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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kin
er in die Dienste der Lübeck-Büchener
Bahn, bei der er nacheinander als
Bodenmeister, Assistent und Kassierer
tätig war. Seit 1858 Beamter des
städtischen Leihhauses, war er neben-
her auch bei dem photographischen
Atelier seines Bruders beteiligt, und
als der letztere 1870 Lübeck verließ,
übernahm K. das Geschäft und gab
seine Beamtenstellung auf. Nach 14
Jahren zwang ihn eine Augenschwäche,
die photographische Tätigkeit gänz-
lich einzustellen, und seitdem widmet
er sich ganz seiner schon früher inne
gehabten Agentur für Lebensversiche-
rung. Aus Anlaß seines 50jährigen
Bürgerjubiläums verlieh ihm 1907
der Senat von Lübeck eine jährliche
Ehrendodation.

S:

Feldblomenstruß
(Humor. plattd. Ge.), 1881. 2. A.
1882. - Feldblaumen un Heckrosen
(Sammlg. plattd. Ge.), 1898.

Kindschi, Paul,

* 1869 zu Davos
in der Schweiz, widmete sich nach ab-
solvierter Realschule dem Kaufmanns-
stande, arbeitete in Davos, kürzere
Zeit auch in Leipzig als Buchhalter
und gründete dann in seinem Heimat-
orte ein eigenes Geschäft. Als Freund
des Volksschauspiels schrieb er für die
Volksbühne mehrere Stücke, von
denen bisher veröffentlicht sind

S:


Ein verlorenes Leben (Volksdrama),
1891. 2. A. 1900. - Die beiden Mül-
lerskinder (Volksschsp.), 1895. 2. A.
1900. - Verbrecher in Gedanken (des-
gleichen n. d. gleichnam. E. v. Jakob
Frey), 1909. - Auf dem Hospiz (Schau-
spiel), 1909.

*Kindt, Otto,

geb. am 8. Novbr.
1857 in Warfleth a. d. Weser in den
Marschen der alten Stedinger als der
Sohn eines Pfarrers, besuchte das
Gymnasium in Oldenburg u. wandte
sich dann dem Buchhandel zu. Sein
Beruf führte ihn nach Marburg,
Eisenach, Berlin (1878-82) u. Frank-
furt a. M. (1883-85); zwischendurch
genügte er auch seiner Militärpflicht
als Einjährig-Freiwilliger. Jm Jahre
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Kin
1885 erwarb K. die alte Baedekersche
Buchhandlung in Koblenz, woran er
dann eine Buchdruckerei angliederte;
auch begründete er eine nationale
Zeitung, die er längere Zeit selber
redigierte. Die Kaiserin Augusta er-
nannte ihn zu ihrem Hofbuchhändler.
Ganz besonderes Jnteresse widmete
K. dem Buchdruck, und derselbe fes-
selte ihn schließlich derartig, daß er
1896 nach Gießen übersiedelte, wo er
die von Münchowsche Hof- und Uni-
versitätsdruckerei angekauft hatte, u.
wo er nun als Sonderheit die stil-
gerechte Wiedergabe der "altdeut-
schen" Druckrichtung pflegt. Seine
schönwissenschaftlichen Arbeiten sind
in einer großen Zahl von Blättern
zerstreut. Jn Buchsorm erschienen
bisher

S:

Dichtungen, 1899. - Herbst-
lese (Stimmungen u. Bilder), 1905.

Kindt, Ämil Reinhold,

geb. am 23.
April 1854 in Strausberg (Mark),
lebt (1886) in Berlin.

S:

Coeur sticht!
(Lose Karten aus verbotenen Spielen),
2. A. 1886. - Märchenbuch für Jung-
gesellen, 1887. - Beim Sekt (Kleine
Überraschungen), 2. A. 1887. - Der
goldene Pantoffel, od.: Die Geschichte
von den fünf Hampelmännern, 1887.
- Madonna amüsiert sich (Loses und
Treuloses), 1888. - Aus der Schule
geplaudert (Moderne Gesellschafts-
bilder), 1888. - Geliebte Frauen, 1890.
- Moderne Hexen (Novelletten), 1890.
- Die zahme Löwin, 1892.

Kinkel, Johann, Gottfried,


wurde am 11. Aug. 1815 zu Oberkassel
bei Bonn geboren, wo sein Vater als
strenggläubiger evangelischer Pfarrer
wirkte, der auch die Erziehung des
Sohnes in dieser Richtung leitete.
Vorbereitet auf dem Gymnasium in
Bonn, studierte K. vom Herbst 1831
bis Herbst 1834 in Bonn, und von da
ab bis August 1835 in Berlin unter
Marheinike, Hengstenberg und Nean-
der Theologie, nebenher auch Philo-
logie. Jn letzterer Stadt entstanden
seine ersten poetischen Erzeugnisse, ein

