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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Dre
Geschichte, Germanistik und neuere
Sprachen, Dr. phil., legte im Novbr.
1880 die Staatsprüfung ab u. wurde
später Oberlehrer am Gymnasium in
Wernigerode, an welchem er noch jetzt
als Professor wirkt.

S:

Die poli-
tische Dichtung der deutschen Minne-
singer, 1887. - Heinrich der Vogel-
steller (Festsp.), 1899. - Frauengestal-
ten aus Deutschlands Vergangenheit
(Festsp.), 1900. - Die Zollernkrone
(Festsp.), 1901. - Deutscher Märchen-
zauber (Festsp.), 1903. - Das Kaiser-
paar im Silberkranz (Festsp.), 1906.

Dreesen, Adelbert,

* am 25. Okt.
1828 zu Apenrade in Nordschleswig,
besuchte 1847-50 das Lehrerseminar
in Tondern und war darauf Lehrer
an der Bürgerschule seiner Vater-
stadt. Durch politische Verhältnisse
aus dieser Stellung verdrängt, war
er bis 1856 Privatlehrer daselbst u.
1856-65 Lehrer auf der Kupfermühle
bei Flensburg. Jm Jahre 1865
wurde er als Lehrer an die höhere
Knabenschule in Apenrade berufen,
an der er 20 Jahre wirkte. Wegen
eines Augenleidens trat er 1885 in
den Ruhestand, und lebt er seitdem
in seinem Landhause Freudental bei
Apenrade.

S:

Perlen aus Schles-
wigs Sagenschatz (Ep. Ge.), 1872. -
Märchen, 1890. - Junker Vigo (Sg.
a. d. Sundewitt. Poet. E.), 1890.

*Dreesen, Willrath,

geb. am 14.
Mai 1878 in Norden (Ostfriesland),
besuchte die Volksschule daselbst, um
nach deren Absolvierung in den kauf-
männischen Beruf eingeführt zu wer-
den. Jndessen der Hinweis der Leh-
rer auf seine besonderen Fähigkeiten
und dem entsprechende Bemühungen
ermöglichten dann den Besuch des
Gymnasiums. Dem von außenher
geltend gemachten Verlangen, Theo-
logie zu studieren, suchte D. in Göt-
tingen, Basel und Marburg zu ent-
sprechen, aber die liberale Richtung
in der Theologie wirkte schließlich so
entscheidend auf ihn, daß er erklärte,
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Dre
niemals Geistlicher werden zu kön-
nen. Nach einem Winter, den er in
der Heimat verlebt hatte, wo er in
intimen Verkehr mit dem bedeuten-
den Maler Fritz Albert zu eigener
Produktion angeregt worden war,
nahm er eine Stelle als Erzieher an
dem Pädagogium in Godesberg bei
Bonn an. Die Nähe dieser Univer-
sitätsstadt ermöglichte neue Studien,
literarische und philosophische, und
angeregt durch seinen Lehrer Bert-
hold Litzmann, erwarb er sich 1904
mit einer Arbeit über "Romantische
Elemente bei Theodor Storm" (1905)
die Würde eines Dr. phil. D. lebt
noch jetzt in Bonn.

S:

Meer, Marsch
und Leben (Ge.), 1904. - Eala freya
fresena!
(Balladen), 1906. - Ebba
Hüsing (R.), 1909. - Aus stillem
Land (Ge.), 1910.

Dreher, Konrad,

* am 30. Oktbr.
1859 in München als der Sohn des
Bildhauers Heinrich D., widmete sich
nach Besuch der Realschule dem Kauf-
mannsstande, ging dann aber, zumal
er schon in früher Jugend Sinn und
Talent fürs Komödiespielen bekun-
det hatte, mit 17 Jahren auf die kgl.
Musikschule in München und trat da-
nach zur Bühne über. Nach kurzen
Engagements in Augsburg, Wies-
baden, Wildbad, Stuttgart, Jngol-
stadt, Köln, Frankfurt a. M. kam er
1880 an das Theater am Gärtner-
platz in München, nahm 1881 ein En-
gagement am Ringtheater in Wien
an, kehrte aber nach dem Brande des-
selben nach München an seinen frühe-
ren Platz zurück, an welchem er dann
als einer der besten Humoristen, Ge-
sangs- u. Charakterkomiker bis Ende
Oktober 1893 wirkte. Am 1. Januar
1892 war er zum königl. Hofschau-
spieler ernannt worden. Häufiger
Aufenthalt in Schliersee veranlaßte
ihn, dort ein Bauern-Theater zu
gründen u. aus den Landbewohnern
von Schliersee, Miesbach, Aschan,
Egern am Tegernsee ein Ensemble

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Dre
Geſchichte, Germaniſtik und neuere
Sprachen, Dr. phil., legte im Novbr.
1880 die Staatsprüfung ab u. wurde
ſpäter Oberlehrer am Gymnaſium in
Wernigerode, an welchem er noch jetzt
als Profeſſor wirkt.

