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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Sozialethiker Albert Kalthoff die
Wochenschrift für öffentliches Leben,
Literatur u. Kunst "Das Blaubuch",
die er nach Kalthoffs Tode (Mai
1906) mit Herm. Kienzl herausgab
und jetzt allein leitet.

S:

Abend-
läuten (zwei En.), 1898. - Der Mär-
chensucher. Liebe (zwei En.), 1898.
- Käthe Wandel (Schausp.), 1901. -
Heinrich Polent (Dr.), 1901. - Mörike
und Goethe (Literar. Studie), 1902.
- Wilhelm von Polenz (Literarische
Studie), 1904. - Die Wahrheitsucher
(Schsp.), 1909. - Die beiden Har-
tungs (R.), 1909.

Jlgeny, A., Pseudon.

für Johann
Georg Gayelin; s. d.!

Jlle, Eduard,

wurde am 17. Mai
1823 in München als der Sohn eines
kleinen Beamten geboren, der früh-
zeitig verstarb, besuchte die Latein-
schule und das Gymnasium seiner
Vaterstadt und bezog dann zur Aus-
bildung seiner künstlerischen Anlagen
die dortige Akademie, an der er die
Unterweisung von Julius Schnorr
von Carolsfeld genoß. Mit Schnorrs
Berufung nach Dresden trat J. in
Moriz von Schwinds Atelier, der
1847 seine Münchener akademische
Tätigkeit eröffnete, und J. zählte zu
dessen ersten und treuesten Schülern.
Ebenso des Wortes, wie der Feder
und des Zeichenstifts mächtig, schloß
sich J. dem damaligen Münchener
Dichterkreis an, schrieb lyrische und
epische Gedichte und betätigte mit
einigen Schauspielen eine etwas emp-
sindsame Art. Auch lieferte er durch
viele Jahre eine große Anzahl von
Jllustrationen zu M. Schleichs
"Punsch", einem damals weitverbrei-
teten humoristischen Wochenblatte.
Jn das ihm ganz zusagende Fahr-
wasser geriet J. jedoch, als er mit der
Verlagshandlung Braun und Schnei-
der in Berührung trat und sowohl
für die "Fliegenden Blätter", wie für
die "Münchener Bilderbogen" eine
ganz außerordentliche Tätigkeit ent-
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faltete. Seit 1864 gehörte er denn
auch als ständiger Beirat der Redak-
tion der "Fliegenden Blätter" an u.
lag ihm die kritische Prüfung u. Aus-
wahl des täglich einlaufenden Mate-
rials ob. Weiteren Kreisen wurde J.
bekannt durch die originellen Kom-
positionen der "Vier Temperamente"
und der "Sieben Todsünden" sowie
durch andere in zyklischer Form bear-
beitete Probleme, und sein Ruf stei-
gerte sich noch durch die im Auftrage
König Ludwigs II. ausgeführten gro-
ßen Aquarelle, wofür ihn der König
1868 zum Titularprofessor der Mün-
chener Akademie ernannte. Jn einem
auch von seinem Lehrer M. v. Schwind
beliebten, fortlaufenden, höchst an-
ziehenden Nebeneinander brachte J.
noch zur Darstellung die Sagen vom
"Tannhäuser", "Lohengrin", "Par-
zival" und die "Nibelungen"-Mythe,
ebenso aber das Zeitalter des Hans
Sachs, des Dreißigjährigen Krieges,
des Prinz Eugenius usw. J. hatte
sich nach dem Tode seiner über alles
verehrten Mutter zweimal verheira-
tet, zuerst mit einer Baronesse von
Riederer, dann mit der Jugendschrift-
stellerin Maria von Beeg, welche ihm
zur Sonne seines Alters ward. Er
starb am 18. Dez. 1900 in München.

S:

Kaiser Joseph II. (Dram. Lebens-
bild, geschr. 1848), 1850. 2. A. 1888.
- Mozarts Tod (Tr.), o. J. - Ge-
dichte, 1855. - Herzog Friedel mit der
leeren Tasche (Op., Mus. v. Nagiller),
1859. - Kunst und Leben (Schausp.),
1872. - Der Staberl und Hanswurst
(16 Bilder mit Text), 1884.

Jlle, Marie,

bekannt unter ihrem
Mädchennamen Maria Beeg, wur-
de am 14. Septbr. 1855 in Fürth ge-
boren und wuchs hier in einer kin-
derreichen Familie aus. Unter der
Obhut eines hochgebildeten Vaters,
des Direktors des königl. Gewerbe-
museums, D. Beeg, und einer vor-
trefflichen Mutter gestaltete sich ihre
Jugend zu einer glücklichen, sorglosen

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Jlg
Sozialethiker Albert Kalthoff die
Wochenſchrift für öffentliches Leben,
Literatur u. Kunſt „Das Blaubuch“,
die er nach Kalthoffs Tode (Mai
1906) mit Herm. Kienzl herausgab
und jetzt allein leitet.

