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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hof
wurde er 1873 als Professor am nie-
derösterreichischen Landeslehrersemi-
nar in Wiener-Neustadt angestellt,
und nach 20 jähriger Wirksamkeit an
demselben trat er als Professor an
die Landesoberrealschule und Maschi-
nenbauschule daselbst über. Jm J.
1902 schied er mit Pension aus dieser
Stellung u. verzog später nach Baden
bei Wien.

S:

Touristische Humores-
ken, 1886. - Weihnachtslieder aus
Niederösterreich, 1890. - Weihnachts-
spiele aus Niederösterreich, 1892.

Hofer, Fridolin,

geb. am 26. Okt.
1861 in Meggen (Kanton Luzern),
lebt (1903) als Privatier in Eschen-
bach bei Luzern.

S:

Stimmen aus
der Stille (Ge.), 1907.

Hofer, Hans,

geb. am 18. August
1810 zu Oensbach, Amt Achern, in
Baden, besuchte das Gymnasium in
Offenburg i. B. u. studierte alsdann
in Freiburg u. Heidelberg die Rechte,
beteiligte sich auch lebhaft an den Be-
strebungen der Burschenschaft. Nach
bestandenem Examen trat er in den
Staatsdienst, den er aber 1842 ver-
ließ, um sich in Lahr (Baden) als
Advokat niederzulassen. Jm Jahre
1848 siedelte er nach Offenbach über,
beteiligte sich hier als Zivilkommissär
der republikanischen Regierung an
der badischen Erhebung und mußte
1849 in die Schweiz flüchten. Nach
zwei Jahren begab er sich nach Ame-
rika, wo er in Neuyork und zuletzt in
Hoboken lebte, bis er im Frühjahr
1862 von der allgemeinen Amnestie
Gebrauch machte und nach Offenburg
zurückkehrte, wo er seine Tätigkeit
als Anwalt wieder aufnahm. Er starb
daselbst am 2. August 1880.

S:

Ge-
dichte und Lieder eines Achtundvier-
zigers, 1880.

Hofer-Sternischa, Franz,

geb.
am 8. Juli 1876 in Wien, bildete sich
in der dortigen k. k. Lehrerbildungs-
anstalt zum Lehrer aus, ging aber
bald zur Journalistik über und war
in diesem Berufe in München, Preß-
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Hoe
burg und Wien tätig. Hier wandte
er sich dann der Bühne zu und be-
suchte auf Tourneen Deutschland, die
Schweiz, Jtalien, Rußland und den
Orient. Nach seiner Verheiratung
wurde er wieder Journalist und ist
jetzt (1909) Schriftleiter der "Jglauer
Volkszeitung" in Jglau (Mähren).

S:

Wetterleuchten (Volksst.), 1907
(von der Zensur zur Aufführung in
Österreich verboten). - Durch Kaisers
Huld (Volksst., mit Bernhard Kohn-
stein), 1908. - 's Glückskind (Volks-
stück mit Ges.), 1909.

Hoefer, Edmund,

wurde am 15.
Oktbr. 1819 zu Greifswald in Pom-
mern geboren, wo sein Vater viele
Jahre hindurch das Amt des Stadt-
gerichtsdirektors bekleidete. Neben
seiner Fachwissenschaft betrieb dieser
mit Eifer Geschichte und Philologie,
war ein großer Naturfreund u. lei-
denschaftlicher Sammler von Kurio-
sitäten und war bestrebt, auch seine
Kinder in das volle Verständnis des
Lebens der Natur einzuführen. Der
Sohn hat ihn später in der Person
des alten Friedensherren Michael
Wohlgemut in seinem Roman "Ein
Findling" verherrlicht. Nachdem Ed-
mund 1839 das Gymnasium seiner
Vaterstadt absolviert hatte, studierte
er zuerst in Greifswald, dann in Hei-
delberg und Berlin Geschichte und
Philologie, u. diente, in die Heimat
zurückgekehrt, 1842 sein Jahr bei dem
dort garnisonierenden Jäger-Ba-
taillon ab. Zu einer Anstellung im
Staatsdienste führten H. s Studien
nicht, da einerseits die zunehmende
Kränklichkeit des Vaters es nötig
machte, daß einer von den Seinen
unausgesetzt in dessen Nähe weilte,
u. da anderseits sich H. s ganze Natur
gegen die damals in Preußen herr-
schenden Verhältnisse und die durch
diese bedingte Abhängigkeit jedes An-
gestellten auflehnte. Er widmete sich
daher in aller Stille literarischer Tä-
tigkeit, indem er seit 1844 in dem

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Hof
wurde er 1873 als Profeſſor am nie-
deröſterreichiſchen Landeslehrerſemi-
nar in Wiener-Neuſtadt angeſtellt,
und nach 20 jähriger Wirkſamkeit an
demſelben trat er als Profeſſor an
die Landesoberrealſchule und Maſchi-
nenbauſchule daſelbſt über. Jm J.
1902 ſchied er mit Penſion aus dieſer
Stellung u. verzog ſpäter nach Baden
bei Wien.

