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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Häb
*Häberlin, Wilhelm,

geboren am
9. Juni 1856 in Polle an der Weser
(Hannover) als der Sohn eines Ober-
försters, späteren Forstmeisters, be-
suchte das humanistische Gymnasium
in Holzminden an der Weser bis zur
Erlangung des Reifezeugnisses und
trat Ende März 1877 als Avanta-
geur in das Bayer. Jnf.-Reg. Nr. 8
ein. Jm Mai 1879 wurde er zum
Leutnant befördert, 1889 zum Ober-
leutnant und 1893 zum Hauptmann
im 19. Jnf.-Reg. in Erlangen. 1899
trat er in Pension, lebte danach ein
Jahr in Berlin, anderthalb Jahre in
Wien und nahm dann seinen dauern-
den Wohnsitz in München.

S:

Warum
der Einjährig-Freiwillige Hans
Wohlgemut nicht "Sommerleutnant"
geworden ist (Sat.), 1903. - Dorn-
gestrüpp und Heidekraut (Mn. und
En.), 1905. (Jnhalt: Sein erster
Stubenarrest. - Der Tod des Son-
derlings. - Wie dem Ben Achmed das
ewige Leben verkürzt wurde. - Das
versalzene Süpplein. - Der seltsame
Freitrunk.)

*Häberlin-Meißner, Anna,

geb.
Meißner, wurde am 30. Oktbr. 1867
in Berlin geboren und verlebte dort
die ersten Jahre ihrer Kindheit. Als
dann ihr Vater das fürstliche Kaffee-
haus in Bad Pyrmont erworben und
dieses zu einem Kurhotel umgebaut
hatte, siedelte die Familie 1877 dort-
hin über, und hier, in dem regen
Badeleben, hatte Anna M. Gelegen-
heit, Menschen aller Gesellschafts-
klassen kennen zu lernen und zum
Gegenstande ihrer psychologischen
Studien zu machen. Jm Jahre 1891
verheiratete sie sich nach Lissa (Prov.
Posen), doch wurde die Ehe nach
einigen Jahren wieder geschieden.
Nach dem Tod ihrer Mutter (1899)
nahm Anna mit ihrer Tochter ihren
Wohnsitz in Leipzig (März 1900) und
verheiratete sich im Juli d. J. mit
dem Redakteur Karl Häberlin. Jhre
literarische Tätigkeit, die sie nach dem
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Hab
Tode der Mutter begonnen hatte und
deren Früchte einige in Zeitschriften
erschienene Novellen waren, erlitt
infolge schwerer Krankheit eine mehr-
jährige Unterbrechung, und erst im
Frühjahr 1905 durfte sie zu ihrer ge-
liebten Musenwelt zurückkehren.

S:


Opfer der Tradition (R.), 1906. -
Naturgewalten (R.), 1907.

*Habermann, Karl,

* am 22. Aug.
1865 auf Schloß Töltschach in Kärn-
ten, gehört nach seiner Abstammung
und seinen literarischen Beziehungen
zu den Tirolern und lebt jetzt auch
in Jnnsbruck, wo er den "Scherer"
herausgibt.

S:

Ze Garten (Ein
deutscher Sang am Gardasee), 1895.

Haberstich, Samuel,

pseud. Ar-
thur Bitter,
wurde am 21. Okt.
1821 in dem bernischen Dörfchen
Ried bei Schloßwyl als der Sohn
eines Hufschmieds geboren. Da die
Mutter bald nach der Geburt des
Knaben starb, so führte von nun an
die Großmutter, eine sehr religiös
gesinnte, einfache Frau, mit der Liebe
einer wahren Mutter die Aufsicht
über den verwaisten Sprößling.
Nachdem dieser vom 6. bis zum 14.
Lebensjahre die ziemlich schlechte
Schule seines Wohnortes besucht
hatte, wurde er zu einem Rechts-
agenten zu Langnau im Emmenthal
"in die Lehre getan"; doch war die-
ses "Handwerk" wenig nach dem Ge-
schmack unsers Poeten, und so schnürte
er sein Bündel und suchte sein Fort-
kommen in einer Amtsschreiberei des
bernischen Jura. Hier eignete er sich
auch die französische Sprache an.
Später erhielt er eine Anstellung auf
der Kanzlei des bernischen Finanz-
departements, woselbst er bei mage-
rer Besoldung sechs Jahre aushielt,
daneben einige philosophische und
juristische Kollegien an der Universi-
tät besuchte und seine ersten Novellen
zu schreiben begann. Da diese dem
größeren Publikum gefielen, so gab
Bitter 1846 seine Stellung auf und

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Häb
*Häberlin, Wilhelm,

geboren am
9. Juni 1856 in Polle an der Weſer
(Hannover) als der Sohn eines Ober-
förſters, ſpäteren Forſtmeiſters, be-
ſuchte das humaniſtiſche Gymnaſium
in Holzminden an der Weſer bis zur
Erlangung des Reifezeugniſſes und
trat Ende März 1877 als Avanta-
geur in das Bayer. Jnf.-Reg. Nr. 8
ein. Jm Mai 1879 wurde er zum
Leutnant befördert, 1889 zum Ober-
leutnant und 1893 zum Hauptmann
im 19. Jnf.-Reg. in Erlangen. 1899
trat er in Penſion, lebte danach ein
Jahr in Berlin, anderthalb Jahre in
Wien und nahm dann ſeinen dauern-
den Wohnſitz in München.

