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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hen
Henningsen, Hans Jürgen,

* um
1808 zu Taarstedt in Angeln (Schles-
wig), wo sein Vater Küster war, wid-
mete sich dem Lehrerberufe und be-
suchte zu diesem Zwecke das Seminar
in Tondern. Jm Jahre 1833 war er
Lehrer im Amte Hütten, verließ aber
sehr bald das Schulfach und wurde
Bierbrauer und Gastwirt in Eckern-
förde. Hier starb er am 2. Dez. 1874.

S:

Versuch in der deutschen Dicht-
kunst, 1829. - Gedichte (m. e. Anhang
v. einem Ungenannten [d. i. Dr. Joh.
Karl Gottfr. Schütt, späteren Rektor
in Husum]), 1831. - Kuno und Rosa-
munde (B.), 1832.

Hennrich, Johann,

Pseudon. für
W. Schulte vom Brühl; s. d.!

Henop, Philipp,

geb. am 16. Mai
1822 zu Altona als der Sohn eines
Arztes, widmete sich nach Vollendung
seiner gymnasialen Schulbildung dem
Buchhandel u. war in diesem Berufe
in Altona, Stuttgart und Prag, so-
wie seit 1846 in Moskau tätig, wo er
sich 1847 verheiratete. Jm Jahre
1849 kehrte er nach Altona zurück u.
wurde hier erster Redakteur der "Al-
tonaer Nachrichten", wandte sich aber
1856 nach dem Tode seiner Frau wie-
der dem Buchhandel zu und war in
Basel, Vevey, Berlin und Prag be-
schäftigt. Jn Berlin begannen zuerst
seine körperlichen Leiden, die sich all-
mählich mit geistigen Störungen ver-
banden u. die Aufnahme des Kranken
in die Jrrenanstalt zu Schleswig not-
wendig machten. Dort starb er am
31. Juli 1861.

S:

Leitfaden zur Lite-
raturgeschichte sämtlicher neueren
europäischen Völker mit Ausschluß
des Deutschen, 1858. - Eine Welle im
Meer (Ge.), 1859.

*Henoumont, Edmund,

geb. 1831
in Düsseldorf, widmete sich dem Mili-
tärdienste, gehörte einige Zeit dem
preußischen Heere an und ging dann
nach Rußland, wo er an den Kämpfen
gegen die Tscherkessen teilnahm. Jn-
folge einer schweren Verwundung
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Hen
nahm er als Hauptmann den Abschied
und kehrte nach Düsseldorf zurück, wo
er jetzt noch lebt.

S:

Alicens Rache
(Lsp.), 1873. - Vier Theaterstücke,
1876 [Jnhalt: Graf v. Gleichen (M.).
- Mylord Durchlaucht (Lsp.). - Für-
stin Dorothea (Dr.). - Frau Käth-
chens Klienten (Lsp.)]. - Erika (Düs-
seldorfer Malkasten-Tragödie), 1882.
- Barbarossa (Festspiel der Stadt
Düsseldorf), 1891. - Ausgewählte
Dichtungen, 1894.

Henri, Clemens,

Pseud. für Hein-
rich Driesmans;
s. d.!

Henrich, Albertine,

pseud. Paul
Stein,
wurde am 30. Septbr. 1812
zu Lorch in Württemberg als die
Tochter des Pfarrers Röslin ge-
boren, widmete sich der Bühne und
trat zum erstenmal als Elisabeth im
Don Carlos auf der Stuttgarter Hof-
bühne und zwar mit Erfolg auf, so
daß verschiedene Theatervorstände sie
zu Gastspielen beriefen. Nach einem
längeren Engagement in Karlsruhe
ging sie nach Mainz, wo sie sich mit
dem Theaterarzt Kaspar Henrich
verheiratete und darauf ihrer thea-
tralischen Laufbahn entsagte. Jn
ihrem stillen, abgeschlossenen Leben
blieben ihr herbe Schicksalsschläge
nicht erspart. Nach dem Tode ihres
Mannes, der in seinen Verhältnissen
so zurückkam, daß er als Stadtarmer
im Krankenhause starb, siedelte die
Witwe nach Darmstadt über, wo sie
sich der Erziehung ihrer Kinder und
der Schriftstellerei widmete. Die Ver-
heiratung ihrer Tochter Hedwig
Henrich
(s. Hedwig Wilhelmi!) an
einen Herrn Wilhelmi in Spanien
gab der Mutter Gelegenheit, dieses
Land u. seine Eigentümlichkeiten durch
mehrere Jahre zu beobachten und in
höchst anziehenden Schilderungen zu
beschreiben. Nachdem sie dann später
noch vier Jahre lang bei einem Sohne
in Kalifornien geweilt, kehrte sie nach
Spanien zurück und lebte dort meist
in Granada bei ihrer Tochter. Von

*

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Hen
Henningſen, Hans Jürgen,

* um
1808 zu Taarſtedt in Angeln (Schles-
wig), wo ſein Vater Küſter war, wid-
mete ſich dem Lehrerberufe und be-
ſuchte zu dieſem Zwecke das Seminar
in Tondern. Jm Jahre 1833 war er
Lehrer im Amte Hütten, verließ aber
ſehr bald das Schulfach und wurde
Bierbrauer und Gaſtwirt in Eckern-
förde. Hier ſtarb er am 2. Dez. 1874.