S:

Touriſtiſche Humores-
ken, 1886. – Weihnachtslieder aus
Niederöſterreich, 1890. – Weihnachts-
ſpiele aus Niederöſterreich, 1892.

Hofer, Fridolin,

geb. am 26. Okt.
1861 in Meggen (Kanton Luzern),
lebt (1903) als Privatier in Eſchen-
bach bei Luzern.

S:

Stimmen aus
der Stille (Ge.), 1907.

Hofer, Hans,

geb. am 18. Auguſt
1810 zu Oensbach, Amt Achern, in
Baden, beſuchte das Gymnaſium in
Offenburg i. B. u. ſtudierte alsdann
in Freiburg u. Heidelberg die Rechte,
beteiligte ſich auch lebhaft an den Be-
ſtrebungen der Burſchenſchaft. Nach
beſtandenem Examen trat er in den
Staatsdienſt, den er aber 1842 ver-
ließ, um ſich in Lahr (Baden) als
Advokat niederzulaſſen. Jm Jahre
1848 ſiedelte er nach Offenbach über,
beteiligte ſich hier als Zivilkommiſſär
der republikaniſchen Regierung an
der badiſchen Erhebung und mußte
1849 in die Schweiz flüchten. Nach
zwei Jahren begab er ſich nach Ame-
rika, wo er in Neuyork und zuletzt in
Hoboken lebte, bis er im Frühjahr
1862 von der allgemeinen Amneſtie
Gebrauch machte und nach Offenburg
zurückkehrte, wo er ſeine Tätigkeit
als Anwalt wieder aufnahm. Er ſtarb
daſelbſt am 2. Auguſt 1880.

S:

Ge-
dichte und Lieder eines Achtundvier-
zigers, 1880.

Hofer-Sterniſcha, Franz,

geb.
am 8. Juli 1876 in Wien, bildete ſich
in der dortigen k. k. Lehrerbildungs-
anſtalt zum Lehrer aus, ging aber
bald zur Journaliſtik über und war
in dieſem Berufe in München, Preß-
[Spaltenumbruch]

Hoe
burg und Wien tätig. Hier wandte
er ſich dann der Bühne zu und be-
ſuchte auf Tourneen Deutſchland, die
Schweiz, Jtalien, Rußland und den
Orient. Nach ſeiner Verheiratung
wurde er wieder Journaliſt und iſt
jetzt (1909) Schriftleiter der „Jglauer
Volkszeitung“ in Jglau (Mähren).

S:

Wetterleuchten (Volksſt.), 1907
(von der Zenſur zur Aufführung in
Öſterreich verboten). – Durch Kaiſers
Huld (Volksſt., mit Bernhard Kohn-
ſtein), 1908. – ’s Glückskind (Volks-
ſtück mit Geſ.), 1909.

Hoefer, Edmund,

wurde am 15.
Oktbr. 1819 zu Greifswald in Pom-
mern geboren, wo ſein Vater viele
Jahre hindurch das Amt des Stadt-
gerichtsdirektors bekleidete. Neben
ſeiner Fachwiſſenſchaft betrieb dieſer
mit Eifer Geſchichte und Philologie,
war ein großer Naturfreund u. lei-
denſchaftlicher Sammler von Kurio-
ſitäten und war beſtrebt, auch ſeine
Kinder in das volle Verſtändnis des
Lebens der Natur einzuführen. Der
Sohn hat ihn ſpäter in der Perſon
des alten Friedensherren Michael
Wohlgemut in ſeinem Roman „Ein
Findling“ verherrlicht. Nachdem Ed-
mund 1839 das Gymnaſium ſeiner
Vaterſtadt abſolviert hatte, ſtudierte
er zuerſt in Greifswald, dann in Hei-
delberg und Berlin Geſchichte und
Philologie, u. diente, in die Heimat
zurückgekehrt, 1842 ſein Jahr bei dem
dort garniſonierenden Jäger-Ba-
taillon ab. Zu einer Anſtellung im
Staatsdienſte führten H. s Studien
nicht, da einerſeits die zunehmende
Kränklichkeit des Vaters es nötig
machte, daß einer von den Seinen
unausgeſetzt in deſſen Nähe weilte,
u. da anderſeits ſich H. s ganze Natur
gegen die damals in Preußen herr-
ſchenden Verhältniſſe und die durch
dieſe bedingte Abhängigkeit jedes An-
geſtellten auflehnte. Er widmete ſich
daher in aller Stille literariſcher Tä-
tigkeit, indem er ſeit 1844 in dem