*


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Kin
er in die Dienſte der Lübeck-Büchener
Bahn, bei der er nacheinander als
Bodenmeiſter, Aſſiſtent und Kaſſierer
tätig war. Seit 1858 Beamter des
ſtädtiſchen Leihhauſes, war er neben-
her auch bei dem photographiſchen
Atelier ſeines Bruders beteiligt, und
als der letztere 1870 Lübeck verließ,
übernahm K. das Geſchäft und gab
ſeine Beamtenſtellung auf. Nach 14
Jahren zwang ihn eine Augenſchwäche,
die photographiſche Tätigkeit gänz-
lich einzuſtellen, und ſeitdem widmet
er ſich ganz ſeiner ſchon früher inne
gehabten Agentur für Lebensverſiche-
rung. Aus Anlaß ſeines 50jährigen
Bürgerjubiläums verlieh ihm 1907
der Senat von Lübeck eine jährliche
Ehrendodation.

S:

Feldblomenſtruß
(Humor. plattd. Ge.), 1881. 2. A.
1882. – Feldblaumen un Heckroſen
(Sammlg. plattd. Ge.), 1898.

Kindſchi, Paul,

* 1869 zu Davos
in der Schweiz, widmete ſich nach ab-
ſolvierter Realſchule dem Kaufmanns-
ſtande, arbeitete in Davos, kürzere
Zeit auch in Leipzig als Buchhalter
und gründete dann in ſeinem Heimat-
orte ein eigenes Geſchäft. Als Freund
des Volksſchauſpiels ſchrieb er für die
Volksbühne mehrere Stücke, von
denen bisher veröffentlicht ſind

S:


Ein verlorenes Leben (Volksdrama),
1891. 2. A. 1900. – Die beiden Mül-
lerskinder (Volksſchſp.), 1895. 2. A.
1900. – Verbrecher in Gedanken (des-
gleichen n. d. gleichnam. E. v. Jakob
Frey), 1909. – Auf dem Hoſpiz (Schau-
ſpiel), 1909.

*Kindt, Otto,

geb. am 8. Novbr.
1857 in Warfleth a. d. Weſer in den
Marſchen der alten Stedinger als der
Sohn eines Pfarrers, beſuchte das
Gymnaſium in Oldenburg u. wandte
ſich dann dem Buchhandel zu. Sein
Beruf führte ihn nach Marburg,
Eiſenach, Berlin (1878–82) u. Frank-
furt a. M. (1883–85); zwiſchendurch
genügte er auch ſeiner Militärpflicht
als Einjährig-Freiwilliger. Jm Jahre
[Spaltenumbruch]

Kin
1885 erwarb K. die alte Baedekerſche
Buchhandlung in Koblenz, woran er
dann eine Buchdruckerei angliederte;
auch begründete er eine nationale
Zeitung, die er längere Zeit ſelber
redigierte. Die Kaiſerin Auguſta er-
nannte ihn zu ihrem Hofbuchhändler.
Ganz beſonderes Jntereſſe widmete
K. dem Buchdruck, und derſelbe feſ-
ſelte ihn ſchließlich derartig, daß er
1896 nach Gießen überſiedelte, wo er
die von Münchowſche Hof- und Uni-
verſitätsdruckerei angekauft hatte, u.
wo er nun als Sonderheit die ſtil-
gerechte Wiedergabe der „altdeut-
ſchen“ Druckrichtung pflegt. Seine
ſchönwiſſenſchaftlichen Arbeiten ſind
in einer großen Zahl von Blättern
zerſtreut. Jn Buchſorm erſchienen
bisher

S:

Dichtungen, 1899. – Herbſt-
leſe (Stimmungen u. Bilder), 1905.

Kindt, Ämil Reinhold,

geb. am 23.
April 1854 in Strausberg (Mark),
lebt (1886) in Berlin.

S:

Coeur ſticht!
(Loſe Karten aus verbotenen Spielen),
2. A. 1886. – Märchenbuch für Jung-
geſellen, 1887. – Beim Sekt (Kleine
Überraſchungen), 2. A. 1887. – Der
goldene Pantoffel, od.: Die Geſchichte
von den fünf Hampelmännern, 1887.
– Madonna amüſiert ſich (Loſes und
Treuloſes), 1888. – Aus der Schule
geplaudert (Moderne Geſellſchafts-
bilder), 1888. – Geliebte Frauen, 1890.
– Moderne Hexen (Novelletten), 1890.
– Die zahme Löwin, 1892.

