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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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zen (Ge.), 1906. - Aus stillen Stun-
den (Ge.), 1907. - Sehnsuchtswege
(Ge.), 1908. - Aus Leben und Traum
(Nn.), 1908. - Joachim Biedermeier,
der Ehrenmann (Sat. in V.), 1910. -
Die Suchenden (Dr.), 1910.

*Kipp, Heinrich,

geb. am 19. No-
vember 1881 zu Schollbruch bei Len-
gerich (Westfalen) als der Sohn eines
Lehrers, besuchte die Schule seines
Vaters, danach einige Jahre die La-
teinschule in Lengerich und die Prä-
parandenanstalt in Melle (Hannov.).
Frühe versuchte er sich in der Dicht-
kunst und noch als Präparand gab er
auf Anraten eines seiner Lehrer seine
erste Gedichtsammlung heraus. Jm
Jahre 1899 trat er in das Seminar
zu Gütersloh ein, nach dessen Absol-
vierung er 1902 Lehrer in Resse bei
Buer in Westfalen wurde. Hier blieb
er bis zum Sommer 1906, um dann
für fünf Jahre eine Lehrerstelle an
der deutschen Schule in Fangtse (Pro-
vinz Schantung, China) zu überneh-
men.

S:

Erinnerungen (Ge.), 1899.
- Schlichte Lieder, 1903.

*Kirchbach, Marie Luise,

be-
kannt unter ihrem Mädchennamen
Marie Luise Becker, wurde am
28. Dezbr. 1871 in Eberswalde als
die Tochter des Kaufmanns u. Rats-
herrn Adolf B. geboren und verlebte
dort eine sonnige, durch die zielbe-
wußte u. verständnisvolle Erziehung
ihres bedeutenden Vaters für ihre
ganze Entwicklung ausschlaggebende
Kindheit. Früh verwaist, mußte sie
sich jung auf eigene Füße stellen. Seit
1889 weilte sie lange Zeit im Hause
ihres Oheims, des Dichters Ernst
Scherenberg, in Elberfeld und genoß
auch im Janseniusschen Hause in
Bonn noch eine weitere Ausbildung.
Dann kam sie viele Jahre unter ame-
rikanischen Einfluß und Verkehr, der
ihr die Selbständigkeit gab, welche
jedem für seinen Weg durchs Leben
nötig ist. Jm Jahre 1896 trat sie
in die Redaktion der "Jllustrierten
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Kir
Frauen-Zeitung" und ordnete nach
dem Tode der Frau Lipperheide die
Kataloge für die von derselben hin-
terlassene Sammlung alter Kostüme,
Spitzen und Stickereien. Dann ver-
öffentlichte sie in den verschiedensten
Zeitschriften Aufsätze über alle mo-
dernen und alten Kunsthandarbeiten,
auf welchem Gebiet sie selbst tätig
mitschafft, über Mode, kunstgewerb-
liche Ausstellungen etc. Als Dichterin
ist sie erst seit kurzem hervorgetreten
und haben ihre Poesien unerwartete
Anerkennung gefunden. Nach einer
längeren Reise nach Jtalien und Si-
zilien und einem längeren Aufenthalt
in Paris kehrte sie nach Berlin zurück,
wo sie sich 1904 mit dem Schriftstel-
ler Wolfgang Kirchbach (s. d.!) ver-
heiratete, den sie leider schon nach zwei
Jahren durch den Tod verlor. Sie lebt
seitdem in Berlin oder in Paris-Passy.

S:

Jn Wolken-Kuckucksheim (Kinder-
lieder), 1899. - Sonnenkinder (Lie-
der-Zyklus), 1901. - Die Liebe im
deutschen Märchen, 1901. - Jtalien
und ich (Reisebilder), 1902. - Kanal-
kinder (R.), 1905. - Die Erben der
Babette Niebenschütz (R.), 1909. -
Friedrich Wilhelm Karsten und seine
Enkel (R.), 1910.

*Kirchbach, Wolfgang,

der Sohn
des Historienmalers und Direktors
der Kunstakademie zu Santiago in
Chile, Ernst K., wurde am 18. Sept.
1857 zu London geboren, wo sein
Vater damals an den Bildern für
das Kensington-Museum arbeitete,
und erhielt nach der Rückkehr seiner
Eltern nach Deutschland seine wissen-
schaftliche Vorbildung unter gleich-
zeitigen reichen künstlerischen Ein-
drücken in der Fröbelschen Privat-
schule zu Dresden. Er widmete sich
zunächst musikalischen Studien in der
Absicht, sein Kompositionstalent aus-
zubilden, studierte später (seit 1877)
in Leipzig Philosophie und Geschichte
und siedelte 1879 nach München über,
wo er sich von nun an gänzlich lite-

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Kip
zen (Ge.), 1906. – Aus ſtillen Stun-
den (Ge.), 1907. – Sehnſuchtswege
(Ge.), 1908. – Aus Leben und Traum
(Nn.), 1908. – Joachim Biedermeier,
der Ehrenmann (Sat. in V.), 1910. –
Die Suchenden (Dr.), 1910.

