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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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ferendar bei verschiedenen Gerichten
in Berlin, verbrachte er hier Jahre,
die reich an künstlerischen Anregungen
waren, besonders durch den Verkehr
mit Ernst Wachler (s. d.), Fritz Lien-
hard (s. d.) und andern gleichge-
sinnten Männern. Jm Jahre 1899
bestand er das Assessorexamen und
ließ sich dann in Berlin als Rechts-
anwalt nieder.

S:

Nachtschatten
(Moderne Ge.), 1890. - Lieder aus
einem Dorfe, 1904.

Herder, Natalie von,

* am 30. Mai
1802 zu Weimar, war eine Enkelin
des berühmten Hofpredigers u. Dich-
ters Johann Gottfried v. H., der ihr
noch die Weihe der Taufe gab, und
eine Tochter des Leibarztes der Groß-
herzogin von Weimar, Gottfried von
H., der bereits 1806 starb. Die Mut-
ter vermählte sich zum zweitenmal
mit einem Sohne des Ministers von
Voigt, wurde aber schon 1813 aber-
mals Witwe. Bei Natalie erweckte
nicht nur die sorgfältigste Erziehung,
sondern auch der freundschaftliche
Verkehr im Hause Goethes und an-
derer Größen die Neigung zur Poesie
u. zum Studium der fremden Spra-
chen. Eine Reise an den Rhein, die
sie mit Johanna Schopenhauer un-
ternahm, ein mehrjähriger Aufent-
halt bei ihrem Oheim in Freiburg,
ein längeres Verweilen in Bayreuth,
Nürnberg u. Augsburg hielt sie bis
1833 von Weimar fern, wo sie dann
in der Folge ihren Wohnsitz beibe-
hielt, der nur gelegentlich durch Rei-
sen unterbrochen wurde. Viele Jahre
ihres Lebens widmete sie der Pflege
ihrer schwerkranken jüngeren Schwe-
ster, bis sie dann selbst infolge eines
Schlaganfalls an Gehirnerweichung
erkrankte u. am 22. Mai 1871 starb.

S:

Familienßenen und bunte Bil-
der aus Lottchens Tagebuch, 1837. -
Gedichte, 1853.

Herdlicka, Theodor,

psd. Theo-
dor Taube,
wurde am 23. Febr.
1840 in Wien geboren. Als Kind von
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Her
neun Jahren verwaist, besuchte er
nach Absolvierung der Volksschule im
"Freihause" die Realschule "bei den
Piaristen" auf der Wiedener Haupt-
straße und mußte, da die Mittel zu
seinem weiteren Fortkommen aus-
gingen, das Handwerk eines Gold-
schmieds erlernen. Aber schon wäh-
rend dieser Zeit versuchte er sich mit
schriftstellerischen Arbeiten, und in
der von Böhringer herausgegebenen
humoristisch-politischen Zeitschrift
"Die Geißel" erschienen fortgesetzt
Beiträge aus seiner Feder. Nach
Beendigung seiner Lehrzeit ging er
bald gänzlich zur Schriftstellerei über.
Seit 1869 war er Mitarbeiter, seit
1874 verantwortlicher u. nach Bergs
Tode Chefredakteur des "Kikeriki,"
und nach dem Ableben Schemberas
(1891) übernahm er die Redaktion
des "Figaro," dessen Eigentümer u.
Herausgeber er seit 1897 war. Er
starb am 3. Juli 1904.

S:

Miß Flora
Welten (P.), 1875. - Die schöne He-
lena (Schsp.), 1877. - Die Gips-
figur (P.), 1879. - Seine Wirtschaf-
terin (P.), 1880. - Vaterfreuden
(P.), 1880. - Auf der Rax (P.), 1883.
- Die Urwienerin (Ssp.), 1886. -
Unser Doktor (P.), 1887. - Die Wett-
schwimmerin [Ein Donauweibchen]
(P.), 1888. - Der Herr von Kemmel-
bach (P.), 1889. - Gold und Blech
(Lebensbild), 1890. - Leichtes Tuch
(P.), 1891. - Die Wunderdoktorin
von Hernals (P.), 1892. - Schla-
gende Wetter (Schsp.), 1892. - Der
Karikaturenwinkel (P.), 1893. - Die
Brillantenkönigin (Op., mit J.
Fuchs), 1894. - Kneisel und Kom-
pagnie (Ssp., mit J. Fuchs), 1894. -
Olympia (Op.), 1895. - Ypsilon Zet
(Schw.), 1893. - Das Wunderkind
(P.), 1896. - Das Gänsemädchen
(Operette), 1896. - Der Rechtschaf-
fene (Volksst.), 1897. - Susanna im
Wasser (P.), 1898.

