Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Hir
Handlungshause Porges in Wien.
Als Arzt wandte sich H. der Homöo-
pathie zu, und seine in der Armen-
praxis erworbenen Verdienste hatten
zur Folge, daß ihm als einem Jsrae-
liten ausnahmsweise vom Kaiser das
Possessionsrecht zur Erwerbung eines
Besitzes auf eigenen Namen gestattet
wurde. Nach seiner Verheiratung mit
einer reichen Dame gab H. 1852 seine
ärztliche Praxis auf, um sich ästheti-
schen Studien zu widmen. Er verließ
Wien und nahm seinen Wohnsitz bald
in Dresden, bald in Florenz u. Rom,
und 1861 für längere Zeit in Paris.
Von hier aus schrieb er Feuilletons
für Wiener Blätter und bearbeitete
französische Repertoirestücke für die
deutsche Bühne. Auch die "Idees
Napoleoniennes",
in welchen der
nachmalige Kaiser Napoleon III. 1839
sein politisches Programm niederge-
legt hatte, übersetzte H. ins Deutsche.
Nach Wien zurückgekehrt, führte er
hier ein offenes Haus, in welchem sich
namentlich Gäste aus Frankreich ein-
fanden. Als offizieller Vertreter der
"Societe des auteurs dramatiques
in Paris für Österreich-Ungarn und
Deutschland erwarb er sich um die
Förderung der literarischen Beziehun-
gen zwischen Frankreich und Deutsch-
land wesentliche Verdienste. Er starb
in Wien am 24. Novbr. 1896.

S:

Der
Familien-Diplomat (Schsp.), 1859. -
Blanca von Bourbon (Tr.), 1860. -
Sand in die Augen (Lsp. n. d. Franz.),
1863. - So paßt's, oder: Eine Tour
a. dem Kontertanz (Lsp. n. d. Franz.),
1864.

*Hirsch, Franz Wilhelm,

* am 2.
Mai 1844 zu Thorn als der Sohn des
Professors Wilhelm H., studierte in
Heidelberg, Leipzig, Königsberg und
Berlin Geschichte in der Absicht, sich
für Kulturgeschichte des Mittelalters
zu habilitieren, betrat jedoch die
Schriftstellerlaufbahn, übernahm am
1. Juli 1871 in Leipzig die Redaktion
des "Neuen Blattes", die er viele
[Spaltenumbruch]

Hir
Jahre neben der am 1. Oktober 18[74]
übernommenen Redaktion des "S[a]
lon" führte, und redigierte seit Ne[u]
jahr 1884 das "Magazin für die Lit[e]
ratur des Jn- und Auslandes". J[m]
Oktober 1884 übernahm H. die Lei[-]
tung von "Schorers Familienblatt["]
in Berlin und führte sie bis 1892[;]
bald darauf trat er abermals in di[e]
Redaktion des "Neuen Blattes" ein[.]

S:

Die Oper und der Literaturgeist
1867. - Jllustrierte Literaturgeschicht[e]
des deutschen Volkes, 1876. - De[r]
verlorne Sohn (Schsp.), 1878. - Änn[li]
chen von Tharau (Lied a. alter Zeit)
1882. 13. A. 1908. - Geschichte der
deutschen Literatur, 1883. - Vagan-
tensang und Schwerterklang (Lr. aus
deutscher Vorzeit), 1889.

*Hirsch, Gustav,

pseud. Gustav
Hartwig,
wurde am 15. Juni 1837
zu Kreuznach geboren, besuchte da-
selbst das Gymnasium u. widmete sich
später dem Kaufsmannsstande. Jn
dieser Stellung kam er wiederholt
nach England. Die "Deutsche Gesell-
schaft für Kunst und Wissenschaft in
London" bot ihm vielfach Gelegen-
heit, seine Gedichte zum Vortrag zu
bringen. H. lebte viele Jahre als
Kaufmann in Mainz u. starb zu Kon-
stanz am 20. Septbr. 1901.

