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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hal
verwitweten Mutter in das Schul-
brüderkloster von Ebersmünster bei
Schlettstadt geschickt. Hier ging er
durch die verschiedenen Grade (Postu-
lat, Noviziat) und wurde nach drei
Jahren als Marienbruder eingeseg-
net. Von nun an wurde er vermit-
tels Obedienzzettels des Superiors
zur Ausfüllung von Lücken bald dahin,
bald dorthin, nach den von Marien-
brüdern geleiteten Schulen gesandt.
Des harten Klosterzwanges überdrüs-
sig, trat H. nach Beseitigung vieler
Hindernisse im Juli 1866 aus dem
Kloster u. als Volontär in die fran-
zösische Armee ein, machte als Unter-
offizier 1870 den Feldzug gegen
Deutschland mit, die Stelle eines
Sekretärs beim Oberregimentsarzte
versehend, wurde bei Sedan gefangen,
aber als geborner Elsässer früher aus
der Gefangenschaft entlassen. Er kam
bald darauf nach Straßburg, wurde
am 7. Septbr. 1871 Kanzlist bei der
neubegründeten Universitätsbiblio-
thek und später Regierungssekretär
bei derselben.

S:

Klosterreminißen-
zen (Ge.), 1875. - Jesus in der Na-
tur (D.), 1876. - Jugendrausch (Lr.
und Bilder), 1877. - Kleine Lieder,
1886. - Straßburg im Ernst u. Scherz,
1886. - Das neue Narrenschiff (Sat.
D.), 1893. - Die deutsche Muse im
Elsaß, 1894. - Die Straßburger lite-
rarische "Besegard" (Sat.), 1899. -
Französisches Soldatenleben, 1895. -
Epistel an Christian Schmitt, 1895. -
Der Dichter und die Dichtung (Hei-
tere und ernste Plaudereien), 1900. -
Die alemannische Mundart Hagenau-
Straßburg, 1901. - Meine literarische
Bekehrung (G.), 1903. - D'r Nazi, e
junger Dichter, wo vum Land in d'
Schtadt will (D.), 1904. - Die Leiden
des Klosterschülers, 1907. - Die Mund-
arten im Elsaß, 1908.

*Halusa, Joseph,

Bruder des Fol-
genden, wurde am 21. Januar 1877
zu Frainspitz (Mähren), geboren, be-
suchte die Gymnasien in Nikolsburg,
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Hal
Brünn (II. deutsches Gymn.), Krems
(Niederösterr.), wo ihn sein Lehrer
Joseph Wichner (s. d.!) vergebens zum
Studium der Germanistik zu bereden
suchte, und in Freistadt (Oberösterr.),
um sodann innerhalb des kürzesten
Zeitraums an der Universität Wien
das Studium der Rechte zu absolvie-
ren. Er trat, nachdem er wegen man-
gelhafter Sehkraft vom Militärdienst
in Salzburg für immer befreit war,
als Auskultant beim k. k. Kreisgericht
Bozen (Tirol) in den Staatsdienst,
wurde später an das Oberlandesge-
richt Jnnsbruck versetzt, trat auf Ver-
wendung des Dr. Albert Geßmann,
Mitgliedes des niederösterr. Landes-
ausschusses, 1905 in die Dienste des
Landes Niederösterreich, um endlich,
nachdem Geßmann mit der Schaffung
eines Ministeriums für öffentliche
Arbeiten betraut worden, ihm als
Ministerial-Vizesekretär nach Wien
zu folgen.

S:

Frührot (Ge., in Ver-
bindung mit seinem Bruder Tezelin),
1898.

*Halusa, P. Tezelin (Adolf),


wurde am 6. Nov. 1870 als Kind be-
mittelter, späterhin durch Schicksals-
schläge verarmter Landleute zu Frain-
spitz (Mähren) geboren und nach dem
Tode des älteren Bruders, der wäh-
rend seiner Studienzeit verunglückte,
von seinen Eltern trotz alles Protestes
und Widerwillens zum Studium be-
stimmt. Er kam deshalb mit zehn
Jahren zu einem befreundeten Lehrer
nach Unter-Wisternitz a. d. Thaja, wo
er vor allem in der Musik unterrichtet
wurde, um als Sängerknabe in das
von Piaristenordenspriestern gelei-
tete sogenannte "Untere Seminar" in
Nikolsburg Aufnahme finden zu kön-
nen. Dort ist er denn auch während
seiner ganzen Gymnasialzeit (1883
bis 1891) verblieben. Mit dem Reife-
zeugnis trat er dann zu Heiligenkreuz
bei Baden nächst Wien in das Novi-
ziat der dortigen Zisterzienser ein u.
wurde nach Absolvierung der theo-

