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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Schneekaderln u. Him-
melsschlüssln (Lr. in oberösterreichi-
scher Mundart), 1886. - Neue Lieder
und Gedichte in oberösterreichischer
Mundart, 1887. - Jm Lodenrock
(Mundart und Schriftsprache), 1890.
- Gut aufg'legt! (Neue Geschn. und
Ge.), 1895. - Biographisch-kritische
Beiträge zur österreich. Dialektlite-
ratur, 1895. - Geht's mit auf d' Rax
(Bergfrohe G'sang'ln), 1904. - Hört's
zua a weng! (Ernste und heitere
Vortragsstücke in Volksmundart),
1905. Neue Folge, 1911.

*Horn, Gotthard Albert,

* am
6. April 1833 zu Kolbitz bei Wolmir-
stedt in der Provinz Sachsen als der
Sohn des dortigen Lehrers, kam nach
Besuch der dortigen Volksschule im
13. Jahre auf die lateinische Haupt-
schule der Franckeschen Stiftungen
nach Halle, um sich für das Studium
der Theologie vorzubereiten. Aber
hier, wie auch 1855-57 auf dem Dom-
gymnasium zu Magdeburg wurden
seine Studien durch längere Krank-
heit unterbrochen, so daß er seinen
Lebensplan aufgeben mußte. Er trat
dann 1858 in das Berliner Lehrer-
seminar ein, um sich dem Lehrerberuf
zu widmen, mußte aber nach einigen
Monaten die Anstalt wegen erneuter
Krankheit verlassen. Später war er
zwei Jahre in der Justizsubaltern-
laufbahn tätig, kehrte aber 1862 zum
Lehrerberuf zurück u. wirkte seitdem
in Brandenburg a. der Havel. Jm
Jahre 1891 erlitt er hier amtlich
Schiffbruch, und lebt er seit 1893 in
Berlin oder d. Vororten dieser Stadt.

S:

Herbstblumen (Ge.), 1883.

*Horn, Franz,

geb. am 27. Mai
1858 in Torgau als der Sohn des
damaligen Bürgermeisters, sollte sich
nach dem Wunsche der Eltern dem
Rechtsstudium widmen; doch zog ihn
seine Neigung, genährt durch die reli-
giöse und kirchliche Luft der Luther-
stadt, wie auch durch tüchtige Kanzel-
redner in seiner Heimat, mehr zur
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Hor
Theologie hin, die er dann in Straß-
burg, Leipzig und Halle studierte.
Hier war es besonders W. Beyschlag,
der großen Einfluß auf H. gewann,
und auf seine Empfehlung wurde H.
1884 in Merseburg einstimmig zum
Dom- und Stadt-Hilfsprediger ge-
wählt. Dieselbe Empfehlung trug
ihm auch 1886 die Stelle eines Dia-
konus in Aschersleben ein. Seit 1888
Prediger an der Martinikirche in Hal-
berstadt, wurde er 1904 zum Ober-
pfarrer an dieser Kirche gewählt.
Außer verschiedenen theologischen
Werken veröffentlichte er

S:

Jm
Schatten der Martinikirche (Deutsch-
evangel. Lr.), 1898. - Die verlorene
Wette, oder: Ehrlich währt am läng-
sten, oder: Das große Weinfaß (Lsp.),
1898. - Für Christfest und Epipha-
nias (Deklamationen), 1900. - Deut-
sche Psalmen Paul Gerhardts und
seiner Zeit, 1907. - Sang und Klang
im Kirchenwald (Liederpredigten),
1908.

Horn, Georg,

geb. am 28. April
1831 zu Baireuth, empfing daselbst
seine Gymnasialbildung u. studierte
in München Philosophie. Dann ging
er nach Berlin, wo er als Schrift-
steller seine literarischen Neigungen
in den Dienst eines bestimmten Preu-
ßenkultus stellte und seine Kräfte bis
zu seinem Tode der preußischen Ge-
schichte, der preußischen Armee und
dem preußischen Hofe widmete. Jm
Auftrage König Wilhelms I. schrieb
er unter Leitung des Grafen von
Stillfried-Alcantara den Text des
großen Prachtwerkes über die Krö-
nung in Königsberg. Von seinen
historisch-biographischen Schriften
haben besonders ein Prachtwerk über
die "Königin Luise" und eine Studie
über die "Markgräfin Wilhelmine von
Baireuth" vielen Beifall gefunden.
Sonst war seine schriftstellerische Tä-
tigkeit vorwiegend publizistischer Art
und in der ersten Hälfte der siebziger
Jahre der "Kölnischen Zeitung" ge-

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lungen“.