S:

Die poli-
tiſche Dichtung der deutſchen Minne-
ſinger, 1887. – Heinrich der Vogel-
ſteller (Feſtſp.), 1899. – Frauengeſtal-
ten aus Deutſchlands Vergangenheit
(Feſtſp.), 1900. – Die Zollernkrone
(Feſtſp.), 1901. – Deutſcher Märchen-
zauber (Feſtſp.), 1903. – Das Kaiſer-
paar im Silberkranz (Feſtſp.), 1906.

Dreeſen, Adelbert,

* am 25. Okt.
1828 zu Apenrade in Nordſchleswig,
beſuchte 1847–50 das Lehrerſeminar
in Tondern und war darauf Lehrer
an der Bürgerſchule ſeiner Vater-
ſtadt. Durch politiſche Verhältniſſe
aus dieſer Stellung verdrängt, war
er bis 1856 Privatlehrer daſelbſt u.
1856–65 Lehrer auf der Kupfermühle
bei Flensburg. Jm Jahre 1865
wurde er als Lehrer an die höhere
Knabenſchule in Apenrade berufen,
an der er 20 Jahre wirkte. Wegen
eines Augenleidens trat er 1885 in
den Ruheſtand, und lebt er ſeitdem
in ſeinem Landhauſe Freudental bei
Apenrade.

S:

Perlen aus Schles-
wigs Sagenſchatz (Ep. Ge.), 1872. –
Märchen, 1890. – Junker Vigo (Sg.
a. d. Sundewitt. Poet. E.), 1890.

*Dreeſen, Willrath,

geb. am 14.
Mai 1878 in Norden (Oſtfriesland),
beſuchte die Volksſchule daſelbſt, um
nach deren Abſolvierung in den kauf-
männiſchen Beruf eingeführt zu wer-
den. Jndeſſen der Hinweis der Leh-
rer auf ſeine beſonderen Fähigkeiten
und dem entſprechende Bemühungen
ermöglichten dann den Beſuch des
Gymnaſiums. Dem von außenher
geltend gemachten Verlangen, Theo-
logie zu ſtudieren, ſuchte D. in Göt-
tingen, Baſel und Marburg zu ent-
ſprechen, aber die liberale Richtung
in der Theologie wirkte ſchließlich ſo
entſcheidend auf ihn, daß er erklärte,
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Dre
niemals Geiſtlicher werden zu kön-
nen. Nach einem Winter, den er in
der Heimat verlebt hatte, wo er in
intimen Verkehr mit dem bedeuten-
den Maler Fritz Albert zu eigener
Produktion angeregt worden war,
nahm er eine Stelle als Erzieher an
dem Pädagogium in Godesberg bei
Bonn an. Die Nähe dieſer Univer-
ſitätsſtadt ermöglichte neue Studien,
literariſche und philoſophiſche, und
angeregt durch ſeinen Lehrer Bert-
hold Litzmann, erwarb er ſich 1904
mit einer Arbeit über „Romantiſche
Elemente bei Theodor Storm“ (1905)
die Würde eines Dr. phil. D. lebt
noch jetzt in Bonn.

S:

Meer, Marſch
und Leben (Ge.), 1904. – Eala freya
fresena!
(Balladen), 1906. – Ebba
Hüſing (R.), 1909. – Aus ſtillem
Land (Ge.), 1910.

Dreher, Konrad,

* am 30. Oktbr.
1859 in München als der Sohn des
Bildhauers Heinrich D., widmete ſich
nach Beſuch der Realſchule dem Kauf-
mannsſtande, ging dann aber, zumal
er ſchon in früher Jugend Sinn und
Talent fürs Komödieſpielen bekun-
det hatte, mit 17 Jahren auf die kgl.
Muſikſchule in München und trat da-
nach zur Bühne über. Nach kurzen
Engagements in Augsburg, Wies-
baden, Wildbad, Stuttgart, Jngol-
ſtadt, Köln, Frankfurt a. M. kam er
1880 an das Theater am Gärtner-
platz in München, nahm 1881 ein En-
gagement am Ringtheater in Wien
an, kehrte aber nach dem Brande des-
ſelben nach München an ſeinen frühe-
ren Platz zurück, an welchem er dann
als einer der beſten Humoriſten, Ge-
ſangs- u. Charakterkomiker bis Ende
Oktober 1893 wirkte. Am 1. Januar
1892 war er zum königl. Hofſchau-
ſpieler ernannt worden. Häufiger
Aufenthalt in Schlierſee veranlaßte
ihn, dort ein Bauern-Theater zu
gründen u. aus den Landbewohnern
von Schlierſee, Miesbach, Aſchan,
Egern am Tegernſee ein Enſemble

