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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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milien in Holstein, Mecklenburg und
der Provinz Sachsen und hatte in
der letzten Stellung Gelegenheit, die
deutschen Berglande, den Rhein, die
Schweiz und Oberitalien kennen zu
lernen. Seit dem Herbst 1896 war sie
Erzieherin in einer adeligen Familie
zu Fretzdorf (Mark Brandenburg).

S:

Auf deutschen Pfaden (D.), 1897.

Hindermann, Adele,

siehe Adele
Rassow!

*Hindersin, Friedrich Wilhelm


von, ein Sohn des verstorbenen Ge-
neralinspekteurs der Artillerie von
H., wurde am 29. Oktober 1858 zu
Breslau geboren, studierte in Göt-
tingen u. Berlin die Rechte und lebte
als Referendar in Straßburg i. E.,
wo er 1887 zum Assessor ernannt
wurde. Seit 1889 Amtsrichter zu
Hirsingen im Ober-Elsaß, kam er in
gleicher Eigenschaft 1893 nach Mül-
hausen und 1895 nach Pfirt, wurde
1899 als Landrichter nach Saarge-
münd versetzt und hier 1901 zum Land-
gerichtsrat ernannt. Jm Jahre 1906
trat er in den Ruhestand und siedelte
nach Hannover über.

S:

Angelo
Tyrann von Padua (Dr. von Viktor
Hugo), übersetzt von F. Tiro (psd.),
1879. - Hekabe (Tr. des Euripides),
übersetzt von F. Tiro, 1879. - Ge-
dichte, 1886. - Heinrich der Vierte
(Schsp.), 1886. - Nero (Schsp.), 1886.
- Kaiser Otto der Dritte (Schausp.),
1887. - Jesus von Nazareth (Schsp.),
1887. - Alexander (Schsp.), 1890. -
Julius Cäsar (Schausp.), 1890. -
Luther (Schsp.), 1892. - Schauspiele.
8. Bd.: Wuotans Ende (Schsp.), 1898.
- Henriette von England (R. aus der
Zeit Ludwigs XIV.), 1904. - Neuer
Glaube (Kulturhist. Nn.), 1906. -
Die Heiligen der Freiheit (R.), 1907.
- Die Spieler des Grafen Lester (R.),
1909. - Napoleon (R.), 1909.

*Hindes, J.,

vermag den Tag u.
Ort seiner Geburt nicht genau anzu-
geben. Er stammt von einer russi-
schen Familie her und wurde 1849 in
[Spaltenumbruch]

Hin
seiner zartesten Kindheit nach Brody
(Galizien) gebracht und lebt noch jetzt
daselbst. Auf welche Weise er bis zum
20. Jahre sein trauriges Dasein fri-
stete, ist ihm selber ein Rätsel. Unter
den allertraurigsten äußeren Verhält-
nissen erlernte er fast nur durch
Selbstunterricht die deutsche, fran-
zösische und italienische Sprache und
wurde dadurch in den Stand gesetzt,
als Privatlehrer in diesen Sprachen
tätig sein zu können. Seitdem hat sich
seine materielle Lage wesentlich ge-
bessert, und findet er jetzt auch in
Mußestunden Zeit, schriftstellerisch zu
wirken.

S:

Wehmutslieder über die
verirrte Menschenseele und Aphoris-
men; II, 1904-06. - Torquato Tasso
u. die beiden Leonoren (Liederkranz),
1907. - Sprechende Bilder aus dem
Reiche der Tonkunst, 1910.

Hingenau, Otto Bernhard Gott-
lieb Freiherr von,

pseud. G. Neu-
hain,
wurde am 19. Dezbr. 1818 zu
Triest geboren und verlebte seine
Kinderjahre in Triest u. Padua, wo-
hin sein Vater als Delegat der Pro-
vinz versetzt worden war. Nach dem
Tode desselben (1824) zog die Mut-
ter nach Linz, wo der Großvater
Landespräsident war. Hier besuchte
Otto die Normalschule, kam 1827 auf
das Gymnasium zu Graz und 1831
nach dem Tode der Mutter in das
k. k. Theresianum in Wien, wo er bis
zur Beendigung seiner juridischen
Studien blieb (1840). Darauf be-
suchte er die Bergakademie zu Schem-
nitz, wo er bis zum August 1843 Berg-
wissenschaften studierte, trat 1844 als
Bergpraktikant zu Kuttenberg in den
Staatsdienst, kam 1845 ans Ober-
bergamt und Berggericht zu Leoben,
war 1846 und 1847 bei der Hofkam-
mer im Münz- u. Bergwesen in Wien
angestellt, wurde 1848 in Brünn
Vorstand der mährisch-schlesischen
Berggerichtssubstitution, 1850 Berg-
hauptmann von Mähren u. Schlesien,
folgte aber schon im Oktober d. J.