*Kipp, Heinrich,

geb. am 19. No-
vember 1881 zu Schollbruch bei Len-
gerich (Weſtfalen) als der Sohn eines
Lehrers, beſuchte die Schule ſeines
Vaters, danach einige Jahre die La-
teinſchule in Lengerich und die Prä-
parandenanſtalt in Melle (Hannov.).
Frühe verſuchte er ſich in der Dicht-
kunſt und noch als Präparand gab er
auf Anraten eines ſeiner Lehrer ſeine
erſte Gedichtſammlung heraus. Jm
Jahre 1899 trat er in das Seminar
zu Gütersloh ein, nach deſſen Abſol-
vierung er 1902 Lehrer in Reſſe bei
Buer in Weſtfalen wurde. Hier blieb
er bis zum Sommer 1906, um dann
für fünf Jahre eine Lehrerſtelle an
der deutſchen Schule in Fangtſe (Pro-
vinz Schantung, China) zu überneh-
men.

S:

Erinnerungen (Ge.), 1899.
– Schlichte Lieder, 1903.

*Kirchbach, Marie Luiſe,

be-
kannt unter ihrem Mädchennamen
Marie Luiſe Becker, wurde am
28. Dezbr. 1871 in Eberswalde als
die Tochter des Kaufmanns u. Rats-
herrn Adolf B. geboren und verlebte
dort eine ſonnige, durch die zielbe-
wußte u. verſtändnisvolle Erziehung
ihres bedeutenden Vaters für ihre
ganze Entwicklung ausſchlaggebende
Kindheit. Früh verwaiſt, mußte ſie
ſich jung auf eigene Füße ſtellen. Seit
1889 weilte ſie lange Zeit im Hauſe
ihres Oheims, des Dichters Ernſt
Scherenberg, in Elberfeld und genoß
auch im Janſeniusſchen Hauſe in
Bonn noch eine weitere Ausbildung.
Dann kam ſie viele Jahre unter ame-
rikaniſchen Einfluß und Verkehr, der
ihr die Selbſtändigkeit gab, welche
jedem für ſeinen Weg durchs Leben
nötig iſt. Jm Jahre 1896 trat ſie
in die Redaktion der „Jlluſtrierten
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Kir
Frauen-Zeitung“ und ordnete nach
dem Tode der Frau Lipperheide die
Kataloge für die von derſelben hin-
terlaſſene Sammlung alter Koſtüme,
Spitzen und Stickereien. Dann ver-
öffentlichte ſie in den verſchiedenſten
Zeitſchriften Aufſätze über alle mo-
dernen und alten Kunſthandarbeiten,
auf welchem Gebiet ſie ſelbſt tätig
mitſchafft, über Mode, kunſtgewerb-
liche Ausſtellungen ꝛc. Als Dichterin
iſt ſie erſt ſeit kurzem hervorgetreten
und haben ihre Poeſien unerwartete
Anerkennung gefunden. Nach einer
längeren Reiſe nach Jtalien und Si-
zilien und einem längeren Aufenthalt
in Paris kehrte ſie nach Berlin zurück,
wo ſie ſich 1904 mit dem Schriftſtel-
ler Wolfgang Kirchbach (ſ. d.!) ver-
heiratete, den ſie leider ſchon nach zwei
Jahren durch den Tod verlor. Sie lebt
ſeitdem in Berlin oder in Paris-Paſſy.

S:

Jn Wolken-Kuckucksheim (Kinder-
lieder), 1899. – Sonnenkinder (Lie-
der-Zyklus), 1901. – Die Liebe im
deutſchen Märchen, 1901. – Jtalien
und ich (Reiſebilder), 1902. – Kanal-
kinder (R.), 1905. – Die Erben der
Babette Niebenſchütz (R.), 1909. –
Friedrich Wilhelm Karſten und ſeine
Enkel (R.), 1910.

*Kirchbach, Wolfgang,

der Sohn
des Hiſtorienmalers und Direktors
der Kunſtakademie zu Santiago in
Chile, Ernſt K., wurde am 18. Sept.
1857 zu London geboren, wo ſein
Vater damals an den Bildern für
das Kenſington-Muſeum arbeitete,
und erhielt nach der Rückkehr ſeiner
Eltern nach Deutſchland ſeine wiſſen-
ſchaftliche Vorbildung unter gleich-
zeitigen reichen künſtleriſchen Ein-
drücken in der Fröbelſchen Privat-
ſchule zu Dresden. Er widmete ſich
zunächſt muſikaliſchen Studien in der
Abſicht, ſein Kompoſitionstalent aus-
zubilden, ſtudierte ſpäter (ſeit 1877)
in Leipzig Philoſophie und Geſchichte
und ſiedelte 1879 nach München über,
wo er ſich von nun an gänzlich lite-

