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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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nen zu lernen, sondern auch ihre gei-
stigen Fähigkeiten weiter zu bilden,
ein Unterrichtskursus für Zeichen u.
Ölmalerei bei dem Genremaler R.
Schwedler in Lüneburg, ein Aufent-
halt im kunstsinnigen Hause des
Buchhändlers Schlawitz in Berlin,
und endlich einige Reisen, die sie
zur Wiederherstellung ihrer Gesund-
heit machen mußte, unterbrachen das
stille Wirken und Walten im Pfarr-
hause. Auch nach dem Tode ihrer
Mutter u. später nach dem Tode des
Vaters verblieb sie an der Stätte
ihrer bisherigen Wirksamkeit, indem
sie dem Pfarrgehilfen und späteren
Amtsnachfolgers ihres Vaters, Bruno
Haentzsche, die Hand zum glücklichen
Ehebunde reichte. Das Glück, eigene
Kinder zu besitzen, ist ihr versagt ge-
blieben; dafür hat sie nach der großen
Choleraepidemie in Hamburg (1892)
drei Waisenkinder in ihr Pfarrhaus
genommen, wo dieselben Schutz und
Elternliebe finden. Kleinere und grö-
ßere Reisen in Gemeinschaft mit ihrem
Gatten (so 1895 nach Palästina) haben
den Gesichtskreis der Dichterin we-
sentlich erweitert u. ihrer Poesie er-
wünschten Stoff und stets neue Nah-
rung gegeben.

S:

Gib mir dein Herz
(Ernste Lieder), 1901.

*Häntzschel(-Clairmont), Wal-
ther,

pseud. W. von der Zschopau
und Jean Clairmont, wurde am
3. Juli 1856 in Mittweida (Sachsen)
als der Sohn eines Rechtsanwalts
und Notars geboren, besuchte seit
1868 das Kreuzgymnasium in Dres-
den bis zur Unterprima und wandte
sich dann, dem Wunsche seines Vaters
folgend, dem Berufe eines Jngenieurs
zu. Nach Besuch der technischen Hoch-
schule (1871-75) trat er in der Fabrik
von Hentschel u. Sohn in die prak-
tische Tätigkeit ein, mit der er sich
bald aussöhnte, da sie ihm anregen-
den Stoff zu dichterischen Arbeiten
sowie ein dankbares Arbeitsfeld für
die technische Schriftstellerei bot. Jm
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Hap
Jahre 1898 gab er die Praxis als
Jngenieur auf u. redigierte seitdem
bis zum Jahre 1907 die fachwissen-
schaftlichen Zeitschriften "Der Metall-
arbeiter" und "Die deutsche Klemp-
nerzeitung". Jetzt ist er Redakteur
der "Eisen-Zeitung" und hat seinen
Wohnsitz in Charlottenburg. Außer
einer stattlichen Reihe von technischen
Werken veröffentlichte er

S:

Die Lich-
tensteiner (Dr.), 1885. - Gustav Wasa
(Dr.), 1888. - Durch Sünde reich
(Dr.), 1892. - Große Kinder (Lsp.),
1893. - Die Visitenkarte (Lsp.), 1894.
- Dämon Liebe (Dr.), 1894. - Jm
Hut (Lsp.), 1895. - Der falsche Prinz
(P.), 1895. - Gastrecht (Lsp.), 1897.
- Verkehrte Welt (Burleske), 1897. -
Der Vielgeliebte (Kom.), 1897. - Der
Prinzipienreiter (Dr.), 1898. - Aus
Mitleid (Lsp.), 1898. - Berufsmisere
(Dr.), 1898. - Entlobt (Lsp.), 1898.
- Erfinderelend (Dr.), 1899. - Credo
(Dr.), 1899. - Die Stellvertreterin
(Lsp.), 1901. - Zuvorgekommen, oder:
Der lange Kerl (Lsp.), 1902. - Er
kennt die Weiber nicht (Schw.), 1903.
- Ein gastlich Haus (Schw.), 1904. -
G. m. b. H. oder: Pauline (Lsp.),
1905. - Die Hausgeißel (Dr.), 1905.
- Vater Krause (Volksst.), 1906. -
Röntgenstrahlen (Lsp.), 1907. - Am
Ziel (Dr.), 1907. - Mysterien der
Jsis (Dr.), 1908.