S:

Warum
der Einjährig-Freiwillige Hans
Wohlgemut nicht „Sommerleutnant“
geworden iſt (Sat.), 1903. – Dorn-
geſtrüpp und Heidekraut (Mn. und
En.), 1905. (Jnhalt: Sein erſter
Stubenarreſt. – Der Tod des Son-
derlings. – Wie dem Ben Achmed das
ewige Leben verkürzt wurde. – Das
verſalzene Süpplein. – Der ſeltſame
Freitrunk.)

*Häberlin-Meißner, Anna,

geb.
Meißner, wurde am 30. Oktbr. 1867
in Berlin geboren und verlebte dort
die erſten Jahre ihrer Kindheit. Als
dann ihr Vater das fürſtliche Kaffee-
haus in Bad Pyrmont erworben und
dieſes zu einem Kurhotel umgebaut
hatte, ſiedelte die Familie 1877 dort-
hin über, und hier, in dem regen
Badeleben, hatte Anna M. Gelegen-
heit, Menſchen aller Geſellſchafts-
klaſſen kennen zu lernen und zum
Gegenſtande ihrer pſychologiſchen
Studien zu machen. Jm Jahre 1891
verheiratete ſie ſich nach Liſſa (Prov.
Poſen), doch wurde die Ehe nach
einigen Jahren wieder geſchieden.
Nach dem Tod ihrer Mutter (1899)
nahm Anna mit ihrer Tochter ihren
Wohnſitz in Leipzig (März 1900) und
verheiratete ſich im Juli d. J. mit
dem Redakteur Karl Häberlin. Jhre
literariſche Tätigkeit, die ſie nach dem
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Hab
Tode der Mutter begonnen hatte und
deren Früchte einige in Zeitſchriften
erſchienene Novellen waren, erlitt
infolge ſchwerer Krankheit eine mehr-
jährige Unterbrechung, und erſt im
Frühjahr 1905 durfte ſie zu ihrer ge-
liebten Muſenwelt zurückkehren.

S:


Opfer der Tradition (R.), 1906. –
Naturgewalten (R.), 1907.

*Habermann, Karl,

* am 22. Aug.
1865 auf Schloß Töltſchach in Kärn-
ten, gehört nach ſeiner Abſtammung
und ſeinen literariſchen Beziehungen
zu den Tirolern und lebt jetzt auch
in Jnnsbruck, wo er den „Scherer“
herausgibt.

S:

Ze Garten (Ein
deutſcher Sang am Gardaſee), 1895.

Haberſtich, Samuel,

pſeud. Ar-
thur Bitter,
wurde am 21. Okt.
1821 in dem berniſchen Dörfchen
Ried bei Schloßwyl als der Sohn
eines Hufſchmieds geboren. Da die
Mutter bald nach der Geburt des
Knaben ſtarb, ſo führte von nun an
die Großmutter, eine ſehr religiös
geſinnte, einfache Frau, mit der Liebe
einer wahren Mutter die Aufſicht
über den verwaiſten Sprößling.
Nachdem dieſer vom 6. bis zum 14.
Lebensjahre die ziemlich ſchlechte
Schule ſeines Wohnortes beſucht
hatte, wurde er zu einem Rechts-
agenten zu Langnau im Emmenthal
„in die Lehre getan“; doch war die-
ſes „Handwerk“ wenig nach dem Ge-
ſchmack unſers Poeten, und ſo ſchnürte
er ſein Bündel und ſuchte ſein Fort-
kommen in einer Amtsſchreiberei des
berniſchen Jura. Hier eignete er ſich
auch die franzöſiſche Sprache an.
Später erhielt er eine Anſtellung auf
der Kanzlei des berniſchen Finanz-
departements, woſelbſt er bei mage-
rer Beſoldung ſechs Jahre aushielt,
daneben einige philoſophiſche und
juriſtiſche Kollegien an der Univerſi-
tät beſuchte und ſeine erſten Novellen
zu ſchreiben begann. Da dieſe dem
größeren Publikum gefielen, ſo gab
Bitter 1846 ſeine Stellung auf und

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 29. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/33>, abgerufen am 21.03.2019.