S:

Verſuch in der deutſchen Dicht-
kunſt, 1829. – Gedichte (m. e. Anhang
v. einem Ungenannten [d. i. Dr. Joh.
Karl Gottfr. Schütt, ſpäteren Rektor
in Huſum]), 1831. – Kuno und Roſa-
munde (B.), 1832.

Hennrich, Johann,

Pſeudon. für
W. Schulte vom Brühl; ſ. d.!

Henop, Philipp,

geb. am 16. Mai
1822 zu Altona als der Sohn eines
Arztes, widmete ſich nach Vollendung
ſeiner gymnaſialen Schulbildung dem
Buchhandel u. war in dieſem Berufe
in Altona, Stuttgart und Prag, ſo-
wie ſeit 1846 in Moskau tätig, wo er
ſich 1847 verheiratete. Jm Jahre
1849 kehrte er nach Altona zurück u.
wurde hier erſter Redakteur der „Al-
tonaer Nachrichten“, wandte ſich aber
1856 nach dem Tode ſeiner Frau wie-
der dem Buchhandel zu und war in
Baſel, Vevey, Berlin und Prag be-
ſchäftigt. Jn Berlin begannen zuerſt
ſeine körperlichen Leiden, die ſich all-
mählich mit geiſtigen Störungen ver-
banden u. die Aufnahme des Kranken
in die Jrrenanſtalt zu Schleswig not-
wendig machten. Dort ſtarb er am
31. Juli 1861.

S:

Leitfaden zur Lite-
raturgeſchichte ſämtlicher neueren
europäiſchen Völker mit Ausſchluß
des Deutſchen, 1858. – Eine Welle im
Meer (Ge.), 1859.

*Henoumont, Edmund,

geb. 1831
in Düſſeldorf, widmete ſich dem Mili-
tärdienſte, gehörte einige Zeit dem
preußiſchen Heere an und ging dann
nach Rußland, wo er an den Kämpfen
gegen die Tſcherkeſſen teilnahm. Jn-
folge einer ſchweren Verwundung
[Spaltenumbruch]

Hen
nahm er als Hauptmann den Abſchied
und kehrte nach Düſſeldorf zurück, wo
er jetzt noch lebt.

S:

Alicens Rache
(Lſp.), 1873. – Vier Theaterſtücke,
1876 [Jnhalt: Graf v. Gleichen (M.).
– Mylord Durchlaucht (Lſp.). – Für-
ſtin Dorothea (Dr.). – Frau Käth-
chens Klienten (Lſp.)]. – Erika (Düſ-
ſeldorfer Malkaſten-Tragödie), 1882.
– Barbaroſſa (Feſtſpiel der Stadt
Düſſeldorf), 1891. – Ausgewählte
Dichtungen, 1894.

Henri, Clemens,

Pſeud. für Hein-
rich Driesmans;
ſ. d.!

Henrich, Albertine,

pſeud. Paul
Stein,
wurde am 30. Septbr. 1812
zu Lorch in Württemberg als die
Tochter des Pfarrers Röslin ge-
boren, widmete ſich der Bühne und
trat zum erſtenmal als Eliſabeth im
Don Carlos auf der Stuttgarter Hof-
bühne und zwar mit Erfolg auf, ſo
daß verſchiedene Theatervorſtände ſie
zu Gaſtſpielen beriefen. Nach einem
längeren Engagement in Karlsruhe
ging ſie nach Mainz, wo ſie ſich mit
dem Theaterarzt Kaſpar Henrich
verheiratete und darauf ihrer thea-
traliſchen Laufbahn entſagte. Jn
ihrem ſtillen, abgeſchloſſenen Leben
blieben ihr herbe Schickſalsſchläge
nicht erſpart. Nach dem Tode ihres
Mannes, der in ſeinen Verhältniſſen
ſo zurückkam, daß er als Stadtarmer
im Krankenhauſe ſtarb, ſiedelte die
Witwe nach Darmſtadt über, wo ſie
ſich der Erziehung ihrer Kinder und
der Schriftſtellerei widmete. Die Ver-
heiratung ihrer Tochter Hedwig
Henrich
(ſ. Hedwig Wilhelmi!) an
einen Herrn Wilhelmi in Spanien
gab der Mutter Gelegenheit, dieſes
Land u. ſeine Eigentümlichkeiten durch
mehrere Jahre zu beobachten und in
höchſt anziehenden Schilderungen zu
beſchreiben. Nachdem ſie dann ſpäter
noch vier Jahre lang bei einem Sohne
in Kalifornien geweilt, kehrte ſie nach
Spanien zurück und lebte dort meiſt
in Granada bei ihrer Tochter. Von

