Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch]
Hof
*Hofsinger, Josepha Edle v.,

Toch-
ter eines österreichisch. Regierungs-
rats, wurde am 8. Novbr. 1820 zu
Wien geboren und erwarb sich unter
mancherlei Hindernissen, die ihr be-
sonders von einer übrigens wohlge-
sinnten Stiefmutter bereitet wurden,
eine für ihr Alter u. Geschlecht aus-
gezeichnete Bildung. Da sie ihr Le-
ben dem Unterrichte u. der weiblichen
Erziehung zu widmen beschlossen
hatte, so trat sie 1848 als Lehrerin
in ein Wiener Pensionat ein und
wirkte an demselben 10 Jahre lang,
bis zunehmende Kränklichkeit sie
zwang, sich ins Privatleben zurück-
zuziehen. Jhr ganzes Leben war ein
Vorwärtsstreben ihres Geistes nach
weitester Ausbildung, und stand sie
mit den bedeutendsten Männern ihrer
Zeit in lebhaftem geistigen Verkehr.
Jhr Hauptwerk, die Frucht zwanzig-
jähriger Studien, ist ihre Übersetzung
der Göttlichen Komödie von Dante
in der sogenannten Schlegelschen
Terzine. Sie starb am 25. Septbr.
1868 im Schlosse Altmannsdorf in
Niederösterreich.

S:

Dantes Gött-
liche Komödie; übers.; III, 1865. -
Kronen aus Jtaliens Dichterwalde
(Übersetzungen und eigene Dn.), 1868.
- Licht- und Tonwellen (Aufsätze u.
Ge.); hrsg. von ihrem Bruder, 1870.
2. A. 1871.

*Hoffmann, Adalbert,

geb. am 19.
März 1859 in Striegau (Schlesien)
als Sohn eines Buchhändlers, be-
suchte das Gymnasium der Waisen-
und Schulanstalt in Bunzlau u. das-
jenige in Schweidnitz und studierte
darauf in Breslau, Heidelberg und
Leipzig die Rechte. Seit 1882 als Ge-
richtsbeamter hauptsächlich in Strie-
gau, Schweidnitz und Oppeln tätig,
wurde er 1902 nach Breslau versetzt,
wo er noch jetzt als Landgerichtsrat
wirkt. Der Umstand, daß der geniale
Lyriker Joh. Chr. Günther gleich-
falls aus Striegau stammte und das
Schweidnitzer Gymnasium besucht
[Spaltenumbruch]

Hof
hatte, regte H. zu gründlichen Stu-
dien über den maßlos falsch beurteil-
ten Lebensgang dieses Dichters an,
und er bot in seinen Schriften "Chri-
stian Günthers Schulzeit und Liebes-
frühling" (1908) und "Joh. Chr.
Günthers Leben auf Grund seines
handschriftlichen Nachlasses" (mit
Dr. Alfons Heyer hersg. 1909) die
Grundlage zu einem besseren Ver-
ständnis des Lebens und namentlich
auch der Dichtungen dieses arg ver-
leumdeten, genialen Vorläufers Goe-
thes. Für seine, besonders die Sach-
senschlacht bei Striegau völlig auf-
klärenden Studien über die Schlacht
bei Hohenfriedberg u. für seine Ver-
dienste um das am 4. Juni 1910 ent-
hüllte Denkmal für die österr. und
sächsischen Gefallenen daselbst wurde
er von der sächsischen Regierung aus-
gezeichnet.

S:

Der Tag von Hohen-
friedberg und Striegau, 1895. 2. A.
1902. - Helden von Hohenfriedberg
(Lsp.), 1895. 2. A. 1898. - Was er-
rungen die Alten, wir wollen's er-
halten (Festsp.), 1895. - Deutsche
Dichter im schlesischen Gebirge (Neues
a. d. Leben von Goethe, Günther u.
Körner), 1897. - Goethe in Breslau
und Oberschlesien und seine Werbung
um Henriette von Lüttwitz, 1898. -
Schlesiens Geschichte und geschichtliche
Sage im Liede, 1897. - Karl v. Hol-
teis und E. Th. A. Hoffmanns Berg-
reise, 1898. - Joh. Chr. Günther.
Auswahl seiner Gedichte in zeitlicher
Folge (mit Dr. B. Maydorn hrsg.),
1910.