S:

Er-
lebtes -- Erdachtes (Ge.), 1877. -
Balladen und andere Gedichte, 1897.

Hirsch, Helene,

geb. am 27. Novbr.
1863 in Nemoschitz b. Pardubitz (Böh-
men) als die Tochter des Rittmeisters
Jgnaz H., besuchte die Bürgerschule
in Znaim und die Lehrerinnenbil-
dungsanstalt in Brünn u. ist in dieser
Stadt seit 1883 als Lehrerin tätig.
Mit 17 Jahren begann sie ihre schrift-
stellerische Tätigkeit als Verfasserin
von Novellen und Skizzen für öster-
reichische Zeitungen; dann trat eine
18 jährige Pause ein, und in neuester
Zeit hat sie, nachdem ihr erstes Schau-
spiel 1901 mit dem vom Verlage der
"Bühne und Welt" ausgesetzten Preise
gekrönt worden war, sich der drama-

*


[Spaltenumbruch]

Hir
Handlungshauſe Porges in Wien.
Als Arzt wandte ſich H. der Homöo-
pathie zu, und ſeine in der Armen-
praxis erworbenen Verdienſte hatten
zur Folge, daß ihm als einem Jſrae-
liten ausnahmsweiſe vom Kaiſer das
Poſſeſſionsrecht zur Erwerbung eines
Beſitzes auf eigenen Namen geſtattet
wurde. Nach ſeiner Verheiratung mit
einer reichen Dame gab H. 1852 ſeine
ärztliche Praxis auf, um ſich äſtheti-
ſchen Studien zu widmen. Er verließ
Wien und nahm ſeinen Wohnſitz bald
in Dresden, bald in Florenz u. Rom,
und 1861 für längere Zeit in Paris.
Von hier aus ſchrieb er Feuilletons
für Wiener Blätter und bearbeitete
franzöſiſche Repertoireſtücke für die
deutſche Bühne. Auch die „Idées
Napoléoniennes“,
in welchen der
nachmalige Kaiſer Napoleon III. 1839
ſein politiſches Programm niederge-
legt hatte, überſetzte H. ins Deutſche.
Nach Wien zurückgekehrt, führte er
hier ein offenes Haus, in welchem ſich
namentlich Gäſte aus Frankreich ein-
fanden. Als offizieller Vertreter der
„Société des auteurs dramatiques
in Paris für Öſterreich-Ungarn und
Deutſchland erwarb er ſich um die
Förderung der literariſchen Beziehun-
gen zwiſchen Frankreich und Deutſch-
land weſentliche Verdienſte. Er ſtarb
in Wien am 24. Novbr. 1896.

S:

Der
Familien-Diplomat (Schſp.), 1859. –
Blanca von Bourbon (Tr.), 1860. –
Sand in die Augen (Lſp. n. d. Franz.),
1863. – So paßt’s, oder: Eine Tour
a. dem Kontertanz (Lſp. n. d. Franz.),
1864.

*Hirſch, Franz Wilhelm,

* am 2.
Mai 1844 zu Thorn als der Sohn des
Profeſſors Wilhelm H., ſtudierte in
Heidelberg, Leipzig, Königsberg und
Berlin Geſchichte in der Abſicht, ſich
für Kulturgeſchichte des Mittelalters
zu habilitieren, betrat jedoch die
Schriftſtellerlaufbahn, übernahm am
1. Juli 1871 in Leipzig die Redaktion
des „Neuen Blattes“, die er viele
[Spaltenumbruch]

Hir
Jahre neben der am 1. Oktober 18[74]
übernommenen Redaktion des „S[a]
lon“ führte, und redigierte ſeit Ne[u]
jahr 1884 das „Magazin für die Lit[e]
ratur des Jn- und Auslandes“. J[m]
Oktober 1884 übernahm H. die Lei[-]
tung von „Schorers Familienblatt[“]
in Berlin und führte ſie bis 1892[;]
bald darauf trat er abermals in di[e]
Redaktion des „Neuen Blattes“ ein[.]

