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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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auch mit Hermann Rollett an der
Herausgabe der "Lyrischen Blätter".
Seine erste Sammlung Gedichte,
worin er den alten Radetzky verherr-
lichte, wurde von dem Feldherrn dem
siegreichen Heere selbst mitgeteilt,
und der Kaiser von Österreich be-
lohnte den jungen Dichter dafür mit
der goldenen Medaille für Kunst
und Wissenschaft. Jm Jahre 1853
zum Hauptmann befördert, trat er
1856 in die Gendarmerie über und
wurde 1873 zum Oberst und 1880 zum
Kommandeur derselben ernannt. Jm
Jahre 1887 trat er in den Ruhestand,
und am 5. Dezember 1892 starb er in
Stuttgart.

S:

Bilder aus dem ita-
lienischen Feldzuge 1849 (Ge.), 1850.
- Wilde Rosen aus Krieg u. Frieden,
1856. - Sampiero (Dr. G.), 1857. -
Feldruf (Patriot. Lr.), 1861. - Ge-
dichte, 1869. - Erinnerungen eines
Schwaben (Zeit- und Sittenbilder),
1874. Zweite Reihe, 1877. - Bar-
bablanca (Rhapsodie), 1881. - Leip-
zig 1813 (Heldenged.), 1864. - Lin-
dolf, Herzog von Schwaben (Dr.),
1865. - Das hohe Lied von 1870 (Pa-
triotische Dn.), 1871. - Agnes (Eine
Hexengesch.), 1887. - Gedichte, 1887.
- Dornenkronen (Dr.), 1887. - Dra-
matische Dichtungen (Ludolf der
Schwabenherzog. - Der schwarze
Hauptmann), 1891.

Guntram, Karl,

Pseud. für Ka-
millo Wagner von Freinsheim;
s. d.!

*Güntter, Otto,

geb. am 30. Ok-
tober 1858 in Stuttgart, studierte
in Tübingen neuere Philologie und
Literatur und wurde 1885 Professor
an der Oberrealschule in Stuttgart,
in welcher Stellung er bis 1904 ver-
blieb. Daneben erhielt er 1894 einen
Lehrauftrag für Deutsche Sprache u.
Literatur an der Technischen Hoch-
schule daselbst und wirkte an dersel-
ben bis 1905. Jm Jahre 1904 wurde
er Direktor des Schillermuseums und
des Schillerarchivs in Marbach a. N.
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und zugleich geschäftsführender Vor-
stand des "Schwäbischen Schillerver-
eins" u. Herausgeber der "Veröffent-
lichungen des Schwäb. Schillerver-
eins", von denen bisher "Marbacher
Schillerbuch" (III, 1905-07) erschienen
sind. Der König ernannte G. 1905
zum Geh. Hofrat.

S:

Lessings Phi-
lotas und die Poesie des Siebenjähri-
gen Krieges, 1890. - Walther von
der Vogelweide, mit einer Auswahl
aus Minnesang und Spruchdichtung,
1892. 4. A. 1904. - Gedichte, 1892.
- Vaterländische Gedenktage, 1899. -
Schillers Gedichte u. Dramen (Volks-
ausgabe, hrsg.), 1905.

*Günzl, Joseph,

wurde am 27.
März 1841 in Lichtenthal, einer da-
maligen Vorstadt von Wien, geboren
und wuchs in den allereinfachsten
Verhältnissen auf. Der Vater, ein
geschickter Tischlergehilfe, zog 1848
mit der Familie nach Klosterneuburg,
fand aber in den unruhigen Zeiten
der Revolution keine Arbeit in seinem
Berufe und mußte sich deshalb als
Erdarbeiter verdingen. Hier besuchte
der Sohn zwei Jahre hindurch die
Stiftsschule und seit 1850 in Wien,
wohin die Eltern zurückgekehrt waren,
eine einfache Volksschule, worauf er
als Setzerlehrling in eine Buckdrucke-
rei eintrat. Hier fand er Gelegen-
heit und Lust zu eifriger Weiterarbeit
an seiner unzulänglichen Bildung,
begann auch damals schon seine poe-
tischen Versuche. Die traurigsten Ver-
hältnisse im Elternhause, der Tod des
Vaters, eigene Krankheit vermochten
dieses Vorwärtsstreben nicht einzu-
dämmen. Mit besonderer Vorliebe
wandte er sich auch der Stenographie
zu und erfand ein eigenes System,
das er in seiner Schrift "Typophono-
graphie" (1880) mit Unterstützung
des Buchdrucker-Vereins veröffent-
lichte. Nach seiner Verheiratung
(1880) traten für ihn bessere Ver-
hältnisse ein. Seine Gattin, die Wit-
we eines höheren Beamten, betrieb

*


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Gun
auch mit Hermann Rollett an der
Herausgabe der „Lyriſchen Blätter“.
Seine erſte Sammlung Gedichte,
worin er den alten Radetzky verherr-
lichte, wurde von dem Feldherrn dem
ſiegreichen Heere ſelbſt mitgeteilt,
und der Kaiſer von Öſterreich be-
lohnte den jungen Dichter dafür mit
der goldenen Medaille für Kunſt
und Wiſſenſchaft. Jm Jahre 1853
zum Hauptmann befördert, trat er
1856 in die Gendarmerie über und
wurde 1873 zum Oberſt und 1880 zum
Kommandeur derſelben ernannt. Jm
Jahre 1887 trat er in den Ruheſtand,
und am 5. Dezember 1892 ſtarb er in
Stuttgart.