*Hoffmann, Agnes,

wurde am 5.
März 1860 zu Krotoschin (Provinz
Posen) als die Tochter eines Ober-
sten geboren und verlebte hier und
in Ostrowo, wohin ihr Vater 1868
versetzt ward, glückliche Jahre der
Kindheit. Aber schon 1870 starb der
Vater, und nun zog die Mutter mit
ihren Kindern im Herbst 1871 nach
Potsdam, wo Agnes sich auf den Be-
ruf einer Lehrerin vorbereitete. Jm

*

[Spaltenumbruch]
Hof
*Hofſinger, Joſepha Edle v.,

Toch-
ter eines öſterreichiſch. Regierungs-
rats, wurde am 8. Novbr. 1820 zu
Wien geboren und erwarb ſich unter
mancherlei Hinderniſſen, die ihr be-
ſonders von einer übrigens wohlge-
ſinnten Stiefmutter bereitet wurden,
eine für ihr Alter u. Geſchlecht aus-
gezeichnete Bildung. Da ſie ihr Le-
ben dem Unterrichte u. der weiblichen
Erziehung zu widmen beſchloſſen
hatte, ſo trat ſie 1848 als Lehrerin
in ein Wiener Penſionat ein und
wirkte an demſelben 10 Jahre lang,
bis zunehmende Kränklichkeit ſie
zwang, ſich ins Privatleben zurück-
zuziehen. Jhr ganzes Leben war ein
Vorwärtsſtreben ihres Geiſtes nach
weiteſter Ausbildung, und ſtand ſie
mit den bedeutendſten Männern ihrer
Zeit in lebhaftem geiſtigen Verkehr.
Jhr Hauptwerk, die Frucht zwanzig-
jähriger Studien, iſt ihre Überſetzung
der Göttlichen Komödie von Dante
in der ſogenannten Schlegelſchen
Terzine. Sie ſtarb am 25. Septbr.
1868 im Schloſſe Altmannsdorf in
Niederöſterreich.

S:

Dantes Gött-
liche Komödie; überſ.; III, 1865. –
Kronen aus Jtaliens Dichterwalde
(Überſetzungen und eigene Dn.), 1868.
– Licht- und Tonwellen (Aufſätze u.
Ge.); hrsg. von ihrem Bruder, 1870.
2. A. 1871.

*Hoffmann, Adalbert,

geb. am 19.
März 1859 in Striegau (Schleſien)
als Sohn eines Buchhändlers, be-
ſuchte das Gymnaſium der Waiſen-
und Schulanſtalt in Bunzlau u. das-
jenige in Schweidnitz und ſtudierte
darauf in Breslau, Heidelberg und
Leipzig die Rechte. Seit 1882 als Ge-
richtsbeamter hauptſächlich in Strie-
gau, Schweidnitz und Oppeln tätig,
wurde er 1902 nach Breslau verſetzt,
wo er noch jetzt als Landgerichtsrat
wirkt. Der Umſtand, daß der geniale
Lyriker Joh. Chr. Günther gleich-
falls aus Striegau ſtammte und das
Schweidnitzer Gymnaſium beſucht
[Spaltenumbruch]

Hof
hatte, regte H. zu gründlichen Stu-
dien über den maßlos falſch beurteil-
ten Lebensgang dieſes Dichters an,
und er bot in ſeinen Schriften „Chri-
ſtian Günthers Schulzeit und Liebes-
frühling“ (1908) und „Joh. Chr.
Günthers Leben auf Grund ſeines
handſchriftlichen Nachlaſſes“ (mit
Dr. Alfons Heyer hersg. 1909) die
Grundlage zu einem beſſeren Ver-
ſtändnis des Lebens und namentlich
auch der Dichtungen dieſes arg ver-
leumdeten, genialen Vorläufers Goe-
thes. Für ſeine, beſonders die Sach-
ſenſchlacht bei Striegau völlig auf-
klärenden Studien über die Schlacht
bei Hohenfriedberg u. für ſeine Ver-
dienſte um das am 4. Juni 1910 ent-
hüllte Denkmal für die öſterr. und
ſächſiſchen Gefallenen daſelbſt wurde
er von der ſächſiſchen Regierung aus-
gezeichnet.

S:

Der Tag von Hohen-
friedberg und Striegau, 1895. 2. A.
1902. – Helden von Hohenfriedberg
(Lſp.), 1895. 2. A. 1898. – Was er-
rungen die Alten, wir wollen’s er-
halten (Feſtſp.), 1895. – Deutſche
Dichter im ſchleſiſchen Gebirge (Neues
a. d. Leben von Goethe, Günther u.
Körner), 1897. – Goethe in Breslau
und Oberſchleſien und ſeine Werbung
um Henriette von Lüttwitz, 1898. –
Schleſiens Geſchichte und geſchichtliche
Sage im Liede, 1897. – Karl v. Hol-
teis und E. Th. A. Hoffmanns Berg-
reiſe, 1898. – Joh. Chr. Günther.
Auswahl ſeiner Gedichte in zeitlicher
Folge (mit Dr. B. Maydorn hrsg.),
1910.

