Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Ebe
wo er, seit 1875 als ordentlicher Pro-
fessor für Ägyptologie, bis 1889
wirkte. Eine zweite Reise in das Nil-
land, im Herbst 1872, war insofern
bedeutungsvoll, als E. in den Rui-
nen von Theben außer wertvollen
Jnschriften eine a. d. 16. Jahrh. v.
Chr. stammende, wohlerhaltene Pa-
pyrusrolle auffand, die als "Papyrus
Ebers"
der Leipziger Universitäts-
bibliothek einverleibt ward. 1885
wurde E. zum ordentl. Mitgliede des
großen archäologischen Jnstituts und
1895 von der Akademie der Wissen-
schaften in München zu deren Mit-
gliede ernannt. Seit dem Jahre
1876 von seinem alten Leiden heim-
gesucht, ist E. durch 22 Jahre ein
schwerkranker Mann gewesen; aber
trotzdem wohnte eine gewaltige Wi-
derstandskraft, eine Fülle von gesun-
dem Leben in dem kranken Körper,
und seine umfassende geistige Tätig-
keit schien von seinem Leiden gar nicht
berührt zu werden. Doch zog E. es
vor, 1889 um seinen Abschied einzu-
kommen und das seiner Gesundheit
nicht zuträgliche Klima von Leipzig
für immer zu verlassen. Er lebte seit-
dem in München und den Sommer
über in Tutzing bei München, wo er
sich schon 1882 eine freundliche Villa
am Starnberger See erworben hatte.
Hier ist er am 7. August 1898 gestor-
ben. - Außer seinen wissenschaftlichen
Werken, "Ägypten und die Bücher
Moses" (1. und einziger Bd., 1868),
"Durch Gosen zum Sinai" (1872.
2. A. 1881), "Ägypten in Bild und
Wort" (in Gemeinschaft mit anderen;
1878. 2. A. 1879), "Palästina in Bild
und Wort (mit Guthe, 1886-87), "Ci-
cerone durch das alte u. neue Ägyp-
ten" (II, 1886), "Römische Mosaiken"
(Wandergn. und Wandelgn. in der
Ewigen Stadt, 1897), "Ägyptische
Studien u. Verwandtes" 1899) ver-
öffentlichte er

S:

Gesammelte Werke,
XXXII, 1893-97. [Jnhalt: 1. und 2.:
Eine ägyptische Königstochter. (Hist.
[Spaltenumbruch]

Ebe
R.; III, 1864. 16. A. II, 1896). - 3.-5.:
Uarda (R. a. d. alten Ägypten; III,
1877. 12. A. 1891). - 6.: Homo sum
(R., 1878. 16. A. 1897). 7.: Die Frau
Bürgermeisterin (R. 1882. 15. A.
1897). - 8.: Die Schwestern (R., 1880.
19. A. 1896). - 9.: Ein Wort (R.,
1883. 12. A. 1893). - 10.: Serapis
(Hist. R., 1885. 10. A. 1893). -
11.-13.: Der Kaiser (R., II, 1881.
11. A. 1887). - 14.-15.: Die Gred
(R. a. d. alten Nürnberg; II, 1889.
11. A. 1897). - 16.-18.: Die Nil-
braut (R., 1887. 7. A. 1897). - 19.:
Josua (E. a. biblischer Zeit, 1889.
9. A. 1890). - 20.: Eine Frage
(Jdyll zu einem Gemälde von Alma
Tadema, 1881. 5. A. 1887. - Elifen
(Ein Wüstentraum, 1887. 6. A. 1890).
- 21.: Drei Märchen für alt u. jung
(Die Nüsse, ein Weihnachtsmärchen.
- Das Elixir. - Die graue Locke,
1891. 7. A. 1891). - 22.-24.: Per
aspera
(Hist. R.; II, 1892. 7. A. 1897).
- 25.: Die Geschichte meines Lebens.
Vom Kind bis zum Manne (1.-4. A.
1893). - 26. u. 27.: Kleopatra (Hist.
R. 1894. 10. 1897). - 28. u. 29.: Jm
Schmiedfeuer (R. a. d. alten Nürn-
berg, 1.-8. A. 1895). - 30.: Jm blauen
Hecht (R. a. d. deutschen Kulturleben
im 16. Jahrh., 1895. 11. A. 1896). -
Die Unersetzlichen. Ein Märchen
(1895). - 31. u. 32.: Barbara Blom-
berg (Hist. R.; II, 1896. 7. A. 1897)].
- Arachne (Hist. R.), 1898. - Das
Wanderbuch (Dram. E. a. d. Nach-
lasse und gesammelte kleine Schriften,
1898).