*


[Spaltenumbruch]

Hin
milien in Holſtein, Mecklenburg und
der Provinz Sachſen und hatte in
der letzten Stellung Gelegenheit, die
deutſchen Berglande, den Rhein, die
Schweiz und Oberitalien kennen zu
lernen. Seit dem Herbſt 1896 war ſie
Erzieherin in einer adeligen Familie
zu Fretzdorf (Mark Brandenburg).

S:

Auf deutſchen Pfaden (D.), 1897.

Hindermann, Adele,

ſiehe Adele
Raſſow!

*Hinderſin, Friedrich Wilhelm


von, ein Sohn des verſtorbenen Ge-
neralinſpekteurs der Artillerie von
H., wurde am 29. Oktober 1858 zu
Breslau geboren, ſtudierte in Göt-
tingen u. Berlin die Rechte und lebte
als Referendar in Straßburg i. E.,
wo er 1887 zum Aſſeſſor ernannt
wurde. Seit 1889 Amtsrichter zu
Hirſingen im Ober-Elſaß, kam er in
gleicher Eigenſchaft 1893 nach Mül-
hauſen und 1895 nach Pfirt, wurde
1899 als Landrichter nach Saarge-
münd verſetzt und hier 1901 zum Land-
gerichtsrat ernannt. Jm Jahre 1906
trat er in den Ruheſtand und ſiedelte
nach Hannover über.

S:

Angelo
Tyrann von Padua (Dr. von Viktor
Hugo), überſetzt von F. Tiro (pſd.),
1879. – Hekabe (Tr. des Euripides),
überſetzt von F. Tiro, 1879. – Ge-
dichte, 1886. – Heinrich der Vierte
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Luther (Schſp.), 1892. – Schauſpiele.
8. Bd.: Wuotans Ende (Schſp.), 1898.
– Henriette von England (R. aus der
Zeit Ludwigs XIV.), 1904. – Neuer
Glaube (Kulturhiſt. Nn.), 1906. –
Die Heiligen der Freiheit (R.), 1907.
– Die Spieler des Grafen Leſter (R.),
1909. – Napoleon (R.), 1909.

*Hindes, J.,

vermag den Tag u.
Ort ſeiner Geburt nicht genau anzu-
geben. Er ſtammt von einer ruſſi-
ſchen Familie her und wurde 1849 in
[Spaltenumbruch]

Hin
ſeiner zarteſten Kindheit nach Brody
(Galizien) gebracht und lebt noch jetzt
daſelbſt. Auf welche Weiſe er bis zum
20. Jahre ſein trauriges Daſein fri-
ſtete, iſt ihm ſelber ein Rätſel. Unter
den allertraurigſten äußeren Verhält-
niſſen erlernte er faſt nur durch
Selbſtunterricht die deutſche, fran-
zöſiſche und italieniſche Sprache und
wurde dadurch in den Stand geſetzt,
als Privatlehrer in dieſen Sprachen
tätig ſein zu können. Seitdem hat ſich
ſeine materielle Lage weſentlich ge-
beſſert, und findet er jetzt auch in
Mußeſtunden Zeit, ſchriftſtelleriſch zu
wirken.

S:

Wehmutslieder über die
verirrte Menſchenſeele und Aphoris-
men; II, 1904–06. – Torquato Taſſo
u. die beiden Leonoren (Liederkranz),
1907. – Sprechende Bilder aus dem
Reiche der Tonkunſt, 1910.

Hingenau, Otto Bernhard Gott-
lieb Freiherr von,

pſeud. G. Neu-
hain,
wurde am 19. Dezbr. 1818 zu
Trieſt geboren und verlebte ſeine
Kinderjahre in Trieſt u. Padua, wo-
hin ſein Vater als Delegat der Pro-
vinz verſetzt worden war. Nach dem
Tode desſelben (1824) zog die Mut-
ter nach Linz, wo der Großvater
Landespräſident war. Hier beſuchte
Otto die Normalſchule, kam 1827 auf
das Gymnaſium zu Graz und 1831
nach dem Tode der Mutter in das
k. k. Thereſianum in Wien, wo er bis
zur Beendigung ſeiner juridiſchen
Studien blieb (1840). Darauf be-
ſuchte er die Bergakademie zu Schem-
nitz, wo er bis zum Auguſt 1843 Berg-
wiſſenſchaften ſtudierte, trat 1844 als
Bergpraktikant zu Kuttenberg in den
Staatsdienſt, kam 1845 ans Ober-
bergamt und Berggericht zu Leoben,
war 1846 und 1847 bei der Hofkam-
mer im Münz- u. Bergweſen in Wien
angeſtellt, wurde 1848 in Brünn
Vorſtand der mähriſch-ſchleſiſchen
Berggerichtsſubſtitution, 1850 Berg-
hauptmann von Mähren u. Schleſien,
folgte aber ſchon im Oktober d. J.