*Happe, Franz Engelbert,

* am
11. Juni 1863 zu Sendenhorst, Reg.-
Bezirk Münster in Westfalen, Sohn
eines Kupferschmiedes, besuchte die
Volks- und Rektoratschulen in Sen-
denhorst und Beckum, 1877-81 das
Gymnasium zu Warendorf und stu-
dierte darauf an der Akademie zu
Münster Philologie und Theologie.
Während seiner Studienzeit war er
über ein Jahr lang Vorleser bei dem
blinden Prof. Chr. B. Schlüter (s. d.!),
nach dessen Tode (1884) er sich ein
Jahr lang als Erzieher in der gräf-
lich Metternichschen Familie teils in
Brüssel, teils im Sauerlande aufhielt.

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Hän
nen zu lernen, ſondern auch ihre gei-
ſtigen Fähigkeiten weiter zu bilden,
ein Unterrichtskurſus für Zeichen u.
Ölmalerei bei dem Genremaler R.
Schwedler in Lüneburg, ein Aufent-
halt im kunſtſinnigen Hauſe des
Buchhändlers Schlawitz in Berlin,
und endlich einige Reiſen, die ſie
zur Wiederherſtellung ihrer Geſund-
heit machen mußte, unterbrachen das
ſtille Wirken und Walten im Pfarr-
hauſe. Auch nach dem Tode ihrer
Mutter u. ſpäter nach dem Tode des
Vaters verblieb ſie an der Stätte
ihrer bisherigen Wirkſamkeit, indem
ſie dem Pfarrgehilfen und ſpäteren
Amtsnachfolgers ihres Vaters, Bruno
Haentzſche, die Hand zum glücklichen
Ehebunde reichte. Das Glück, eigene
Kinder zu beſitzen, iſt ihr verſagt ge-
blieben; dafür hat ſie nach der großen
Choleraepidemie in Hamburg (1892)
drei Waiſenkinder in ihr Pfarrhaus
genommen, wo dieſelben Schutz und
Elternliebe finden. Kleinere und grö-
ßere Reiſen in Gemeinſchaft mit ihrem
Gatten (ſo 1895 nach Paläſtina) haben
den Geſichtskreis der Dichterin we-
ſentlich erweitert u. ihrer Poeſie er-
wünſchten Stoff und ſtets neue Nah-
rung gegeben.

S:

Gib mir dein Herz
(Ernſte Lieder), 1901.

*Häntzſchel(-Clairmont), Wal-
ther,

pſeud. W. von der Zſchopau
und Jean Clairmont, wurde am
3. Juli 1856 in Mittweida (Sachſen)
als der Sohn eines Rechtsanwalts
und Notars geboren, beſuchte ſeit
1868 das Kreuzgymnaſium in Dres-
den bis zur Unterprima und wandte
ſich dann, dem Wunſche ſeines Vaters
folgend, dem Berufe eines Jngenieurs
zu. Nach Beſuch der techniſchen Hoch-
ſchule (1871–75) trat er in der Fabrik
von Hentſchel u. Sohn in die prak-
tiſche Tätigkeit ein, mit der er ſich
bald ausſöhnte, da ſie ihm anregen-
den Stoff zu dichteriſchen Arbeiten
ſowie ein dankbares Arbeitsfeld für
die techniſche Schriftſtellerei bot. Jm
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Hap
Jahre 1898 gab er die Praxis als
Jngenieur auf u. redigierte ſeitdem
bis zum Jahre 1907 die fachwiſſen-
ſchaftlichen Zeitſchriften „Der Metall-
arbeiter“ und „Die deutſche Klemp-
nerzeitung“. Jetzt iſt er Redakteur
der „Eiſen-Zeitung“ und hat ſeinen
Wohnſitz in Charlottenburg. Außer
einer ſtattlichen Reihe von techniſchen
Werken veröffentlichte er