S:

Schneekaderln u. Him-
melsſchlüſſln (Lr. in oberöſterreichi-
ſcher Mundart), 1886. – Neue Lieder
und Gedichte in oberöſterreichiſcher
Mundart, 1887. – Jm Lodenrock
(Mundart und Schriftſprache), 1890.
– Gut aufg’legt! (Neue Geſchn. und
Ge.), 1895. – Biographiſch-kritiſche
Beiträge zur öſterreich. Dialektlite-
ratur, 1895. – Geht’s mit auf d’ Rax
(Bergfrohe G’ſang’ln), 1904. – Hört’s
zua a weng! (Ernſte und heitere
Vortragsſtücke in Volksmundart),
1905. Neue Folge, 1911.

*Horn, Gotthard Albert,

* am
6. April 1833 zu Kolbitz bei Wolmir-
ſtedt in der Provinz Sachſen als der
Sohn des dortigen Lehrers, kam nach
Beſuch der dortigen Volksſchule im
13. Jahre auf die lateiniſche Haupt-
ſchule der Franckeſchen Stiftungen
nach Halle, um ſich für das Studium
der Theologie vorzubereiten. Aber
hier, wie auch 1855–57 auf dem Dom-
gymnaſium zu Magdeburg wurden
ſeine Studien durch längere Krank-
heit unterbrochen, ſo daß er ſeinen
Lebensplan aufgeben mußte. Er trat
dann 1858 in das Berliner Lehrer-
ſeminar ein, um ſich dem Lehrerberuf
zu widmen, mußte aber nach einigen
Monaten die Anſtalt wegen erneuter
Krankheit verlaſſen. Später war er
zwei Jahre in der Juſtizſubaltern-
laufbahn tätig, kehrte aber 1862 zum
Lehrerberuf zurück u. wirkte ſeitdem
in Brandenburg a. der Havel. Jm
Jahre 1891 erlitt er hier amtlich
Schiffbruch, und lebt er ſeit 1893 in
Berlin oder d. Vororten dieſer Stadt.

S:

Herbſtblumen (Ge.), 1883.

*Horn, Franz,

geb. am 27. Mai
1858 in Torgau als der Sohn des
damaligen Bürgermeiſters, ſollte ſich
nach dem Wunſche der Eltern dem
Rechtsſtudium widmen; doch zog ihn
ſeine Neigung, genährt durch die reli-
giöſe und kirchliche Luft der Luther-
ſtadt, wie auch durch tüchtige Kanzel-
redner in ſeiner Heimat, mehr zur
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Hor
Theologie hin, die er dann in Straß-
burg, Leipzig und Halle ſtudierte.
Hier war es beſonders W. Beyſchlag,
der großen Einfluß auf H. gewann,
und auf ſeine Empfehlung wurde H.
1884 in Merſeburg einſtimmig zum
Dom- und Stadt-Hilfsprediger ge-
wählt. Dieſelbe Empfehlung trug
ihm auch 1886 die Stelle eines Dia-
konus in Aſchersleben ein. Seit 1888
Prediger an der Martinikirche in Hal-
berſtadt, wurde er 1904 zum Ober-
pfarrer an dieſer Kirche gewählt.
Außer verſchiedenen theologiſchen
Werken veröffentlichte er

S:

Jm
Schatten der Martinikirche (Deutſch-
evangel. Lr.), 1898. – Die verlorene
Wette, oder: Ehrlich währt am läng-
ſten, oder: Das große Weinfaß (Lſp.),
1898. – Für Chriſtfeſt und Epipha-
nias (Deklamationen), 1900. – Deut-
ſche Pſalmen Paul Gerhardts und
ſeiner Zeit, 1907. – Sang und Klang
im Kirchenwald (Liederpredigten),
1908.

Horn, Georg,

geb. am 28. April
1831 zu Baireuth, empfing daſelbſt
ſeine Gymnaſialbildung u. ſtudierte
in München Philoſophie. Dann ging
er nach Berlin, wo er als Schrift-
ſteller ſeine literariſchen Neigungen
in den Dienſt eines beſtimmten Preu-
ßenkultus ſtellte und ſeine Kräfte bis
zu ſeinem Tode der preußiſchen Ge-
ſchichte, der preußiſchen Armee und
dem preußiſchen Hofe widmete. Jm
Auftrage König Wilhelms I. ſchrieb
er unter Leitung des Grafen von
Stillfried-Alcantara den Text des
großen Prachtwerkes über die Krö-
nung in Königsberg. Von ſeinen
hiſtoriſch-biographiſchen Schriften
haben beſonders ein Prachtwerk über
die „Königin Luiſe“ und eine Studie
über die „Markgräfin Wilhelmine von
Baireuth“ vielen Beifall gefunden.
Sonſt war ſeine ſchriftſtelleriſche Tä-
tigkeit vorwiegend publiziſtiſcher Art
und in der erſten Hälfte der ſiebziger
Jahre der „Kölniſchen Zeitung“ ge-

