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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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der Sohn eines Lehrers, der später
nach Sieversdorf bei Neustadt a. D.
versetzt ward, besuchte 1836-39 das
Lehrerseminar in Potsdam, wirkte
seitdem als Lehrer in den Orten des
Havellandes Flatow, Kremmen, Hen-
nigsdorf und Tietzow, kam dann nach
Mörz (Kreis Zauch-Belzig), später
nach Schönwalde bei Spandau und
1874 nach Bredow bei Nauen. Nach
50jährig. Dienstzeit trat er im Herbst
1889 in den Ruhestand und siedelte
nach Stolpe an der Nordbahn über,
wo er am 2. Mai 1902 starb. Außer
einer "Geschichte der Stadt Span-
dau" und mehreren für den Schul-
gebrauch bestimmten Büchern schrieb
er

S:

Amtmann Rübheim (Humorist.
Bilder aus ländlichen Lebenskreisen),
1886.

*Krüger, August,

geb. am 10. Ok-
tober 1842 in Potsdam als der Sohn
eines höheren Militärbeamten, wurde
schon in der Jugend von einem Herz-
leiden befallen, das ihn fast gänzlich
au einer regelrechten Schulbildung
hinderte. Er besuchte, aber stets mit
Unterbrechungen, die durch Haus-
unterricht ausgefüllt wurden, das
Magdalenen-Gymnasium in Breslau,
das Gymnasium in Düsseldorf, später
abermals das Magdalenäum in Bres-
lau und das dortige Realgymnasium
zum heiligen Geist. Da sich sein Ge-
sundheitszustand besserte, wollte er
Offizier werden; aber auch dieser
Lieblingswunsch blieb unerfüllt. Ein
Rückschlag trat ein, und die Ärzte
sprachen von einer nur kurzen Lebens-
dauer. Niedergedrückt durch sein Ge-
schick, schloß sich K. ganz von der Welt
ab. Da aber der Tod noch immer auf
sich warten ließ und der Körper nicht
arbeiten konnte, so tat es der Geist,
und bald war er in die schriftstelle-
rische Laufbahn hineingekommen, die
er mit einem Gedicht eröffnete, wozu
ihn der Krieg von 1870 angeregt
hatte. K. lebt seit Jahren in Ober-
nigk bei Breslau.

S:

Aus kleinen
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Krü
Garnisonen (En. a. Offizierskreisen),
1887. 2. A. 1888. - Landadel (Nn.),
1889. - Frau Kommandant (R.),
1890. Neue Ausg. 1906. - Liebes-
werben (Lust. Geschn.), 1891. - Hoch-
wohlgeboren (Nn.), 1891. - Nur kei-
nen Leutnant (Nn.), 1891. - Erna's
Fehltritt (R.), 1893.

*Krüger, Ferdinand,

wurde am
27. Oktober 1843 zu Beckum geboren,
wo sein Vater Kreisgerichtssekretär
war, kam nach dem frühen Tode des
letzteren (1848) mit seiner Mutter
nach Ahlen u. besuchte hier die Rekto-
ratsschule, sowie später die Gymnasien
zu Warendorf, Coesfeld und Brilon.
Ostern 1862 bezog er die Universität
München, wo er bei Liebig, Jolly und
Kobell Naturwissenschaften studierte,
daneben aber auch Vorlesungen über
Literatur, Ästhetik und Philosophie
hörte. Nachdem er seit 1864 sein Stu-
dium der Medizin in Greifswald,
Würzburg u. Berlin fortgesetzt hatte,
erwarb er in letzterer Stadt den me-
dizinischen Doktorgrad, bestand sein
Staatsexamen und ließ sich dann als
Knappschaftsarzt in Linden a. d. Ruhr
nieder. Dort lebt er noch jetzt, seit
1901 durch den Titel eines Sanitäts-
rats und 1910 eines Geh. Sanitäts-
rats geehrt.

S:

Rugge Wiäge (d. i.
Rauhe Wege. R. aus d. westfälischen
Bauernleben), 1882. - Hempelmanns
Smiede (Westfäl. R. in münsterländ.
Mundart); III, 1893. - Witte Liljen
und andere Erzählgn., 1909.

Krüger, Karl Wilhelm Her-
mann,

wurde am 4. Juli 1813 zu
Elbing geboren, nachdem kurz vor-
her sein Vater, der Kaufmann Karl
Lebrecht K. am Lazarettfieber gestor-
ben war. Er besuchte die Walthersche
Privatschule, seit 1821 das Gymna-
sium seiner Vaterstadt und studierte
1832-35 in Königsberg Theologie.
Während seiner Kandidatenzeit (1835
bis 1841), die er als Hauslehrer in
Groß-Röbern bei Elbing verlebte,
legte er seine beiden theologischen