S:

Die Lich-
tenſteiner (Dr.), 1885. – Guſtav Waſa
(Dr.), 1888. – Durch Sünde reich
(Dr.), 1892. – Große Kinder (Lſp.),
1893. – Die Viſitenkarte (Lſp.), 1894.
– Dämon Liebe (Dr.), 1894. – Jm
Hut (Lſp.), 1895. – Der falſche Prinz
(P.), 1895. – Gaſtrecht (Lſp.), 1897.
– Verkehrte Welt (Burleske), 1897. –
Der Vielgeliebte (Kom.), 1897. – Der
Prinzipienreiter (Dr.), 1898. – Aus
Mitleid (Lſp.), 1898. – Berufsmiſere
(Dr.), 1898. – Entlobt (Lſp.), 1898.
– Erfinderelend (Dr.), 1899. – Credo
(Dr.), 1899. – Die Stellvertreterin
(Lſp.), 1901. – Zuvorgekommen, oder:
Der lange Kerl (Lſp.), 1902. – Er
kennt die Weiber nicht (Schw.), 1903.
– Ein gaſtlich Haus (Schw.), 1904. –
G. m. b. H. oder: Pauline (Lſp.),
1905. – Die Hausgeißel (Dr.), 1905.
– Vater Krauſe (Volksſt.), 1906. –
Röntgenſtrahlen (Lſp.), 1907. – Am
Ziel (Dr.), 1907. – Myſterien der
Jſis (Dr.), 1908.

*Happe, Franz Engelbert,

* am
11. Juni 1863 zu Sendenhorſt, Reg.-
Bezirk Münſter in Weſtfalen, Sohn
eines Kupferſchmiedes, beſuchte die
Volks- und Rektoratſchulen in Sen-
denhorſt und Beckum, 1877–81 das
Gymnaſium zu Warendorf und ſtu-
dierte darauf an der Akademie zu
Münſter Philologie und Theologie.
Während ſeiner Studienzeit war er
über ein Jahr lang Vorleſer bei dem
blinden Prof. Chr. B. Schlüter (ſ. d.!),
nach deſſen Tode (1884) er ſich ein
Jahr lang als Erzieher in der gräf-
lich Metternichſchen Familie teils in
Brüſſel, teils im Sauerlande aufhielt.

