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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kul
*Kullberg, Emil Fritjof,

wurde
am 2. Jan. 1877 in Kuxhaven (Ham-
burg) geboren, wo sein Vater, ein
geborner Schwede, Kaufmann war.
Er besuchte die dortige höhere Staats-
schule (Realschule) u. wollte sich dem
Kaufmannsstande widmen, als er von
einer schweren Erkrankung befallen
wurde, an der er jahrelang zu leiden
hatte. Eine Lähmung infolge von
Gelenkrheumatismus, fesselte ihn an
das Haus, und da sein Geist stets
seine Frische behalten hatte, so arbei-
tete er mit Ernst und Eifer an seiner
Fortbildung, studierte Geschichte,
Philosophie, Kunst und Musik, und
als er endlich seine Gesundheit wie-
der erlangt hatte, tat sich ihm auch
ein neuer Weg auf: er wurde Schrift-
steller. Seit 1902 hat er seinen Wohn-
sitz in Hamburg.

S:

Verstreute Blät-
ter a. d. Zeitbuche der Welt (Nn. und
En.), 1899. - Was ist Wahrheit? Ein
Zusammenbruch (2 Nn.), 1899. - Sein
Verhängnis (Die Lebensgesch. eines
Einzelnen), 1900. - Springtanz (R.
a. d. nordischen Bauernleben), 1905.
- Ludwig Bösenberg & Sohn (Ham-
burger Kaufmannsgesch.), 1906.

Kullmann, Johann Philipp Al-
brecht,

geboren am 16. März 1861 in
Frischborn (Oberhess.), lebt als Gym-
nasialoberlehrer in Laubach (Ober-
hessen).

S:

Die beiden Freunde (Jd.),
1886.

Kulmann, Elisabeth,

* am 5. Juli
(17. Juli n. St.) 1808 zu Petersburg,
war die Tochter eines russischen Offi-
ziers, nach dessen frühem Tode die
Familie in die drückendste Armut ge-
riet. Unter dem Einfluß der Mutter,
einer Deutschen, entwickelten sich die
Anlagen und Fähigkeiten der Elisa-
beth in fast staunenswerter Weise.
Jn ihrem sechsten Jahre las u. sprach
sie richtig russisch u. deutsch; in ihrem
15. Jahre verstand sie elf Sprachen,
darunter lateinisch und griechisch, u.
vermochte sich in acht derselben ge-
läufig zu bewegen. Sie dichtete in
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Kül
russischer, deutscher und französischer
Sprache, besaß daneben achtungs-
werte Fertigkeit im Zeichnen und in
der Musik u. umfassende Kenntnisse
in der Mathematik und den Natur-
wissenschaften. Die übermäßige An-
strengung unausgesetzten Studierens
und Arbeitens richteten indes den
zarten Körper der Jungfrau bald zu-
grunde. Sie starb an völliger Ent-
kräftung am 19. Novbr. (1. Dezbr.
neuen St.) 1825 in Petersburg.

S:


Sämtliche Dichtungen; hrsg. von K.
Fr. von Großheinrich, 1835. 8. A.
1857 (Jnhalt: Gemäldesammlung in
60 Sälen. - Übersetzung Anakreons
in 8 Büchern. - Übersetzung von Ose-
rows Trauerspielen. - Übersetzung
zweier Trauerspiele Alfieris ins Deut-
sche und seines "Saul" ins Russische.
- Poetische Versuche in russischer,
deutscher und italienischer Sprache. -
Übersetzung von Jriartes Fabeln a. d.
Spanischen. - Bruchstücke a. Camoens'
Luisiade und Dreißig Oden von Ma-
noel. - Bruchstücke aus Miltons "Ver-
lorenes Paradies". - Gedichte Meta-
stasios. - Ausländische, russische,
orientalische Märchen in russischer
Sprache. - Die neugriechischen Volks-
lieder übersetzt). - Dichtungen, aus-
gewählt und eingeleitet von Franz
Miltner, 1875.

*Külpe, Frances,

geb. am 20. Fe-
bruar 1862 (a. St.) im Gouverne-
ment Orel (Rußland) als Tochter
eines Engländers, des Fabrikbesitzers
John Benisson James, und einer
Deutschrussin aus Kurland, erhielt
ihre deutsche Schulbildung bis zum
12. Jahre im elterlichen Hause, dann
in der deutschen Töchterschule in Mi-
tau (Kurland) und später in Dorpat
(Livland), wo sie das Hauslehrerin-
nen-Examen absolvierte (1879) und
sich noch ein Jahr lang ihrer Ausbil-
dung in der Musik widmete. Dann
folgten zwei Jahre, in denen sie wun-
derschöne Reisen an das Südufer der
Krim machen durfte u. auch Konstan-