*Hoffmann, Agnes,

wurde am 5.
März 1860 zu Krotoſchin (Provinz
Poſen) als die Tochter eines Ober-
ſten geboren und verlebte hier und
in Oſtrowo, wohin ihr Vater 1868
verſetzt ward, glückliche Jahre der
Kindheit. Aber ſchon 1870 ſtarb der
Vater, und nun zog die Mutter mit
ihren Kindern im Herbſt 1871 nach
Potsdam, wo Agnes ſich auf den Be-
ruf einer Lehrerin vorbereitete. Jm

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <div type="bibliography" n="2">
          <pb facs="#f0250" n="246"/><lb/>
          <cb/><lb/>
          <fw type="header" place="top"> <hi rendition="#g">Hof</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Hof&#x017F;inger,</hi> Jo&#x017F;epha Edle v.,</head>
        <p> Toch-<lb/>
ter eines ö&#x017F;terreichi&#x017F;ch. Regierungs-<lb/>
rats, wurde am 8. Novbr. 1820 zu<lb/>
Wien geboren und erwarb &#x017F;ich unter<lb/>
mancherlei Hinderni&#x017F;&#x017F;en, die ihr be-<lb/>
&#x017F;onders von einer übrigens wohlge-<lb/>
&#x017F;innten Stiefmutter bereitet wurden,<lb/>
eine für ihr Alter u. Ge&#x017F;chlecht aus-<lb/>
gezeichnete Bildung. Da &#x017F;ie ihr Le-<lb/>
ben dem Unterrichte u. der weiblichen<lb/>
Erziehung zu widmen be&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en<lb/>
hatte, &#x017F;o trat &#x017F;ie 1848 als Lehrerin<lb/>
in ein Wiener Pen&#x017F;ionat ein und<lb/>
wirkte an dem&#x017F;elben 10 Jahre lang,<lb/>
bis zunehmende Kränklichkeit &#x017F;ie<lb/>
zwang, &#x017F;ich ins Privatleben zurück-<lb/>
zuziehen. Jhr ganzes Leben war ein<lb/>
Vorwärts&#x017F;treben ihres Gei&#x017F;tes nach<lb/>
weite&#x017F;ter Ausbildung, und &#x017F;tand &#x017F;ie<lb/>
mit den bedeutend&#x017F;ten Männern ihrer<lb/>
Zeit in lebhaftem gei&#x017F;tigen Verkehr.<lb/>
Jhr Hauptwerk, die Frucht zwanzig-<lb/>
jähriger Studien, i&#x017F;t ihre Über&#x017F;etzung<lb/>
der Göttlichen Komödie von Dante<lb/>
in der &#x017F;ogenannten Schlegel&#x017F;chen<lb/>
Terzine. Sie &#x017F;tarb am 25. Septbr.<lb/>
1868 im Schlo&#x017F;&#x017F;e Altmannsdorf in<lb/>
Niederö&#x017F;terreich. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Dantes Gött-<lb/>
liche Komödie; über&#x017F;.; <hi rendition="#aq">III,</hi> 1865. &#x2013;<lb/>
Kronen aus Jtaliens Dichterwalde<lb/>
(Über&#x017F;etzungen und eigene Dn.), 1868.<lb/>
&#x2013; Licht- und Tonwellen (Auf&#x017F;ätze u.<lb/>
Ge.); hrsg. von ihrem Bruder, 1870.<lb/>
2. A. 1871.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Hoffmann,</hi> Adalbert,</head>
        <p> geb. am 19.<lb/>
März 1859 in Striegau (Schle&#x017F;ien)<lb/>
als Sohn eines Buchhändlers, be-<lb/>
&#x017F;uchte das Gymna&#x017F;ium der Wai&#x017F;en-<lb/>
und Schulan&#x017F;talt in Bunzlau u. das-<lb/>
jenige in Schweidnitz und &#x017F;tudierte<lb/>
darauf in Breslau, Heidelberg und<lb/>
Leipzig die Rechte. Seit 1882 als Ge-<lb/>
richtsbeamter haupt&#x017F;ächlich in Strie-<lb/>
gau, Schweidnitz und Oppeln tätig,<lb/>
wurde er 1902 nach Breslau ver&#x017F;etzt,<lb/>
wo er noch jetzt als Landgerichtsrat<lb/>
wirkt. Der Um&#x017F;tand, daß der geniale<lb/>
Lyriker Joh. Chr. Günther gleich-<lb/>
falls aus Striegau &#x017F;tammte und das<lb/>
Schweidnitzer Gymna&#x017F;ium be&#x017F;ucht<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Hof</hi></fw><lb/>