Ebersberg, Julius Karl,

Sohn
des als Jugendschriftsteller weit be-
kannten Joseph Sigismund E., wurde
am 7. Sept. 1831 zu Wien geboren,
studierte unter der Leitung seines
Vaters und trat 1849 als Kadett in
das österreichische Heer. Als Leut-
nant und Oberleutnant wechselte er
häufig seine Garnison. Seit 1858
wurde er als Professor der Artille-
rie-Akademie in Olmütz verwendet.

*


[Spaltenumbruch]

Ebe
wo er, ſeit 1875 als ordentlicher Pro-
feſſor für Ägyptologie, bis 1889
wirkte. Eine zweite Reiſe in das Nil-
land, im Herbſt 1872, war inſofern
bedeutungsvoll, als E. in den Rui-
nen von Theben außer wertvollen
Jnſchriften eine a. d. 16. Jahrh. v.
Chr. ſtammende, wohlerhaltene Pa-
pyrusrolle auffand, die als „Papyrus
Ebers“
der Leipziger Univerſitäts-
bibliothek einverleibt ward. 1885
wurde E. zum ordentl. Mitgliede des
großen archäologiſchen Jnſtituts und
1895 von der Akademie der Wiſſen-
ſchaften in München zu deren Mit-
gliede ernannt. Seit dem Jahre
1876 von ſeinem alten Leiden heim-
geſucht, iſt E. durch 22 Jahre ein
ſchwerkranker Mann geweſen; aber
trotzdem wohnte eine gewaltige Wi-
derſtandskraft, eine Fülle von geſun-
dem Leben in dem kranken Körper,
und ſeine umfaſſende geiſtige Tätig-
keit ſchien von ſeinem Leiden gar nicht
berührt zu werden. Doch zog E. es
vor, 1889 um ſeinen Abſchied einzu-
kommen und das ſeiner Geſundheit
nicht zuträgliche Klima von Leipzig
für immer zu verlaſſen. Er lebte ſeit-
dem in München und den Sommer
über in Tutzing bei München, wo er
ſich ſchon 1882 eine freundliche Villa
am Starnberger See erworben hatte.
Hier iſt er am 7. Auguſt 1898 geſtor-
ben. – Außer ſeinen wiſſenſchaftlichen
Werken, „Ägypten und die Bücher
Moſes“ (1. und einziger Bd., 1868),
„Durch Goſen zum Sinai“ (1872.
2. A. 1881), „Ägypten in Bild und
Wort“ (in Gemeinſchaft mit anderen;
1878. 2. A. 1879), „Paläſtina in Bild
und Wort (mit Guthe, 1886–87), „Ci-
cerone durch das alte u. neue Ägyp-
ten“ (II, 1886), „Römiſche Moſaiken“
(Wandergn. und Wandelgn. in der
Ewigen Stadt, 1897), „Ägyptiſche
Studien u. Verwandtes“ 1899) ver-
öffentlichte er

S:

Geſammelte Werke,
XXXII, 1893–97. [Jnhalt: 1. und 2.:
Eine ägyptiſche Königstochter. (Hiſt.
[Spaltenumbruch]