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Kul
*Kullberg, Emil Fritjof,

wurde
am 2. Jan. 1877 in Kuxhaven (Ham-
burg) geboren, wo ſein Vater, ein
geborner Schwede, Kaufmann war.
Er beſuchte die dortige höhere Staats-
ſchule (Realſchule) u. wollte ſich dem
Kaufmannsſtande widmen, als er von
einer ſchweren Erkrankung befallen
wurde, an der er jahrelang zu leiden
hatte. Eine Lähmung infolge von
Gelenkrheumatismus, feſſelte ihn an
das Haus, und da ſein Geiſt ſtets
ſeine Friſche behalten hatte, ſo arbei-
tete er mit Ernſt und Eifer an ſeiner
Fortbildung, ſtudierte Geſchichte,
Philoſophie, Kunſt und Muſik, und
als er endlich ſeine Geſundheit wie-
der erlangt hatte, tat ſich ihm auch
ein neuer Weg auf: er wurde Schrift-
ſteller. Seit 1902 hat er ſeinen Wohn-
ſitz in Hamburg.

S:

Verſtreute Blät-
ter a. d. Zeitbuche der Welt (Nn. und
En.), 1899. ‒ Was iſt Wahrheit? Ein
Zuſammenbruch (2 Nn.), 1899. ‒ Sein
Verhängnis (Die Lebensgeſch. eines
Einzelnen), 1900. ‒ Springtanz (R.
a. d. nordiſchen Bauernleben), 1905.
‒ Ludwig Böſenberg & Sohn (Ham-
burger Kaufmannsgeſch.), 1906.

Kullmann, Johann Philipp Al-
brecht,

geboren am 16. März 1861 in
Friſchborn (Oberheſſ.), lebt als Gym-
naſialoberlehrer in Laubach (Ober-
heſſen).

S:

Die beiden Freunde (Jd.),
1886.

Kulmann, Eliſabeth,

* am 5. Juli
(17. Juli n. St.) 1808 zu Petersburg,
war die Tochter eines ruſſiſchen Offi-
ziers, nach deſſen frühem Tode die
Familie in die drückendſte Armut ge-
riet. Unter dem Einfluß der Mutter,
einer Deutſchen, entwickelten ſich die
Anlagen und Fähigkeiten der Eliſa-
beth in faſt ſtaunenswerter Weiſe.
Jn ihrem ſechſten Jahre las u. ſprach
ſie richtig ruſſiſch u. deutſch; in ihrem
15. Jahre verſtand ſie elf Sprachen,
darunter lateiniſch und griechiſch, u.
vermochte ſich in acht derſelben ge-
läufig zu bewegen. Sie dichtete in
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Kül
ruſſiſcher, deutſcher und franzöſiſcher
Sprache, beſaß daneben achtungs-
werte Fertigkeit im Zeichnen und in
der Muſik u. umfaſſende Kenntniſſe
in der Mathematik und den Natur-
wiſſenſchaften. Die übermäßige An-
ſtrengung unausgeſetzten Studierens
und Arbeitens richteten indes den
zarten Körper der Jungfrau bald zu-
grunde. Sie ſtarb an völliger Ent-
kräftung am 19. Novbr. (1. Dezbr.
neuen St.) 1825 in Petersburg.

S:


Sämtliche Dichtungen; hrsg. von K.
Fr. von Großheinrich, 1835. 8. A.
1857 (Jnhalt: Gemäldeſammlung in
60 Sälen. ‒ Überſetzung Anakreons
in 8 Büchern. ‒ Überſetzung von Oſe-
rows Trauerſpielen. ‒ Überſetzung
zweier Trauerſpiele Alfieris ins Deut-
ſche und ſeines „Saul‟ ins Ruſſiſche.
‒ Poetiſche Verſuche in ruſſiſcher,
deutſcher und italieniſcher Sprache. ‒
Überſetzung von Jriartes Fabeln a. d.
Spaniſchen. ‒ Bruchſtücke a. Camoens’
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noel. ‒ Bruchſtücke aus Miltons „Ver-
lorenes Paradies‟. ‒ Gedichte Meta-
ſtaſios. ‒ Ausländiſche, ruſſiſche,
orientaliſche Märchen in ruſſiſcher
Sprache. ‒ Die neugriechiſchen Volks-
lieder überſetzt). ‒ Dichtungen, aus-
gewählt und eingeleitet von Franz
Miltner, 1875.