hatte, regte H. zu gründlichen Stu-<lb/>
dien über den maßlos fal&#x017F;ch beurteil-<lb/>
ten Lebensgang die&#x017F;es Dichters an,<lb/>
und er bot in &#x017F;einen Schriften &#x201E;Chri-<lb/>
&#x017F;tian Günthers Schulzeit und Liebes-<lb/>
frühling&#x201C; (1908) und &#x201E;Joh. Chr.<lb/>
Günthers Leben auf Grund &#x017F;eines<lb/>
hand&#x017F;chriftlichen Nachla&#x017F;&#x017F;es&#x201C; (mit<lb/><hi rendition="#aq">Dr.</hi> Alfons Heyer hersg. 1909) die<lb/>
Grundlage zu einem be&#x017F;&#x017F;eren Ver-<lb/>
&#x017F;tändnis des Lebens und namentlich<lb/>
auch der Dichtungen die&#x017F;es arg ver-<lb/>
leumdeten, genialen Vorläufers Goe-<lb/>
thes. Für &#x017F;eine, be&#x017F;onders die Sach-<lb/>
&#x017F;en&#x017F;chlacht bei Striegau völlig auf-<lb/>
klärenden Studien über die Schlacht<lb/>
bei Hohenfriedberg u. für &#x017F;eine Ver-<lb/>
dien&#x017F;te um das am 4. Juni 1910 ent-<lb/>
hüllte Denkmal für die ö&#x017F;terr. und<lb/>
&#x017F;äch&#x017F;i&#x017F;chen Gefallenen da&#x017F;elb&#x017F;t wurde<lb/>
er von der &#x017F;äch&#x017F;i&#x017F;chen Regierung aus-<lb/>
gezeichnet. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Der Tag von Hohen-<lb/>
friedberg und Striegau, 1895. 2. A.<lb/>
1902. &#x2013; Helden von Hohenfriedberg<lb/>
(L&#x017F;p.), 1895. 2. A. 1898. &#x2013; Was er-<lb/>
rungen die Alten, wir wollen&#x2019;s er-<lb/>
halten (Fe&#x017F;t&#x017F;p.), 1895. &#x2013; Deut&#x017F;che<lb/>
Dichter im &#x017F;chle&#x017F;i&#x017F;chen Gebirge (Neues<lb/>
a. d. Leben von Goethe, Günther u.<lb/>
Körner), 1897. &#x2013; Goethe in Breslau<lb/>
und Ober&#x017F;chle&#x017F;ien und &#x017F;eine Werbung<lb/>
um Henriette von Lüttwitz, 1898. &#x2013;<lb/>
Schle&#x017F;iens Ge&#x017F;chichte und ge&#x017F;chichtliche<lb/>
Sage im Liede, 1897. &#x2013; Karl v. Hol-<lb/>
teis und E. Th. A. Hoffmanns Berg-<lb/>
rei&#x017F;e, 1898. &#x2013; Joh. Chr. Günther.<lb/>
Auswahl &#x017F;einer Gedichte in zeitlicher<lb/>
Folge (mit <hi rendition="#aq">Dr.</hi> B. Maydorn hrsg.),<lb/>
1910.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Hoffmann,</hi> Agnes,</head>
        <p> wurde am 5.<lb/>
März 1860 zu Kroto&#x017F;chin (Provinz<lb/>
Po&#x017F;en) als die Tochter eines Ober-<lb/>
&#x017F;ten geboren und verlebte hier und<lb/>
in O&#x017F;trowo, wohin ihr Vater 1868<lb/>
ver&#x017F;etzt ward, glückliche Jahre der<lb/>
Kindheit. Aber &#x017F;chon 1870 &#x017F;tarb der<lb/>
Vater, und nun zog die Mutter mit<lb/>
ihren Kindern im Herb&#x017F;t 1871 nach<lb/>
Potsdam, wo Agnes &#x017F;ich auf den Be-<lb/>
ruf einer Lehrerin vorbereitete. Jm<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[246/0250] Hof Hof *Hofſinger, Joſepha Edle v., Toch- ter eines öſterreichiſch. Regierungs- rats, wurde am 8. Novbr. 