S:

Abend-
läuten (zwei En.), 1898. – Der Mär-
chenſucher. Liebe (zwei En.), 1898.
– Käthe Wandel (Schauſp.), 1901. –
Heinrich Polent (Dr.), 1901. – Mörike
und Goethe (Literar. Studie), 1902.
– Wilhelm von Polenz (Literariſche
Studie), 1904. – Die Wahrheitſucher
(Schſp.), 1909. – Die beiden Har-
tungs (R.), 1909.

Jlgeny, A., Pſeudon.

für Johann
Georg Gayelin; ſ. d.!

Jlle, Eduard,

wurde am 17. Mai
1823 in München als der Sohn eines
kleinen Beamten geboren, der früh-
zeitig verſtarb, beſuchte die Latein-
ſchule und das Gymnaſium ſeiner
Vaterſtadt und bezog dann zur Aus-
bildung ſeiner künſtleriſchen Anlagen
die dortige Akademie, an der er die
Unterweiſung von Julius Schnorr
von Carolsfeld genoß. Mit Schnorrs
Berufung nach Dresden trat J. in
Moriz von Schwinds Atelier, der
1847 ſeine Münchener akademiſche
Tätigkeit eröffnete, und J. zählte zu
deſſen erſten und treueſten Schülern.
Ebenſo des Wortes, wie der Feder
und des Zeichenſtifts mächtig, ſchloß
ſich J. dem damaligen Münchener
Dichterkreis an, ſchrieb lyriſche und
epiſche Gedichte und betätigte mit
einigen Schauſpielen eine etwas emp-
ſindſame Art. Auch lieferte er durch
viele Jahre eine große Anzahl von
Jlluſtrationen zu M. Schleichs
„Punſch“, einem damals weitverbrei-
teten humoriſtiſchen Wochenblatte.
Jn das ihm ganz zuſagende Fahr-
waſſer geriet J. jedoch, als er mit der
Verlagshandlung Braun und Schnei-
der in Berührung trat und ſowohl
für die „Fliegenden Blätter“, wie für
die „Münchener Bilderbogen“ eine
ganz außerordentliche Tätigkeit ent-
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faltete. Seit 1864 gehörte er denn
auch als ſtändiger Beirat der Redak-
tion der „Fliegenden Blätter“ an u.
lag ihm die kritiſche Prüfung u. Aus-
wahl des täglich einlaufenden Mate-
rials ob. Weiteren Kreiſen wurde J.
bekannt durch die originellen Kom-
poſitionen der „Vier Temperamente“
und der „Sieben Todſünden“ ſowie
durch andere in zykliſcher Form bear-
beitete Probleme, und ſein Ruf ſtei-
gerte ſich noch durch die im Auftrage
König Ludwigs II. ausgeführten gro-
ßen Aquarelle, wofür ihn der König
1868 zum Titularprofeſſor der Mün-
chener Akademie ernannte. Jn einem
auch von ſeinem Lehrer M. v. Schwind
beliebten, fortlaufenden, höchſt an-
ziehenden Nebeneinander brachte J.
noch zur Darſtellung die Sagen vom
„Tannhäuſer“, „Lohengrin“, „Par-
zival“ und die „Nibelungen“-Mythe,
ebenſo aber das Zeitalter des Hans
Sachs, des Dreißigjährigen Krieges,
des Prinz Eugenius uſw. J. hatte
ſich nach dem Tode ſeiner über alles
verehrten Mutter zweimal verheira-
tet, zuerſt mit einer Baroneſſe von
Riederer, dann mit der Jugendſchrift-
ſtellerin Maria von Beeg, welche ihm
zur Sonne ſeines Alters ward. Er
ſtarb am 18. Dez. 1900 in München.

S:

Kaiſer Joſeph II. (Dram. Lebens-
bild, geſchr. 1848), 1850. 2. A. 1888.
– Mozarts Tod (Tr.), o. J. – Ge-
dichte, 1855. – Herzog Friedel mit der
leeren Taſche (Op., Muſ. v. Nagiller),
1859. – Kunſt und Leben (Schauſp.),
1872. – Der Staberl und Hanswurſt
(16 Bilder mit Text), 1884.