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[242/0246] Hof Hoe wurde er 1873 als Profeſſor am nie- deröſterreichiſchen Landeslehrerſemi- nar in Wiener-Neuſtadt angeſtellt, und nach 20 jähriger Wirkſamkeit an demſelben trat er als Profeſſor an die Landesoberrealſchule und Maſchi- nenbauſchule daſelbſt über. Jm J. 1902 ſchied er mit Penſion aus dieſer Stellung u. verzog ſpäter nach Baden bei Wien. S: Touriſtiſche Humores- ken, 1886. – Weihnachtslieder aus Niederöſterreich, 1890. – Weihnachts- ſpiele aus Niederöſterreich, 1892. Hofer, Fridolin, geb. am 26. Okt. 1861 in Meggen (Kanton Luzern), lebt (1903) als Privatier in Eſchen- bach bei Luzern. S: Stimmen aus der Stille (Ge.), 1907. Hofer, Hans, geb. am 18. Auguſt 1810 zu Oensbach, Amt Achern, in Baden, beſuchte das Gymnaſium in Offenburg i. B. u. ſtudierte alsdann in Freiburg u. Heidelberg die Rechte, beteiligte ſich auch lebhaft an den Be- ſtrebungen der Burſchenſchaft. Nach beſtandenem Examen trat er in den Staatsdienſt, den er aber 1842 ver- ließ, um ſich in Lahr (Baden) als Advokat niederzulaſſen. Jm Jahre 1848 ſiedelte er nach Offenbach über, beteiligte ſich hier als Zivilkommiſſär der republikaniſchen Regierung an der badiſchen Erhebung und mußte 1849 in die Schweiz flüchten. Nach zwei Jahren begab er ſich nach Ame- rika, wo er in Neuyork und zuletzt in Hoboken lebte, bis er im Frühjahr 1862 von der allgemeinen Amneſtie Gebrauch machte und nach Offenburg zurückkehrte, wo er ſeine Tätigkeit als Anwalt wieder aufnahm. Er ſtarb daſelbſt am 2. Auguſt 1880. S: Ge- dichte und Lieder eines Achtundvier- zigers, 1880. Hofer-Sterniſcha, Franz, geb. am 8. Juli 1876 in Wien, bildete ſich in der dortigen k. k. Lehrerbildungs- anſtalt zum Lehrer aus, ging aber bald zur Journaliſtik über und war in dieſem Berufe in München, Preß- burg und Wien tätig. Hier wandte er ſich dann der Bühne zu und be- ſuchte auf Tourneen Deutſchland, die Schweiz, Jtalien, Rußland und den Orient. Nach ſeiner Verheiratung wurde er wieder Journaliſt und iſt jetzt (1909) Schriftleiter der „Jglauer Volkszeitung“ in Jglau (Mähren). S: Wetterleuchten (Volksſt.), 1907 (von der Zenſur zur Aufführung in Öſterreich verboten). – Durch Kaiſers Huld (Volksſt., mit Bernhard Kohn- ſtein), 1908. – ’s Glückskind (Volks- ſtück mit Geſ.), 1909. Hoefer, Edmund, wurde am 15. Oktbr. 1819 zu Greifswald in Pom- mern geboren, wo ſein Vater viele Jahre hindurch das Amt des Stadt- gerichtsdirektors bekleidete. Neben ſeiner Fachwiſſenſchaft betrieb dieſer mit Eifer Geſchichte und Philologie, war ein großer Naturfreund u. lei- denſchaftlicher Sammler von Kurio- ſitäten und war beſtrebt, auch ſeine Kinder in das volle Verſtändnis des Lebens der Natur einzuführen. Der Sohn hat ihn ſpäter in der Perſon des alten Friedensherren Michael Wohlgemut in ſeinem Roman „Ein Findling“ verherrlicht. Nachdem Ed- mund 1839 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt abſolviert hatte, ſtudierte er zuerſt in Greifswald, dann in Hei- delberg und Berlin Geſchichte und Philologie, u. diente, in die Heimat zurückgekehrt, 1842 ſein Jahr bei dem dort garniſonierenden Jäger-Ba- taillon ab. Zu einer Anſtellung im Staatsdienſte führten H. s Studien nicht, da einerſeits die zunehmende Kränklichkeit des Vaters es nötig machte, daß einer von den Seinen unausgeſetzt in deſſen Nähe weilte, u. da anderſeits ſich H. s ganze Natur gegen die damals in Preußen herr- ſchenden Verhältniſſe und die durch dieſe bedingte Abhängigkeit jedes An- geſtellten auflehnte. Er widmete ſich daher in aller Stille literariſcher Tä- tigkeit, indem er ſeit 1844 in dem *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 242. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/246>, abgerufen am 20.03.2019.