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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Jün
Studienzeit veröffentlichte er seine
Broschüre "Heinrich Heine, ein Natio-
naljude" (1896), und in den Jahren
1903-05 redigierte er die satirische
Zeitschrift "Schlemiel". Er lebt als
Dr. med. u. praktischer Arzt in Ber-
lin.

S:

Jrrfahrten (Ep., inzwischen
aus dem Buchhandel zurückgezogen),
1901. - Dornen (Ge.), 1906.

*Jüngst, Antonie,

* am 13. Juni
1843 zu Werne in Westfalen als die
Tochter eines Steuerempfängers, kam
nach dem frühen Tode ihrer Eltern
als das vorjüngste von vielen Kindern
1848 nach Rheine, wo sie im Hause des
Justizrats Crone die liebevollste Auf-
nahme fand. Jhre Pflegeeltern, selbst
kinderlos, ließen ihr die sorgfältigste
Erziehung angedeihen und sandten sie
zur Vollendung ihrer Ausbildung
1830 in das Ursulinerinnenkloster
St. Leonard zu Aachen, wo sie andert-
halb Jahre blieb. Dann kehrte sie zu
ihren Pflegeeltern zurück, die inzwischen
nach Münster übergesiedelt waren, u.
hier wurde Antonie bald mit dem blin-
den Professor C. B. Schlüter bekannt,
von dem sie manche Anregung zu dich-
terischem Streben empfing. Jn Ge-
meinschaft mit demselben übersetzte sie
auch viele Gedichte aus dem Englischen.
Die Sorge für ihre bejahrte Pflege-
mutter war für die Dichterin die höchste
Freude, und sie genoß dieselbe, bis
der Tod jene im Novembrr 1893 aus
dieser Zeitlichkeit abrief. Seitdem lebt
sie in Münster, fortgesetzt literarisch
tätig.

S:

F. W. Fabers Gedichte;
aus dem Engl. (mit C. B. Schlüter)
übers., 1871. - Mrs. Mac Mullocks
Gedichte; übers., 1873. - Ausgewählte
Gedichte von Felicia Hemans, deutsch,
1877. - Konradin der Staufe (Ep. G.),
1883. 3. A. 1898. - Der Tod Baldurs
(Ep. G.), 1886. 2. A. 1905. - Der
Glocken Romfahrt (Bilderkreis), 1884.
2. A. 1899. - Unterm Krummstab (Ein
Sang aus alter Zeit), 1889. 2. A.
1902. - Vater Unser (Zyklus von Ge.),
1892. - Wider Willen. Wandlungen.
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Jün
Hüben und drüben (3 Nn.) 1892. -
Leben und Weben (Lr. u. Ge.), 1894. -
Reginhald von Reinhardsbrunn (Eine
Thüringer Waldgesch.), 1896. - Guta
von Triberg (Ein Schwarzwald-Mär-
chen), 1897. - Strandgut des Lebens
(Gesammelte Nn.); II, 1898-1902. -
Ein Meteor (E.), 1898.-Roma aeterna
(Stimmungsbilder in Poesie u. Prosa),
1900. 2. A. 1905. - Das Leben eine
Gefahr, der Tod eine Gnade (E.),
1902. - Aus meiner Werkstatt (Neue
Ge.), 1902. - Gesucht und gefunden
(Tagebuchbl. eines alten Fräuleins),
1889. 2. A. 1909. - Wege und Ziele
(R.), 1905. - Gezeichnet! (Ein Büch-
lein von der Fürsorge; mit Beiträgen
von andern; hrsg.), 1905. - Bernhard
Overberg (Bilder a. d. Leben eines
katholischen Priesters u. Schulman-
nes. D.), 1906. - Consolatrix afflic-
torum
(E. aus dem 14. Jahrhund.),
2. Aufl. 1908. - Maria von Mag-
dala (D. in Bildern), 1909. - Ohne
Halt und Hort (N.), 1909. - Schick-
salswalten (Nn.), 1910. - Sommer-
fäden (Neue Ge.), 1910. - Die Eich-
höfer (Dorfgesch. aus dem Münster-
lande), 1910.