Jlle, Marie,

bekannt unter ihrem
Mädchennamen Maria Beeg, wur-
de am 14. Septbr. 1855 in Fürth ge-
boren und wuchs hier in einer kin-
derreichen Familie auſ. Unter der
Obhut eines hochgebildeten Vaters,
des Direktors des königl. Gewerbe-
muſeums, D. Beeg, und einer vor-
trefflichen Mutter geſtaltete ſich ihre
Jugend zu einer glücklichen, ſorgloſen

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[359/0363] Jlg Jll Sozialethiker Albert Kalthoff die Wochenſchrift für öffentliches Leben, Literatur u. Kunſt „Das Blaubuch“, die er nach Kalthoffs Tode (Mai 1906) mit Herm. Kienzl herausgab und jetzt allein leitet. S: Abend- läuten (zwei En.), 1898. – Der Mär- chenſucher. Liebe (zwei En.), 1898. – Käthe Wandel (Schauſp.), 1901. – Heinrich Polent (Dr.), 1901. – Mörike und Goethe (Literar. Studie), 1902. – Wilhelm von Polenz (Literariſche Studie), 1904. – Die Wahrheitſucher (Schſp.), 1909. – Die beiden Har- tungs (R.), 1909. Jlgeny, A., Pſeudon. für Johann Georg Gayelin; ſ. d.! Jlle, Eduard, wurde am 17. Mai 1823 in München als der Sohn eines kleinen Beamten geboren, der früh- zeitig verſtarb, beſuchte die Latein- ſchule und das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und bezog dann zur Aus- bildung ſeiner künſtleriſchen Anlagen die dortige Akademie, an der er die Unterweiſung von Julius Schnorr von Carolsfeld genoß. Mit Schnorrs Berufung nach Dresden trat J. in Moriz von Schwinds Atelier, der 1847 ſeine Münchener akademiſche Tätigkeit eröffnete, und J. zählte zu deſſen erſten und treueſten Schülern. Ebenſo des Wortes, wie der Feder und des Zeichenſtifts mächtig, ſchloß ſich J. dem damaligen Münchener Dichterkreis an, ſchrieb lyriſche und epiſche Gedichte und betätigte mit einigen Schauſpielen eine etwas emp- ſindſame Art. Auch lieferte er durch viele Jahre eine große Anzahl von Jlluſtrationen zu M. Schleichs „Punſch“, einem damals weitverbrei- teten humoriſtiſchen Wochenblatte. Jn das ihm ganz zuſagende Fahr- waſſer geriet J. jedoch, als er mit der Verlagshandlung Braun und Schnei- der in Berührung trat und ſowohl für die „Fliegenden Blätter“, wie für die „Münchener Bilderbogen“ eine ganz außerordentliche Tätigkeit ent- faltete. Seit 1864 gehörte er denn auch als ſtändiger Beirat der Redak- tion der „Fliegenden Blätter“ an u. lag ihm die kritiſche Prüfung u. Aus- wahl des täglich einlaufenden Mate- rials ob. Weiteren Kreiſen wurde J. bekannt durch die originellen Kom- poſitionen der „Vier Temperamente“ und der „Sieben Todſünden“ ſowie durch andere in zykliſcher Form bear- beitete Probleme, und ſein Ruf ſtei- gerte ſich noch durch die im Auftrage König Ludwigs II. ausgeführten gro- ßen Aquarelle, wofür ihn der König 1868 zum Titularprofeſſor der Mün- chener Akademie ernannte. Jn einem auch von ſeinem Lehrer M. v. Schwind beliebten, fortlaufenden, höchſt an- ziehenden Nebeneinander brachte J. noch zur Darſtellung die Sagen vom „Tannhäuſer“, „Lohengrin“, „Par- zival“ und die „Nibelungen“-Mythe, ebenſo aber das Zeitalter des Hans Sachs, des Dreißigjährigen Krieges, des Prinz Eugenius uſw. J. hatte ſich nach dem Tode ſeiner über alles verehrten Mutter zweimal verheira- tet, zuerſt mit einer Baroneſſe von Riederer, dann mit der Jugendſchrift- ſtellerin Maria von Beeg, welche ihm zur Sonne ſeines Alters ward. Er ſtarb am 18. Dez. 1900 in München. S: Kaiſer Joſeph II. (Dram. Lebens- bild, geſchr. 1848), 1850. 2. A. 1888. – Mozarts Tod (Tr.), o. J. – Ge- dichte, 1855. – Herzog Friedel mit der leeren Taſche (Op., Muſ. v. Nagiller), 1859. – Kunſt und Leben (Schauſp.), 1872. – Der Staberl und Hanswurſt (16 Bilder mit Text), 1884. Jlle, Marie, bekannt unter ihrem Mädchennamen Maria Beeg, wur- de am 14. Septbr. 1855 in Fürth ge- boren und wuchs hier in einer kin- derreichen Familie auſ. Unter der Obhut eines hochgebildeten Vaters, des Direktors des königl. Gewerbe- muſeums, D. Beeg, und einer vor- trefflichen Mutter geſtaltete ſich ihre Jugend zu einer glücklichen, ſorgloſen *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 359. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/363>, abgerufen am 25.03.2019.