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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Almanach der Münchener Hochschü-
ler" (1903), die literarisch-künst-
lerische Vereinigung "Sturm", deren
Leitung und literarische Veranstal-
tungen ihn neben seinen Schriften
schnell bekannt machten, und den
in zwanglosen Heften erscheinenden
"Freien Almanach deutscher Studen-
ten" (1904 ff.). Vor einigen Jahren
erwarb er sich auch die Doktorwürde.

S:

Maria, Traum einer Liebe (Ge.),
1903. - Frühlingsreife (Spiel in V.,
mit G. J. Wolf), 1903. - Heimliche
Lieder, 1903. - Einsamkeiten (Neue
Ge.), 1905. - Heinrich Heine-Brevier,
hrsg., 1905. - Hans Sachs und seine
Bedeutung für unsere Zeit, 1906. -
Von sprechenden Leuten (Ein Tage-
buch), 1908.

Holzwarth, Franz Joseph,

geb.
am 21. Dezbr. 1826 zu Schwäbisch
Gmünd in Württemberg als der Sohn
eines Kaufmanns und Wachsziehers,
trat mit 14 Jahren als Stütze seines
Vaters in dessen Geschäft ein, wandte
sich aber bald wieder seinen Studien
zu und bezog, nachdem er das Gym-
nasium in Ellwangen absolviert hatte,
1845 das katholische Michaelisstift bei
der Universität Tübingen, wo er bis
1849 Philosophie und Theologie stu-
dierte. Nachdem er am 10. August
1850 in Rottenburg die Priesterweihe
erhalten, trat er zu Ulm in die Seel-
sorge, war 1851-57 Repetent am Wil-
helms-Stift in Tübingen, wo er über
Geschichte der deutschen Literatur,
über deutsche Geschichte u. allgemeine
Geschichte der Neuzeit Vorlesungen
hielt, war danach Pfarrkurator in
Cannstatt und wurde 1862 Pfarrer
in Thannheim. Jm Jahre (August)
1868 nahm er seine Entlassung als
Pfarrer und wurde Hofmeister des
Erbgrafen Heinrich von Schaesberg-
Thannheim, lebte später als Privat-
gelehrter in Freiburg i. B. und starb
hier am 12. Juni 1878.

S:

Jn kum-
mervollen Tagen (E. a. d. Zeit Elisa-
beths von England), 1865.

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Hom
*Homann, Walter,

pseud. Moritz
von Birkenburg,
wurde am 7.
Januar 1887 in Braunschweig ge-
boren und besuchte das herzogliche
Wilhelms-Gymnasium daselbst, um
nach dem Plane seiner Eltern später
Jura zu studieren. Jndessen drängte
die Neigung H. s entschieden zum Be-
ruf eines Schriftstellers, da er schon
mit 16 Jahren während der Som-
merferien seinen ersten Roman "Zu
spät" schrieb, der weite Verbreitung
fand. Nach schweren Kämpfen mit
den Eltern verließ er das Gymnasium
in der Sekunda u. trat als Lehrling
in ein kaufmännisches Geschäft in
Geestemünde ein. Aber nur ein Jahr
blieb er dort; denn er hatte durch
seine während der Nachtzeit geschrie-
benen Arbeiten so zahlreiche Verbin-
dungen angeknüpft, daß er sich glaubte
auf eigene Füße stellen zu können. Er
kehrte nach Braunschweig zurück, ar-
beitete hier eine Zeitlang als Volon-
tär in der Redaktion der "Braun-
schweiger Anzeigen" und gründete im
Herbst 1906 daselbst als unabhängi-
ger Schriftsteller ein literarisches
Bureau. Jm Dezbr. 1907 erhielt er
unter 1300 Bewerbern den ersten
Preis der Stadt Braunschweig für
die beste literarische Arbeit.

S:

Zu
spät! (Braunschweiger R.), 1905. -
Die Liebe im Jenseits (Offenbarun-
gen eines spiritistischen Mediums),
1906. - Tagebuch einer männlichen
Braut (Die Gesch. eines Doppel-
wesens; war anfänglich konfisziert,
wurde aber später freigegeben), 1.-10.
T. 1907.

Homberger, H.,

pseud. Heinrich
Horner,
* 1838 zu Mainz, studierte
die Rechte und promovierte 1858 in
Gießen zum Dr. jur. Nachdem er sich
1864-1872 in verschiedenen Orten
Frankreichs u. Jtaliens aufgehalten
und mit politischen und literarischen
Studien u. Korrespondenzen beschäf-
tigt hatte, ging er 1872 nach Berlin,
wo er zwei Jahre lang die "Preußi-

*


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Hol
Almanach der Münchener Hochſchü-
ler“ (1903), die literariſch-künſt-
leriſche Vereinigung „Sturm“, deren
Leitung und literariſche Veranſtal-
tungen ihn neben ſeinen Schriften
ſchnell bekannt machten, und den
in zwangloſen Heften erſcheinenden
„Freien Almanach deutſcher Studen-
ten“ (1904 ff.). Vor einigen Jahren
erwarb er ſich auch die Doktorwürde.

