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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hof
*Hoffschild, Wilhelm Franz,

*
am 22. Juni 1869 zu Stettin als der
Sohn des Kaufmanns und späteren
Konsuls Herm. August H., besuchte
das Marienstiftsgymnasium in seiner
Vaterstadt u. widmete sich seit 1886
dem kaufmännischen Berufe. Schon
während der Schulzeit verfaßte er
einige kleine Theaterstücke, die in
Familienkreisen aufgeführt wurden.
Neuerdings ist er mit einer Samm-
lung von Gedichten an die Öffent-
lichkeit getreten, deren ernstes Ge-
präge in der langjährigen Krankheit
der Mutter u. dem frühzeitigen Tode
beider Eltern eine Erklärung findet.
H. lebt seit 1890 in Berlin.

S:

Aus
Dämmerstunden (Ge.), 1894. - Mi-
mosen (Ge.), 1900.

Höfler, Konstantin Ritter von,


wurde am 26. (nicht 27.) März 1811
zu Memmingen in Bayern geboren,
besuchte die Gymnasien zu München
und Landshut, studierte seit 1828 in
München und Göttingen Geschichte,
unternahm dann mehrere Studien-
reisen, besonders nach Jtalien, und
trat nach seiner Rückkehr in die Re-
daktion der "Münchener offiziellen
politischen Zeitung" ein. Jm Jahre
1838 habilitierte er sich als Privat-
dozent für Geschichte in München,
wurde 1839 außerordentl. und 1841
ordentl. Professor u. 1842 Mitglied
der Akademie der Wissenschaften.
Jnfolge der durch die berüchtigte Lola
Montez in Bayern hervorgerufenen
Bewegung erhielt auch H. 1847 ganz
plötzlich vom Ministerium seine Ent-
lassung, doch wurde er bald darauf
als Archivar in Bamberg reaktiviert,
u. nun wandte er sich mit besonderer
Neigung der Erforschung der Hohen-
zollernschen Geschichte zu. Diesem
Forschen verdanken wir unter anderm
die Auffindung der ältesten politischen
Urkunde des Hauses Hohenzollern.
Jm Jahre 1851 erhielt H. einen Ruf
als Professor nach Prag, wo er durch
30 Jahre als Verfechter des Deutsch-
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Hof
tums wirkte und durch Einführung
der vergleichenden historischen Me-
thode eine neue historische Schule
gründete. Der Kaiser erhob ihn 1872
in den Adelstand und berief ihn zu-
gleich auf Lebenszeit in das österrei-
chische Herrenhaus. Nach vollendetem
70. Lebensjahre trat er gemäß dem
in Österreich geltenden Gesetze in den
Ruhestand u. lebte er seitdem, schrift-
stellerisch tätig, in Prag. Hier starb
er am 29. Dezbr. 1897. Außer einer
Reihe von wertvollen historischen
Schriften veröffentlichte er

S:

Karls
des Fünften erste Liebe (Dram. Jd.
mit einem Vorspiel: Margareta von
Österreich), 1888. - Leonore v. Öster-
reich, Königin von Portugal (Dr.),
1888. - Kaiser Karls V. Ende (Dr.),
1889. - Der Anfang vom Ende (der
Karolinger; Dr.), 1889. - Das Ende
(der Karolinger; Tr. mit e. Vorsp.:
Lothars V. v. Frankreich Tod), 1890.
- Die Königsmutter (Dr.), 1891.

*Hofmann, Bernhard,

geb. am
13. Mai 1834 zu Ansbach in Bayern,
verlebte seine Jugendjahre in Bam-
berg und München, kehrte nach dem
Tode seines Vaters 1850 nach Ans-
bach zurück und absolvierte hier im
Herbst 1851 das Gymnasium. Hatte
er sich früher schon in manchem Liede
versucht, so fanden seine poetischen
Bestrebungen in München, wohin er
zum Studium der Jurisprudenz ge-
gangen war, neuen Antrieb u. festen
Halt durch Emanuel Geibel, der da-
mals gerade seine Vorlesungen in
München eröffnete. Seine Warnung,
sich mit der Veröffentlichung poeti-
scher Arbeiten nicht zu beeilen, hat
H. getreulich befolgt. Später (1859
bis 1861) war es H. vergönnt, an
den poetischen Abenden teilzunehmen,
welche unter Paul Heyses Vorsitz die
Münchener Dichtergesellschaft "Kro-
kodile" zu Austausch u. Besprechung
ihrer Erzeugnisse vereinigte, und mit
den einzelnen Teilnehmern dieser Ge-
sellschaft in freundschaftlichen Verkehr

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Hof
*Hoffſchild, Wilhelm Franz,

*
am 22. Juni 1869 zu Stettin als der
Sohn des Kaufmanns und ſpäteren
Konſuls Herm. Auguſt H., beſuchte
das Marienſtiftsgymnaſium in ſeiner
Vaterſtadt u. widmete ſich ſeit 1886
dem kaufmänniſchen Berufe. Schon
während der Schulzeit verfaßte er
einige kleine Theaterſtücke, die in
Familienkreiſen aufgeführt wurden.
Neuerdings iſt er mit einer Samm-
lung von Gedichten an die Öffent-
lichkeit getreten, deren ernſtes Ge-
präge in der langjährigen Krankheit
der Mutter u. dem frühzeitigen Tode
beider Eltern eine Erklärung findet.
H. lebt ſeit 1890 in Berlin.

