.),
1901. - Österreichische Dichter (An-
thol., zum 60. Geburtstage D. von
Liliencrons hrsg.), 1904.

Donau, Heinz von der,

Pseud. für
Heinrich Storch; s. d.!

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Dom
Drängen ihrer Freunde nach, mit
ihren ſchriftſtelleriſchen Abeiten an
die Öffentlichkeit zu treten. Sie lebte,
ſolange ihr Vater im Amte war,
immer in Koblenz. Jm Kriegsjahr
1870–71 empfing ſie für Pflichttreue
im Kriege die eiſerne Medaille, ſpäter
ein Gnadengehalt aus der Schatulle
Kaiſer Wilhelms I. und war ſeit
1889 Stiftsdame im königlichen Wil-
helmſtift zu Charlottenburg. Sie †
am 3. Novbr. 1905.

S:

Zwei No-
vollen aus rheiniſchem Mädchenleben,
1872. – Frauenart (Nn.), 1875 (Jn-
halt: Was iſt das Schönſte auf Er-
den, 1878. – Aus Thüringen, 1878).
– Lorelei (R.), 1876. – Errungen (R.),
1885. – Vor der Auferſtehung. Aus
alten Familienpapieren (R.), 1894.

*Dommes, Bernhard,

wurde am
21. Juli 1864 in Harzburg (Braun-
ſchweig) geboren, wo ſein Vater her-
zogl. Oberkommiſſar war, dem das
Weltbad Harzburg ſein Entſtehen u.
ſeine heutige Größe verdankt. Nach
Abſolvierung der Schule wurde Bern-
hard Landwirt auf dem Rittergute
eines Onkels, diente nach harter Lehr-
zeit in Greifswald als Einjährig-
Freiwilliger und hörte gleichzeitig
Vorleſungen an der dortigen Uni-
verſität. Dann kehrte er zu weiterer
Tätigkeit in ſeinem landwirtſchaft-
lichen Berufe nach Schleſien zurück.
Da traf ihn ein ſchweres Geſchick:
Der Alkoholteufel packte ihn, warf
ihn aus ſeiner Laufbahn heraus, trieb
ihn von Ort zu Ort und drückte ihn
zum geringſten Arbeiter herab, ob-
wohl er ſeine ganze Willenskraft ein-
ſetzte, ſich von dieſem Teufel freizu-
machen. Mehrere Jahre führte er in
Bremen und Umgegend in den ver-
ſchiedenſten geringern Berufen ein
klägliches Daſein; nicht beſſer ging
es ihm in Berlin, wo er ſchließlich
von der Waſſerſucht auf ein ärmliches
Lager geworfen wurde. Während
ſeiner Krankheit gelangte er durch
Erbſchaft in den Beſitz einigen Ver-
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Don
mögens, ſo daß ſich ſeine äußere Lage
beſſerte; gleichwohl ſank er wieder
unter das Joch des Alkohols, u. der
Rat vieler Ärzte, kein Heilmittel, keine
Trinkerheilanſtalt vermochte ihn von
dieſem Joche freizumachen, bis ſich
endlich ein edler Menſchenfreund, der
Prof. Dr. Servus in Charlottenburg,
der langjährige Leiter der Blaukreuz-
vereine, ſeiner annahm, ihn durch die
Macht der Religion von ſeinem Lei-
den befreite und zu einem glücklichen
Menſchen machte. Nach langen Jah-
ren gründete D. 1907 in Schloß Lank-
witz bei Berlin ein großes Penſionat,
in welchem unglückliche Trinker Auf-
nahme und Rettung finden ſollen.

S:


Aus tiefer Not. Ein Lebensſchickſal
(R.), 1905. – Wer trägt die Schuld?
(R.), 1907.

*Donath, Adolf,

geb. am 9. Dez.
1876 zu Kremſier in Mähren als der
Sohn eines Kaufmanns, beſuchte das
deutſche Gymnaſium daſelbſt u. ver-
öffentlichte ſchon in dieſer Zeit in
ſchöngeiſtigen Zeitſchriften Gedichte
und Erzählungen. Jn Wien, wo er
ſich dem Studium der Jurisprudenz
und Philoſophie widmete, gewann
D. ſeinen Lebensunterhalt durch Er-
teilung von Privatunterricht und
ſchriftſtelleriſche und journaliſtiſche
Arbeiten, die ihn mit Wiener und
Berliner Blättern in enge Beziehun-
gen brachten. Von 1900–04 war er
ſtändiger Mitarbeiter der „Neuen
freien Preſſe“. Seit 1905 lebt er in
Berlin, wo er für die angeſehenſten
Zeitſchriften arbeitet.

S:

Tage und
Nächte (Ge., mit einem Geleitbrief
von Georg Brandes), 1898. – Juden-
lieder (Ein Zyklus a. d. erſten Samm-
lung mit Kompoſitionen v. Bela Ne-
mes, in mehrere Sprachen überſetzt),
1899. – Menſch und Liebe (Neue Ge.),
1901. – Öſterreichiſche Dichter (An-
thol., zum 60. Geburtstage D. von
Liliencrons hrsg.), 1904.

