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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hoe
wärtig (1910) lebt sie mit einer schwe-
sterlichen Freundin zusammen in Ca-
stagnola bei Lugano.

S:

Wenn
Blüten und Träume zerstoben ...
(Ge.), 1908.

*Hoeft, Bernhard,

wurde am 29.
November 1863 in Filehne (Provinz
Posen) als der Sohn eines geachteten
Schuhmachermeisters geboren. Letz-
terer starb schon 1869 und ließ seine
Witwe mit fünf unerzogenen Kindern
in dürftigen Verhältnissen zurück.
Der Sohn besuchte hier die Volks-
schule und seit 1877, wo die Familie
nach Berlin übersiedelte, noch ein
halbes Jahr eine hiesige Gemeinde-
schule und trat dann als Lehrling in
eine Fabrik ein, um das Steindrucker-
handwerk zu erlernen. Dann wurde
er Reisender in diesem Fache und er-
hielt später eine Stelle als Schreiber
im Rechtsbureau der Ärzte-Vereini-
gung. Jm Jahre 1883 wurde er
Rettungshausgehilfe in der "Erzie-
hungsanstalt im "Grünen Hause" u.
im folgenden Jahre Erziehungsge-
hilfe im Evangel. Johannesstift in
Plötzensee bei Berlin, wo er "Bru-
der" und Leiter einer "Knabenfami-
lie" war. Neben der unterrichtlichen
und praktischen Erziehungstätigkeit
in der Schule und auf dem Felde be-
reitete er sich privatim auf den Leh-
rerberuf vor, bestand das erste Leh-
rerexamen in Köpenick und erhielt
nun die Lehrerstelle in Kietz bei Rhi-
now (Mark). Nachdem er von hier
aus das zweite Examen in Neu-Rup-
pin bestanden, kam er als Lehrer nach
Brandenburg a. Havel und zwei
Jahre später nach Berlin. Die reichen
Hilfsmittel der Hauptstadt eifrig be-
nutzend, gelang es seinem Talent u.
zielbewußten Streben, die Mittel-
schullehrer- und Rektoratsprüfung
zu absolvieren, und 1906 wurde ihm
denn auch die Leitung einer Gemeinde-
schule übertragen. Als Schriftsteller
ist er erst neuerdings aufgetreten,
aber gleich mit einem wohlverdienten
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Hoh
glücklichen Erfolge.

S:

Befreite See-
len (Nn.), 1906. 2. A. 1908. (Jnhalt:
Das wankende Kreuz. - Mabels Reise.
- Die Brüder. - Erinnerung.) - Es
ging ein Säemann (R.), 1906. 7. A.
1907. - Väter und Söhne (R.), 1909.
3. A. 1910.

*Högger, Robert,

wurde am 5.
Febr. 1869 in St. Gallen als Bürger
von Schönholzersweilen (Kt. Thur-
gau) u. als Sohn eines Dekorations-
malers geboren. Als dieser zwei
Jahre später nach Philadelphia in
Nordamerika ging, fiel der Mutter
die Erziehung ihrer beiden Knaben
anheim. Sie eröffnete in Wil (Kant.
St. Gallen) ein Geschäft mit Mode-
waren, u. hier verlebte Robert seine
Kindheit, besuchte hier auch später
die Realschule. Nach beendigter
Schulzeit trat er zu St. Gallen als
Lehrling in ein Stickereigeschäft ein,
um sich zum Musterzeichner auszu-
bilden, und ging nach überstandener
Lehrzeit nach München, wo er bis
zum Januar 1893 teils in fester Stel-
lung, teils selbständig für dortige
u. auswärtige Firmen als Zeichner
tätig war. Dann ging er nach St.
Gallen zurück, wo er mit Ausnahme
des Jahres 1894-95, das er aber-
mals in München verbrachte, nun-
mehr als selbständiger Kunstzeichner
wirkt.

S:

Felsenburg (Schsp.), 1897.
2. A. 1903. - Junges Leben (Ge.),
1895. 2. A. 1900. - Um Gold und
Ehre (Dr.), 1903. - Eine Abrechnung
(Schsp.), 1903.

*Hohenbühel, genannt Heufler
zu Rasen und Perdonegg,
Lud-
wig Freiherr von,

geb. am 26. Aug.
1817 zu Jnnsbruck als der Sohn des
k. k. Kämmerers Joseph David Ritter
v. Heufler, besuchte das Gymnasium
u. Lyzeum in Klagenfurt u. widmete
sich von 1835-37 in Jnnsbruck und
darauf in Wien dem Studium der
Rechte, betrieb aber daneben sehr
emsig die Naturwissenschaften, beson-
ders die Botanik, wofür er schon in

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Hoe
wärtig (1910) lebt ſie mit einer ſchwe-
ſterlichen Freundin zuſammen in Ca-
ſtagnola bei Lugano.