*


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Hal
verwitweten Mutter in das Schul-
brüderkloſter von Ebersmünſter bei
Schlettſtadt geſchickt. Hier ging er
durch die verſchiedenen Grade (Poſtu-
lat, Noviziat) und wurde nach drei
Jahren als Marienbruder eingeſeg-
net. Von nun an wurde er vermit-
tels Obedienzzettels des Superiors
zur Ausfüllung von Lücken bald dahin,
bald dorthin, nach den von Marien-
brüdern geleiteten Schulen geſandt.
Des harten Kloſterzwanges überdrüſ-
ſig, trat H. nach Beſeitigung vieler
Hinderniſſe im Juli 1866 aus dem
Kloſter u. als Volontär in die fran-
zöſiſche Armee ein, machte als Unter-
offizier 1870 den Feldzug gegen
Deutſchland mit, die Stelle eines
Sekretärs beim Oberregimentsarzte
verſehend, wurde bei Sedan gefangen,
aber als geborner Elſäſſer früher aus
der Gefangenſchaft entlaſſen. Er kam
bald darauf nach Straßburg, wurde
am 7. Septbr. 1871 Kanzliſt bei der
neubegründeten Univerſitätsbiblio-
thek und ſpäter Regierungsſekretär
bei derſelben.

S:

Kloſterreminiſzen-
zen (Ge.), 1875. – Jeſus in der Na-
tur (D.), 1876. – Jugendrauſch (Lr.
und Bilder), 1877. – Kleine Lieder,
1886. – Straßburg im Ernſt u. Scherz,
1886. – Das neue Narrenſchiff (Sat.
D.), 1893. – Die deutſche Muſe im
Elſaß, 1894. – Die Straßburger lite-
rariſche „Beſegard“ (Sat.), 1899. –
Franzöſiſches Soldatenleben, 1895. –
Epiſtel an Chriſtian Schmitt, 1895. –
Der Dichter und die Dichtung (Hei-
tere und ernſte Plaudereien), 1900. –
Die alemanniſche Mundart Hagenau-
Straßburg, 1901. – Meine literariſche
Bekehrung (G.), 1903. – D’r Nazi, e
junger Dichter, wo vum Land in d’
Schtadt will (D.), 1904. – Die Leiden
des Kloſterſchülers, 1907. – Die Mund-
arten im Elſaß, 1908.

*Haluſa, Joſeph,

Bruder des Fol-
genden, wurde am 21. Januar 1877
zu Frainſpitz (Mähren), geboren, be-
ſuchte die Gymnaſien in Nikolsburg,
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Hal
Brünn (II. deutſches Gymn.), Krems
(Niederöſterr.), wo ihn ſein Lehrer
Joſeph Wichner (ſ. d.!) vergebens zum
Studium der Germaniſtik zu bereden
ſuchte, und in Freiſtadt (Oberöſterr.),
um ſodann innerhalb des kürzeſten
Zeitraums an der Univerſität Wien
das Studium der Rechte zu abſolvie-
ren. Er trat, nachdem er wegen man-
gelhafter Sehkraft vom Militärdienſt
in Salzburg für immer befreit war,
als Auskultant beim k. k. Kreisgericht
Bozen (Tirol) in den Staatsdienſt,
wurde ſpäter an das Oberlandesge-
richt Jnnsbruck verſetzt, trat auf Ver-
wendung des Dr. Albert Geßmann,
Mitgliedes des niederöſterr. Landes-
ausſchuſſes, 1905 in die Dienſte des
Landes Niederöſterreich, um endlich,
nachdem Geßmann mit der Schaffung
eines Miniſteriums für öffentliche
Arbeiten betraut worden, ihm als
Miniſterial-Vizeſekretär nach Wien
zu folgen.

S:

Frührot (Ge., in Ver-
bindung mit ſeinem Bruder Tezelin),
1898.

*Haluſa, P. Tezelin (Adolf),


wurde am 6. Nov. 1870 als Kind be-
mittelter, ſpäterhin durch Schickſals-
ſchläge verarmter Landleute zu Frain-
ſpitz (Mähren) geboren und nach dem
Tode des älteren Bruders, der wäh-
rend ſeiner Studienzeit verunglückte,
von ſeinen Eltern trotz alles Proteſtes
und Widerwillens zum Studium be-
ſtimmt. Er kam deshalb mit zehn
Jahren zu einem befreundeten Lehrer
nach Unter-Wiſternitz a. d. Thaja, wo
er vor allem in der Muſik unterrichtet
wurde, um als Sängerknabe in das
von Piariſtenordensprieſtern gelei-
tete ſogenannte „Untere Seminar“ in
Nikolsburg Aufnahme finden zu kön-
nen. Dort iſt er denn auch während
ſeiner ganzen Gymnaſialzeit (1883
bis 1891) verblieben. Mit dem Reife-
zeugnis trat er dann zu Heiligenkreuz
bei Baden nächſt Wien in das Novi-
ziat der dortigen Ziſterzienſer ein u.
wurde nach Abſolvierung der theo-

