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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Küg
sonette, 1898. - Erträumtes und Ge-
reimtes (Ge.), 1904. - Aus bewegten
Tagen (Erinnergn. u. Erlebnisse a. d.
Feldzug d. J. 1866), 1906. - Per as-
pera ad astra
(3 Heldengesänge a. d.
J. 1809), 1909.

Kügelgen, Heinrich von,

geb. am
26. August a. St. 1836 zu Reval, Sohn
des Malers Konstantin v. K., besuchte
die Domschule daselbst, studierte seit
1855 in Dorpat erst Zoologie, dann
Medizin u. starb daselbst am 22. Jan.
1860 am Typhus.

S:

Andenken aus
der Vergangenheit (Lr. a. d. Nachlasse),
1888.

*Kügelgen, Konstantin Wil-
helm von,

gehört der bekannten bal-
tischen Gelehrten- und Malerfamilie
an und wurde am 23. Februar 1868
auf dem Rittergute Ottenküll in Est-
land geboren. Er studierte in Königs-
berg u. Leipzig Theologie und wurde
in Gießen auf Grund der Schrift
"Die Dogmatik Albrecht Nitschls"
(2. A. u. d. T.: "Grundriß der Ritschl-
schen Dogmatik", 1903) zum Lic.
theol.
promoviert. Er war danach
Bibliothekar der "Gelehrten Est-
nischen Gesellschaft" bei der Univer-
sität Dorpat u. lebte darauf in Leipzig
u. Dresden als Privatgelehrter, als
welcher er eine Reihe theologischer
Fachschriften veröffentlichte. Jm J.
1903 wurde er Kollaborator an der
Stadtkirche in Weimar, 1906 Hilfs-
geistlicher an der Moritzkirche in
Zwickau und ist seit 1908 Pastor an
St. Andreas in Chemnitz. Von seinen
ästhetischen Schriften ist besonders
"Gerhard von Kügelgen als Porträt-
und Historienmaler" (1901) hervor-
zuheben.

S:

Erlebtes und Erstrebtes
(Ge.), 1911.

Kugler, Franz Theodor,

wurde
am 19. Jan. 1808 zu Stettin geb. und
gehörte einer Kaufmannsfamilie an,
in welcher die Liebe zur Kunst heimisch
war. Auch in ihm offenbarte sich früh-
zeitig eine Neigung zur Malerei, zur
Musik und Poesie, und als er im Jahre
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Kug
1826 die Universität Berlin bezog, die
er für den Sommer 1827 mit Heidel-
berg vertauschte, widmete er sich zwar
dem Studium der Philosophie, setzte
aber seine Beschäftigung mit der Kunst
fort und vertiefte sich namentlich in
das Studium der mittelalterlichen
Architektur. Er trat deshalb auch, ohne
seine Universitätsstudien zu vernach-
lässigen, in die Bauakademie zu Berlin
ein, an der damals Wilhelm Stier
seine berühmten Vorlesungen über
mittelalterliche Baukunst hielt, ver-
suchte es dann, nach Ablegung des
Feldmesserexamens (1829), sich in
Stettin in die praktische bauliche Lauf-
bahn hineinzuleben, kehrte aber sehr
bald wieder in den geliebten Kreis der
Historiker u. Dichter, Maler u. Mu-
siker nach Berlin zurück und promo-
vierte hier 1831. Jm Jahre 1832
machte er eine Reise durch Süd- und
Westdeutschland mit dem besonderen
Zweck, die Denkmäler deutscher Kunst
aus dem Mittelalter genauer kennen
zu lernen, u. wurde nach seiner Rück-
kehr Professor an der Akademie der
Künste u. Dozent an der Universität
(1833), als welcher er Vorlesungen
über Kunstgeschichte hielt. Zwei Jahre
später unternahm er mit dem Dichter
Gaudy eine Reise nach Jtalien, um
seine kunsthistorischen Studien zu ver-
vollständigen, u. veröffentlichte dann
in den folgenden Jahren eine Anzahl
Schriften, durch welche die Kunstge-
schichte wesentlich gefördert wurde.
Seit 1835 Professor an der Akademie
der Künste und seit 1842 Mitglied des
Senats der Akademie, wurde er im
folgenden Jahre für das Fach der
Kunstangelegenheiten als Geheimer
Regierungs-und vortragender Rat in
das Kultusministerium berufen und
zugleich mit einer Kunstreise durch
Deutschland, Belgien nach Paris be-
auftragt. Unter Ladenbergs Leitung
des Kultusministeriums (1849-50)
wurde von K. ein umfassender Plan
zur Organisation des gesamten Kunst-

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Küg
ſonette, 1898. ‒ Erträumtes und Ge-
reimtes (Ge.), 1904. ‒ Aus bewegten
Tagen (Erinnergn. u. Erlebniſſe a. d.
Feldzug d. J. 1866), 1906. ‒ Per as-
pera ad astra
(3 Heldengeſänge a. d.
J. 1809), 1909.