S:

Wenn
Blüten und Träume zerſtoben ...
(Ge.), 1908.

*Hoeft, Bernhard,

wurde am 29.
November 1863 in Filehne (Provinz
Poſen) als der Sohn eines geachteten
Schuhmachermeiſters geboren. Letz-
terer ſtarb ſchon 1869 und ließ ſeine
Witwe mit fünf unerzogenen Kindern
in dürftigen Verhältniſſen zurück.
Der Sohn beſuchte hier die Volks-
ſchule und ſeit 1877, wo die Familie
nach Berlin überſiedelte, noch ein
halbes Jahr eine hieſige Gemeinde-
ſchule und trat dann als Lehrling in
eine Fabrik ein, um das Steindrucker-
handwerk zu erlernen. Dann wurde
er Reiſender in dieſem Fache und er-
hielt ſpäter eine Stelle als Schreiber
im Rechtsbureau der Ärzte-Vereini-
gung. Jm Jahre 1883 wurde er
Rettungshausgehilfe in der „Erzie-
hungsanſtalt im „Grünen Hauſe“ u.
im folgenden Jahre Erziehungsge-
hilfe im Evangel. Johannesſtift in
Plötzenſee bei Berlin, wo er „Bru-
der“ und Leiter einer „Knabenfami-
lie“ war. Neben der unterrichtlichen
und praktiſchen Erziehungstätigkeit
in der Schule und auf dem Felde be-
reitete er ſich privatim auf den Leh-
rerberuf vor, beſtand das erſte Leh-
rerexamen in Köpenick und erhielt
nun die Lehrerſtelle in Kietz bei Rhi-
now (Mark). Nachdem er von hier
aus das zweite Examen in Neu-Rup-
pin beſtanden, kam er als Lehrer nach
Brandenburg a. Havel und zwei
Jahre ſpäter nach Berlin. Die reichen
Hilfsmittel der Hauptſtadt eifrig be-
nutzend, gelang es ſeinem Talent u.
zielbewußten Streben, die Mittel-
ſchullehrer- und Rektoratsprüfung
zu abſolvieren, und 1906 wurde ihm
denn auch die Leitung einer Gemeinde-
ſchule übertragen. Als Schriftſteller
iſt er erſt neuerdings aufgetreten,
aber gleich mit einem wohlverdienten
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Hoh
glücklichen Erfolge.

S:

Befreite See-
len (Nn.), 1906. 2. A. 1908. (Jnhalt:
Das wankende Kreuz. – Mabels Reiſe.
– Die Brüder. – Erinnerung.) – Es
ging ein Säemann (R.), 1906. 7. A.
1907. – Väter und Söhne (R.), 1909.
3. A. 1910.

*Högger, Robert,

wurde am 5.
Febr. 1869 in St. Gallen als Bürger
von Schönholzersweilen (Kt. Thur-
gau) u. als Sohn eines Dekorations-
malers geboren. Als dieſer zwei
Jahre ſpäter nach Philadelphia in
Nordamerika ging, fiel der Mutter
die Erziehung ihrer beiden Knaben
anheim. Sie eröffnete in Wil (Kant.
St. Gallen) ein Geſchäft mit Mode-
waren, u. hier verlebte Robert ſeine
Kindheit, beſuchte hier auch ſpäter
die Realſchule. Nach beendigter
Schulzeit trat er zu St. Gallen als
Lehrling in ein Stickereigeſchäft ein,
um ſich zum Muſterzeichner auszu-
bilden, und ging nach überſtandener
Lehrzeit nach München, wo er bis
zum Januar 1893 teils in feſter Stel-
lung, teils ſelbſtändig für dortige
u. auswärtige Firmen als Zeichner
tätig war. Dann ging er nach St.
Gallen zurück, wo er mit Ausnahme
des Jahres 1894–95, das er aber-
mals in München verbrachte, nun-
mehr als ſelbſtändiger Kunſtzeichner
wirkt.

S:

Felſenburg (Schſp.), 1897.
2. A. 1903. – Junges Leben (Ge.),
1895. 2. A. 1900. – Um Gold und
Ehre (Dr.), 1903. – Eine Abrechnung
(Schſp.), 1903.