Ebe
R.; III, 1864. 16. A. II, 1896). – 3.–5.:
Uarda (R. a. d. alten Ägypten; III,
1877. 12. A. 1891). – 6.: Homo sum
(R., 1878. 16. A. 1897). 7.: Die Frau
Bürgermeiſterin (R. 1882. 15. A.
1897). – 8.: Die Schweſtern (R., 1880.
19. A. 1896). – 9.: Ein Wort (R.,
1883. 12. A. 1893). – 10.: Serapis
(Hiſt. R., 1885. 10. A. 1893). –
11.–13.: Der Kaiſer (R., II, 1881.
11. A. 1887). – 14.–15.: Die Gred
(R. a. d. alten Nürnberg; II, 1889.
11. A. 1897). – 16.–18.: Die Nil-
braut (R., 1887. 7. A. 1897). – 19.:
Joſua (E. a. bibliſcher Zeit, 1889.
9. A. 1890). – 20.: Eine Frage
(Jdyll zu einem Gemälde von Alma
Tadema, 1881. 5. A. 1887. – Elifên
(Ein Wüſtentraum, 1887. 6. A. 1890).
– 21.: Drei Märchen für alt u. jung
(Die Nüſſe, ein Weihnachtsmärchen.
– Das Elixir. – Die graue Locke,
1891. 7. A. 1891). – 22.–24.: Per
aspera
(Hiſt. R.; II, 1892. 7. A. 1897).
– 25.: Die Geſchichte meines Lebens.
Vom Kind bis zum Manne (1.–4. A.
1893). – 26. u. 27.: Kleopatra (Hiſt.
R. 1894. 10. 1897). – 28. u. 29.: Jm
Schmiedfeuer (R. a. d. alten Nürn-
berg, 1.–8. A. 1895). – 30.: Jm blauen
Hecht (R. a. d. deutſchen Kulturleben
im 16. Jahrh., 1895. 11. A. 1896). –
Die Unerſetzlichen. Ein Märchen
(1895). – 31. u. 32.: Barbara Blom-
berg (Hiſt. R.; II, 1896. 7. A. 1897)].
– Arachne (Hiſt. R.), 1898. – Das
Wanderbuch (Dram. E. a. d. Nach-
laſſe und geſammelte kleine Schriften,
1898).

Ebersberg, Julius Karl,

Sohn
des als Jugendſchriftſteller weit be-
kannten Joſeph Sigismund E., wurde
am 7. Sept. 1831 zu Wien geboren,
ſtudierte unter der Leitung ſeines
Vaters und trat 1849 als Kadett in
das öſterreichiſche Heer. Als Leut-
nant und Oberleutnant wechſelte er
häufig ſeine Garniſon. Seit 1858
wurde er als Profeſſor der Artille-
rie-Akademie in Olmütz verwendet.