Kügelgen, Heinrich von,

geb. am
26. Auguſt a. St. 1836 zu Reval, Sohn
des Malers Konſtantin v. K., beſuchte
die Domſchule daſelbſt, ſtudierte ſeit
1855 in Dorpat erſt Zoologie, dann
Medizin u. ſtarb daſelbſt am 22. Jan.
1860 am Typhus.

S:

Andenken aus
der Vergangenheit (Lr. a. d. Nachlaſſe),
1888.

*Kügelgen, Konſtantin Wil-
helm von,

gehört der bekannten bal-
tiſchen Gelehrten- und Malerfamilie
an und wurde am 23. Februar 1868
auf dem Rittergute Ottenküll in Eſt-
land geboren. Er ſtudierte in Königs-
berg u. Leipzig Theologie und wurde
in Gießen auf Grund der Schrift
„Die Dogmatik Albrecht Nitſchls‟
(2. A. u. d. T.: „Grundriß der Ritſchl-
ſchen Dogmatik‟, 1903) zum Lic.
theol.
promoviert. Er war danach
Bibliothekar der „Gelehrten Eſt-
niſchen Geſellſchaft‟ bei der Univer-
ſität Dorpat u. lebte darauf in Leipzig
u. Dresden als Privatgelehrter, als
welcher er eine Reihe theologiſcher
Fachſchriften veröffentlichte. Jm J.
1903 wurde er Kollaborator an der
Stadtkirche in Weimar, 1906 Hilfs-
geiſtlicher an der Moritzkirche in
Zwickau und iſt ſeit 1908 Paſtor an
St. Andreas in Chemnitz. Von ſeinen
äſthetiſchen Schriften iſt beſonders
„Gerhard von Kügelgen als Porträt-
und Hiſtorienmaler‟ (1901) hervor-
zuheben.

S:

Erlebtes und Erſtrebtes
(Ge.), 1911.