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Krü
der Sohn eines Lehrers, der ſpäter
nach Sieversdorf bei Neuſtadt a. D.
verſetzt ward, beſuchte 1836‒39 das
Lehrerſeminar in Potsdam, wirkte
ſeitdem als Lehrer in den Orten des
Havellandes Flatow, Kremmen, Hen-
nigsdorf und Tietzow, kam dann nach
Mörz (Kreis Zauch-Belzig), ſpäter
nach Schönwalde bei Spandau und
1874 nach Bredow bei Nauen. Nach
50jährig. Dienſtzeit trat er im Herbſt
1889 in den Ruheſtand und ſiedelte
nach Stolpe an der Nordbahn über,
wo er am 2. Mai 1902 ſtarb. Außer
einer „Geſchichte der Stadt Span-
dau‟ und mehreren für den Schul-
gebrauch beſtimmten Büchern ſchrieb
er

S:

Amtmann Rübheim (Humoriſt.
Bilder aus ländlichen Lebenskreiſen),
1886.

*Krüger, Auguſt,

geb. am 10. Ok-
tober 1842 in Potsdam als der Sohn
eines höheren Militärbeamten, wurde
ſchon in der Jugend von einem Herz-
leiden befallen, das ihn faſt gänzlich
au einer regelrechten Schulbildung
hinderte. Er beſuchte, aber ſtets mit
Unterbrechungen, die durch Haus-
unterricht ausgefüllt wurden, das
Magdalenen-Gymnaſium in Breslau,
das Gymnaſium in Düſſeldorf, ſpäter
abermals das Magdalenäum in Bres-
lau und das dortige Realgymnaſium
zum heiligen Geiſt. Da ſich ſein Ge-
ſundheitszuſtand beſſerte, wollte er
Offizier werden; aber auch dieſer
Lieblingswunſch blieb unerfüllt. Ein
Rückſchlag trat ein, und die Ärzte
ſprachen von einer nur kurzen Lebens-
dauer. Niedergedrückt durch ſein Ge-
ſchick, ſchloß ſich K. ganz von der Welt
ab. Da aber der Tod noch immer auf
ſich warten ließ und der Körper nicht
arbeiten konnte, ſo tat es der Geiſt,
und bald war er in die ſchriftſtelle-
riſche Laufbahn hineingekommen, die
er mit einem Gedicht eröffnete, wozu
ihn der Krieg von 1870 angeregt
hatte. K. lebt ſeit Jahren in Ober-
nigk bei Breslau.

S:

Aus kleinen
[Spaltenumbruch]

Krü
Garniſonen (En. a. Offizierskreiſen),
1887. 2. A. 1888. ‒ Landadel (Nn.),
1889. ‒ Frau Kommandant (R.),
1890. Neue Ausg. 1906. ‒ Liebes-
werben (Luſt. Geſchn.), 1891. ‒ Hoch-
wohlgeboren (Nn.), 1891. ‒ Nur kei-
nen Leutnant (Nn.), 1891. ‒ Erna’s
Fehltritt (R.), 1893.

*Krüger, Ferdinand,

wurde am
27. Oktober 1843 zu Beckum geboren,
wo ſein Vater Kreisgerichtsſekretär
war, kam nach dem frühen Tode des
letzteren (1848) mit ſeiner Mutter
nach Ahlen u. beſuchte hier die Rekto-
ratsſchule, ſowie ſpäter die Gymnaſien
zu Warendorf, Coesfeld und Brilon.
Oſtern 1862 bezog er die Univerſität
München, wo er bei Liebig, Jolly und
Kobell Naturwiſſenſchaften ſtudierte,
daneben aber auch Vorleſungen über
Literatur, Äſthetik und Philoſophie
hörte. Nachdem er ſeit 1864 ſein Stu-
dium der Medizin in Greifswald,
Würzburg u. Berlin fortgeſetzt hatte,
erwarb er in letzterer Stadt den me-
diziniſchen Doktorgrad, beſtand ſein
Staatsexamen und ließ ſich dann als
Knappſchaftsarzt in Linden a. d. Ruhr
nieder. Dort lebt er noch jetzt, ſeit
1901 durch den Titel eines Sanitäts-
rats und 1910 eines Geh. Sanitäts-
rats geehrt.

S:

Rugge Wiäge (d. i.
Rauhe Wege. R. aus d. weſtfäliſchen
Bauernleben), 1882. ‒ Hempelmanns
Smiede (Weſtfäl. R. in münſterländ.
Mundart); III, 1893. ‒ Witte Liljen
und andere Erzählgn., 1909.