1820 zu Wien geboren und erwarb ſich unter mancherlei Hinderniſſen, die ihr be- ſonders von einer übrigens wohlge- ſinnten Stiefmutter bereitet wurden, eine für ihr Alter u. Geſchlecht aus- gezeichnete Bildung. Da ſie ihr Le- ben dem Unterrichte u. der weiblichen Erziehung zu widmen beſchloſſen hatte, ſo trat ſie 1848 als Lehrerin in ein Wiener Penſionat ein und wirkte an demſelben 10 Jahre lang, bis zunehmende Kränklichkeit ſie zwang, ſich ins Privatleben zurück- zuziehen. Jhr ganzes Leben war ein Vorwärtsſtreben ihres Geiſtes nach weiteſter Ausbildung, und ſtand ſie mit den bedeutendſten Männern ihrer Zeit in lebhaftem geiſtigen Verkehr. Jhr Hauptwerk, die Frucht zwanzig- jähriger Studien, iſt ihre Überſetzung der Göttlichen Komödie von Dante in der ſogenannten Schlegelſchen Terzine. Sie ſtarb am 25. Septbr. 1868 im Schloſſe Altmannsdorf in Niederöſterreich. S: Dantes Gött- liche Komödie; überſ.; III, 1865. – Kronen aus Jtaliens Dichterwalde (Überſetzungen und eigene Dn.), 1868. – Licht- und Tonwellen (Aufſätze u. Ge.); hrsg. von ihrem Bruder, 1870. 2. A. 1871. *Hoffmann, Adalbert, geb. am 19. März 1859 in Striegau (Schleſien) als Sohn eines Buchhändlers, be- ſuchte das Gymnaſium der Waiſen- und Schulanſtalt in Bunzlau u. das- jenige in Schweidnitz und ſtudierte darauf in Breslau, Heidelberg und Leipzig die Rechte. Seit 1882 als Ge- richtsbeamter hauptſächlich in Strie- gau, Schweidnitz und Oppeln tätig, wurde er 1902 nach Breslau verſetzt, wo er noch jetzt als Landgerichtsrat wirkt. Der Umſtand, daß der geniale Lyriker Joh. Chr. Günther gleich- falls aus Striegau ſtammte und das Schweidnitzer Gymnaſium beſucht hatte, regte H. zu gründlichen Stu- dien über den maßlos falſch beurteil- ten Lebensgang dieſes Dichters an, und er bot in ſeinen Schriften „Chri- ſtian Günthers Schulzeit und Liebes- frühling“ (1908) und „Joh. Chr. Günthers Leben auf Grund ſeines handſchriftlichen Nachlaſſes“ (mit Dr. Alfons Heyer hersg. 1909) die Grundlage zu einem beſſeren Ver- ſtändnis des Lebens und namentlich auch der Dichtungen dieſes arg ver- leumdeten, genialen Vorläufers Goe- thes. Für ſeine, beſonders die Sach- ſenſchlacht bei Striegau völlig auf- klärenden Studien über die Schlacht bei Hohenfriedberg u. für ſeine Ver- dienſte um das am 4. Juni 1910 ent- hüllte Denkmal für die öſterr. und ſächſiſchen Gefallenen daſelbſt wurde er von der ſächſiſchen Regierung aus- gezeichnet. S: Der Tag von Hohen- friedberg und Striegau, 1895. 2. A. 1902. – Helden von Hohenfriedberg (Lſp.), 1895. 2. A. 1898. – Was er- rungen die Alten, wir wollen’s er- halten (Feſtſp.), 1895. – Deutſche Dichter im ſchleſiſchen Gebirge (Neues a. d. Leben von Goethe, Günther u. Körner), 1897. – Goethe in Breslau und Oberſchleſien und ſeine Werbung um Henriette von Lüttwitz, 1898. – Schleſiens Geſchichte und geſchichtliche Sage im Liede, 1897. – Karl v. Hol- teis und E. Th. A. Hoffmanns Berg- reiſe, 1898. – Joh. Chr. Günther. Auswahl ſeiner Gedichte in zeitlicher Folge (mit Dr. B. Maydorn hrsg.), 1910. *Hoffmann, Agnes, wurde am 5. März 1860 zu Krotoſchin (Provinz Poſen) als die Tochter eines Ober- ſten geboren und verlebte hier und in Oſtrowo, wohin ihr Vater 1868 verſetzt ward, glückliche Jahre der Kindheit. Aber ſchon 1870 ſtarb der Vater, und nun zog die Mutter mit ihren Kindern im Herbſt 1871 nach Potsdam, wo Agnes ſich auf den Be- ruf einer Lehrerin vorbereitete. Jm *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/250
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 246. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/250>, abgerufen am 24.03.2019.