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[57/0061] Dre Dre Geſchichte, Germaniſtik und neuere Sprachen, Dr. phil., legte im Novbr. 1880 die Staatsprüfung ab u. wurde ſpäter Oberlehrer am Gymnaſium in Wernigerode, an welchem er noch jetzt als Profeſſor wirkt. S: Die poli- tiſche Dichtung der deutſchen Minne- ſinger, 1887. – Heinrich der Vogel- ſteller (Feſtſp.), 1899. – Frauengeſtal- ten aus Deutſchlands Vergangenheit (Feſtſp.), 1900. – Die Zollernkrone (Feſtſp.), 1901. – Deutſcher Märchen- zauber (Feſtſp.), 1903. – Das Kaiſer- paar im Silberkranz (Feſtſp.), 1906. Dreeſen, Adelbert, * am 25. Okt. 1828 zu Apenrade in Nordſchleswig, beſuchte 1847–50 das Lehrerſeminar in Tondern und war darauf Lehrer an der Bürgerſchule ſeiner Vater- ſtadt. Durch politiſche Verhältniſſe aus dieſer Stellung verdrängt, war er bis 1856 Privatlehrer daſelbſt u. 1856–65 Lehrer auf der Kupfermühle bei Flensburg. Jm Jahre 1865 wurde er als Lehrer an die höhere Knabenſchule in Apenrade berufen, an der er 20 Jahre wirkte. Wegen eines Augenleidens trat er 1885 in den Ruheſtand, und lebt er ſeitdem in ſeinem Landhauſe Freudental bei Apenrade. S: Perlen aus Schles- wigs Sagenſchatz (Ep. Ge.), 1872. – Märchen, 1890. – Junker Vigo (Sg. a. d. Sundewitt. Poet. E.), 1890. *Dreeſen, Willrath, geb. am 14. Mai 1878 in Norden (Oſtfriesland), beſuchte die Volksſchule daſelbſt, um nach deren Abſolvierung in den kauf- männiſchen Beruf eingeführt zu wer- den. Jndeſſen der Hinweis der Leh- rer auf ſeine beſonderen Fähigkeiten und dem entſprechende Bemühungen ermöglichten dann den Beſuch des Gymnaſiums. Dem von außenher geltend gemachten Verlangen, Theo- logie zu ſtudieren, ſuchte D. in Göt- tingen, Baſel und Marburg zu ent- ſprechen, aber die liberale Richtung in der Theologie wirkte ſchließlich ſo entſcheidend auf ihn, daß er erklärte, niemals Geiſtlicher werden zu kön- nen. Nach einem Winter, den er in der Heimat verlebt hatte, wo er in intimen Verkehr mit dem bedeuten- den Maler Fritz Albert zu eigener Produktion angeregt worden war, nahm er eine Stelle als Erzieher an dem Pädagogium in Godesberg bei Bonn an. Die Nähe dieſer Univer- ſitätsſtadt ermöglichte neue Studien, literariſche und philoſophiſche, und angeregt durch ſeinen Lehrer Bert- hold Litzmann, erwarb er ſich 1904 mit einer Arbeit über „Romantiſche Elemente bei Theodor Storm“ (1905) die Würde eines Dr. phil. D. lebt noch jetzt in Bonn. S: Meer, Marſch und Leben (Ge.), 1904. – Eala freya fresena! (Balladen), 1906. – Ebba Hüſing (R.), 1909. – Aus ſtillem Land (Ge.), 1910. Dreher, Konrad, * am 30. Oktbr. 1859 in München als der Sohn des Bildhauers Heinrich D., widmete ſich nach Beſuch der Realſchule dem Kauf- mannsſtande, ging dann aber, zumal er ſchon in früher Jugend Sinn und Talent fürs Komödieſpielen bekun- det hatte, mit 17 Jahren auf die kgl. Muſikſchule in München und trat da- nach zur Bühne über. Nach kurzen Engagements in Augsburg, Wies- baden, Wildbad, Stuttgart, Jngol- ſtadt, Köln, Frankfurt a. M. kam er 1880 an das Theater am Gärtner- platz in München, nahm 1881 ein En- gagement am Ringtheater in Wien an, kehrte aber nach dem Brande des- ſelben nach München an ſeinen frühe- ren Platz zurück, an welchem er dann als einer der beſten Humoriſten, Ge- ſangs- u. Charakterkomiker bis Ende Oktober 1893 wirkte. Am 1. Januar 1892 war er zum königl. Hofſchau- ſpieler ernannt worden. Häufiger Aufenthalt in Schlierſee veranlaßte ihn, dort ein Bauern-Theater zu gründen u. aus den Landbewohnern von Schlierſee, Miesbach, Aſchan, Egern am Tegernſee ein Enſemble *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 57. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/61>, abgerufen am 20.02.2019.