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[218/0222] Hin Hin milien in Holſtein, Mecklenburg und der Provinz Sachſen und hatte in der letzten Stellung Gelegenheit, die deutſchen Berglande, den Rhein, die Schweiz und Oberitalien kennen zu lernen. Seit dem Herbſt 1896 war ſie Erzieherin in einer adeligen Familie zu Fretzdorf (Mark Brandenburg). S: Auf deutſchen Pfaden (D.), 1897. Hindermann, Adele, ſiehe Adele Raſſow! *Hinderſin, Friedrich Wilhelm von, ein Sohn des verſtorbenen Ge- neralinſpekteurs der Artillerie von H., wurde am 29. Oktober 1858 zu Breslau geboren, ſtudierte in Göt- tingen u. Berlin die Rechte und lebte als Referendar in Straßburg i. E., wo er 1887 zum Aſſeſſor ernannt wurde. Seit 1889 Amtsrichter zu Hirſingen im Ober-Elſaß, kam er in gleicher Eigenſchaft 1893 nach Mül- hauſen und 1895 nach Pfirt, wurde 1899 als Landrichter nach Saarge- münd verſetzt und hier 1901 zum Land- gerichtsrat ernannt. Jm Jahre 1906 trat er in den Ruheſtand und ſiedelte nach Hannover über. S: Angelo Tyrann von Padua (Dr. von Viktor Hugo), überſetzt von F. Tiro (pſd.), 1879. – Hekabe (Tr. des Euripides), überſetzt von F. Tiro, 1879. – Ge- dichte, 1886. – Heinrich der Vierte (Schſp.), 1886. – Nero (Schſp.), 1886. – Kaiſer Otto der Dritte (Schauſp.), 1887. – Jeſus von Nazareth (Schſp.), 1887. – Alexander (Schſp.), 1890. – Julius Cäſar (Schauſp.), 1890. – Luther (Schſp.), 1892. – Schauſpiele. 8. Bd.: Wuotans Ende (Schſp.), 1898. – Henriette von England (R. aus der Zeit Ludwigs XIV.), 1904. – Neuer Glaube (Kulturhiſt. Nn.), 1906. – Die Heiligen der Freiheit (R.), 1907. – Die Spieler des Grafen Leſter (R.), 1909. – Napoleon (R.), 1909. *Hindes, J., vermag den Tag u. Ort ſeiner Geburt nicht genau anzu- geben. Er ſtammt von einer ruſſi- ſchen Familie her und wurde 1849 in ſeiner zarteſten Kindheit nach Brody (Galizien) gebracht und lebt noch jetzt daſelbſt. Auf welche Weiſe er bis zum 20. Jahre ſein trauriges Daſein fri- ſtete, iſt ihm ſelber ein Rätſel. Unter den allertraurigſten äußeren Verhält- niſſen erlernte er faſt nur durch Selbſtunterricht die deutſche, fran- zöſiſche und italieniſche Sprache und wurde dadurch in den Stand geſetzt, als Privatlehrer in dieſen Sprachen tätig ſein zu können. Seitdem hat ſich ſeine materielle Lage weſentlich ge- beſſert, und findet er jetzt auch in Mußeſtunden Zeit, ſchriftſtelleriſch zu wirken. S: Wehmutslieder über die verirrte Menſchenſeele und Aphoris- men; II, 1904–06. – Torquato Taſſo u. die beiden Leonoren (Liederkranz), 1907. – Sprechende Bilder aus dem Reiche der Tonkunſt, 1910. Hingenau, Otto Bernhard Gott- lieb Freiherr von, pſeud. G. Neu- hain, wurde am 19. Dezbr. 1818 zu Trieſt geboren und verlebte ſeine Kinderjahre in Trieſt u. Padua, wo- hin ſein Vater als Delegat der Pro- vinz verſetzt worden war. Nach dem Tode desſelben (1824) zog die Mut- ter nach Linz, wo der Großvater Landespräſident war. Hier beſuchte Otto die Normalſchule, kam 1827 auf das Gymnaſium zu Graz und 1831 nach dem Tode der Mutter in das k. k. Thereſianum in Wien, wo er bis zur Beendigung ſeiner juridiſchen Studien blieb (1840). Darauf be- ſuchte er die Bergakademie zu Schem- nitz, wo er bis zum Auguſt 1843 Berg- wiſſenſchaften ſtudierte, trat 1844 als Bergpraktikant zu Kuttenberg in den Staatsdienſt, kam 1845 ans Ober- bergamt und Berggericht zu Leoben, war 1846 und 1847 bei der Hofkam- mer im Münz- u. Bergweſen in Wien angeſtellt, wurde 1848 in Brünn Vorſtand der mähriſch-ſchleſiſchen Berggerichtsſubſtitution, 1850 Berg- hauptmann von Mähren u. Schleſien, folgte aber ſchon im Oktober d. J. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 218. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/222>, abgerufen am 25.03.2019.