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[465/0469] Kip Kir zen (Ge.), 1906. – Aus ſtillen Stun- den (Ge.), 1907. – Sehnſuchtswege (Ge.), 1908. – Aus Leben und Traum (Nn.), 1908. – Joachim Biedermeier, der Ehrenmann (Sat. in V.), 1910. – Die Suchenden (Dr.), 1910. *Kipp, Heinrich, geb. am 19. No- vember 1881 zu Schollbruch bei Len- gerich (Weſtfalen) als der Sohn eines Lehrers, beſuchte die Schule ſeines Vaters, danach einige Jahre die La- teinſchule in Lengerich und die Prä- parandenanſtalt in Melle (Hannov.). Frühe verſuchte er ſich in der Dicht- kunſt und noch als Präparand gab er auf Anraten eines ſeiner Lehrer ſeine erſte Gedichtſammlung heraus. Jm Jahre 1899 trat er in das Seminar zu Gütersloh ein, nach deſſen Abſol- vierung er 1902 Lehrer in Reſſe bei Buer in Weſtfalen wurde. Hier blieb er bis zum Sommer 1906, um dann für fünf Jahre eine Lehrerſtelle an der deutſchen Schule in Fangtſe (Pro- vinz Schantung, China) zu überneh- men. S: Erinnerungen (Ge.), 1899. – Schlichte Lieder, 1903. *Kirchbach, Marie Luiſe, be- kannt unter ihrem Mädchennamen Marie Luiſe Becker, wurde am 28. Dezbr. 1871 in Eberswalde als die Tochter des Kaufmanns u. Rats- herrn Adolf B. geboren und verlebte dort eine ſonnige, durch die zielbe- wußte u. verſtändnisvolle Erziehung ihres bedeutenden Vaters für ihre ganze Entwicklung ausſchlaggebende Kindheit. Früh verwaiſt, mußte ſie ſich jung auf eigene Füße ſtellen. Seit 1889 weilte ſie lange Zeit im Hauſe ihres Oheims, des Dichters Ernſt Scherenberg, in Elberfeld und genoß auch im Janſeniusſchen Hauſe in Bonn noch eine weitere Ausbildung. Dann kam ſie viele Jahre unter ame- rikaniſchen Einfluß und Verkehr, der ihr die Selbſtändigkeit gab, welche jedem für ſeinen Weg durchs Leben nötig iſt. Jm Jahre 1896 trat ſie in die Redaktion der „Jlluſtrierten Frauen-Zeitung“ und ordnete nach dem Tode der Frau Lipperheide die Kataloge für die von derſelben hin- terlaſſene Sammlung alter Koſtüme, Spitzen und Stickereien. Dann ver- öffentlichte ſie in den verſchiedenſten Zeitſchriften Aufſätze über alle mo- dernen und alten Kunſthandarbeiten, auf welchem Gebiet ſie ſelbſt tätig mitſchafft, über Mode, kunſtgewerb- liche Ausſtellungen ꝛc. Als Dichterin iſt ſie erſt ſeit kurzem hervorgetreten und haben ihre Poeſien unerwartete Anerkennung gefunden. Nach einer längeren Reiſe nach Jtalien und Si- zilien und einem längeren Aufenthalt in Paris kehrte ſie nach Berlin zurück, wo ſie ſich 1904 mit dem Schriftſtel- ler Wolfgang Kirchbach (ſ. d.!) ver- heiratete, den ſie leider ſchon nach zwei Jahren durch den Tod verlor. Sie lebt ſeitdem in Berlin oder in Paris-Paſſy. S: Jn Wolken-Kuckucksheim (Kinder- lieder), 1899. – Sonnenkinder (Lie- der-Zyklus), 1901. – Die Liebe im deutſchen Märchen, 1901. – Jtalien und ich (Reiſebilder), 1902. – Kanal- kinder (R.), 1905. – Die Erben der Babette Niebenſchütz (R.), 1909. – Friedrich Wilhelm Karſten und ſeine Enkel (R.), 1910. *Kirchbach, Wolfgang, der Sohn des Hiſtorienmalers und Direktors der Kunſtakademie zu Santiago in Chile, Ernſt K., wurde am 18. Sept. 1857 zu London geboren, wo ſein Vater damals an den Bildern für das Kenſington-Muſeum arbeitete, und erhielt nach der Rückkehr ſeiner Eltern nach Deutſchland ſeine wiſſen- ſchaftliche Vorbildung unter gleich- zeitigen reichen künſtleriſchen Ein- drücken in der Fröbelſchen Privat- ſchule zu Dresden. Er widmete ſich zunächſt muſikaliſchen Studien in der Abſicht, ſein Kompoſitionstalent aus- zubilden, ſtudierte ſpäter (ſeit 1877) in Leipzig Philoſophie und Geſchichte und ſiedelte 1879 nach München über, wo er ſich von nun an gänzlich lite- * 30

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 465. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/469>, abgerufen am 26.03.2019.