Herff-Schacht, Rosa von,

geb.
am 6. Septbr. 1830 in Mainz, ist die

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Her
ferendar bei verſchiedenen Gerichten
in Berlin, verbrachte er hier Jahre,
die reich an künſtleriſchen Anregungen
waren, beſonders durch den Verkehr
mit Ernſt Wachler (ſ. d.), Fritz Lien-
hard (ſ. d.) und andern gleichge-
ſinnten Männern. Jm Jahre 1899
beſtand er das Aſſeſſorexamen und
ließ ſich dann in Berlin als Rechts-
anwalt nieder.

S:

Nachtſchatten
(Moderne Ge.), 1890. – Lieder aus
einem Dorfe, 1904.

Herder, Natalie von,

* am 30. Mai
1802 zu Weimar, war eine Enkelin
des berühmten Hofpredigers u. Dich-
ters Johann Gottfried v. H., der ihr
noch die Weihe der Taufe gab, und
eine Tochter des Leibarztes der Groß-
herzogin von Weimar, Gottfried von
H., der bereits 1806 ſtarb. Die Mut-
ter vermählte ſich zum zweitenmal
mit einem Sohne des Miniſters von
Voigt, wurde aber ſchon 1813 aber-
mals Witwe. Bei Natalie erweckte
nicht nur die ſorgfältigſte Erziehung,
ſondern auch der freundſchaftliche
Verkehr im Hauſe Goethes und an-
derer Größen die Neigung zur Poeſie
u. zum Studium der fremden Spra-
chen. Eine Reiſe an den Rhein, die
ſie mit Johanna Schopenhauer un-
ternahm, ein mehrjähriger Aufent-
halt bei ihrem Oheim in Freiburg,
ein längeres Verweilen in Bayreuth,
Nürnberg u. Augsburg hielt ſie bis
1833 von Weimar fern, wo ſie dann
in der Folge ihren Wohnſitz beibe-
hielt, der nur gelegentlich durch Rei-
ſen unterbrochen wurde. Viele Jahre
ihres Lebens widmete ſie der Pflege
ihrer ſchwerkranken jüngeren Schwe-
ſter, bis ſie dann ſelbſt infolge eines
Schlaganfalls an Gehirnerweichung
erkrankte u. am 22. Mai 1871 ſtarb.

S:

Familienſzenen und bunte Bil-
der aus Lottchens Tagebuch, 1837. –
Gedichte, 1853.

Herdlicka, Theodor,

pſd. Theo-
dor Taube,
wurde am 23. Febr.
1840 in Wien geboren. Als Kind von
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Her
neun Jahren verwaiſt, beſuchte er
nach Abſolvierung der Volksſchule im
„Freihauſe“ die Realſchule „bei den
Piariſten“ auf der Wiedener Haupt-
ſtraße und mußte, da die Mittel zu
ſeinem weiteren Fortkommen aus-
gingen, das Handwerk eines Gold-
ſchmieds erlernen. Aber ſchon wäh-
rend dieſer Zeit verſuchte er ſich mit
ſchriftſtelleriſchen Arbeiten, und in
der von Böhringer herausgegebenen
humoriſtiſch-politiſchen Zeitſchrift
„Die Geißel“ erſchienen fortgeſetzt
Beiträge aus ſeiner Feder. Nach
Beendigung ſeiner Lehrzeit ging er
bald gänzlich zur Schriftſtellerei über.
Seit 1869 war er Mitarbeiter, ſeit
1874 verantwortlicher u. nach Bergs
Tode Chefredakteur des „Kikeriki,“
und nach dem Ableben Schemberas
(1891) übernahm er die Redaktion
des „Figaro,“ deſſen Eigentümer u.
Herausgeber er ſeit 1897 war. Er
ſtarb am 3. Juli 1904.

S:

Miß Flora
Welten (P.), 1875. – Die ſchöne He-
lena (Schſp.), 1877. – Die Gips-
figur (P.), 1879. – Seine Wirtſchaf-
terin (P.), 1880. – Vaterfreuden
(P.), 1880. – Auf der Rax (P.), 1883.
– Die Urwienerin (Sſp.), 1886. –
Unſer Doktor (P.), 1887. – Die Wett-
ſchwimmerin [Ein Donauweibchen]
(P.), 1888. – Der Herr von Kemmel-
bach (P.), 1889. – Gold und Blech
(Lebensbild), 1890. – Leichtes Tuch
(P.), 1891. – Die Wunderdoktorin
von Hernals (P.), 1892. – Schla-
gende Wetter (Schſp.), 1892. – Der
Karikaturenwinkel (P.), 1893. – Die
Brillantenkönigin (Op., mit J.
Fuchs), 1894. – Kneiſel und Kom-
pagnie (Sſp., mit J. Fuchs), 1894. –
Olympia (Op.), 1895. – Ypſilon Zet
(Schw.), 1893. – Das Wunderkind
(P.), 1896. – Das Gänſemädchen
(Operette), 1896. – Der Rechtſchaf-
fene (Volksſt.), 1897. – Suſanna im
Waſſer (P.), 1898.