S:

Die Oper und der Literaturgeiſt
1867. – Jlluſtrierte Literaturgeſchicht[e]
des deutſchen Volkes, 1876. – De[r]
verlorne Sohn (Schſp.), 1878. – Änn[li]
chen von Tharau (Lied a. alter Zeit)
1882. 13. A. 1908. – Geſchichte der
deutſchen Literatur, 1883. – Vagan-
tenſang und Schwerterklang (Lr. aus
deutſcher Vorzeit), 1889.

*Hirſch, Guſtav,

pſeud. Guſtav
Hartwig,
wurde am 15. Juni 1837
zu Kreuznach geboren, beſuchte da-
ſelbſt das Gymnaſium u. widmete ſich
ſpäter dem Kaufsmannsſtande. Jn
dieſer Stellung kam er wiederholt
nach England. Die „Deutſche Geſell-
ſchaft für Kunſt und Wiſſenſchaft in
London“ bot ihm vielfach Gelegen-
heit, ſeine Gedichte zum Vortrag zu
bringen. H. lebte viele Jahre als
Kaufmann in Mainz u. ſtarb zu Kon-
ſtanz am 20. Septbr. 1901.

S:

Er-
lebtes — Erdachtes (Ge.), 1877. –
Balladen und andere Gedichte, 1897.

Hirſch, Helene,

geb. am 27. Novbr.
1863 in Nemoſchitz b. Pardubitz (Böh-
men) als die Tochter des Rittmeiſters
Jgnaz H., beſuchte die Bürgerſchule
in Znaim und die Lehrerinnenbil-
dungsanſtalt in Brünn u. iſt in dieſer
Stadt ſeit 1883 als Lehrerin tätig.
Mit 17 Jahren begann ſie ihre ſchrift-
ſtelleriſche Tätigkeit als Verfaſſerin
von Novellen und Skizzen für öſter-
reichiſche Zeitungen; dann trat eine
18 jährige Pauſe ein, und in neueſter
Zeit hat ſie, nachdem ihr erſtes Schau-
ſpiel 1901 mit dem vom Verlage der
„Bühne und Welt“ ausgeſetzten Preiſe
gekrönt worden war, ſich der drama-