Kinkel, Johann, Gottfried,


wurde am 11. Aug. 1815 zu Oberkaſſel
bei Bonn geboren, wo ſein Vater als
ſtrenggläubiger evangeliſcher Pfarrer
wirkte, der auch die Erziehung des
Sohnes in dieſer Richtung leitete.
Vorbereitet auf dem Gymnaſium in
Bonn, ſtudierte K. vom Herbſt 1831
bis Herbſt 1834 in Bonn, und von da
ab bis Auguſt 1835 in Berlin unter
Marheinike, Hengſtenberg und Nean-
der Theologie, nebenher auch Philo-
logie. Jn letzterer Stadt entſtanden
ſeine erſten poetiſchen Erzeugniſſe, ein

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[462/0466] Kin Kin er in die Dienſte der Lübeck-Büchener Bahn, bei der er nacheinander als Bodenmeiſter, Aſſiſtent und Kaſſierer tätig war. Seit 1858 Beamter des ſtädtiſchen Leihhauſes, war er neben- her auch bei dem photographiſchen Atelier ſeines Bruders beteiligt, und als der letztere 1870 Lübeck verließ, übernahm K. das Geſchäft und gab ſeine Beamtenſtellung auf. Nach 14 Jahren zwang ihn eine Augenſchwäche, die photographiſche Tätigkeit gänz- lich einzuſtellen, und ſeitdem widmet er ſich ganz ſeiner ſchon früher inne gehabten Agentur für Lebensverſiche- rung. Aus Anlaß ſeines 50jährigen Bürgerjubiläums verlieh ihm 1907 der Senat von Lübeck eine jährliche Ehrendodation. S: Feldblomenſtruß (Humor. plattd. Ge.), 1881. 2. A. 1882. – Feldblaumen un Heckroſen (Sammlg. plattd. Ge.), 1898. Kindſchi, Paul, * 1869 zu Davos in der Schweiz, widmete ſich nach ab- ſolvierter Realſchule dem Kaufmanns- ſtande, arbeitete in Davos, kürzere Zeit auch in Leipzig als Buchhalter und gründete dann in ſeinem Heimat- orte ein eigenes Geſchäft. Als Freund des Volksſchauſpiels ſchrieb er für die Volksbühne mehrere Stücke, von denen bisher veröffentlicht ſind S: Ein verlorenes Leben (Volksdrama), 1891. 2. A. 1900. – Die beiden Mül- lerskinder (Volksſchſp.), 1895. 2. A. 1900. – Verbrecher in Gedanken (des- gleichen n. d. gleichnam. E. v. Jakob Frey), 1909. – Auf dem Hoſpiz (Schau- ſpiel), 1909. *Kindt, Otto, geb. am 8. Novbr. 1857 in Warfleth a. d. Weſer in den Marſchen der alten Stedinger als der Sohn eines Pfarrers, beſuchte das Gymnaſium in Oldenburg u. wandte ſich dann dem Buchhandel zu. Sein Beruf führte ihn nach Marburg, Eiſenach, Berlin (1878–82) u. Frank- furt a. M. (1883–85); zwiſchendurch genügte er auch ſeiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger. Jm Jahre 1885 erwarb K. die alte Baedekerſche Buchhandlung in Koblenz, woran er dann eine Buchdruckerei angliederte; auch begründete er eine nationale Zeitung, die er längere Zeit ſelber redigierte. Die Kaiſerin Auguſta er- nannte ihn zu ihrem Hofbuchhändler. Ganz beſonderes Jntereſſe widmete K. dem Buchdruck, und derſelbe feſ- ſelte ihn ſchließlich derartig, daß er 1896 nach Gießen überſiedelte, wo er die von Münchowſche Hof- und Uni- verſitätsdruckerei angekauft hatte, u. wo er nun als Sonderheit die ſtil- gerechte Wiedergabe der „altdeut- ſchen“ Druckrichtung pflegt. Seine ſchönwiſſenſchaftlichen Arbeiten ſind in einer großen Zahl von Blättern zerſtreut. Jn Buchſorm erſchienen bisher S: Dichtungen, 1899. – Herbſt- leſe (Stimmungen u. Bilder), 1905. Kindt, Ämil Reinhold, geb. am 23. April 1854 in Strausberg (Mark), lebt (1886) in Berlin. S: Coeur ſticht! (Loſe Karten aus verbotenen Spielen), 2. A. 1886. – Märchenbuch für Jung- geſellen, 1887. – Beim Sekt (Kleine Überraſchungen), 2. A. 1887. – Der goldene Pantoffel, od.: Die Geſchichte von den fünf Hampelmännern, 1887. – Madonna amüſiert ſich (Loſes und Treuloſes), 1888. – Aus der Schule geplaudert (Moderne Geſellſchafts- bilder), 1888. – Geliebte Frauen, 1890. – Moderne Hexen (Novelletten), 1890. – Die zahme Löwin, 1892. Kinkel, Johann, Gottfried, wurde am 11. Aug. 1815 zu Oberkaſſel bei Bonn geboren, wo ſein Vater als ſtrenggläubiger evangeliſcher Pfarrer wirkte, der auch die Erziehung des Sohnes in dieſer Richtung leitete. Vorbereitet auf dem Gymnaſium in Bonn, ſtudierte K. vom Herbſt 1831 bis Herbſt 1834 in Bonn, und von da ab bis Auguſt 1835 in Berlin unter Marheinike, Hengſtenberg und Nean- der Theologie, nebenher auch Philo- logie. Jn letzterer Stadt entſtanden ſeine erſten poetiſchen Erzeugniſſe, ein *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 462. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/466>, abgerufen am 22.03.2019.