S:

Aus
Dämmerſtunden (Ge.), 1894. – Mi-
moſen (Ge.), 1900.

Höfler, Konſtantin Ritter von,


wurde am 26. (nicht 27.) März 1811
zu Memmingen in Bayern geboren,
beſuchte die Gymnaſien zu München
und Landshut, ſtudierte ſeit 1828 in
München und Göttingen Geſchichte,
unternahm dann mehrere Studien-
reiſen, beſonders nach Jtalien, und
trat nach ſeiner Rückkehr in die Re-
daktion der „Münchener offiziellen
politiſchen Zeitung“ ein. Jm Jahre
1838 habilitierte er ſich als Privat-
dozent für Geſchichte in München,
wurde 1839 außerordentl. und 1841
ordentl. Profeſſor u. 1842 Mitglied
der Akademie der Wiſſenſchaften.
Jnfolge der durch die berüchtigte Lola
Montez in Bayern hervorgerufenen
Bewegung erhielt auch H. 1847 ganz
plötzlich vom Miniſterium ſeine Ent-
laſſung, doch wurde er bald darauf
als Archivar in Bamberg reaktiviert,
u. nun wandte er ſich mit beſonderer
Neigung der Erforſchung der Hohen-
zollernſchen Geſchichte zu. Dieſem
Forſchen verdanken wir unter anderm
die Auffindung der älteſten politiſchen
Urkunde des Hauſes Hohenzollern.
Jm Jahre 1851 erhielt H. einen Ruf
als Profeſſor nach Prag, wo er durch
30 Jahre als Verfechter des Deutſch-
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Hof
tums wirkte und durch Einführung
der vergleichenden hiſtoriſchen Me-
thode eine neue hiſtoriſche Schule
gründete. Der Kaiſer erhob ihn 1872
in den Adelſtand und berief ihn zu-
gleich auf Lebenszeit in das öſterrei-
chiſche Herrenhaus. Nach vollendetem
70. Lebensjahre trat er gemäß dem
in Öſterreich geltenden Geſetze in den
Ruheſtand u. lebte er ſeitdem, ſchrift-
ſtelleriſch tätig, in Prag. Hier ſtarb
er am 29. Dezbr. 1897. Außer einer
Reihe von wertvollen hiſtoriſchen
Schriften veröffentlichte er

S:

Karls
des Fünften erſte Liebe (Dram. Jd.
mit einem Vorſpiel: Margareta von
Öſterreich), 1888. – Leonore v. Öſter-
reich, Königin von Portugal (Dr.),
1888. – Kaiſer Karls V. Ende (Dr.),
1889. – Der Anfang vom Ende (der
Karolinger; Dr.), 1889. – Das Ende
(der Karolinger; Tr. mit e. Vorſp.:
Lothars V. v. Frankreich Tod), 1890.
– Die Königsmutter (Dr.), 1891.

*Hofmann, Bernhard,

geb. am
13. Mai 1834 zu Ansbach in Bayern,
verlebte ſeine Jugendjahre in Bam-
berg und München, kehrte nach dem
Tode ſeines Vaters 1850 nach Ans-
bach zurück und abſolvierte hier im
Herbſt 1851 das Gymnaſium. Hatte
er ſich früher ſchon in manchem Liede
verſucht, ſo fanden ſeine poetiſchen
Beſtrebungen in München, wohin er
zum Studium der Jurisprudenz ge-
gangen war, neuen Antrieb u. feſten
Halt durch Emanuel Geibel, der da-
mals gerade ſeine Vorleſungen in
München eröffnete. Seine Warnung,
ſich mit der Veröffentlichung poeti-
ſcher Arbeiten nicht zu beeilen, hat
H. getreulich befolgt. Später (1859
bis 1861) war es H. vergönnt, an
den poetiſchen Abenden teilzunehmen,
welche unter Paul Heyſes Vorſitz die
Münchener Dichtergeſellſchaft „Kro-
kodile“ zu Austauſch u. Beſprechung
ihrer Erzeugniſſe vereinigte, und mit
den einzelnen Teilnehmern dieſer Ge-
ſellſchaft in freundſchaftlichen Verkehr