*Hohenbühel, genannt Heufler
zu Raſen und Perdonegg,
Lud-
wig Freiherr von,

geb. am 26. Aug.
1817 zu Jnnsbruck als der Sohn des
k. k. Kämmerers Joſeph David Ritter
v. Heufler, beſuchte das Gymnaſium
u. Lyzeum in Klagenfurt u. widmete
ſich von 1835–37 in Jnnsbruck und
darauf in Wien dem Studium der
Rechte, betrieb aber daneben ſehr
emſig die Naturwiſſenſchaften, beſon-
ders die Botanik, wofür er ſchon in

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[265/0269] Hoe Hoh wärtig (1910) lebt ſie mit einer ſchwe- ſterlichen Freundin zuſammen in Ca- ſtagnola bei Lugano. S: Wenn Blüten und Träume zerſtoben ... (Ge.), 1908. *Hoeft, Bernhard, wurde am 29. November 1863 in Filehne (Provinz Poſen) als der Sohn eines geachteten Schuhmachermeiſters geboren. Letz- terer ſtarb ſchon 1869 und ließ ſeine Witwe mit fünf unerzogenen Kindern in dürftigen Verhältniſſen zurück. Der Sohn beſuchte hier die Volks- ſchule und ſeit 1877, wo die Familie nach Berlin überſiedelte, noch ein halbes Jahr eine hieſige Gemeinde- ſchule und trat dann als Lehrling in eine Fabrik ein, um das Steindrucker- handwerk zu erlernen. Dann wurde er Reiſender in dieſem Fache und er- hielt ſpäter eine Stelle als Schreiber im Rechtsbureau der Ärzte-Vereini- gung. Jm Jahre 1883 wurde er Rettungshausgehilfe in der „Erzie- hungsanſtalt im „Grünen Hauſe“ u. im folgenden Jahre Erziehungsge- hilfe im Evangel. Johannesſtift in Plötzenſee bei Berlin, wo er „Bru- der“ und Leiter einer „Knabenfami- lie“ war. Neben der unterrichtlichen und praktiſchen Erziehungstätigkeit in der Schule und auf dem Felde be- reitete er ſich privatim auf den Leh- rerberuf vor, beſtand das erſte Leh- rerexamen in Köpenick und erhielt nun die Lehrerſtelle in Kietz bei Rhi- now (Mark). Nachdem er von hier aus das zweite Examen in Neu-Rup- pin beſtanden, kam er als Lehrer nach Brandenburg a. Havel und zwei Jahre ſpäter nach Berlin. Die reichen Hilfsmittel der Hauptſtadt eifrig be- nutzend, gelang es ſeinem Talent u. zielbewußten Streben, die Mittel- ſchullehrer- und Rektoratsprüfung zu abſolvieren, und 1906 wurde ihm denn auch die Leitung einer Gemeinde- ſchule übertragen. Als Schriftſteller iſt er erſt neuerdings aufgetreten, aber gleich mit einem wohlverdienten glücklichen Erfolge. S: Befreite See- len (Nn.), 1906. 2. A. 1908. (Jnhalt: Das wankende Kreuz. – Mabels Reiſe. – Die Brüder. – Erinnerung.) – Es ging ein Säemann (R.), 1906. 7. A. 1907. – Väter und Söhne (R.), 1909. 3. A. 1910. *Högger, Robert, wurde am 5. Febr. 1869 in St. Gallen als Bürger von Schönholzersweilen (Kt. Thur- gau) u. als Sohn eines Dekorations- malers geboren. Als dieſer zwei Jahre ſpäter nach Philadelphia in Nordamerika ging, fiel der Mutter die Erziehung ihrer beiden Knaben anheim. Sie eröffnete in Wil (Kant. St. Gallen) ein Geſchäft mit Mode- waren, u. hier verlebte Robert ſeine Kindheit, beſuchte hier auch ſpäter die Realſchule. Nach beendigter Schulzeit trat er zu St. Gallen als Lehrling in ein Stickereigeſchäft ein, um ſich zum Muſterzeichner auszu- bilden, und ging nach überſtandener Lehrzeit nach München, wo er bis zum Januar 1893 teils in feſter Stel- lung, teils ſelbſtändig für dortige u. auswärtige Firmen als Zeichner tätig war. Dann ging er nach St. Gallen zurück, wo er mit Ausnahme des Jahres 1894–95, das er aber- mals in München verbrachte, nun- mehr als ſelbſtändiger Kunſtzeichner wirkt. S: Felſenburg (Schſp.), 1897. 2. A. 1903. – Junges Leben (Ge.), 1895. 2. A. 1900. – Um Gold und Ehre (Dr.), 1903. – Eine Abrechnung (Schſp.), 1903. *Hohenbühel, genannt Heufler zu Raſen und Perdonegg, Lud- wig Freiherr von, geb. am 26. Aug. 1817 zu Jnnsbruck als der Sohn des k. k. Kämmerers Joſeph David Ritter v. Heufler, beſuchte das Gymnaſium u. Lyzeum in Klagenfurt u. widmete ſich von 1835–37 in Jnnsbruck und darauf in Wien dem Studium der Rechte, betrieb aber daneben ſehr emſig die Naturwiſſenſchaften, beſon- ders die Botanik, wofür er ſchon in *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 265. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/269>, abgerufen am 21.03.2019.