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[72/0076] Hän Hap nen zu lernen, ſondern auch ihre gei- ſtigen Fähigkeiten weiter zu bilden, ein Unterrichtskurſus für Zeichen u. Ölmalerei bei dem Genremaler R. Schwedler in Lüneburg, ein Aufent- halt im kunſtſinnigen Hauſe des Buchhändlers Schlawitz in Berlin, und endlich einige Reiſen, die ſie zur Wiederherſtellung ihrer Geſund- heit machen mußte, unterbrachen das ſtille Wirken und Walten im Pfarr- hauſe. Auch nach dem Tode ihrer Mutter u. ſpäter nach dem Tode des Vaters verblieb ſie an der Stätte ihrer bisherigen Wirkſamkeit, indem ſie dem Pfarrgehilfen und ſpäteren Amtsnachfolgers ihres Vaters, Bruno Haentzſche, die Hand zum glücklichen Ehebunde reichte. Das Glück, eigene Kinder zu beſitzen, iſt ihr verſagt ge- blieben; dafür hat ſie nach der großen Choleraepidemie in Hamburg (1892) drei Waiſenkinder in ihr Pfarrhaus genommen, wo dieſelben Schutz und Elternliebe finden. Kleinere und grö- ßere Reiſen in Gemeinſchaft mit ihrem Gatten (ſo 1895 nach Paläſtina) haben den Geſichtskreis der Dichterin we- ſentlich erweitert u. ihrer Poeſie er- wünſchten Stoff und ſtets neue Nah- rung gegeben. S: Gib mir dein Herz (Ernſte Lieder), 1901. *Häntzſchel(-Clairmont), Wal- ther, pſeud. W. von der Zſchopau und Jean Clairmont, wurde am 3. Juli 1856 in Mittweida (Sachſen) als der Sohn eines Rechtsanwalts und Notars geboren, beſuchte ſeit 1868 das Kreuzgymnaſium in Dres- den bis zur Unterprima und wandte ſich dann, dem Wunſche ſeines Vaters folgend, dem Berufe eines Jngenieurs zu. Nach Beſuch der techniſchen Hoch- ſchule (1871–75) trat er in der Fabrik von Hentſchel u. Sohn in die prak- tiſche Tätigkeit ein, mit der er ſich bald ausſöhnte, da ſie ihm anregen- den Stoff zu dichteriſchen Arbeiten ſowie ein dankbares Arbeitsfeld für die techniſche Schriftſtellerei bot. Jm Jahre 1898 gab er die Praxis als Jngenieur auf u. redigierte ſeitdem bis zum Jahre 1907 die fachwiſſen- ſchaftlichen Zeitſchriften „Der Metall- arbeiter“ und „Die deutſche Klemp- nerzeitung“. Jetzt iſt er Redakteur der „Eiſen-Zeitung“ und hat ſeinen Wohnſitz in Charlottenburg. Außer einer ſtattlichen Reihe von techniſchen Werken veröffentlichte er S: Die Lich- tenſteiner (Dr.), 1885. – Guſtav Waſa (Dr.), 1888. – Durch Sünde reich (Dr.), 1892. – Große Kinder (Lſp.), 1893. – Die Viſitenkarte (Lſp.), 1894. – Dämon Liebe (Dr.), 1894. – Jm Hut (Lſp.), 1895. – Der falſche Prinz (P.), 1895. – Gaſtrecht (Lſp.), 1897. – Verkehrte Welt (Burleske), 1897. – Der Vielgeliebte (Kom.), 1897. – Der Prinzipienreiter (Dr.), 1898. – Aus Mitleid (Lſp.), 1898. – Berufsmiſere (Dr.), 1898. – Entlobt (Lſp.), 1898. – Erfinderelend (Dr.), 1899. – Credo (Dr.), 1899. – Die Stellvertreterin (Lſp.), 1901. – Zuvorgekommen, oder: Der lange Kerl (Lſp.), 1902. – Er kennt die Weiber nicht (Schw.), 1903. – Ein gaſtlich Haus (Schw.), 1904. – G. m. b. H. oder: Pauline (Lſp.), 1905. – Die Hausgeißel (Dr.), 1905. – Vater Krauſe (Volksſt.), 1906. – Röntgenſtrahlen (Lſp.), 1907. – Am Ziel (Dr.), 1907. – Myſterien der Jſis (Dr.), 1908. *Happe, Franz Engelbert, * am 11. Juni 1863 zu Sendenhorſt, Reg.- Bezirk Münſter in Weſtfalen, Sohn eines Kupferſchmiedes, beſuchte die Volks- und Rektoratſchulen in Sen- denhorſt und Beckum, 1877–81 das Gymnaſium zu Warendorf und ſtu- dierte darauf an der Akademie zu Münſter Philologie und Theologie. Während ſeiner Studienzeit war er über ein Jahr lang Vorleſer bei dem blinden Prof. Chr. B. Schlüter (ſ. d.!), nach deſſen Tode (1884) er ſich ein Jahr lang als Erzieher in der gräf- lich Metternichſchen Familie teils in Brüſſel, teils im Sauerlande aufhielt. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 72. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/76>, abgerufen am 24.03.2019.