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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hab
wurde Schriftsteller, indem er seine
Zeit halb der Journalistik, halb der
Belletristik widmete. Jnzwischen
hatte er auch 1847 als Offizier an
dem Sonderbundskriege teilgenom-
men. Jn den Jahren 1849-51 redi-
gierte er den "Schweizerischen Chari-
vari", dessen radikale Haltung ihm
schließlich Verweisung aus dem Kan-
ton zuzog. Er hielt sich nun längere
Zeit in Zürich, im Kanton Solothurn
und in Thun auf und kehrte erst 1861
nach Bern zurück, wo er seitdem den
"Emmenthaler Joggeli" redigierte
und die Sammlung seiner besseren
zerstreuten Novellen vornahm. B.
starb in Bern am 24. (n. a. 20.) Febr.
1872.

S:

Geschichten aus dem Em-
menthal (En.), 1857. - Aus Heimat
und Fremde (Nn.), 1859. - Erzäh-
lungen, Novellen und Gedichte; IV,
1865-66. - Grüne Sträucher aus
dem Schweizerlande (Nn. und En.),
1870. - Die Zuckerherzen (N.), 1876.
- Der geheimnisvolle Pavillon (N.),
1886.

*Habicher, Theodor,

geb. am 2.
Septbr. 1859 in Schwaz (Tirol) als
der Sohn eines Mechanikers, besuchte
die Volksschule und das Gymnasium
in Salzburg und widmete sich dann
dem Kaufmannsstande, in welchem
er bis zu seinem Eintritt ins Militär
verblieb. Nach Vollendung seiner
Dienstzeit ließ er sich für die fran-
zösische Fremdenlegion in Afrika an-
werben und machte dort eine fünf-
jährige Leidensschule durch, die er
uns in seinen Schriften "Fünf Jahre
unter den Horden Afrikas u. Asiens"
(1893) und "Briefe aus der franzö-
sischen Fremdenlegion" (1894) schil-
dert. Jm Jahre 1893 siedelte er nach
Augsburg über, widmete sich hier
dem Buchhandel, gründete die Blät-
ter "Krieger- und Veteranenfreund"
und "Geschäfts- und Vergnügungs-
anzeiger" und redigiert gegenwärtig
das "Schwäbische Offertenblatt", den
"Jnternationalen Krieger- und Ve-
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Hab
teranenfreund" und die Reisezeitung
"Der Wanderer".

S:

Algerische Ge-
schichten, 1895. - Jn Ulm, um Ulm
und um Ulm 'rum, 1896. - Schwä-
bische Fahrten, 1896. - Weihnachts-
basar (Heitere und ernste Geschich-
ten), 1896. - Unterm Weihnachts-
baum (En.), 1898. - Jn der fran-
zösischen Fremdenlegion (Erlebnisse
und Erinnerungen), 2. A. 1905.

*Habicht, Friedrich,

wurde am
11. Aug. 1845 zu Bernburg im An-
haltischen geboren, besuchte vom 16.
Jahre ab die Gymnasien zu Hirsch-
berg in Schlesien und Bernburg und
widmete sich seit dem Jahre 1866 in
Göttingen dem Studium der Sprach-
wissenschaft, vorzüglich des Sans-
krit. Nach anderthalb Jahren siedelte
H. nach Jena über, um seine Studien
dort fortzusetzen. Hier blieb er, nach-
dem er 1871 eine Lehrerstelle am Ke-
fersteinschen Erziehungsinstitut an-
genommen, bis 1873, wurde dann
Gymnasiallehrer in Schleiz und Mi-
chaelis 1876 Lehrer an d. Realschule
in Apolda. Jm Herbst 1884 mußte
er wegen eines Magenleidens beur-
laubt u. dann, weil sich die Heilung
hinauszog, zur Disposition gestellt
werden. Er lebte in der Folge in
München und fand hier auch völlige
Genesung. Ob er nach derselben wie-
der eine Anstellung im Schuldienst
gefunden hat, ist mir nicht bekannt
geworden.

S:

Zwischen den Dornen
(Ge.), 1872. - Tibulls Delia-Elegien;
übers., 1875.