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[291/0295] Hor Hor lungen“. S: Schneekaderln u. Him- melsſchlüſſln (Lr. in oberöſterreichi- ſcher Mundart), 1886. – Neue Lieder und Gedichte in oberöſterreichiſcher Mundart, 1887. – Jm Lodenrock (Mundart und Schriftſprache), 1890. – Gut aufg’legt! (Neue Geſchn. und Ge.), 1895. – Biographiſch-kritiſche Beiträge zur öſterreich. Dialektlite- ratur, 1895. – Geht’s mit auf d’ Rax (Bergfrohe G’ſang’ln), 1904. – Hört’s zua a weng! (Ernſte und heitere Vortragsſtücke in Volksmundart), 1905. Neue Folge, 1911. *Horn, Gotthard Albert, * am 6. April 1833 zu Kolbitz bei Wolmir- ſtedt in der Provinz Sachſen als der Sohn des dortigen Lehrers, kam nach Beſuch der dortigen Volksſchule im 13. Jahre auf die lateiniſche Haupt- ſchule der Franckeſchen Stiftungen nach Halle, um ſich für das Studium der Theologie vorzubereiten. Aber hier, wie auch 1855–57 auf dem Dom- gymnaſium zu Magdeburg wurden ſeine Studien durch längere Krank- heit unterbrochen, ſo daß er ſeinen Lebensplan aufgeben mußte. Er trat dann 1858 in das Berliner Lehrer- ſeminar ein, um ſich dem Lehrerberuf zu widmen, mußte aber nach einigen Monaten die Anſtalt wegen erneuter Krankheit verlaſſen. Später war er zwei Jahre in der Juſtizſubaltern- laufbahn tätig, kehrte aber 1862 zum Lehrerberuf zurück u. wirkte ſeitdem in Brandenburg a. der Havel. Jm Jahre 1891 erlitt er hier amtlich Schiffbruch, und lebt er ſeit 1893 in Berlin oder d. Vororten dieſer Stadt. S: Herbſtblumen (Ge.), 1883. *Horn, Franz, geb. am 27. Mai 1858 in Torgau als der Sohn des damaligen Bürgermeiſters, ſollte ſich nach dem Wunſche der Eltern dem Rechtsſtudium widmen; doch zog ihn ſeine Neigung, genährt durch die reli- giöſe und kirchliche Luft der Luther- ſtadt, wie auch durch tüchtige Kanzel- redner in ſeiner Heimat, mehr zur Theologie hin, die er dann in Straß- burg, Leipzig und Halle ſtudierte. Hier war es beſonders W. Beyſchlag, der großen Einfluß auf H. gewann, und auf ſeine Empfehlung wurde H. 1884 in Merſeburg einſtimmig zum Dom- und Stadt-Hilfsprediger ge- wählt. Dieſelbe Empfehlung trug ihm auch 1886 die Stelle eines Dia- konus in Aſchersleben ein. Seit 1888 Prediger an der Martinikirche in Hal- berſtadt, wurde er 1904 zum Ober- pfarrer an dieſer Kirche gewählt. Außer verſchiedenen theologiſchen Werken veröffentlichte er S: Jm Schatten der Martinikirche (Deutſch- evangel. Lr.), 1898. – Die verlorene Wette, oder: Ehrlich währt am läng- ſten, oder: Das große Weinfaß (Lſp.), 1898. – Für Chriſtfeſt und Epipha- nias (Deklamationen), 1900. – Deut- ſche Pſalmen Paul Gerhardts und ſeiner Zeit, 1907. – Sang und Klang im Kirchenwald (Liederpredigten), 1908. Horn, Georg, geb. am 28. April 1831 zu Baireuth, empfing daſelbſt ſeine Gymnaſialbildung u. ſtudierte in München Philoſophie. Dann ging er nach Berlin, wo er als Schrift- ſteller ſeine literariſchen Neigungen in den Dienſt eines beſtimmten Preu- ßenkultus ſtellte und ſeine Kräfte bis zu ſeinem Tode der preußiſchen Ge- ſchichte, der preußiſchen Armee und dem preußiſchen Hofe widmete. Jm Auftrage König Wilhelms I. ſchrieb er unter Leitung des Grafen von Stillfried-Alcantara den Text des großen Prachtwerkes über die Krö- nung in Königsberg. Von ſeinen hiſtoriſch-biographiſchen Schriften haben beſonders ein Prachtwerk über die „Königin Luiſe“ und eine Studie über die „Markgräfin Wilhelmine von Baireuth“ vielen Beifall gefunden. Sonſt war ſeine ſchriftſtelleriſche Tä- tigkeit vorwiegend publiziſtiſcher Art und in der erſten Hälfte der ſiebziger Jahre der „Kölniſchen Zeitung“ ge- * 19*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 291. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/295>, abgerufen am 19.03.2019.