Donau, Heinz von der,

Pſeud. für
Heinrich Storch; ſ. d.!

*
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[45/0049] Dom Don Drängen ihrer Freunde nach, mit ihren ſchriftſtelleriſchen Abeiten an die Öffentlichkeit zu treten. Sie lebte, ſolange ihr Vater im Amte war, immer in Koblenz. Jm Kriegsjahr 1870–71 empfing ſie für Pflichttreue im Kriege die eiſerne Medaille, ſpäter ein Gnadengehalt aus der Schatulle Kaiſer Wilhelms I. und war ſeit 1889 Stiftsdame im königlichen Wil- helmſtift zu Charlottenburg. Sie † am 3. Novbr. 1905. S: Zwei No- vollen aus rheiniſchem Mädchenleben, 1872. – Frauenart (Nn.), 1875 (Jn- halt: Was iſt das Schönſte auf Er- den, 1878. – Aus Thüringen, 1878). – Lorelei (R.), 1876. – Errungen (R.), 1885. – Vor der Auferſtehung. Aus alten Familienpapieren (R.), 1894. *Dommes, Bernhard, wurde am 21. Juli 1864 in Harzburg (Braun- ſchweig) geboren, wo ſein Vater her- zogl. Oberkommiſſar war, dem das Weltbad Harzburg ſein Entſtehen u. ſeine heutige Größe verdankt. Nach Abſolvierung der Schule wurde Bern- hard Landwirt auf dem Rittergute eines Onkels, diente nach harter Lehr- zeit in Greifswald als Einjährig- Freiwilliger und hörte gleichzeitig Vorleſungen an der dortigen Uni- verſität. Dann kehrte er zu weiterer Tätigkeit in ſeinem landwirtſchaft- lichen Berufe nach Schleſien zurück. Da traf ihn ein ſchweres Geſchick: Der Alkoholteufel packte ihn, warf ihn aus ſeiner Laufbahn heraus, trieb ihn von Ort zu Ort und drückte ihn zum geringſten Arbeiter herab, ob- wohl er ſeine ganze Willenskraft ein- ſetzte, ſich von dieſem Teufel freizu- machen. Mehrere Jahre führte er in Bremen und Umgegend in den ver- ſchiedenſten geringern Berufen ein klägliches Daſein; nicht beſſer ging es ihm in Berlin, wo er ſchließlich von der Waſſerſucht auf ein ärmliches Lager geworfen wurde. Während ſeiner Krankheit gelangte er durch Erbſchaft in den Beſitz einigen Ver- mögens, ſo daß ſich ſeine äußere Lage beſſerte; gleichwohl ſank er wieder unter das Joch des Alkohols, u. der Rat vieler Ärzte, kein Heilmittel, keine Trinkerheilanſtalt vermochte ihn von dieſem Joche freizumachen, bis ſich endlich ein edler Menſchenfreund, der Prof. Dr. Servus in Charlottenburg, der langjährige Leiter der Blaukreuz- vereine, ſeiner annahm, ihn durch die Macht der Religion von ſeinem Lei- den befreite und zu einem glücklichen Menſchen machte. Nach langen Jah- ren gründete D. 1907 in Schloß Lank- witz bei Berlin ein großes Penſionat, in welchem unglückliche Trinker Auf- nahme und Rettung finden ſollen. S: Aus tiefer Not. Ein Lebensſchickſal (R.), 1905. – Wer trägt die Schuld? (R.), 1907. *Donath, Adolf, geb. am 9. Dez. 1876 zu Kremſier in Mähren als der Sohn eines Kaufmanns, beſuchte das deutſche Gymnaſium daſelbſt u. ver- öffentlichte ſchon in dieſer Zeit in ſchöngeiſtigen Zeitſchriften Gedichte und Erzählungen. Jn Wien, wo er ſich dem Studium der Jurisprudenz und Philoſophie widmete, gewann D. ſeinen Lebensunterhalt durch Er- teilung von Privatunterricht und ſchriftſtelleriſche und journaliſtiſche Arbeiten, die ihn mit Wiener und Berliner Blättern in enge Beziehun- gen brachten. Von 1900–04 war er ſtändiger Mitarbeiter der „Neuen freien Preſſe“. Seit 1905 lebt er in Berlin, wo er für die angeſehenſten Zeitſchriften arbeitet. S: Tage und Nächte (Ge., mit einem Geleitbrief von Georg Brandes), 1898. – Juden- lieder (Ein Zyklus a. d. erſten Samm- lung mit Kompoſitionen v. Bela Ne- mes, in mehrere Sprachen überſetzt), 1899. – Menſch und Liebe (Neue Ge.), 1901. – Öſterreichiſche Dichter (An- thol., zum 60. Geburtstage D. von Liliencrons hrsg.), 1904. Donau, Heinz von der, Pſeud. für Heinrich Storch; ſ. d.! *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 45. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/49>, abgerufen am 23.02.2019.