Herff-Schacht, Roſa von,

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am 6. Septbr. 1830 in Mainz, iſt die

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[162/0166] Her Her ferendar bei verſchiedenen Gerichten in Berlin, verbrachte er hier Jahre, die reich an künſtleriſchen Anregungen waren, beſonders durch den Verkehr mit Ernſt Wachler (ſ. d.), Fritz Lien- hard (ſ. d.) und andern gleichge- ſinnten Männern. Jm Jahre 1899 beſtand er das Aſſeſſorexamen und ließ ſich dann in Berlin als Rechts- anwalt nieder. S: Nachtſchatten (Moderne Ge.), 1890. – Lieder aus einem Dorfe, 1904. Herder, Natalie von, * am 30. Mai 1802 zu Weimar, war eine Enkelin des berühmten Hofpredigers u. Dich- ters Johann Gottfried v. H., der ihr noch die Weihe der Taufe gab, und eine Tochter des Leibarztes der Groß- herzogin von Weimar, Gottfried von H., der bereits 1806 ſtarb. Die Mut- ter vermählte ſich zum zweitenmal mit einem Sohne des Miniſters von Voigt, wurde aber ſchon 1813 aber- mals Witwe. Bei Natalie erweckte nicht nur die ſorgfältigſte Erziehung, ſondern auch der freundſchaftliche Verkehr im Hauſe Goethes und an- derer Größen die Neigung zur Poeſie u. zum Studium der fremden Spra- chen. Eine Reiſe an den Rhein, die ſie mit Johanna Schopenhauer un- ternahm, ein mehrjähriger Aufent- halt bei ihrem Oheim in Freiburg, ein längeres Verweilen in Bayreuth, Nürnberg u. Augsburg hielt ſie bis 1833 von Weimar fern, wo ſie dann in der Folge ihren Wohnſitz beibe- hielt, der nur gelegentlich durch Rei- ſen unterbrochen wurde. Viele Jahre ihres Lebens widmete ſie der Pflege ihrer ſchwerkranken jüngeren Schwe- ſter, bis ſie dann ſelbſt infolge eines Schlaganfalls an Gehirnerweichung erkrankte u. am 22. Mai 1871 ſtarb. S: Familienſzenen und bunte Bil- der aus Lottchens Tagebuch, 1837. – Gedichte, 1853. Herdlicka, Theodor, pſd. Theo- dor Taube, wurde am 23. Febr. 1840 in Wien geboren. Als Kind von neun Jahren verwaiſt, beſuchte er nach Abſolvierung der Volksſchule im „Freihauſe“ die Realſchule „bei den Piariſten“ auf der Wiedener Haupt- ſtraße und mußte, da die Mittel zu ſeinem weiteren Fortkommen aus- gingen, das Handwerk eines Gold- ſchmieds erlernen. Aber ſchon wäh- rend dieſer Zeit verſuchte er ſich mit ſchriftſtelleriſchen Arbeiten, und in der von Böhringer herausgegebenen humoriſtiſch-politiſchen Zeitſchrift „Die Geißel“ erſchienen fortgeſetzt Beiträge aus ſeiner Feder. Nach Beendigung ſeiner Lehrzeit ging er bald gänzlich zur Schriftſtellerei über. Seit 1869 war er Mitarbeiter, ſeit 1874 verantwortlicher u. nach Bergs Tode Chefredakteur des „Kikeriki,“ und nach dem Ableben Schemberas (1891) übernahm er die Redaktion des „Figaro,“ deſſen Eigentümer u. Herausgeber er ſeit 1897 war. Er ſtarb am 3. Juli 1904. S: Miß Flora Welten (P.), 1875. – Die ſchöne He- lena (Schſp.), 1877. – Die Gips- figur (P.), 1879. – Seine Wirtſchaf- terin (P.), 1880. – Vaterfreuden (P.), 1880. – Auf der Rax (P.), 1883. – Die Urwienerin (Sſp.), 1886. – Unſer Doktor (P.), 1887. – Die Wett- ſchwimmerin [Ein Donauweibchen] (P.), 1888. – Der Herr von Kemmel- bach (P.), 1889. – Gold und Blech (Lebensbild), 1890. – Leichtes Tuch (P.), 1891. – Die Wunderdoktorin von Hernals (P.), 1892. – Schla- gende Wetter (Schſp.), 1892. – Der Karikaturenwinkel (P.), 1893. – Die Brillantenkönigin (Op., mit J. Fuchs), 1894. – Kneiſel und Kom- pagnie (Sſp., mit J. Fuchs), 1894. – Olympia (Op.), 1895. – Ypſilon Zet (Schw.), 1893. – Das Wunderkind (P.), 1896. – Das Gänſemädchen (Operette), 1896. – Der Rechtſchaf- fene (Volksſt.), 1897. – Suſanna im Waſſer (P.), 1898. Herff-Schacht, Roſa von, geb. am 6. Septbr. 1830 in Mainz, iſt die *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 162. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/166>, abgerufen am 19.03.2019.