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0095" n="91"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Ebe</hi></fw><lb/>
wo er, &#x017F;eit 1875 als ordentlicher Pro-<lb/>
fe&#x017F;&#x017F;or für Ägyptologie, bis 1889<lb/>
wirkte. Eine zweite Rei&#x017F;e in das Nil-<lb/>
land, im Herb&#x017F;t 1872, war in&#x017F;ofern<lb/>
bedeutungsvoll, als E. in den Rui-<lb/>
nen von Theben außer wertvollen<lb/>
Jn&#x017F;chriften eine a. d. 16. Jahrh. v.<lb/>
Chr. &#x017F;tammende, wohlerhaltene Pa-<lb/>
pyrusrolle auffand, die als <hi rendition="#aq">&#x201E;Papyrus<lb/>
Ebers&#x201C;</hi> der Leipziger Univer&#x017F;itäts-<lb/>
bibliothek einverleibt ward. 1885<lb/>
wurde E. zum ordentl. Mitgliede des<lb/>
großen archäologi&#x017F;chen Jn&#x017F;tituts und<lb/>
1895 von der Akademie der Wi&#x017F;&#x017F;en-<lb/>
&#x017F;chaften in München zu deren Mit-<lb/>
gliede ernannt. Seit dem Jahre<lb/>
1876 von &#x017F;einem alten Leiden heim-<lb/>
ge&#x017F;ucht, i&#x017F;t E. durch 22 Jahre ein<lb/>
&#x017F;chwerkranker Mann gewe&#x017F;en; aber<lb/>
trotzdem wohnte eine gewaltige Wi-<lb/>
der&#x017F;tandskraft, eine Fülle von ge&#x017F;un-<lb/>
dem Leben in dem kranken Körper,<lb/>
und &#x017F;eine umfa&#x017F;&#x017F;ende gei&#x017F;tige Tätig-<lb/>
keit &#x017F;chien von &#x017F;einem Leiden gar nicht<lb/>
berührt zu werden. Doch zog E. es<lb/>
vor, 1889 um &#x017F;einen Ab&#x017F;chied einzu-<lb/>
kommen und das &#x017F;einer Ge&#x017F;undheit<lb/>
nicht zuträgliche Klima von Leipzig<lb/>
für immer zu verla&#x017F;&#x017F;en. Er lebte &#x017F;eit-<lb/>
dem in München und den Sommer<lb/>
über in Tutzing bei München, wo er<lb/>
&#x017F;ich &#x017F;chon 1882 eine freundliche Villa<lb/>
am Starnberger See erworben hatte.<lb/>
Hier i&#x017F;t er am 7. Augu&#x017F;t 1898 ge&#x017F;tor-<lb/>
ben. &#x2013; Außer &#x017F;einen wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaftlichen<lb/>
Werken, &#x201E;Ägypten und die Bücher<lb/>
Mo&#x017F;es&#x201C; (1. und einziger Bd., 1868),<lb/>
&#x201E;Durch Go&#x017F;en zum Sinai&#x201C; (1872.<lb/>
2. A. 1881), &#x201E;Ägypten in Bild und<lb/>
Wort&#x201C; (in Gemein&#x017F;chaft mit anderen;<lb/>
1878. 2. A. 1879), &#x201E;Palä&#x017F;tina in Bild<lb/>
und Wort (mit Guthe, 1886&#x2013;87), &#x201E;Ci-<lb/>
cerone durch das alte u. neue Ägyp-<lb/>
ten&#x201C; (<hi rendition="#aq">II,</hi> 1886), &#x201E;Römi&#x017F;che Mo&#x017F;aiken&#x201C;<lb/>
(Wandergn. und Wandelgn. in der<lb/>
Ewigen Stadt, 1897), &#x201E;Ägypti&#x017F;che<lb/>
Studien u. Verwandtes&#x201C; 1899) ver-<lb/>
öffentlichte er </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Ge&#x017F;ammelte Werke,<lb/><hi rendition="#aq">XXXII,</hi> 1893&#x2013;97. [Jnhalt: 1. und 2.:<lb/>
Eine ägypti&#x017F;che Königstochter. (Hi&#x017F;t.<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Ebe</hi></fw><lb/>
R.; <hi rendition="#aq">III,</hi> 1864. 16. A. <hi rendition="#aq">II,</hi> 1896). &#x2013; 3.&#x2013;5.:<lb/>
Uarda (R. a. d. alten Ägypten; <hi rendition="#aq">III,</hi><lb/>
1877. 12. A. 1891). &#x2013; 6.: <hi rendition="#aq">Homo sum</hi><lb/>
(R., 1878. 16. A. 1897). 7.: Die Frau<lb/>
