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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Zu seinem Andenken (2 literaturge-
schichtl. und ästhetisch-kritische Ab-
handlungen von Richard Weltrich),
1902. - Gesammelte Abhandlungen;
hrsg. von Frdr. v. d. Leyen, 1905. -
Aus Dichtung und Sage (Vorträge
und Aufsätze; hrsg. von Karl Voll-
möller), 1907.

Hertzka, Friederike,

psd. George
May,
ist in Wien geboren, lebt da-
selbst während der Wintermonate
und leitet im Sommer die ihrem
Gatten gehörende Wasserheilanstalt
in Jschl.

S:

Mutter und Tochter (E.
aus den oberösterr. Bergen), 1890. -
Das Modell und andere Novellen,
1893.

*Hertzka, Oskar,

geb. in Wien am
27. Septbr. 1858, widmete sich nach
genossener Schulbildung dem Han-
delsstande und fungierte viele Jahre
als Oberbeamter der österreichischen
Kreditanstalt in Wien. Als geprüfter
Lehrer für Merkantilwissenschaften
war er 1883 auch Supplent an der
Wiener Handelsakademie. Seit 1901
ist er Stellvertreter des Direktors
der Filiale der Kreditanstalt in Prag.

S:

Poetische Versuche (Ge.), 1882. -
Die Sonne des Lebens (Nn.), 1889.

*Hertzka, Theodor,

geb. am 13. Juli
1845 in Budapest, studierte in Wien
und Budapest die Rechte und wandte
sich dann dem journalistischen Berufe
zu. Er begann seine publizistische
Tätigkeit bei der "Ungarischen Kor-
respondenz" in Budapest, leitete 1872
bis 1879 den volkswirtschaftlichen u.
naturwissenschaftlichen Teil der Wie-
ner "Neuen Freien Presse" u. nahm
1874 an der Gründung der "Gesell-
schaft österreichischer Volkswirte"
hervorragenden Anteil. Jm Jahre
1879 gründete er die "Wiener Allge-
meine Zeitung", deren Chefredakteur
er bis 1886 blieb. Seitdem lebt er
als unabhängiger Schriftsteller in
Wien. Jn seinen ersten Schriften
"Währung u. Handel" (1876); "Die
Gesetze des Handels und der Sozial-
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Her
politik" (1880); "Das Wesen des
Geldes" (1887) trat H. für Freihan-
del und für Herstellung der öster-
reichischen Valuta auf Basis der
Goldwährung ein, während er neuer-
dings in der Schrift "Das interna-
tionale Währungsproblem u. dessen
Lösung" (1892) die Herstellung von
Münzen aus einer Mischung von
Gold und Silber empfiehlt. Wesent-
lichen Anteil hat H. auch an der Ein-
führung des Zonentarifs auf den un-
garischen und österreichischen Eisen-
bahnen, wofür er seit 1884 in Wort
und Schrift ("Das Personenporto",
1885) unermüdlich gekämpft hat. Als
Sozialreformer vertritt H. die An-
sicht, daß es sehr wohl möglich sei,
jedem Arbeiter den vollen Ertrag der
Arbeit zu sichern, u. zwar unter voller
Wahrung des individuellen Selbst-
bestimmungsrechtes, also nicht auf
kommunistischer, sondern auf streng
individualistischer Grundlage. Jn
seinem "Freiland" schildert er in
Form eines Romans die Gründung
eines solchen auf sozial-liberaler
Grundlage aufgebauten Gemeinwe-
sens, während die "Reise nach Frei-
land" dieses Gemeinwesen als bereits
vorhanden voraussetzt und "Entrückt
in die Zukunft" ausmalen soll, wie
die Welt nach 200 Jahren wohl aus-
sehen dürfte, nachdem die in "Frei-
land" entwickelten Grundsätze allge-
mein akzeptiert sind.

S:

Freiland,
ein soziales Zukunftsbild, 1890. 7. A.
1893. - Reise nach Freiland, 1893. -
Entrückt in die Zukunft (Sozialpoli-
tischer R.), 1895.

*Hertzsch, Robert Hugo,

geb. am
10. Novbr. 1852 zu Remsa bei Alten-
burg als der Sohn eines wenig be-
mittelten Landmanns, besuchte bis
zu seinem 14. Lebensjahre die Volks-
schule zu Windischleuba, erhielt dann
vorbereitenden Privatunterricht und
trat mit 17 Jahren in die Tertia des
Gymnasiums zu Altenburg ein. Nach
Absolvierung der Unterprima mußte

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Her
Zu ſeinem Andenken (2 literaturge-
ſchichtl. und äſthetiſch-kritiſche Ab-
handlungen von Richard Weltrich),
1902. – Geſammelte Abhandlungen;
hrsg. von Frdr. v. d. Leyen, 1905. –
Aus Dichtung und Sage (Vorträge
und Aufſätze; hrsg. von Karl Voll-
möller), 1907.