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0226" n="222"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Hir</hi></fw><lb/>
Handlungshau&#x017F;e Porges in Wien.<lb/>
Als Arzt wandte &#x017F;ich H. der Homöo-<lb/>
pathie zu, und &#x017F;eine in der Armen-<lb/>
praxis erworbenen Verdien&#x017F;te hatten<lb/>
zur Folge, daß ihm als einem J&#x017F;rae-<lb/>
liten ausnahmswei&#x017F;e vom Kai&#x017F;er das<lb/>
Po&#x017F;&#x017F;e&#x017F;&#x017F;ionsrecht zur Erwerbung eines<lb/>
Be&#x017F;itzes auf eigenen Namen ge&#x017F;tattet<lb/>
wurde. Nach &#x017F;einer Verheiratung mit<lb/>
einer reichen Dame gab H. 1852 &#x017F;eine<lb/>
ärztliche Praxis auf, um &#x017F;ich ä&#x017F;theti-<lb/>
&#x017F;chen Studien zu widmen. Er verließ<lb/>
Wien und nahm &#x017F;einen Wohn&#x017F;itz bald<lb/>
in Dresden, bald in Florenz u. Rom,<lb/>
und 1861 für längere Zeit in Paris.<lb/>
Von hier aus &#x017F;chrieb er Feuilletons<lb/>
für Wiener Blätter und bearbeitete<lb/>
franzö&#x017F;i&#x017F;che Repertoire&#x017F;tücke für die<lb/>
deut&#x017F;che Bühne. Auch die <hi rendition="#aq">&#x201E;Idées<lb/>
Napoléoniennes&#x201C;,</hi> in welchen der<lb/>
nachmalige Kai&#x017F;er Napoleon <hi rendition="#aq">III.</hi> 1839<lb/>
&#x017F;ein politi&#x017F;ches Programm niederge-<lb/>
legt hatte, über&#x017F;etzte H. ins Deut&#x017F;che.<lb/>
Nach Wien zurückgekehrt, führte er<lb/>
hier ein offenes Haus, in welchem &#x017F;ich<lb/>
namentlich Gä&#x017F;te aus Frankreich ein-<lb/>
fanden. Als offizieller Vertreter der<lb/><hi rendition="#aq">&#x201E;Société des auteurs dramatiques</hi><lb/>
in Paris für Ö&#x017F;terreich-Ungarn und<lb/>
Deut&#x017F;chland erwarb er &#x017F;ich um die<lb/>
Förderung der literari&#x017F;chen Beziehun-<lb/>
gen zwi&#x017F;chen Frankreich und Deut&#x017F;ch-<lb/>
land we&#x017F;entliche Verdien&#x017F;te. Er &#x017F;tarb<lb/>
in Wien am 24. Novbr. 1896. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Der<lb/>
Familien-Diplomat (Sch&#x017F;p.), 1859. &#x2013;<lb/>
Blanca von Bourbon (Tr.), 1860. &#x2013;<lb/>
Sand in die Augen (L&#x017F;p. n. d. Franz.),<lb/>
1863. &#x2013; So paßt&#x2019;s, oder: Eine Tour<lb/>
a. dem Kontertanz (L&#x017F;p. n. d. Franz.),<lb/>
1864.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Hir&#x017F;ch,</hi> <hi rendition="#g">Franz</hi> Wilhelm,</head>
        <p> * am 2.<lb/>
Mai 1844 zu Thorn als der Sohn des<lb/>
Profe&#x017F;&#x017F;ors Wilhelm H., &#x017F;tudierte in<lb/>
Heidelberg, Leipzig, Königsberg und<lb/>
Berlin Ge&#x017F;chichte in der Ab&#x017F;icht, &#x017F;ich<lb/>
für Kulturge&#x017F;chichte des Mittelalters<lb/>
zu habilitieren, betrat jedoch die<lb/>
Schrift&#x017F;tellerlaufbahn, übernahm am<lb/>
1. Juli 1871 in Leipzig die Redaktion<lb/>
des &#x201E;Neuen Blattes&#x201C;, die er viele<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Hir</hi></fw><lb/>
Jahre neben der am 1. Oktober 18<supplied>74</supplied><lb/>
übernommenen Redaktion des &#x201E;S<supplied>a</supplied><lb/>
lon&#x201C; führte, und redigierte &#x017F;eit Ne<supplied>u</supplied><lb/>
jahr 1884 das &#x201E;Magazin für die Lit<supplied>e</supplied><lb/>
ratur des Jn- und Auslandes&#x201C;. J<supplied>m</supplied><lb/>
Oktober 1884 übernahm H. die Lei<supplied>-</supplied><lb/>