*Habicht, Ludwig,

* am 23. Juli
1832 (nicht 1830) zu Sprottau, trat
mit 15 Jahren in das Bureau eines
Rechtsanwalts ein, beschäftigte sich
aber in seinen Mußestunden fleißig
mit der Ergänzung seiner Schulbil-
dung. Durch Gutzkow in die Litera-
tur eingeführt, gab er sich schließlich
seit 1857 gänzlich dem Schriftsteller-
berufe hin. Zuerst in Dresden wohn-
haft, siedelte er 1862 nach Berlin
über, wo er eine Reihe von Jahren

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Hab
wurde Schriftſteller, indem er ſeine
Zeit halb der Journaliſtik, halb der
Belletriſtik widmete. Jnzwiſchen
hatte er auch 1847 als Offizier an
dem Sonderbundskriege teilgenom-
men. Jn den Jahren 1849–51 redi-
gierte er den „Schweizeriſchen Chari-
vari“, deſſen radikale Haltung ihm
ſchließlich Verweiſung aus dem Kan-
ton zuzog. Er hielt ſich nun längere
Zeit in Zürich, im Kanton Solothurn
und in Thun auf und kehrte erſt 1861
nach Bern zurück, wo er ſeitdem den
„Emmenthaler Joggeli“ redigierte
und die Sammlung ſeiner beſſeren
zerſtreuten Novellen vornahm. B.
ſtarb in Bern am 24. (n. a. 20.) Febr.
1872.

S:

Geſchichten aus dem Em-
menthal (En.), 1857. – Aus Heimat
und Fremde (Nn.), 1859. – Erzäh-
lungen, Novellen und Gedichte; IV,
1865–66. – Grüne Sträucher aus
dem Schweizerlande (Nn. und En.),
1870. – Die Zuckerherzen (N.), 1876.
– Der geheimnisvolle Pavillon (N.),
1886.

*Habicher, Theodor,

geb. am 2.
Septbr. 1859 in Schwaz (Tirol) als
der Sohn eines Mechanikers, beſuchte
die Volksſchule und das Gymnaſium
in Salzburg und widmete ſich dann
dem Kaufmannsſtande, in welchem
er bis zu ſeinem Eintritt ins Militär
verblieb. Nach Vollendung ſeiner
Dienſtzeit ließ er ſich für die fran-
zöſiſche Fremdenlegion in Afrika an-
werben und machte dort eine fünf-
jährige Leidensſchule durch, die er
uns in ſeinen Schriften „Fünf Jahre
unter den Horden Afrikas u. Aſiens“
(1893) und „Briefe aus der franzö-
ſiſchen Fremdenlegion“ (1894) ſchil-
dert. Jm Jahre 1893 ſiedelte er nach
Augsburg über, widmete ſich hier
dem Buchhandel, gründete die Blät-
ter „Krieger- und Veteranenfreund“
und „Geſchäfts- und Vergnügungs-
anzeiger“ und redigiert gegenwärtig
das „Schwäbiſche Offertenblatt“, den
„Jnternationalen Krieger- und Ve-
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Hab
teranenfreund“ und die Reiſezeitung
„Der Wanderer“.

S:

Algeriſche Ge-
ſchichten, 1895. – Jn Ulm, um Ulm
und um Ulm ’rum, 1896. – Schwä-
biſche Fahrten, 1896. – Weihnachts-
baſar (Heitere und ernſte Geſchich-
ten), 1896. – Unterm Weihnachts-
baum (En.), 1898. – Jn der fran-
zöſiſchen Fremdenlegion (Erlebniſſe
und Erinnerungen), 2. A. 1905.

*Habicht, Friedrich,

wurde am
11. Aug. 1845 zu Bernburg im An-
haltiſchen geboren, beſuchte vom 16.
Jahre ab die Gymnaſien zu Hirſch-
berg in Schleſien und Bernburg und
widmete ſich ſeit dem Jahre 1866 in
Göttingen dem Studium der Sprach-
wiſſenſchaft, vorzüglich des Sans-
krit. Nach anderthalb Jahren ſiedelte
H. nach Jena über, um ſeine Studien
dort fortzuſetzen. Hier blieb er, nach-
dem er 1871 eine Lehrerſtelle am Ke-
ferſteinſchen Erziehungsinſtitut an-
genommen, bis 1873, wurde dann
Gymnaſiallehrer in Schleiz und Mi-
chaelis 1876 Lehrer an d. Realſchule
in Apolda. Jm Herbſt 1884 mußte
er wegen eines Magenleidens beur-
laubt u. dann, weil ſich die Heilung
hinauszog, zur Dispoſition geſtellt
werden. Er lebte in der Folge in
München und fand hier auch völlige
Geneſung. Ob er nach derſelben wie-
der eine Anſtellung im Schuldienſt
gefunden hat, iſt mir nicht bekannt
geworden.

S:

Zwiſchen den Dornen
(Ge.), 1872. – Tibulls Delia-Elegien;
überſ., 1875.