Kugler, Franz Theodor,

wurde
am 19. Jan. 1808 zu Stettin geb. und
gehörte einer Kaufmannsfamilie an,
in welcher die Liebe zur Kunſt heimiſch
war. Auch in ihm offenbarte ſich früh-
zeitig eine Neigung zur Malerei, zur
Muſik und Poeſie, und als er im Jahre
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Kug
1826 die Univerſität Berlin bezog, die
er für den Sommer 1827 mit Heidel-
berg vertauſchte, widmete er ſich zwar
dem Studium der Philoſophie, ſetzte
aber ſeine Beſchäftigung mit der Kunſt
fort und vertiefte ſich namentlich in
das Studium der mittelalterlichen
Architektur. Er trat deshalb auch, ohne
ſeine Univerſitätsſtudien zu vernach-
läſſigen, in die Bauakademie zu Berlin
ein, an der damals Wilhelm Stier
ſeine berühmten Vorleſungen über
mittelalterliche Baukunſt hielt, ver-
ſuchte es dann, nach Ablegung des
Feldmeſſerexamens (1829), ſich in
Stettin in die praktiſche bauliche Lauf-
bahn hineinzuleben, kehrte aber ſehr
bald wieder in den geliebten Kreis der
Hiſtoriker u. Dichter, Maler u. Mu-
ſiker nach Berlin zurück und promo-
vierte hier 1831. Jm Jahre 1832
machte er eine Reiſe durch Süd- und
Weſtdeutſchland mit dem beſonderen
Zweck, die Denkmäler deutſcher Kunſt
aus dem Mittelalter genauer kennen
zu lernen, u. wurde nach ſeiner Rück-
kehr Profeſſor an der Akademie der
Künſte u. Dozent an der Univerſität
(1833), als welcher er Vorleſungen
über Kunſtgeſchichte hielt. Zwei Jahre
ſpäter unternahm er mit dem Dichter
Gaudy eine Reiſe nach Jtalien, um
ſeine kunſthiſtoriſchen Studien zu ver-
vollſtändigen, u. veröffentlichte dann
in den folgenden Jahren eine Anzahl
Schriften, durch welche die Kunſtge-
ſchichte weſentlich gefördert wurde.
Seit 1835 Profeſſor an der Akademie
der Künſte und ſeit 1842 Mitglied des
Senats der Akademie, wurde er im
folgenden Jahre für das Fach der
Kunſtangelegenheiten als Geheimer
Regierungs-und vortragender Rat in
das Kultusminiſterium berufen und
zugleich mit einer Kunſtreiſe durch
Deutſchland, Belgien nach Paris be-
auftragt. Unter Ladenbergs Leitung
des Kultusminiſteriums (1849‒50)
wurde von K. ein umfaſſender Plan
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[130/0134] Küg Kug ſonette, 1898. ‒ Erträumtes und Ge- reimtes (Ge.), 1904. ‒ Aus bewegten Tagen (Erinnergn. u. Erlebniſſe a. d. Feldzug d. J. 1866), 1906. ‒ Per as- pera ad astra (3 Heldengeſänge a. d. J. 1809), 1909. Kügelgen, Heinrich von, geb. am 26. Auguſt a. St. 1836 zu Reval, Sohn des Malers Konſtantin v. K., beſuchte die Domſchule daſelbſt, ſtudierte ſeit 1855 in Dorpat erſt Zoologie, dann Medizin u. ſtarb daſelbſt am 22. Jan. 1860 am Typhus. S: Andenken aus der Vergangenheit (Lr. a. d. Nachlaſſe), 1888. *Kügelgen, Konſtantin Wil- helm von, gehört der bekannten bal- tiſchen Gelehrten- und Malerfamilie an und wurde am 23. Februar 1868 auf dem Rittergute Ottenküll in Eſt- land geboren. Er ſtudierte in Königs- berg u. Leipzig Theologie und wurde in Gießen auf Grund der Schrift „Die Dogmatik Albrecht Nitſchls‟ (2. A. u. d. T.: „Grundriß der Ritſchl- ſchen Dogmatik‟, 1903) zum Lic. theol. promoviert. Er war danach Bibliothekar der „Gelehrten Eſt- niſchen Geſellſchaft‟ bei der Univer- ſität Dorpat u. lebte darauf in Leipzig u. Dresden als Privatgelehrter, als welcher er eine Reihe theologiſcher Fachſchriften veröffentlichte. Jm J. 1903 wurde er Kollaborator an der Stadtkirche in Weimar, 1906 Hilfs- geiſtlicher an der Moritzkirche in Zwickau und iſt ſeit 1908 Paſtor an St. Andreas in Chemnitz. Von ſeinen äſthetiſchen Schriften iſt beſonders „Gerhard von Kügelgen als Porträt- und Hiſtorienmaler‟ (1901) hervor- zuheben. S: Erlebtes und Erſtrebtes (Ge.), 1911. Kugler, Franz Theodor, wurde am 19. Jan. 1808 zu Stettin geb. und gehörte einer Kaufmannsfamilie an, in welcher die Liebe zur Kunſt heimiſch war. Auch in ihm offenbarte ſich früh- zeitig eine Neigung zur Malerei, zur Muſik und Poeſie, und als er im Jahre 1826 die Univerſität Berlin bezog, die er für den Sommer 1827 mit Heidel- berg vertauſchte, widmete er ſich zwar dem Studium der Philoſophie, ſetzte aber ſeine Beſchäftigung mit der Kunſt fort und vertiefte ſich namentlich in das Studium der mittelalterlichen Architektur. Er trat deshalb auch, ohne ſeine Univerſitätsſtudien zu vernach- läſſigen, in die Bauakademie zu Berlin ein, an der damals Wilhelm Stier ſeine berühmten Vorleſungen über mittelalterliche Baukunſt hielt, ver- ſuchte es dann, nach Ablegung des Feldmeſſerexamens (1829), ſich in Stettin in die praktiſche bauliche Lauf- bahn hineinzuleben, kehrte aber ſehr bald wieder in den geliebten Kreis der Hiſtoriker u. Dichter, Maler u. Mu- ſiker nach Berlin zurück und promo- vierte hier 1831. Jm Jahre 1832 machte er eine Reiſe durch Süd- und Weſtdeutſchland mit dem beſonderen Zweck, die Denkmäler deutſcher Kunſt aus dem Mittelalter genauer kennen zu lernen, u. wurde nach ſeiner Rück- kehr Profeſſor an der Akademie der Künſte u. Dozent an der Univerſität (1833), als welcher er Vorleſungen über Kunſtgeſchichte hielt. Zwei Jahre ſpäter unternahm er mit dem Dichter Gaudy eine Reiſe nach Jtalien, um ſeine kunſthiſtoriſchen Studien zu ver- vollſtändigen, u. veröffentlichte dann in den folgenden Jahren eine Anzahl Schriften, durch welche die Kunſtge- ſchichte weſentlich gefördert wurde. Seit 1835 Profeſſor an der Akademie der Künſte und ſeit 1842 Mitglied des Senats der Akademie, wurde er im folgenden Jahre für das Fach der Kunſtangelegenheiten als Geheimer Regierungs-und vortragender Rat in das Kultusminiſterium berufen und zugleich mit einer Kunſtreiſe durch Deutſchland, Belgien nach Paris be- auftragt. Unter Ladenbergs Leitung des Kultusminiſteriums (1849‒50) wurde von K. ein umfaſſender Plan zur Organiſation des geſamten Kunſt- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 130. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/134>, abgerufen am 26.03.2019.