tung von &#x201E;Schorers Familienblatt<supplied>&#x201C;</supplied><lb/>
in Berlin und führte &#x017F;ie bis 1892<supplied>;</supplied><lb/>
bald darauf trat er abermals in di<supplied>e</supplied><lb/>
Redaktion des &#x201E;Neuen Blattes&#x201C; ein<supplied>.</supplied><lb/></p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Die Oper und der Literaturgei&#x017F;t<lb/>
1867. &#x2013; Jllu&#x017F;trierte Literaturge&#x017F;chicht<supplied>e</supplied><lb/>
des deut&#x017F;chen Volkes, 1876. &#x2013; De<supplied>r</supplied><lb/>
verlorne Sohn (Sch&#x017F;p.), 1878. &#x2013; Änn<supplied>li</supplied><lb/>
chen von Tharau (Lied a. alter Zeit)<lb/>
1882. 13. A. 1908. &#x2013; Ge&#x017F;chichte der<lb/>
deut&#x017F;chen Literatur, 1883. &#x2013; Vagan-<lb/>
ten&#x017F;ang und Schwerterklang (Lr. aus<lb/>
deut&#x017F;cher Vorzeit), 1889.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Hir&#x017F;ch,</hi> Gu&#x017F;tav,</head>
        <p> p&#x017F;eud. <hi rendition="#g">Gu&#x017F;tav<lb/>
Hartwig,</hi> wurde am 15. Juni 1837<lb/>
zu Kreuznach geboren, be&#x017F;uchte da-<lb/>
&#x017F;elb&#x017F;t das Gymna&#x017F;ium u. widmete &#x017F;ich<lb/>
&#x017F;päter dem Kaufsmanns&#x017F;tande. Jn<lb/>
die&#x017F;er Stellung kam er wiederholt<lb/>
nach England. Die &#x201E;Deut&#x017F;che Ge&#x017F;ell-<lb/>
&#x017F;chaft für Kun&#x017F;t und Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft in<lb/>
London&#x201C; bot ihm vielfach Gelegen-<lb/>
heit, &#x017F;eine Gedichte zum Vortrag zu<lb/>
bringen. H. lebte viele Jahre als<lb/>
Kaufmann in Mainz u. &#x017F;tarb zu Kon-<lb/>
&#x017F;tanz am 20. Septbr. 1901. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Er-<lb/>
lebtes &#x2014; Erdachtes (Ge.), 1877. &#x2013;<lb/>
Balladen und andere Gedichte, 1897.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Hir&#x017F;ch,</hi> Helene,</head>
        <p> geb. am 27. Novbr.<lb/>
1863 in Nemo&#x017F;chitz b. Pardubitz (Böh-<lb/>
men) als die Tochter des Rittmei&#x017F;ters<lb/>
Jgnaz H., be&#x017F;uchte die Bürger&#x017F;chule<lb/>
in Znaim und die Lehrerinnenbil-<lb/>
dungsan&#x017F;talt in Brünn u. i&#x017F;t in die&#x017F;er<lb/>
Stadt &#x017F;eit 1883 als Lehrerin tätig.<lb/>
Mit 17 Jahren begann &#x017F;ie ihre &#x017F;chrift-<lb/>
&#x017F;telleri&#x017F;che Tätigkeit als Verfa&#x017F;&#x017F;erin<lb/>
von Novellen und Skizzen für ö&#x017F;ter-<lb/>
reichi&#x017F;che Zeitungen; dann trat eine<lb/>
18 jährige Pau&#x017F;e ein, und in neue&#x017F;ter<lb/>
Zeit hat &#x017F;ie, nachdem ihr er&#x017F;tes Schau-<lb/>
&#x017F;piel 1901 mit dem vom Verlage der<lb/>
&#x201E;Bühne und Welt&#x201C; ausge&#x017F;etzten Prei&#x017F;e<lb/>
gekrönt worden war, &#x017F;ich der drama-<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[222/0226] Hir Hir Handlungshauſe Porges in Wien. Als Arzt wandte ſich H. der Homöo- pathie zu, und ſeine in der Armen- praxis erworbenen Verdienſte hatten zur Folge, daß ihm als einem Jſrae- liten ausnahmsweiſe vom Kaiſer das Poſſeſſionsrecht zur Erwerbung eines Beſitzes auf eigenen Namen geſtattet wurde. Nach ſeiner Verheiratung mit einer reichen Dame gab H. 1852 ſeine ärztliche Praxis auf, um ſich äſtheti- ſchen Studien zu widmen. Er verließ Wien und nahm ſeinen Wohnſitz bald in