*Külpe, Frances,

geb. am 20. Fe-
bruar 1862 (a. St.) im Gouverne-
ment Orel (Rußland) als Tochter
eines Engländers, des Fabrikbeſitzers
John Beniſſon James, und einer
Deutſchruſſin aus Kurland, erhielt
ihre deutſche Schulbildung bis zum
12. Jahre im elterlichen Hauſe, dann
in der deutſchen Töchterſchule in Mi-
tau (Kurland) und ſpäter in Dorpat
(Livland), wo ſie das Hauslehrerin-
nen-Examen abſolvierte (1879) und
ſich noch ein Jahr lang ihrer Ausbil-
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derſchöne Reiſen an das Südufer der
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*
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[141/0145] Kul Kül *Kullberg, Emil Fritjof, wurde am 2. Jan. 1877 in Kuxhaven (Ham- burg) geboren, wo ſein Vater, ein geborner Schwede, Kaufmann war. Er beſuchte die dortige höhere Staats- ſchule (Realſchule) u. wollte ſich dem Kaufmannsſtande widmen, als er von einer ſchweren Erkrankung befallen wurde, an der er jahrelang zu leiden hatte. Eine Lähmung infolge von Gelenkrheumatismus, feſſelte ihn an das Haus, und da ſein Geiſt ſtets ſeine Friſche behalten hatte, ſo arbei- tete er mit Ernſt und Eifer an ſeiner Fortbildung, ſtudierte Geſchichte, Philoſophie, Kunſt und Muſik, und als er endlich ſeine Geſundheit wie- der erlangt hatte, tat ſich ihm auch ein neuer Weg auf: er wurde Schrift- ſteller. Seit 1902 hat er ſeinen Wohn- ſitz in Hamburg. S: Verſtreute Blät- ter a. d. Zeitbuche der Welt (Nn. und En.), 1899. ‒ Was iſt Wahrheit? Ein Zuſammenbruch (2 Nn.), 1899. ‒ Sein Verhängnis (Die Lebensgeſch. eines Einzelnen), 1900. ‒ Springtanz (R. a. d. nordiſchen Bauernleben), 1905. ‒ Ludwig Böſenberg & Sohn (Ham- burger Kaufmannsgeſch.), 1906. Kullmann, Johann Philipp Al- brecht, geboren am 16. März 1861 in Friſchborn (Oberheſſ.), lebt als Gym- naſialoberlehrer in Laubach (Ober- heſſen). S: Die beiden Freunde (Jd.), 1886. Kulmann, Eliſabeth, * am 5. Juli (17. Juli n. St.) 1808 zu Petersburg, war die Tochter eines ruſſiſchen Offi- ziers, nach deſſen frühem Tode die Familie in die drückendſte Armut ge- riet. Unter dem Einfluß der Mutter, einer Deutſchen, entwickelten ſich die Anlagen und Fähigkeiten der Eliſa- beth in faſt ſtaunenswerter Weiſe. Jn ihrem ſechſten Jahre las u. ſprach ſie richtig ruſſiſch u. deutſch; in ihrem 15. Jahre verſtand ſie elf Sprachen, darunter lateiniſch und griechiſch, u. vermochte ſich in acht derſelben ge- läufig zu bewegen. Sie dichtete in ruſſiſcher, deutſcher und franzöſiſcher Sprache, beſaß daneben achtungs- werte Fertigkeit im Zeichnen und in der Muſik u. umfaſſende Kenntniſſe in der Mathematik und den Natur- wiſſenſchaften. Die übermäßige An- ſtrengung unausgeſetzten Studierens und Arbeitens richteten indes den zarten Körper der Jungfrau bald zu- grunde. Sie ſtarb an völliger Ent- kräftung am 19. Novbr. (1. Dezbr. neuen St.) 1825 in Petersburg. S: Sämtliche Dichtungen; hrsg. von K. Fr. von Großheinrich, 1835. 8. A. 1857 (Jnhalt: Gemäldeſammlung in 60 Sälen. ‒ Überſetzung Anakreons in 8 Büchern. ‒ Überſetzung von Oſe- rows Trauerſpielen. ‒ Überſetzung zweier Trauerſpiele Alfieris ins Deut- ſche und ſeines „Saul‟ ins Ruſſiſche. ‒ Poetiſche Verſuche in ruſſiſcher, deutſcher und italieniſcher Sprache. ‒ Überſetzung von Jriartes Fabeln a. d. Spaniſchen. ‒ Bruchſtücke a. Camoens’ Luiſiade und Dreißig Oden von Ma- noel. ‒ Bruchſtücke aus Miltons „Ver- lorenes Paradies‟. ‒ Gedichte Meta- ſtaſios. ‒ Ausländiſche, ruſſiſche, orientaliſche Märchen in ruſſiſcher Sprache. ‒ Die neugriechiſchen Volks- lieder überſetzt). ‒ Dichtungen, aus- gewählt und eingeleitet von Franz Miltner, 1875. *Külpe, Frances, geb. am 20. Fe- bruar 1862 (a. St.) im Gouverne- ment Orel (Rußland) als Tochter eines Engländers, des Fabrikbeſitzers John Beniſſon James, und einer Deutſchruſſin aus Kurland, erhielt ihre deutſche Schulbildung bis zum 12. Jahre im elterlichen Hauſe, dann in der deutſchen Töchterſchule in Mi- tau (Kurland) und ſpäter in Dorpat (Livland), wo ſie das Hauslehrerin- nen-Examen abſolvierte (1879) und ſich noch ein Jahr lang ihrer Ausbil- dung in der Muſik widmete. Dann folgten zwei Jahre, in denen ſie wun- derſchöne Reiſen an das Südufer der Krim machen durfte u. auch Konſtan- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 141. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/145>, abgerufen am 27.03.2019.