*
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[53/0057] Hal Hal verwitweten Mutter in das Schul- brüderkloſter von Ebersmünſter bei Schlettſtadt geſchickt. Hier ging er durch die verſchiedenen Grade (Poſtu- lat, Noviziat) und wurde nach drei Jahren als Marienbruder eingeſeg- net. Von nun an wurde er vermit- tels Obedienzzettels des Superiors zur Ausfüllung von Lücken bald dahin, bald dorthin, nach den von Marien- brüdern geleiteten Schulen geſandt. Des harten Kloſterzwanges überdrüſ- ſig, trat H. nach Beſeitigung vieler Hinderniſſe im Juli 1866 aus dem Kloſter u. als Volontär in die fran- zöſiſche Armee ein, machte als Unter- offizier 1870 den Feldzug gegen Deutſchland mit, die Stelle eines Sekretärs beim Oberregimentsarzte verſehend, wurde bei Sedan gefangen, aber als geborner Elſäſſer früher aus der Gefangenſchaft entlaſſen. Er kam bald darauf nach Straßburg, wurde am 7. Septbr. 1871 Kanzliſt bei der neubegründeten Univerſitätsbiblio- thek und ſpäter Regierungsſekretär bei derſelben. S: Kloſterreminiſzen- zen (Ge.), 1875. – Jeſus in der Na- tur (D.), 1876. – Jugendrauſch (Lr. und Bilder), 1877. – Kleine Lieder, 1886. – Straßburg im Ernſt u. Scherz, 1886. – Das neue Narrenſchiff (Sat. D.), 1893. – Die deutſche Muſe im Elſaß, 1894. – Die Straßburger lite- rariſche „Beſegard“ (Sat.), 1899. – Franzöſiſches Soldatenleben, 1895. – Epiſtel an Chriſtian Schmitt, 1895. – Der Dichter und die Dichtung (Hei- tere und ernſte Plaudereien), 1900. – Die alemanniſche Mundart Hagenau- Straßburg, 1901. – Meine literariſche Bekehrung (G.), 1903. – D’r Nazi, e junger Dichter, wo vum Land in d’ Schtadt will (D.), 1904. – Die Leiden des Kloſterſchülers, 1907. – Die Mund- arten im Elſaß, 1908. *Haluſa, Joſeph, Bruder des Fol- genden, wurde am 21. Januar 1877 zu Frainſpitz (Mähren), geboren, be- ſuchte die Gymnaſien in Nikolsburg, Brünn (II. deutſches Gymn.), Krems (Niederöſterr.), wo ihn ſein Lehrer Joſeph Wichner (ſ. d.!) vergebens zum Studium der Germaniſtik zu bereden ſuchte, und in Freiſtadt (Oberöſterr.), um ſodann innerhalb des kürzeſten Zeitraums an der Univerſität Wien das Studium der Rechte zu abſolvie- ren. Er trat, nachdem er wegen man- gelhafter Sehkraft vom Militärdienſt in Salzburg für immer befreit war, als Auskultant beim k. k. Kreisgericht Bozen (Tirol) in den Staatsdienſt, wurde ſpäter an das Oberlandesge- richt Jnnsbruck verſetzt, trat auf Ver- wendung des Dr. Albert Geßmann, Mitgliedes des niederöſterr. Landes- ausſchuſſes, 1905 in die Dienſte des Landes Niederöſterreich, um endlich, nachdem Geßmann mit der Schaffung eines Miniſteriums für öffentliche Arbeiten betraut worden, ihm als Miniſterial-Vizeſekretär nach Wien zu folgen. S: Frührot (Ge., in Ver- bindung mit ſeinem Bruder Tezelin), 1898. *Haluſa, P. Tezelin (Adolf), wurde am 6. Nov. 1870 als Kind be- mittelter, ſpäterhin durch Schickſals- ſchläge verarmter Landleute zu Frain- ſpitz (Mähren) geboren und nach dem Tode des älteren Bruders, der wäh- rend ſeiner Studienzeit verunglückte, von ſeinen Eltern trotz alles Proteſtes und Widerwillens zum Studium be- ſtimmt. Er kam deshalb mit zehn Jahren zu einem befreundeten Lehrer nach Unter-Wiſternitz a. d. Thaja, wo er vor allem in der Muſik unterrichtet wurde, um als Sängerknabe in das von Piariſtenordensprieſtern gelei- tete ſogenannte „Untere Seminar“ in Nikolsburg Aufnahme finden zu kön- nen. Dort iſt er denn auch während ſeiner ganzen Gymnaſialzeit (1883 bis 1891) verblieben. Mit dem Reife- zeugnis trat er dann zu Heiligenkreuz bei Baden nächſt Wien in das Novi- ziat der dortigen Ziſterzienſer ein u. wurde nach Abſolvierung der theo- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 53. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/57>, abgerufen am 19.03.2019.