S:

Bilder aus dem ita-
lieniſchen Feldzuge 1849 (Ge.), 1850.
– Wilde Roſen aus Krieg u. Frieden,
1856. – Sampiero (Dr. G.), 1857. –
Feldruf (Patriot. Lr.), 1861. – Ge-
dichte, 1869. – Erinnerungen eines
Schwaben (Zeit- und Sittenbilder),
1874. Zweite Reihe, 1877. – Bar-
bablanca (Rhapſodie), 1881. – Leip-
zig 1813 (Heldenged.), 1864. – Lin-
dolf, Herzog von Schwaben (Dr.),
1865. – Das hohe Lied von 1870 (Pa-
triotiſche Dn.), 1871. – Agnes (Eine
Hexengeſch.), 1887. – Gedichte, 1887.
– Dornenkronen (Dr.), 1887. – Dra-
matiſche Dichtungen (Ludolf der
Schwabenherzog. – Der ſchwarze
Hauptmann), 1891.

Guntram, Karl,

Pſeud. für Ka-
millo Wagner von Freinsheim;
ſ. d.!

*Güntter, Otto,

geb. am 30. Ok-
tober 1858 in Stuttgart, ſtudierte
in Tübingen neuere Philologie und
Literatur und wurde 1885 Profeſſor
an der Oberrealſchule in Stuttgart,
in welcher Stellung er bis 1904 ver-
blieb. Daneben erhielt er 1894 einen
Lehrauftrag für Deutſche Sprache u.
Literatur an der Techniſchen Hoch-
ſchule daſelbſt und wirkte an derſel-
ben bis 1905. Jm Jahre 1904 wurde
er Direktor des Schillermuſeums und
des Schillerarchivs in Marbach a. N.
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Gün
und zugleich geſchäftsführender Vor-
ſtand des „Schwäbiſchen Schillerver-
eins“ u. Herausgeber der „Veröffent-
lichungen des Schwäb. Schillerver-
eins“, von denen bisher „Marbacher
Schillerbuch“ (III, 1905–07) erſchienen
ſind. Der König ernannte G. 1905
zum Geh. Hofrat.

S:

Leſſings Phi-
lotas und die Poeſie des Siebenjähri-
gen Krieges, 1890. – Walther von
der Vogelweide, mit einer Auswahl
aus Minneſang und Spruchdichtung,
1892. 4. A. 1904. – Gedichte, 1892.
– Vaterländiſche Gedenktage, 1899. –
Schillers Gedichte u. Dramen (Volks-
ausgabe, hrsg.), 1905.

*Günzl, Joſeph,

wurde am 27.
März 1841 in Lichtenthal, einer da-
maligen Vorſtadt von Wien, geboren
und wuchs in den allereinfachſten
Verhältniſſen auf. Der Vater, ein
geſchickter Tiſchlergehilfe, zog 1848
mit der Familie nach Kloſterneuburg,
fand aber in den unruhigen Zeiten
der Revolution keine Arbeit in ſeinem
Berufe und mußte ſich deshalb als
Erdarbeiter verdingen. Hier beſuchte
der Sohn zwei Jahre hindurch die
Stiftsſchule und ſeit 1850 in Wien,
wohin die Eltern zurückgekehrt waren,
eine einfache Volksſchule, worauf er
als Setzerlehrling in eine Buckdrucke-
rei eintrat. Hier fand er Gelegen-
heit und Luſt zu eifriger Weiterarbeit
an ſeiner unzulänglichen Bildung,
begann auch damals ſchon ſeine poe-
tiſchen Verſuche. Die traurigſten Ver-
hältniſſe im Elternhauſe, der Tod des
Vaters, eigene Krankheit vermochten
dieſes Vorwärtsſtreben nicht einzu-
dämmen. Mit beſonderer Vorliebe
wandte er ſich auch der Stenographie
zu und erfand ein eigenes Syſtem,
das er in ſeiner Schrift „Typophono-
graphie“ (1880) mit Unterſtützung
des Buchdrucker-Vereins veröffent-
lichte. Nach ſeiner Verheiratung
(1880) traten für ihn beſſere Ver-
hältniſſe ein. Seine Gattin, die Wit-
we eines höheren Beamten, betrieb