Hertzka, Friederike,

pſd. George
May,
iſt in Wien geboren, lebt da-
ſelbſt während der Wintermonate
und leitet im Sommer die ihrem
Gatten gehörende Waſſerheilanſtalt
in Jſchl.

S:

Mutter und Tochter (E.
aus den oberöſterr. Bergen), 1890. –
Das Modell und andere Novellen,
1893.

*Hertzka, Oskar,

geb. in Wien am
27. Septbr. 1858, widmete ſich nach
genoſſener Schulbildung dem Han-
delsſtande und fungierte viele Jahre
als Oberbeamter der öſterreichiſchen
Kreditanſtalt in Wien. Als geprüfter
Lehrer für Merkantilwiſſenſchaften
war er 1883 auch Supplent an der
Wiener Handelsakademie. Seit 1901
iſt er Stellvertreter des Direktors
der Filiale der Kreditanſtalt in Prag.

S:

Poetiſche Verſuche (Ge.), 1882. –
Die Sonne des Lebens (Nn.), 1889.

*Hertzka, Theodor,

geb. am 13. Juli
1845 in Budapeſt, ſtudierte in Wien
und Budapeſt die Rechte und wandte
ſich dann dem journaliſtiſchen Berufe
zu. Er begann ſeine publiziſtiſche
Tätigkeit bei der „Ungariſchen Kor-
reſpondenz“ in Budapeſt, leitete 1872
bis 1879 den volkswirtſchaftlichen u.
naturwiſſenſchaftlichen Teil der Wie-
ner „Neuen Freien Preſſe“ u. nahm
1874 an der Gründung der „Geſell-
ſchaft öſterreichiſcher Volkswirte“
hervorragenden Anteil. Jm Jahre
1879 gründete er die „Wiener Allge-
meine Zeitung“, deren Chefredakteur
er bis 1886 blieb. Seitdem lebt er
als unabhängiger Schriftſteller in
Wien. Jn ſeinen erſten Schriften
„Währung u. Handel“ (1876); „Die
Geſetze des Handels und der Sozial-
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Her
politik“ (1880); „Das Weſen des
Geldes“ (1887) trat H. für Freihan-
del und für Herſtellung der öſter-
reichiſchen Valuta auf Baſis der
Goldwährung ein, während er neuer-
dings in der Schrift „Das interna-
tionale Währungsproblem u. deſſen
Löſung“ (1892) die Herſtellung von
Münzen aus einer Miſchung von
Gold und Silber empfiehlt. Weſent-
lichen Anteil hat H. auch an der Ein-
führung des Zonentarifs auf den un-
gariſchen und öſterreichiſchen Eiſen-
bahnen, wofür er ſeit 1884 in Wort
und Schrift („Das Perſonenporto“,
1885) unermüdlich gekämpft hat. Als
Sozialreformer vertritt H. die An-
ſicht, daß es ſehr wohl möglich ſei,
jedem Arbeiter den vollen Ertrag der
Arbeit zu ſichern, u. zwar unter voller
Wahrung des individuellen Selbſt-
beſtimmungsrechtes, alſo nicht auf
kommuniſtiſcher, ſondern auf ſtreng
individualiſtiſcher Grundlage. Jn
ſeinem „Freiland“ ſchildert er in
Form eines Romans die Gründung
eines ſolchen auf ſozial-liberaler
Grundlage aufgebauten Gemeinwe-
ſens, während die „Reiſe nach Frei-
land“ dieſes Gemeinweſen als bereits
vorhanden vorausſetzt und „Entrückt
in die Zukunft“ ausmalen ſoll, wie
die Welt nach 200 Jahren wohl aus-
ſehen dürfte, nachdem die in „Frei-
land“ entwickelten Grundſätze allge-
mein akzeptiert ſind.

S:

Freiland,
ein ſoziales Zukunftsbild, 1890. 7. A.
1893. – Reiſe nach Freiland, 1893. –
Entrückt in die Zukunft (Sozialpoli-
tiſcher R.), 1895.

*Hertzſch, Robert Hugo,

geb. am
10. Novbr. 1852 zu Remſa bei Alten-
burg als der Sohn eines wenig be-
mittelten Landmanns, beſuchte bis
zu ſeinem 14. Lebensjahre die Volks-
ſchule zu Windiſchleuba, erhielt dann
vorbereitenden Privatunterricht und
trat mit 17 Jahren in die Tertia des
Gymnaſiums zu Altenburg ein. Nach
Abſolvierung der Unterprima mußte

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 179. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/183>, abgerufen am 23.03.2019.