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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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sowohl auf politischem, als auch belle-
tristischem, kunsthistorischem u. lokal-
historischem Gebiete. Nachdem er sich
die Würde eines Dr. jur. erworben,
trat er zunächst in die juristische Lauf-
bahn ein u. war 21/2 Jahre als Refe-
rendar beim Amtsgericht und Land-
gericht in Düsseldorf tätig. Ende
1882 widmete sich K. ganz der Publi-
zistik, trat am 1. Januar 1883 in die
Redaktion der "Fuldaer Zeitung" ein,
übernahm am 1. Septbr. 1884 die
Redaktion des "Badischen Beobach-
ters" in Karlsruhe, führte 1889-91
die Chefredaktion des "Münchener
Fremdenblatts", redigierte 1898 bis
1904 die "Wahrheit" und 1903-04
die "Bayerische Tages-Korrespon-
denz" u. gibt seit dem 1. April 1904
die "Allgemeine Rundschau. Wochen-
schrift für Politik und Kultur" im
eigenen Verlage heraus. Außer eini-
gen politischen u. juristischen Schrif-
ten veröffentlichte er

S:

Weihnachts-
grüße (Festgabe), 1890. - Jm Blüten-
duft und Winterschnee (Ge. u. Nn.),
1894. - Neue Weihnachtsgrüße (mit
Küppers, Dirkink, M. v. Ekensteen
u. a. hrsg.), 1904. - Auf Höhenpfa-
den (Anthol. von Gn.), 1909.

*Kausler, Rudolf,

geb. am 26.
August 1811 in Göppingen (Würt-
temberg), war der jüngste Sohn des
dortigen Oberamtmanns, der bald
darauf nach Leonberg und 1819 als
Regierungsrat nach Stuttgart ver-
setzt ward, wo er 1822 starb. Rudolf
besuchte nach vollendeter Schulzeit
das niedere theologische Seminar in
Blaubeuren, und diese Zeit hat er
später immer als die glücklichste sei-
nes Lebens bezeichnet. Jm Herbst
1829 trat er in das Tübinger Stift
ein, um Theologie zu studieren. Ein
anregender Kreis von Freunden, wie
Hermann Kurz, Berth. Auerbach,
Ludwig Seeger, Adalbert Keller u. a.
verschönte ihm diese Studienjahre.
Jm Jahre 1834 wurde er Vikar bei
einem Oheim in Oberrot, dann Stifts-
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bibliothekar in Tübingen, hierauf
Vikar bei einem anderen Oheim in
Burch und lebte danach ohne Amt,
mit literarischen Arbeiten beschäftigt.
So gab er mit seinem älteren Bruder
Eduard von K. die "Geschichte der
Kreuzzüge und des Königreichs Jeru-
salem, aus dem Lateinischen des Erz-
bischofs Wilhelm von Tyrus" (1840)
heraus. Nachdem er später an ver-
schiedenen Orten Pfarrverweser ge-
wesen war, wurde er 1843 Pfarrer in
Perouse, einer Waldensergemeinde,
1853 in Stötter auf der Alb u. 1863
in Klein-Eislingen. Nach längerem
Leiden trat er 1874 in den Ruhestand
und siedelte nach Stuttgart über, wo
er aber bereits am 27. Novbr. 1874
starb. Er war unvermählt geblieben;
eine verwitwete Schwester und deren
Tochter führten ihm den Haushalt.

S:

Erzählungen, 1851.

*Kautsky, Minna,

wurde am 11.
Juni 1835 als die älteste Tochter des
Theatermalers Anton Jaisch zu
Graz in Steiermark geboren, von wo
sie 1845 mit ihren Eltern nach Prag
übersiedelte. Jhre nach mehreren
Richtungen hin ausgesprochene künst-
lerische Veranlagung erregte die Auf-
merksamkeit des Vaters, eines hoch-
gebildeten Mannes; doch verhielt sich
der letztere gegen den Wunsch der
Tochter, sich der Bühne widmen zu
dürfen, entschieden ablehnend. Die
leidenschaftliche Energie der Tochter
erreichte indes, daß sie hin u. wieder,
auf dem Liebhaber-Theater zu St.
Niclas und am Prager Stadttheater
auftreten durfte, und als sie sich im
Januar 1854 mit Johann Kautsky,
einem jungen akademischen Maler,
verheiratet hatte, stand ihrem Wun-
sche nichts mehr entgegen. Sie trat
sofort in ein Engagement zu Olmütz
ein, kehrte im folgenden Winter an
das Deutsche Theater in Prag zurück,
spielte 1860 in Sondershausen und
Berlin und erhielt Ende 1861 einen
Ruf an das böhmische Landestheater