Bürgermei&#x017F;terin (R. 1882. 15. A.<lb/>
1897). &#x2013; 8.: Die Schwe&#x017F;tern (R., 1880.<lb/>
19. A. 1896). &#x2013; 9.: Ein Wort (R.,<lb/>
1883. 12. A. 1893). &#x2013; 10.: Serapis<lb/>
(Hi&#x017F;t. R., 1885. 10. A. 1893). &#x2013;<lb/>
11.&#x2013;13.: Der Kai&#x017F;er (R., <hi rendition="#aq">II,</hi> 1881.<lb/>
11. A. 1887). &#x2013; 14.&#x2013;15.: Die Gred<lb/>
(R. a. d. alten Nürnberg; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1889.<lb/>
11. A. 1897). &#x2013; 16.&#x2013;18.: Die Nil-<lb/>
braut (R., 1887. 7. A. 1897). &#x2013; 19.:<lb/>
Jo&#x017F;ua (E. a. bibli&#x017F;cher Zeit, 1889.<lb/>
9. A. 1890). &#x2013; 20.: Eine Frage<lb/>
(Jdyll zu einem Gemälde von Alma<lb/>
Tadema, 1881. 5. A. 1887. &#x2013; Elif<hi rendition="#aq">ê</hi>n<lb/>
(Ein Wü&#x017F;tentraum, 1887. 6. A. 1890).<lb/>
&#x2013; 21.: Drei Märchen für alt u. jung<lb/>
(Die Nü&#x017F;&#x017F;e, ein Weihnachtsmärchen.<lb/>
&#x2013; Das Elixir. &#x2013; Die graue Locke,<lb/>
1891. 7. A. 1891). &#x2013; 22.&#x2013;24.: <hi rendition="#aq">Per<lb/>
aspera</hi> (Hi&#x017F;t. R.; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1892. 7. A. 1897).<lb/>
&#x2013; 25.: Die Ge&#x017F;chichte meines Lebens.<lb/>
Vom Kind bis zum Manne (1.&#x2013;4. A.<lb/>
1893). &#x2013; 26. u. 27.: Kleopatra (Hi&#x017F;t.<lb/>
R. 1894. 10. 1897). &#x2013; 28. u. 29.: Jm<lb/>
Schmiedfeuer (R. a. d. alten Nürn-<lb/>
berg, 1.&#x2013;8. A. 1895). &#x2013; 30.: Jm blauen<lb/>
Hecht (R. a. d. deut&#x017F;chen Kulturleben<lb/>
im 16. Jahrh., 1895. 11. A. 1896). &#x2013;<lb/>
Die Uner&#x017F;etzlichen. Ein Märchen<lb/>
(1895). &#x2013; 31. u. 32.: Barbara Blom-<lb/>
berg (Hi&#x017F;t. R.; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1896. 7. A. 1897)].<lb/>
&#x2013; Arachne (Hi&#x017F;t. R.), 1898. &#x2013; Das<lb/>
Wanderbuch (Dram. E. a. d. Nach-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;e und ge&#x017F;ammelte kleine Schriften,<lb/>
1898).</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Ebersberg,</hi> Julius Karl,</head>
        <p> Sohn<lb/>
des als Jugend&#x017F;chrift&#x017F;teller weit be-<lb/>
kannten Jo&#x017F;eph Sigismund E., wurde<lb/>
am 7. Sept. 1831 zu Wien geboren,<lb/>
&#x017F;tudierte unter der Leitung &#x017F;eines<lb/>
Vaters und trat 1849 als Kadett in<lb/>
das ö&#x017F;terreichi&#x017F;che Heer. Als Leut-<lb/>
nant und Oberleutnant wech&#x017F;elte er<lb/>
häufig &#x017F;eine Garni&#x017F;on. Seit 1858<lb/>
wurde er als Profe&#x017F;&#x017F;or der Artille-<lb/>
rie-Akademie in Olmütz verwendet.<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[91/0095] Ebe Ebe wo er, ſeit 1875 als ordentlicher Pro- feſſor für Ägyptologie, bis 1889 wirkte. Eine zweite Reiſe in das Nil- land, im Herbſt 1872, war inſofern bedeutungsvoll, als E. in den Rui- nen von Theben außer wertvollen Jnſchriften eine a. d. 16. Jahrh. v. Chr. ſtammende, wohlerhaltene Pa- pyrusrolle auffand, die als „Papyrus Ebers“ der Leipziger Univerſitäts- bibliothek einverleibt ward. 1885 wurde E. zum ordentl. Mitgliede des großen archäologiſchen Jnſtituts und 1895 von der Akademie der Wiſſen- ſchaften in München zu deren Mit- gliede ernannt. Seit