Krüger, Karl Wilhelm Her-
mann,

wurde am 4. Juli 1813 zu
Elbing geboren, nachdem kurz vor-
her ſein Vater, der Kaufmann Karl
Lebrecht K. am Lazarettfieber geſtor-
ben war. Er beſuchte die Waltherſche
Privatſchule, ſeit 1821 das Gymna-
ſium ſeiner Vaterſtadt und ſtudierte
1832‒35 in Königsberg Theologie.
Während ſeiner Kandidatenzeit (1835
bis 1841), die er als Hauslehrer in
Groß-Röbern bei Elbing verlebte,
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[122/0126] Krü Krü der Sohn eines Lehrers, der ſpäter nach Sieversdorf bei Neuſtadt a. D. verſetzt ward, beſuchte 1836‒39 das Lehrerſeminar in Potsdam, wirkte ſeitdem als Lehrer in den Orten des Havellandes Flatow, Kremmen, Hen- nigsdorf und Tietzow, kam dann nach Mörz (Kreis Zauch-Belzig), ſpäter nach Schönwalde bei Spandau und 1874 nach Bredow bei Nauen. Nach 50jährig. Dienſtzeit trat er im Herbſt 1889 in den Ruheſtand und ſiedelte nach Stolpe an der Nordbahn über, wo er am 2. Mai 1902 ſtarb. Außer einer „Geſchichte der Stadt Span- dau‟ und mehreren für den Schul- gebrauch beſtimmten Büchern ſchrieb er S: Amtmann Rübheim (Humoriſt. Bilder aus ländlichen Lebenskreiſen), 1886. *Krüger, Auguſt, geb. am 10. Ok- tober 1842 in Potsdam als der Sohn eines höheren Militärbeamten, wurde ſchon in der Jugend von einem Herz- leiden befallen, das ihn faſt gänzlich au einer regelrechten Schulbildung hinderte. Er beſuchte, aber ſtets mit Unterbrechungen, die durch Haus- unterricht ausgefüllt wurden, das Magdalenen-Gymnaſium in Breslau, das Gymnaſium in Düſſeldorf, ſpäter abermals das Magdalenäum in Bres- lau und das dortige Realgymnaſium zum heiligen Geiſt. Da ſich ſein Ge- ſundheitszuſtand beſſerte, wollte er Offizier werden; aber auch dieſer Lieblingswunſch blieb unerfüllt. Ein Rückſchlag trat ein, und die Ärzte ſprachen von einer nur kurzen Lebens- dauer. Niedergedrückt durch ſein Ge- ſchick, ſchloß ſich K. ganz von der Welt ab. Da aber der Tod noch immer auf ſich warten ließ und der Körper nicht arbeiten konnte, ſo tat es der Geiſt, und bald war er in die ſchriftſtelle- riſche Laufbahn hineingekommen, die er mit einem Gedicht eröffnete, wozu ihn der Krieg von 1870 angeregt hatte. K. lebt ſeit Jahren in Ober- nigk bei Breslau. S: Aus kleinen Garniſonen (En. a. Offizierskreiſen), 1887. 2. A. 1888. ‒ Landadel (Nn.), 1889. ‒ Frau Kommandant (R.), 1890. Neue Ausg. 1906. ‒ Liebes- werben (Luſt. Geſchn.), 1891. ‒ Hoch- wohlgeboren (Nn.), 1891. ‒ Nur kei- nen Leutnant (Nn.), 1891. ‒ Erna’s Fehltritt (R.), 1893. *Krüger, Ferdinand, wurde am 27. Oktober 1843 zu Beckum geboren, wo ſein Vater Kreisgerichtsſekretär war, kam nach dem frühen Tode des letzteren (1848) mit ſeiner Mutter nach Ahlen u. beſuchte hier die Rekto- ratsſchule, ſowie ſpäter die Gymnaſien zu Warendorf, Coesfeld und Brilon. Oſtern 1862 bezog er die Univerſität München, wo er bei Liebig, Jolly und Kobell Naturwiſſenſchaften ſtudierte, daneben aber auch Vorleſungen über Literatur, Äſthetik und Philoſophie hörte. Nachdem er ſeit 1864 ſein Stu- dium der Medizin in Greifswald, Würzburg u. Berlin fortgeſetzt hatte, erwarb er in letzterer Stadt den me- diziniſchen Doktorgrad, beſtand ſein Staatsexamen und ließ ſich dann als Knappſchaftsarzt in Linden a. d. Ruhr nieder. Dort lebt er noch jetzt, ſeit 1901 durch den Titel eines Sanitäts- rats und 1910 eines Geh. Sanitäts- rats geehrt. S: Rugge Wiäge (d. i. Rauhe Wege. R. aus d. weſtfäliſchen Bauernleben), 1882. ‒ Hempelmanns Smiede (Weſtfäl. R. in münſterländ. Mundart); III, 1893. ‒ Witte Liljen und andere Erzählgn., 1909. Krüger, Karl Wilhelm Her- mann, wurde am 4. Juli 1813 zu Elbing geboren, nachdem kurz vor- her ſein Vater, der Kaufmann Karl Lebrecht K. am Lazarettfieber geſtor- ben war. Er beſuchte die Waltherſche Privatſchule, ſeit 1821 das Gymna- ſium ſeiner Vaterſtadt und ſtudierte 1832‒35 in Königsberg Theologie. Während ſeiner Kandidatenzeit (1835 bis 1841), die er als Hauslehrer in Groß-Röbern bei Elbing verlebte, legte er ſeine beiden theologiſchen *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 122. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/126>, abgerufen am 20.03.2019.