S:

Maria, Traum einer Liebe (Ge.),
1903. – Frühlingsreife (Spiel in V.,
mit G. J. Wolf), 1903. – Heimliche
Lieder, 1903. – Einſamkeiten (Neue
Ge.), 1905. – Heinrich Heine-Brevier,
hrsg., 1905. – Hans Sachs und ſeine
Bedeutung für unſere Zeit, 1906. –
Von ſprechenden Leuten (Ein Tage-
buch), 1908.

Holzwarth, Franz Joſeph,

geb.
am 21. Dezbr. 1826 zu Schwäbiſch
Gmünd in Württemberg als der Sohn
eines Kaufmanns und Wachsziehers,
trat mit 14 Jahren als Stütze ſeines
Vaters in deſſen Geſchäft ein, wandte
ſich aber bald wieder ſeinen Studien
zu und bezog, nachdem er das Gym-
naſium in Ellwangen abſolviert hatte,
1845 das katholiſche Michaelisſtift bei
der Univerſität Tübingen, wo er bis
1849 Philoſophie und Theologie ſtu-
dierte. Nachdem er am 10. Auguſt
1850 in Rottenburg die Prieſterweihe
erhalten, trat er zu Ulm in die Seel-
ſorge, war 1851–57 Repetent am Wil-
helms-Stift in Tübingen, wo er über
Geſchichte der deutſchen Literatur,
über deutſche Geſchichte u. allgemeine
Geſchichte der Neuzeit Vorleſungen
hielt, war danach Pfarrkurator in
Cannſtatt und wurde 1862 Pfarrer
in Thannheim. Jm Jahre (Auguſt)
1868 nahm er ſeine Entlaſſung als
Pfarrer und wurde Hofmeiſter des
Erbgrafen Heinrich von Schaesberg-
Thannheim, lebte ſpäter als Privat-
gelehrter in Freiburg i. B. und ſtarb
hier am 12. Juni 1878.

S:

Jn kum-
mervollen Tagen (E. a. d. Zeit Eliſa-
beths von England), 1865.

[Spaltenumbruch]
Hom
*Homann, Walter,

pſeud. Moritz
von Birkenburg,
wurde am 7.
Januar 1887 in Braunſchweig ge-
boren und beſuchte das herzogliche
Wilhelms-Gymnaſium daſelbſt, um
nach dem Plane ſeiner Eltern ſpäter
Jura zu ſtudieren. Jndeſſen drängte
die Neigung H. s entſchieden zum Be-
ruf eines Schriftſtellers, da er ſchon
mit 16 Jahren während der Som-
merferien ſeinen erſten Roman „Zu
ſpät“ ſchrieb, der weite Verbreitung
fand. Nach ſchweren Kämpfen mit
den Eltern verließ er das Gymnaſium
in der Sekunda u. trat als Lehrling
in ein kaufmänniſches Geſchäft in
Geeſtemünde ein. Aber nur ein Jahr
blieb er dort; denn er hatte durch
ſeine während der Nachtzeit geſchrie-
benen Arbeiten ſo zahlreiche Verbin-
dungen angeknüpft, daß er ſich glaubte
auf eigene Füße ſtellen zu können. Er
kehrte nach Braunſchweig zurück, ar-
beitete hier eine Zeitlang als Volon-
tär in der Redaktion der „Braun-
ſchweiger Anzeigen“ und gründete im
Herbſt 1906 daſelbſt als unabhängi-
ger Schriftſteller ein literariſches
Bureau. Jm Dezbr. 1907 erhielt er
unter 1300 Bewerbern den erſten
Preis der Stadt Braunſchweig für
die beſte literariſche Arbeit.

S:

Zu
ſpät! (Braunſchweiger R.), 1905. –
Die Liebe im Jenſeits (Offenbarun-
gen eines ſpiritiſtiſchen Mediums),
1906. – Tagebuch einer männlichen
Braut (Die Geſch. eines Doppel-
weſens; war anfänglich konfisziert,
wurde aber ſpäter freigegeben), 1.–10.
T. 1907.