*Jüngst, Marie,

ältere Schwester
der Vorigen, wurde am 30. Septbr.
1835 zu Borken in Westfalen geboren,
trat 1865 unter dem Namen Franziska
Maria in die Genossenschaft der
"Schwestern von der Heimsuchung",
in der sie als Lehrerin in einem Pen-
sionate tätig war. Als ihre zuneh-
mende Kränklichkeit sie zu größerer
Ruhe und Schonung nötigte, ent-
wickelte sich ihr poetisches Talent zur
vollen Blüte. Aus jener Zeit stammen
denn außer Gedichten auch ihre reli-
giösen Dramen. Die Folgen des
Kulturkampfes trieben die Schwestern
aus ihrem bisherigen Heim auf St.
Mauritz bei Münster, und Franziska
Maria ward dem Kloster St. Mar-
cellin bei Grenoble zugeteilt. Hier
starb sie sechs Wochen nach ihrer Über-
siedlung am 21. Okt. 1875.

S:

Ruth

*


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Jün
Studienzeit veröffentlichte er ſeine
Broſchüre „Heinrich Heine, ein Natio-
naljude“ (1896), und in den Jahren
1903–05 redigierte er die ſatiriſche
Zeitſchrift „Schlemiel“. Er lebt als
Dr. med. u. praktiſcher Arzt in Ber-
lin.

S:

Jrrfahrten (Ep., inzwiſchen
aus dem Buchhandel zurückgezogen),
1901. – Dornen (Ge.), 1906.

*Jüngſt, Antonie,

* am 13. Juni
1843 zu Werne in Weſtfalen als die
Tochter eines Steuerempfängers, kam
nach dem frühen Tode ihrer Eltern
als das vorjüngſte von vielen Kindern
1848 nach Rheine, wo ſie im Hauſe des
Juſtizrats Crone die liebevollſte Auf-
nahme fand. Jhre Pflegeeltern, ſelbſt
kinderlos, ließen ihr die ſorgfältigſte
Erziehung angedeihen und ſandten ſie
zur Vollendung ihrer Ausbildung
1830 in das Urſulinerinnenkloſter
St. Leonard zu Aachen, wo ſie andert-
halb Jahre blieb. Dann kehrte ſie zu
ihren Pflegeeltern zurück, die inzwiſchen
nach Münſter übergeſiedelt waren, u.
hier wurde Antonie bald mit dem blin-
den Profeſſor C. B. Schlüter bekannt,
von dem ſie manche Anregung zu dich-
teriſchem Streben empfing. Jn Ge-
meinſchaft mit demſelben überſetzte ſie
auch viele Gedichte aus dem Engliſchen.
Die Sorge für ihre bejahrte Pflege-
mutter war für die Dichterin die höchſte
Freude, und ſie genoß dieſelbe, bis
der Tod jene im Novembrr 1893 aus
dieſer Zeitlichkeit abrief. Seitdem lebt
ſie in Münſter, fortgeſetzt literariſch
tätig.

S:

F. W. Fabers Gedichte;
aus dem Engl. (mit C. B. Schlüter)
überſ., 1871. – Mrs. Mac Mullocks
Gedichte; überſ., 1873. – Ausgewählte
Gedichte von Felicia Hemans, deutſch,
1877. – Konradin der Staufe (Ep. G.),
1883. 3. A. 1898. – Der Tod Baldurs
(Ep. G.), 1886. 2. A. 1905. – Der
Glocken Romfahrt (Bilderkreis), 1884.
2. A. 1899. – Unterm Krummſtab (Ein
Sang aus alter Zeit), 1889. 2. A.
1902. – Vater Unſer (Zyklus von Ge.),
1892. – Wider Willen. Wandlungen.
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Jün
Hüben und drüben (3 Nn.) 1892. –
Leben und Weben (Lr. u. Ge.), 1894. –
Reginhald von Reinhardsbrunn (Eine
Thüringer Waldgeſch.), 1896. – Guta
von Triberg (Ein Schwarzwald-Mär-
chen), 1897. – Strandgut des Lebens
(Geſammelte Nn.); II, 1898–1902. –
Ein Meteor (E.), 1898.–Roma aeterna
(Stimmungsbilder in Poeſie u. Proſa),
1900. 2. A. 1905. – Das Leben eine
Gefahr, der Tod eine Gnade (E.),
1902. – Aus meiner Werkſtatt (Neue
Ge.), 1902. – Geſucht und gefunden
(Tagebuchbl. eines alten Fräuleins),
1889. 2. A. 1909. – Wege und Ziele
(R.), 1905. – Gezeichnet! (Ein Büch-
lein von der Fürſorge; mit Beiträgen
von andern; hrsg.), 1905. – Bernhard
Overberg (Bilder a. d. Leben eines
katholiſchen Prieſters u. Schulman-
nes. D.), 1906. – Consolatrix afflic-
torum
(E. aus dem 14. Jahrhund.),
2. Aufl. 1908. – Maria von Mag-
dala (D. in Bildern), 1909. – Ohne
Halt und Hort (N.), 1909. – Schick-
ſalswalten (Nn.), 1910. – Sommer-
fäden (Neue Ge.), 1910. – Die Eich-
höfer (Dorfgeſch. aus dem Münſter-
lande), 1910.

*Jüngſt, Marie,

ältere Schweſter
der Vorigen, wurde am 30. Septbr.
1835 zu Borken in Weſtfalen geboren,
trat 1865 unter dem Namen Franziska
Maria in die Genoſſenſchaft der
„Schweſtern von der Heimſuchung“,
in der ſie als Lehrerin in einem Pen-
ſionate tätig war. Als ihre zuneh-
mende Kränklichkeit ſie zu größerer
Ruhe und Schonung nötigte, ent-
wickelte ſich ihr poetiſches Talent zur
vollen Blüte. Aus jener Zeit ſtammen
denn außer Gedichten auch ihre reli-
giöſen Dramen. Die Folgen des
Kulturkampfes trieben die Schweſtern
aus ihrem bisherigen Heim auf St.
Mauritz bei Münſter, und Franziska
Maria ward dem Kloſter St. Mar-
cellin bei Grenoble zugeteilt. Hier
ſtarb ſie ſechs Wochen nach ihrer Über-
ſiedlung am 21. Okt. 1875.

S:

Ruth

*
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[384/0388] Jün Jün Studienzeit veröffentlichte er ſeine Broſchüre „Heinrich Heine, ein Natio- naljude“ (1896), und in den Jahren 1903–05 redigierte er die ſatiriſche Zeitſchrift „Schlemiel“. Er lebt als Dr. med. u. praktiſcher Arzt in Ber- lin. S: Jrrfahrten (Ep., inzwiſchen aus dem Buchhandel zurückgezogen), 1901. – Dornen (Ge.), 1906. *Jüngſt, Antonie, * am 13. Juni 1843 zu Werne in Weſtfalen als die Tochter eines Steuerempfängers, kam nach dem frühen Tode ihrer Eltern als das vorjüngſte von vielen Kindern 1848 nach Rheine, wo ſie im Hauſe des Juſtizrats Crone die liebevollſte Auf- nahme fand. Jhre Pflegeeltern, ſelbſt kinderlos, ließen ihr die ſorgfältigſte Erziehung angedeihen und ſandten ſie zur Vollendung ihrer Ausbildung 1830 in das Urſulinerinnenkloſter St. Leonard zu Aachen, wo ſie andert- halb Jahre blieb. Dann kehrte ſie zu ihren Pflegeeltern zurück, die inzwiſchen nach Münſter übergeſiedelt waren, u. hier wurde Antonie bald mit dem blin- den Profeſſor C. B. Schlüter bekannt, von dem ſie manche Anregung zu dich- teriſchem Streben empfing. Jn Ge- meinſchaft mit demſelben überſetzte ſie auch viele Gedichte aus dem Engliſchen. Die Sorge für ihre bejahrte Pflege- mutter war für die Dichterin die höchſte Freude, und ſie genoß dieſelbe, bis der Tod jene im Novembrr 1893 aus dieſer Zeitlichkeit abrief. Seitdem lebt ſie in Münſter, fortgeſetzt literariſch tätig. S: F. W. Fabers Gedichte; aus dem Engl. (mit C. B. Schlüter) überſ., 1871. – Mrs. Mac Mullocks Gedichte; überſ., 1873. – Ausgewählte Gedichte von Felicia Hemans, deutſch, 1877. – Konradin der Staufe (Ep. G.), 1883. 3. A. 1898. – Der Tod Baldurs (Ep. G.), 1886. 2. A. 1905. – Der Glocken Romfahrt (Bilderkreis), 1884. 2. A. 1899. – Unterm Krummſtab (Ein Sang aus alter Zeit), 1889. 2. A. 1902. – Vater Unſer (Zyklus von Ge.), 1892. – Wider Willen. Wandlungen. Hüben und drüben (3 Nn.) 1892. – Leben und Weben (Lr. u. Ge.), 1894. – Reginhald von Reinhardsbrunn (Eine Thüringer Waldgeſch.), 1896. – Guta von Triberg (Ein Schwarzwald-Mär- chen), 1897. – Strandgut des Lebens (Geſammelte Nn.); II, 1898–1902. – Ein Meteor (E.), 1898.–Roma aeterna (Stimmungsbilder in Poeſie u. Proſa), 1900. 2. A. 1905. – Das Leben eine Gefahr, der Tod eine Gnade (E.), 1902. – Aus meiner Werkſtatt (Neue Ge.), 1902. – Geſucht und gefunden (Tagebuchbl. eines alten Fräuleins), 1889. 2. A. 1909. – Wege und Ziele (R.), 1905. – Gezeichnet! (Ein Büch- lein von der Fürſorge; mit Beiträgen von andern; hrsg.), 1905. – Bernhard Overberg (Bilder a. d. Leben eines katholiſchen Prieſters u. Schulman- nes. D.), 1906. – Consolatrix afflic- torum (E. aus dem 14. Jahrhund.), 2. Aufl. 1908. – Maria von Mag- dala (D. in Bildern), 1909. – Ohne Halt und Hort (N.), 1909. – Schick- ſalswalten (Nn.), 1910. – Sommer- fäden (Neue Ge.), 1910. – Die Eich- höfer (Dorfgeſch. aus dem Münſter- lande), 1910. *Jüngſt, Marie, ältere Schweſter der Vorigen, wurde am 30. Septbr. 1835 zu Borken in Weſtfalen geboren, trat 1865 unter dem Namen Franziska Maria in die Genoſſenſchaft der „Schweſtern von der Heimſuchung“, in der ſie als Lehrerin in einem Pen- ſionate tätig war. Als ihre zuneh- mende Kränklichkeit ſie zu größerer Ruhe und Schonung nötigte, ent- wickelte ſich ihr poetiſches Talent zur vollen Blüte. Aus jener Zeit ſtammen denn außer Gedichten auch ihre reli- giöſen Dramen. Die Folgen des Kulturkampfes trieben die Schweſtern aus ihrem bisherigen Heim auf St. Mauritz bei Münſter, und Franziska Maria ward dem Kloſter St. Mar- cellin bei Grenoble zugeteilt. Hier ſtarb ſie ſechs Wochen nach ihrer Über- ſiedlung am 21. Okt. 1875. S: Ruth *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 384. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/388>, abgerufen am 24.03.2019.