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Kau
ſowohl auf politiſchem, als auch belle-
triſtiſchem, kunſthiſtoriſchem u. lokal-
hiſtoriſchem Gebiete. Nachdem er ſich
die Würde eines Dr. jur. erworben,
trat er zunächſt in die juriſtiſche Lauf-
bahn ein u. war 2½ Jahre als Refe-
rendar beim Amtsgericht und Land-
gericht in Düſſeldorf tätig. Ende
1882 widmete ſich K. ganz der Publi-
ziſtik, trat am 1. Januar 1883 in die
Redaktion der „Fuldaer Zeitung“ ein,
übernahm am 1. Septbr. 1884 die
Redaktion des „Badiſchen Beobach-
ters“ in Karlsruhe, führte 1889–91
die Chefredaktion des „Münchener
Fremdenblatts“, redigierte 1898 bis
1904 die „Wahrheit“ und 1903–04
die „Bayeriſche Tages-Korreſpon-
denz“ u. gibt ſeit dem 1. April 1904
die „Allgemeine Rundſchau. Wochen-
ſchrift für Politik und Kultur“ im
eigenen Verlage heraus. Außer eini-
gen politiſchen u. juriſtiſchen Schrif-
ten veröffentlichte er

S:

Weihnachts-
grüße (Feſtgabe), 1890. – Jm Blüten-
duft und Winterſchnee (Ge. u. Nn.),
1894. – Neue Weihnachtsgrüße (mit
Küppers, Dirkink, M. v. Ekenſteen
u. a. hrsg.), 1904. – Auf Höhenpfa-
den (Anthol. von Gn.), 1909.

*Kausler, Rudolf,

geb. am 26.
Auguſt 1811 in Göppingen (Würt-
temberg), war der jüngſte Sohn des
dortigen Oberamtmanns, der bald
darauf nach Leonberg und 1819 als
Regierungsrat nach Stuttgart ver-
ſetzt ward, wo er 1822 ſtarb. Rudolf
beſuchte nach vollendeter Schulzeit
das niedere theologiſche Seminar in
Blaubeuren, und dieſe Zeit hat er
ſpäter immer als die glücklichſte ſei-
nes Lebens bezeichnet. Jm Herbſt
1829 trat er in das Tübinger Stift
ein, um Theologie zu ſtudieren. Ein
anregender Kreis von Freunden, wie
Hermann Kurz, Berth. Auerbach,
Ludwig Seeger, Adalbert Keller u. a.
verſchönte ihm dieſe Studienjahre.
Jm Jahre 1834 wurde er Vikar bei
einem Oheim in Oberrot, dann Stifts-
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Kau
bibliothekar in Tübingen, hierauf
Vikar bei einem anderen Oheim in
Burch und lebte danach ohne Amt,
mit literariſchen Arbeiten beſchäftigt.
So gab er mit ſeinem älteren Bruder
Eduard von K. die „Geſchichte der
Kreuzzüge und des Königreichs Jeru-
ſalem, aus dem Lateiniſchen des Erz-
biſchofs Wilhelm von Tyrus“ (1840)
heraus. Nachdem er ſpäter an ver-
ſchiedenen Orten Pfarrverweſer ge-
weſen war, wurde er 1843 Pfarrer in
Perouſe, einer Waldenſergemeinde,
1853 in Stötter auf der Alb u. 1863
in Klein-Eislingen. Nach längerem
Leiden trat er 1874 in den Ruheſtand
und ſiedelte nach Stuttgart über, wo
er aber bereits am 27. Novbr. 1874
ſtarb. Er war unvermählt geblieben;
eine verwitwete Schweſter und deren
Tochter führten ihm den Haushalt.

S:

Erzählungen, 1851.

*Kautsky, Minna,

wurde am 11.
Juni 1835 als die älteſte Tochter des
Theatermalers Anton Jaiſch zu
Graz in Steiermark geboren, von wo
ſie 1845 mit ihren Eltern nach Prag
überſiedelte. Jhre nach mehreren
Richtungen hin ausgeſprochene künſt-
leriſche Veranlagung erregte die Auf-
merkſamkeit des Vaters, eines hoch-
gebildeten Mannes; doch verhielt ſich
der letztere gegen den Wunſch der
Tochter, ſich der Bühne widmen zu
dürfen, entſchieden ablehnend. Die
leidenſchaftliche Energie der Tochter
erreichte indes, daß ſie hin u. wieder,
auf dem Liebhaber-Theater zu St.
Niclas und am Prager Stadttheater
auftreten durfte, und als ſie ſich im
Januar 1854 mit Johann Kautsky,
einem jungen akademiſchen Maler,
verheiratet hatte, ſtand ihrem Wun-
ſche nichts mehr entgegen. Sie trat
ſofort in ein Engagement zu Olmütz
ein, kehrte im folgenden Winter an
das Deutſche Theater in Prag zurück,
ſpielte 1860 in Sondershauſen und
Berlin und erhielt Ende 1861 einen
Ruf an das böhmiſche Landestheater