dem Jahre 1876 von ſeinem alten Leiden heim- geſucht, iſt E. durch 22 Jahre ein ſchwerkranker Mann geweſen; aber trotzdem wohnte eine gewaltige Wi- derſtandskraft, eine Fülle von geſun- dem Leben in dem kranken Körper, und ſeine umfaſſende geiſtige Tätig- keit ſchien von ſeinem Leiden gar nicht berührt zu werden. Doch zog E. es vor, 1889 um ſeinen Abſchied einzu- kommen und das ſeiner Geſundheit nicht zuträgliche Klima von Leipzig für immer zu verlaſſen. Er lebte ſeit- dem in München und den Sommer über in Tutzing bei München, wo er ſich ſchon 1882 eine freundliche Villa am Starnberger See erworben hatte. Hier iſt er am 7. Auguſt 1898 geſtor- ben. – Außer ſeinen wiſſenſchaftlichen Werken, „Ägypten und die Bücher Moſes“ (1. und einziger Bd., 1868), „Durch Goſen zum Sinai“ (1872. 2. A. 1881), „Ägypten in Bild und Wort“ (in Gemeinſchaft mit anderen; 1878. 2. A. 1879), „Paläſtina in Bild und Wort (mit Guthe, 1886–87), „Ci- cerone durch das alte u. neue Ägyp- ten“ (II, 1886), „Römiſche Moſaiken“ (Wandergn. und Wandelgn. in der Ewigen Stadt, 1897), „Ägyptiſche Studien u. Verwandtes“ 1899) ver- öffentlichte er S: Geſammelte Werke, XXXII, 1893–97. [Jnhalt: 1. und 2.: Eine ägyptiſche Königstochter. (Hiſt. R.; III, 1864. 16. A. II, 1896). – 3.–5.: Uarda (R. a. d. alten Ägypten; III, 1877. 12. A. 1891). – 6.: Homo sum (R., 1878. 16. A. 1897). 7.: Die Frau Bürgermeiſterin (R. 1882. 15. A. 1897). – 8.: Die Schweſtern (R., 1880. 19. A. 1896). – 9.: Ein Wort (R., 1883. 12. A. 1893). – 10.: Serapis (Hiſt. R., 1885. 10. A. 1893). – 11.–13.: Der Kaiſer (R., II, 1881. 11. A. 1887). – 14.–15.: Die Gred (R. a. d. alten Nürnberg; II, 1889. 11. A. 1897). – 16.–18.: Die Nil- braut (R., 1887. 7. A. 1897). – 19.: Joſua (E. a. bibliſcher Zeit, 1889. 9. A. 1890). – 20.: Eine Frage (Jdyll zu einem Gemälde von Alma Tadema, 1881. 5. A. 1887. – Elifên (Ein Wüſtentraum, 1887. 6. A. 1890). – 21.: Drei Märchen für alt u. jung (Die Nüſſe, ein Weihnachtsmärchen. – Das Elixir. – Die graue Locke, 1891. 7. A. 1891). – 22.–24.: Per aspera (Hiſt. R.; II, 1892. 7. A. 1897). – 25.: Die Geſchichte meines Lebens. Vom Kind bis zum Manne (1.–4. A. 1893). – 26. u. 27.: Kleopatra (Hiſt. R. 1894. 10. 1897). – 28. u. 29.: Jm Schmiedfeuer (R. a. d. alten Nürn- berg, 1.–8. A. 1895). – 30.: Jm blauen Hecht (R. a. d. deutſchen Kulturleben im 16. Jahrh., 1895. 11. A. 1896). – Die Unerſetzlichen. Ein Märchen (1895). – 31. u. 32.: Barbara Blom- berg (Hiſt. R.; II, 1896. 7. A. 1897)]. – Arachne (Hiſt. R.), 1898. – Das Wanderbuch (Dram. E. a. d. Nach- laſſe und geſammelte kleine Schriften, 1898). Ebersberg, Julius Karl, Sohn des als Jugendſchriftſteller weit be- kannten Joſeph Sigismund E., wurde am 7. Sept. 1831 zu Wien geboren, ſtudierte unter der Leitung ſeines Vaters und trat 1849 als Kadett in das öſterreichiſche Heer. Als Leut- nant und Oberleutnant wechſelte er häufig ſeine Garniſon. Seit 1858 wurde er als Profeſſor der Artille- rie-Akademie in Olmütz verwendet. *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/95
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 91. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/95>, abgerufen am 19.02.2019.