Dresden, bald in Florenz u. Rom, und 1861 für längere Zeit in Paris. Von hier aus ſchrieb er Feuilletons für Wiener Blätter und bearbeitete franzöſiſche Repertoireſtücke für die deutſche Bühne. Auch die „Idées Napoléoniennes“, in welchen der nachmalige Kaiſer Napoleon III. 1839 ſein politiſches Programm niederge- legt hatte, überſetzte H. ins Deutſche. Nach Wien zurückgekehrt, führte er hier ein offenes Haus, in welchem ſich namentlich Gäſte aus Frankreich ein- fanden. Als offizieller Vertreter der „Société des auteurs dramatiques in Paris für Öſterreich-Ungarn und Deutſchland erwarb er ſich um die Förderung der literariſchen Beziehun- gen zwiſchen Frankreich und Deutſch- land weſentliche Verdienſte. Er ſtarb in Wien am 24. Novbr. 1896. S: Der Familien-Diplomat (Schſp.), 1859. – Blanca von Bourbon (Tr.), 1860. – Sand in die Augen (Lſp. n. d. Franz.), 1863. – So paßt’s, oder: Eine Tour a. dem Kontertanz (Lſp. n. d. Franz.), 1864. *Hirſch, Franz Wilhelm, * am 2. Mai 1844 zu Thorn als der Sohn des Profeſſors Wilhelm H., ſtudierte in Heidelberg, Leipzig, Königsberg und Berlin Geſchichte in der Abſicht, ſich für Kulturgeſchichte des Mittelalters zu habilitieren, betrat jedoch die Schriftſtellerlaufbahn, übernahm am 1. Juli 1871 in Leipzig die Redaktion des „Neuen Blattes“, die er viele Jahre neben der am 1. Oktober 1874 übernommenen Redaktion des „Sa lon“ führte, und redigierte ſeit Neu jahr 1884 das „Magazin für die Lite ratur des Jn- und Auslandes“. Jm Oktober 1884 übernahm H. die Lei- tung von „Schorers Familienblatt“ in Berlin und führte ſie bis 1892; bald darauf trat er abermals in die Redaktion des „Neuen Blattes“ ein. S: Die Oper und der Literaturgeiſt 1867. – Jlluſtrierte Literaturgeſchichte des deutſchen Volkes, 1876. – Der verlorne Sohn (Schſp.), 1878. – Ännli chen von Tharau (Lied a. alter Zeit) 1882. 13. A. 1908. – Geſchichte der deutſchen Literatur, 1883. – Vagan- tenſang und Schwerterklang (Lr. aus deutſcher Vorzeit), 1889. *Hirſch, Guſtav, pſeud. Guſtav Hartwig, wurde am 15. Juni 1837 zu Kreuznach geboren, beſuchte da- ſelbſt das Gymnaſium u. widmete ſich ſpäter dem Kaufsmannsſtande. Jn dieſer Stellung kam er wiederholt nach England. Die „Deutſche Geſell- ſchaft für Kunſt und Wiſſenſchaft in London“ bot ihm vielfach Gelegen- heit, ſeine Gedichte zum Vortrag zu bringen. H. lebte viele Jahre als Kaufmann in Mainz u. ſtarb zu Kon- ſtanz am 20. Septbr. 1901. S: Er- lebtes — Erdachtes (Ge.), 1877. – Balladen und andere Gedichte, 1897. Hirſch, Helene, geb. am 27. Novbr. 1863 in Nemoſchitz b. Pardubitz (Böh- men) als die Tochter des Rittmeiſters Jgnaz H., beſuchte die Bürgerſchule in Znaim und die Lehrerinnenbil- dungsanſtalt in Brünn u. iſt in dieſer Stadt ſeit 1883 als Lehrerin tätig. Mit 17 Jahren begann ſie ihre ſchrift- ſtelleriſche Tätigkeit als Verfaſſerin von Novellen und Skizzen für öſter- reichiſche Zeitungen; dann trat eine 18 jährige Pauſe ein, und in neueſter Zeit hat ſie, nachdem ihr erſtes Schau- ſpiel 1901 mit dem vom Verlage der „Bühne und Welt“ ausgeſetzten Preiſe gekrönt worden war, ſich der drama- *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/226
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 222. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/226>, abgerufen am 18.03.2019.