Homberger, H.,

pſeud. Heinrich
Horner,
* 1838 zu Mainz, ſtudierte
die Rechte und promovierte 1858 in
Gießen zum Dr. jur. Nachdem er ſich
1864–1872 in verſchiedenen Orten
Frankreichs u. Jtaliens aufgehalten
und mit politiſchen und literariſchen
Studien u. Korreſpondenzen beſchäf-
tigt hatte, ging er 1872 nach Berlin,
wo er zwei Jahre lang die „Preußi-

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[281/0285] Hol Hom Almanach der Münchener Hochſchü- ler“ (1903), die literariſch-künſt- leriſche Vereinigung „Sturm“, deren Leitung und literariſche Veranſtal- tungen ihn neben ſeinen Schriften ſchnell bekannt machten, und den in zwangloſen Heften erſcheinenden „Freien Almanach deutſcher Studen- ten“ (1904 ff.). Vor einigen Jahren erwarb er ſich auch die Doktorwürde. S: Maria, Traum einer Liebe (Ge.), 1903. – Frühlingsreife (Spiel in V., mit G. J. Wolf), 1903. – Heimliche Lieder, 1903. – Einſamkeiten (Neue Ge.), 1905. – Heinrich Heine-Brevier, hrsg., 1905. – Hans Sachs und ſeine Bedeutung für unſere Zeit, 1906. – Von ſprechenden Leuten (Ein Tage- buch), 1908. Holzwarth, Franz Joſeph, geb. am 21. Dezbr. 1826 zu Schwäbiſch Gmünd in Württemberg als der Sohn eines Kaufmanns und Wachsziehers, trat mit 14 Jahren als Stütze ſeines Vaters in deſſen Geſchäft ein, wandte ſich aber bald wieder ſeinen Studien zu und bezog, nachdem er das Gym- naſium in Ellwangen abſolviert hatte, 1845 das katholiſche Michaelisſtift bei der Univerſität Tübingen, wo er bis 1849 Philoſophie und Theologie ſtu- dierte. Nachdem er am 10. Auguſt 1850 in Rottenburg die Prieſterweihe erhalten, trat er zu Ulm in die Seel- ſorge, war 1851–57 Repetent am Wil- helms-Stift in Tübingen, wo er über Geſchichte der deutſchen Literatur, über deutſche Geſchichte u. allgemeine Geſchichte der Neuzeit Vorleſungen hielt, war danach Pfarrkurator in Cannſtatt und wurde 1862 Pfarrer in Thannheim. Jm Jahre (Auguſt) 1868 nahm er ſeine Entlaſſung als Pfarrer und wurde Hofmeiſter des Erbgrafen Heinrich von Schaesberg- Thannheim, lebte ſpäter als Privat- gelehrter in Freiburg i. B. und ſtarb hier am 12. Juni 1878. S: Jn kum- mervollen Tagen (E. a. d. Zeit Eliſa- beths von England), 1865. *Homann, Walter, pſeud. Moritz von Birkenburg, wurde am 7. Januar 1887 in Braunſchweig ge- boren und beſuchte das herzogliche Wilhelms-Gymnaſium daſelbſt, um nach dem Plane ſeiner Eltern ſpäter Jura zu ſtudieren. Jndeſſen drängte die Neigung H. s entſchieden zum Be- ruf eines Schriftſtellers, da er ſchon mit 16 Jahren während der Som- merferien ſeinen erſten Roman „Zu ſpät“ ſchrieb, der weite Verbreitung fand. Nach ſchweren Kämpfen mit den Eltern verließ er das Gymnaſium in der Sekunda u. trat als Lehrling in ein kaufmänniſches Geſchäft in Geeſtemünde ein. Aber nur ein Jahr blieb er dort; denn er hatte durch ſeine während der Nachtzeit geſchrie- benen Arbeiten ſo zahlreiche Verbin- dungen angeknüpft, daß er ſich glaubte auf eigene Füße ſtellen zu können. Er kehrte nach Braunſchweig zurück, ar- beitete hier eine Zeitlang als Volon- tär in der Redaktion der „Braun- ſchweiger Anzeigen“ und gründete im Herbſt 1906 daſelbſt als unabhängi- ger Schriftſteller ein literariſches Bureau. Jm Dezbr. 1907 erhielt er unter 1300 Bewerbern den erſten Preis der Stadt Braunſchweig für die beſte literariſche Arbeit. S: Zu ſpät! (Braunſchweiger R.), 1905. – Die Liebe im Jenſeits (Offenbarun- gen eines ſpiritiſtiſchen Mediums), 1906. – Tagebuch einer männlichen Braut (Die Geſch. eines Doppel- weſens; war anfänglich konfisziert, wurde aber ſpäter freigegeben), 1.–10. T. 1907. Homberger, H., pſeud. Heinrich Horner, * 1838 zu Mainz, ſtudierte die Rechte und promovierte 1858 in Gießen zum Dr. jur. Nachdem er ſich 1864–1872 in verſchiedenen Orten Frankreichs u. Jtaliens aufgehalten und mit politiſchen und literariſchen Studien u. Korreſpondenzen beſchäf- tigt hatte, ging er 1872 nach Berlin, wo er zwei Jahre lang die „Preußi- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 281. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/285>, abgerufen am 22.03.2019.