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[259/0263] Hof Hof *Hoffſchild, Wilhelm Franz, * am 22. Juni 1869 zu Stettin als der Sohn des Kaufmanns und ſpäteren Konſuls Herm. Auguſt H., beſuchte das Marienſtiftsgymnaſium in ſeiner Vaterſtadt u. widmete ſich ſeit 1886 dem kaufmänniſchen Berufe. Schon während der Schulzeit verfaßte er einige kleine Theaterſtücke, die in Familienkreiſen aufgeführt wurden. Neuerdings iſt er mit einer Samm- lung von Gedichten an die Öffent- lichkeit getreten, deren ernſtes Ge- präge in der langjährigen Krankheit der Mutter u. dem frühzeitigen Tode beider Eltern eine Erklärung findet. H. lebt ſeit 1890 in Berlin. S: Aus Dämmerſtunden (Ge.), 1894. – Mi- moſen (Ge.), 1900. Höfler, Konſtantin Ritter von, wurde am 26. (nicht 27.) März 1811 zu Memmingen in Bayern geboren, beſuchte die Gymnaſien zu München und Landshut, ſtudierte ſeit 1828 in München und Göttingen Geſchichte, unternahm dann mehrere Studien- reiſen, beſonders nach Jtalien, und trat nach ſeiner Rückkehr in die Re- daktion der „Münchener offiziellen politiſchen Zeitung“ ein. Jm Jahre 1838 habilitierte er ſich als Privat- dozent für Geſchichte in München, wurde 1839 außerordentl. und 1841 ordentl. Profeſſor u. 1842 Mitglied der Akademie der Wiſſenſchaften. Jnfolge der durch die berüchtigte Lola Montez in Bayern hervorgerufenen Bewegung erhielt auch H. 1847 ganz plötzlich vom Miniſterium ſeine Ent- laſſung, doch wurde er bald darauf als Archivar in Bamberg reaktiviert, u. nun wandte er ſich mit beſonderer Neigung der Erforſchung der Hohen- zollernſchen Geſchichte zu. Dieſem Forſchen verdanken wir unter anderm die Auffindung der älteſten politiſchen Urkunde des Hauſes Hohenzollern. Jm Jahre 1851 erhielt H. einen Ruf als Profeſſor nach Prag, wo er durch 30 Jahre als Verfechter des Deutſch- tums wirkte und durch Einführung der vergleichenden hiſtoriſchen Me- thode eine neue hiſtoriſche Schule gründete. Der Kaiſer erhob ihn 1872 in den Adelſtand und berief ihn zu- gleich auf Lebenszeit in das öſterrei- chiſche Herrenhaus. Nach vollendetem 70. Lebensjahre trat er gemäß dem in Öſterreich geltenden Geſetze in den Ruheſtand u. lebte er ſeitdem, ſchrift- ſtelleriſch tätig, in Prag. Hier ſtarb er am 29. Dezbr. 1897. Außer einer Reihe von wertvollen hiſtoriſchen Schriften veröffentlichte er S: Karls des Fünften erſte Liebe (Dram. Jd. mit einem Vorſpiel: Margareta von Öſterreich), 1888. – Leonore v. Öſter- reich, Königin von Portugal (Dr.), 1888. – Kaiſer Karls V. Ende (Dr.), 1889. – Der Anfang vom Ende (der Karolinger; Dr.), 1889. – Das Ende (der Karolinger; Tr. mit e. Vorſp.: Lothars V. v. Frankreich Tod), 1890. – Die Königsmutter (Dr.), 1891. *Hofmann, Bernhard, geb. am 13. Mai 1834 zu Ansbach in Bayern, verlebte ſeine Jugendjahre in Bam- berg und München, kehrte nach dem Tode ſeines Vaters 1850 nach Ans- bach zurück und abſolvierte hier im Herbſt 1851 das Gymnaſium. Hatte er ſich früher ſchon in manchem Liede verſucht, ſo fanden ſeine poetiſchen Beſtrebungen in München, wohin er zum Studium der Jurisprudenz ge- gangen war, neuen Antrieb u. feſten Halt durch Emanuel Geibel, der da- mals gerade ſeine Vorleſungen in München eröffnete. Seine Warnung, ſich mit der Veröffentlichung poeti- ſcher Arbeiten nicht zu beeilen, hat H. getreulich befolgt. Später (1859 bis 1861) war es H. vergönnt, an den poetiſchen Abenden teilzunehmen, welche unter Paul Heyſes Vorſitz die Münchener Dichtergeſellſchaft „Kro- kodile“ zu Austauſch u. Beſprechung ihrer Erzeugniſſe vereinigte, und mit den einzelnen Teilnehmern dieſer Ge- ſellſchaft in freundſchaftlichen Verkehr * 17*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 259. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/263>, abgerufen am 18.03.2019.