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[155/0159] Hen Hen Henningſen, Hans Jürgen, * um 1808 zu Taarſtedt in Angeln (Schles- wig), wo ſein Vater Küſter war, wid- mete ſich dem Lehrerberufe und be- ſuchte zu dieſem Zwecke das Seminar in Tondern. Jm Jahre 1833 war er Lehrer im Amte Hütten, verließ aber ſehr bald das Schulfach und wurde Bierbrauer und Gaſtwirt in Eckern- förde. Hier ſtarb er am 2. Dez. 1874. S: Verſuch in der deutſchen Dicht- kunſt, 1829. – Gedichte (m. e. Anhang v. einem Ungenannten [d. i. Dr. Joh. Karl Gottfr. Schütt, ſpäteren Rektor in Huſum]), 1831. – Kuno und Roſa- munde (B.), 1832. Hennrich, Johann, Pſeudon. für W. Schulte vom Brühl; ſ. d.! Henop, Philipp, geb. am 16. Mai 1822 zu Altona als der Sohn eines Arztes, widmete ſich nach Vollendung ſeiner gymnaſialen Schulbildung dem Buchhandel u. war in dieſem Berufe in Altona, Stuttgart und Prag, ſo- wie ſeit 1846 in Moskau tätig, wo er ſich 1847 verheiratete. Jm Jahre 1849 kehrte er nach Altona zurück u. wurde hier erſter Redakteur der „Al- tonaer Nachrichten“, wandte ſich aber 1856 nach dem Tode ſeiner Frau wie- der dem Buchhandel zu und war in Baſel, Vevey, Berlin und Prag be- ſchäftigt. Jn Berlin begannen zuerſt ſeine körperlichen Leiden, die ſich all- mählich mit geiſtigen Störungen ver- banden u. die Aufnahme des Kranken in die Jrrenanſtalt zu Schleswig not- wendig machten. Dort ſtarb er am 31. Juli 1861. S: Leitfaden zur Lite- raturgeſchichte ſämtlicher neueren europäiſchen Völker mit Ausſchluß des Deutſchen, 1858. – Eine Welle im Meer (Ge.), 1859. *Henoumont, Edmund, geb. 1831 in Düſſeldorf, widmete ſich dem Mili- tärdienſte, gehörte einige Zeit dem preußiſchen Heere an und ging dann nach Rußland, wo er an den Kämpfen gegen die Tſcherkeſſen teilnahm. Jn- folge einer ſchweren Verwundung nahm er als Hauptmann den Abſchied und kehrte nach Düſſeldorf zurück, wo er jetzt noch lebt. S: Alicens Rache (Lſp.), 1873. – Vier Theaterſtücke, 1876 [Jnhalt: Graf v. Gleichen (M.). – Mylord Durchlaucht (Lſp.). – Für- ſtin Dorothea (Dr.). – Frau Käth- chens Klienten (Lſp.)]. – Erika (Düſ- ſeldorfer Malkaſten-Tragödie), 1882. – Barbaroſſa (Feſtſpiel der Stadt Düſſeldorf), 1891. – Ausgewählte Dichtungen, 1894. Henri, Clemens, Pſeud. für Hein- rich Driesmans; ſ. d.! Henrich, Albertine, pſeud. Paul Stein, wurde am 30. Septbr. 1812 zu Lorch in Württemberg als die Tochter des Pfarrers Röslin ge- boren, widmete ſich der Bühne und trat zum erſtenmal als Eliſabeth im Don Carlos auf der Stuttgarter Hof- bühne und zwar mit Erfolg auf, ſo daß verſchiedene Theatervorſtände ſie zu Gaſtſpielen beriefen. Nach einem längeren Engagement in Karlsruhe ging ſie nach Mainz, wo ſie ſich mit dem Theaterarzt Kaſpar Henrich verheiratete und darauf ihrer thea- traliſchen Laufbahn entſagte. Jn ihrem ſtillen, abgeſchloſſenen Leben blieben ihr herbe Schickſalsſchläge nicht erſpart. Nach dem Tode ihres Mannes, der in ſeinen Verhältniſſen ſo zurückkam, daß er als Stadtarmer im Krankenhauſe ſtarb, ſiedelte die Witwe nach Darmſtadt über, wo ſie ſich der Erziehung ihrer Kinder und der Schriftſtellerei widmete. Die Ver- heiratung ihrer Tochter Hedwig Henrich (ſ. Hedwig Wilhelmi!) an einen Herrn Wilhelmi in Spanien gab der Mutter Gelegenheit, dieſes Land u. ſeine Eigentümlichkeiten durch mehrere Jahre zu beobachten und in höchſt anziehenden Schilderungen zu beſchreiben. Nachdem ſie dann ſpäter noch vier Jahre lang bei einem Sohne in Kalifornien geweilt, kehrte ſie nach Spanien zurück und lebte dort meiſt in Granada bei ihrer Tochter. Von *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 155. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/159>, abgerufen am 24.03.2019.