*Habicht, Ludwig,

* am 23. Juli
1832 (nicht 1830) zu Sprottau, trat
mit 15 Jahren in das Bureau eines
Rechtsanwalts ein, beſchäftigte ſich
aber in ſeinen Mußeſtunden fleißig
mit der Ergänzung ſeiner Schulbil-
dung. Durch Gutzkow in die Litera-
tur eingeführt, gab er ſich ſchließlich
ſeit 1857 gänzlich dem Schriftſteller-
berufe hin. Zuerſt in Dresden wohn-
haft, ſiedelte er 1862 nach Berlin
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[30/0034] Hab Hab wurde Schriftſteller, indem er ſeine Zeit halb der Journaliſtik, halb der Belletriſtik widmete. Jnzwiſchen hatte er auch 1847 als Offizier an dem Sonderbundskriege teilgenom- men. Jn den Jahren 1849–51 redi- gierte er den „Schweizeriſchen Chari- vari“, deſſen radikale Haltung ihm ſchließlich Verweiſung aus dem Kan- ton zuzog. Er hielt ſich nun längere Zeit in Zürich, im Kanton Solothurn und in Thun auf und kehrte erſt 1861 nach Bern zurück, wo er ſeitdem den „Emmenthaler Joggeli“ redigierte und die Sammlung ſeiner beſſeren zerſtreuten Novellen vornahm. B. ſtarb in Bern am 24. (n. a. 20.) Febr. 1872. S: Geſchichten aus dem Em- menthal (En.), 1857. – Aus Heimat und Fremde (Nn.), 1859. – Erzäh- lungen, Novellen und Gedichte; IV, 1865–66. – Grüne Sträucher aus dem Schweizerlande (Nn. und En.), 1870. – Die Zuckerherzen (N.), 1876. – Der geheimnisvolle Pavillon (N.), 1886. *Habicher, Theodor, geb. am 2. Septbr. 1859 in Schwaz (Tirol) als der Sohn eines Mechanikers, beſuchte die Volksſchule und das Gymnaſium in Salzburg und widmete ſich dann dem Kaufmannsſtande, in welchem er bis zu ſeinem Eintritt ins Militär verblieb. Nach Vollendung ſeiner Dienſtzeit ließ er ſich für die fran- zöſiſche Fremdenlegion in Afrika an- werben und machte dort eine fünf- jährige Leidensſchule durch, die er uns in ſeinen Schriften „Fünf Jahre unter den Horden Afrikas u. Aſiens“ (1893) und „Briefe aus der franzö- ſiſchen Fremdenlegion“ (1894) ſchil- dert. Jm Jahre 1893 ſiedelte er nach Augsburg über, widmete ſich hier dem Buchhandel, gründete die Blät- ter „Krieger- und Veteranenfreund“ und „Geſchäfts- und Vergnügungs- anzeiger“ und redigiert gegenwärtig das „Schwäbiſche Offertenblatt“, den „Jnternationalen Krieger- und Ve- teranenfreund“ und die Reiſezeitung „Der Wanderer“. S: Algeriſche Ge- ſchichten, 1895. – Jn Ulm, um Ulm und um Ulm ’rum, 1896. – Schwä- biſche Fahrten, 1896. – Weihnachts- baſar (Heitere und ernſte Geſchich- ten), 1896. – Unterm Weihnachts- baum (En.), 1898. – Jn der fran- zöſiſchen Fremdenlegion (Erlebniſſe und Erinnerungen), 2. A. 1905. *Habicht, Friedrich, wurde am 11. Aug. 1845 zu Bernburg im An- haltiſchen geboren, beſuchte vom 16. Jahre ab die Gymnaſien zu Hirſch- berg in Schleſien und Bernburg und widmete ſich ſeit dem Jahre 1866 in Göttingen dem Studium der Sprach- wiſſenſchaft, vorzüglich des Sans- krit. Nach anderthalb Jahren ſiedelte H. nach Jena über, um ſeine Studien dort fortzuſetzen. Hier blieb er, nach- dem er 1871 eine Lehrerſtelle am Ke- ferſteinſchen Erziehungsinſtitut an- genommen, bis 1873, wurde dann Gymnaſiallehrer in Schleiz und Mi- chaelis 1876 Lehrer an d. Realſchule in Apolda. Jm Herbſt 1884 mußte er wegen eines Magenleidens beur- laubt u. dann, weil ſich die Heilung hinauszog, zur Dispoſition geſtellt werden. Er lebte in der Folge in München und fand hier auch völlige Geneſung. Ob er nach derſelben wie- der eine Anſtellung im Schuldienſt gefunden hat, iſt mir nicht bekannt geworden. S: Zwiſchen den Dornen (Ge.), 1872. – Tibulls Delia-Elegien; überſ., 1875. *Habicht, Ludwig, * am 23. Juli 1832 (nicht 1830) zu Sprottau, trat mit 15 Jahren in das Bureau eines Rechtsanwalts ein, beſchäftigte ſich aber in ſeinen Mußeſtunden fleißig mit der Ergänzung ſeiner Schulbil- dung. Durch Gutzkow in die Litera- tur eingeführt, gab er ſich ſchließlich ſeit 1857 gänzlich dem Schriftſteller- berufe hin. Zuerſt in Dresden wohn- haft, ſiedelte er 1862 nach Berlin über, wo er eine Reihe von Jahren *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 30. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/34>, abgerufen am 22.03.2019.