*
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[423/0427] Kau Kau ſowohl auf politiſchem, als auch belle- triſtiſchem, kunſthiſtoriſchem u. lokal- hiſtoriſchem Gebiete. Nachdem er ſich die Würde eines Dr. jur. erworben, trat er zunächſt in die juriſtiſche Lauf- bahn ein u. war 2½ Jahre als Refe- rendar beim Amtsgericht und Land- gericht in Düſſeldorf tätig. Ende 1882 widmete ſich K. ganz der Publi- ziſtik, trat am 1. Januar 1883 in die Redaktion der „Fuldaer Zeitung“ ein, übernahm am 1. Septbr. 1884 die Redaktion des „Badiſchen Beobach- ters“ in Karlsruhe, führte 1889–91 die Chefredaktion des „Münchener Fremdenblatts“, redigierte 1898 bis 1904 die „Wahrheit“ und 1903–04 die „Bayeriſche Tages-Korreſpon- denz“ u. gibt ſeit dem 1. April 1904 die „Allgemeine Rundſchau. Wochen- ſchrift für Politik und Kultur“ im eigenen Verlage heraus. Außer eini- gen politiſchen u. juriſtiſchen Schrif- ten veröffentlichte er S: Weihnachts- grüße (Feſtgabe), 1890. – Jm Blüten- duft und Winterſchnee (Ge. u. Nn.), 1894. – Neue Weihnachtsgrüße (mit Küppers, Dirkink, M. v. Ekenſteen u. a. hrsg.), 1904. – Auf Höhenpfa- den (Anthol. von Gn.), 1909. *Kausler, Rudolf, geb. am 26. Auguſt 1811 in Göppingen (Würt- temberg), war der jüngſte Sohn des dortigen Oberamtmanns, der bald darauf nach Leonberg und 1819 als Regierungsrat nach Stuttgart ver- ſetzt ward, wo er 1822 ſtarb. Rudolf beſuchte nach vollendeter Schulzeit das niedere theologiſche Seminar in Blaubeuren, und dieſe Zeit hat er ſpäter immer als die glücklichſte ſei- nes Lebens bezeichnet. Jm Herbſt 1829 trat er in das Tübinger Stift ein, um Theologie zu ſtudieren. Ein anregender Kreis von Freunden, wie Hermann Kurz, Berth. Auerbach, Ludwig Seeger, Adalbert Keller u. a. verſchönte ihm dieſe Studienjahre. Jm Jahre 1834 wurde er Vikar bei einem Oheim in Oberrot, dann Stifts- bibliothekar in Tübingen, hierauf Vikar bei einem anderen Oheim in Burch und lebte danach ohne Amt, mit literariſchen Arbeiten beſchäftigt. So gab er mit ſeinem älteren Bruder Eduard von K. die „Geſchichte der Kreuzzüge und des Königreichs Jeru- ſalem, aus dem Lateiniſchen des Erz- biſchofs Wilhelm von Tyrus“ (1840) heraus. Nachdem er ſpäter an ver- ſchiedenen Orten Pfarrverweſer ge- weſen war, wurde er 1843 Pfarrer in Perouſe, einer Waldenſergemeinde, 1853 in Stötter auf der Alb u. 1863 in Klein-Eislingen. Nach längerem Leiden trat er 1874 in den Ruheſtand und ſiedelte nach Stuttgart über, wo er aber bereits am 27. Novbr. 1874 ſtarb. Er war unvermählt geblieben; eine verwitwete Schweſter und deren Tochter führten ihm den Haushalt. S: Erzählungen, 1851. *Kautsky, Minna, wurde am 11. Juni 1835 als die älteſte Tochter des Theatermalers Anton Jaiſch zu Graz in Steiermark geboren, von wo ſie 1845 mit ihren Eltern nach Prag überſiedelte. Jhre nach mehreren Richtungen hin ausgeſprochene künſt- leriſche Veranlagung erregte die Auf- merkſamkeit des Vaters, eines hoch- gebildeten Mannes; doch verhielt ſich der letztere gegen den Wunſch der Tochter, ſich der Bühne widmen zu dürfen, entſchieden ablehnend. Die leidenſchaftliche Energie der Tochter erreichte indes, daß ſie hin u. wieder, auf dem Liebhaber-Theater zu St. Niclas und am Prager Stadttheater auftreten durfte, und als ſie ſich im Januar 1854 mit Johann Kautsky, einem jungen akademiſchen Maler, verheiratet hatte, ſtand ihrem Wun- ſche nichts mehr entgegen. Sie trat ſofort in ein Engagement zu Olmütz ein, kehrte im folgenden Winter an das Deutſche Theater in Prag zurück, ſpielte 1860 in Sondershauſen und Berlin und erhielt Ende 1861 einen Ruf an das böhmiſche Landestheater *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 423. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/427>, abgerufen am 24.03.2019.