*
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[12/0016] Gun Gün auch mit Hermann Rollett an der Herausgabe der „Lyriſchen Blätter“. Seine erſte Sammlung Gedichte, worin er den alten Radetzky verherr- lichte, wurde von dem Feldherrn dem ſiegreichen Heere ſelbſt mitgeteilt, und der Kaiſer von Öſterreich be- lohnte den jungen Dichter dafür mit der goldenen Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft. Jm Jahre 1853 zum Hauptmann befördert, trat er 1856 in die Gendarmerie über und wurde 1873 zum Oberſt und 1880 zum Kommandeur derſelben ernannt. Jm Jahre 1887 trat er in den Ruheſtand, und am 5. Dezember 1892 ſtarb er in Stuttgart. S: Bilder aus dem ita- lieniſchen Feldzuge 1849 (Ge.), 1850. – Wilde Roſen aus Krieg u. Frieden, 1856. – Sampiero (Dr. G.), 1857. – Feldruf (Patriot. Lr.), 1861. – Ge- dichte, 1869. – Erinnerungen eines Schwaben (Zeit- und Sittenbilder), 1874. Zweite Reihe, 1877. – Bar- bablanca (Rhapſodie), 1881. – Leip- zig 1813 (Heldenged.), 1864. – Lin- dolf, Herzog von Schwaben (Dr.), 1865. – Das hohe Lied von 1870 (Pa- triotiſche Dn.), 1871. – Agnes (Eine Hexengeſch.), 1887. – Gedichte, 1887. – Dornenkronen (Dr.), 1887. – Dra- matiſche Dichtungen (Ludolf der Schwabenherzog. – Der ſchwarze Hauptmann), 1891. Guntram, Karl, Pſeud. für Ka- millo Wagner von Freinsheim; ſ. d.! *Güntter, Otto, geb. am 30. Ok- tober 1858 in Stuttgart, ſtudierte in Tübingen neuere Philologie und Literatur und wurde 1885 Profeſſor an der Oberrealſchule in Stuttgart, in welcher Stellung er bis 1904 ver- blieb. Daneben erhielt er 1894 einen Lehrauftrag für Deutſche Sprache u. Literatur an der Techniſchen Hoch- ſchule daſelbſt und wirkte an derſel- ben bis 1905. Jm Jahre 1904 wurde er Direktor des Schillermuſeums und des Schillerarchivs in Marbach a. N. und zugleich geſchäftsführender Vor- ſtand des „Schwäbiſchen Schillerver- eins“ u. Herausgeber der „Veröffent- lichungen des Schwäb. Schillerver- eins“, von denen bisher „Marbacher Schillerbuch“ (III, 1905–07) erſchienen ſind. Der König ernannte G. 1905 zum Geh. Hofrat. S: Leſſings Phi- lotas und die Poeſie des Siebenjähri- gen Krieges, 1890. – Walther von der Vogelweide, mit einer Auswahl aus Minneſang und Spruchdichtung, 1892. 4. A. 1904. – Gedichte, 1892. – Vaterländiſche Gedenktage, 1899. – Schillers Gedichte u. Dramen (Volks- ausgabe, hrsg.), 1905. *Günzl, Joſeph, wurde am 27. März 1841 in Lichtenthal, einer da- maligen Vorſtadt von Wien, geboren und wuchs in den allereinfachſten Verhältniſſen auf. Der Vater, ein geſchickter Tiſchlergehilfe, zog 1848 mit der Familie nach Kloſterneuburg, fand aber in den unruhigen Zeiten der Revolution keine Arbeit in ſeinem Berufe und mußte ſich deshalb als Erdarbeiter verdingen. Hier beſuchte der Sohn zwei Jahre hindurch die Stiftsſchule und ſeit 1850 in Wien, wohin die Eltern zurückgekehrt waren, eine einfache Volksſchule, worauf er als Setzerlehrling in eine Buckdrucke- rei eintrat. Hier fand er Gelegen- heit und Luſt zu eifriger Weiterarbeit an ſeiner unzulänglichen Bildung, begann auch damals ſchon ſeine poe- tiſchen Verſuche. Die traurigſten Ver- hältniſſe im Elternhauſe, der Tod des Vaters, eigene Krankheit vermochten dieſes Vorwärtsſtreben nicht einzu- dämmen. Mit beſonderer Vorliebe wandte er ſich auch der Stenographie zu und erfand ein eigenes Syſtem, das er in ſeiner Schrift „Typophono- graphie“ (1880) mit Unterſtützung des Buchdrucker-Vereins veröffent- lichte. Nach ſeiner Verheiratung (1880) traten für ihn beſſere Ver- hältniſſe ein. Seine Gattin, die Wit- we eines höheren Beamten, betrieb *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/16>, abgerufen am 21.03.2019.